Commerzbank AG

Commerzbank AG

36.69
EUR
-0.78
(-2.08%)
3.11EPS
13.06P/E
40.35BMarket Cap
Nov 05Next Earn

Q2 FY2026 · Earnings Call TranscriptAugust 6, 2026

Operator

Herzlich willkommen zum Journalisten-Call der Commerzbank AG. Momentan sind alle Teilnehmer stummgeschaltet.

Die Konferenz wird aufgezeichnet. Nach dem Vortrag haben Sie die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Ich übergebe nun das Wort an Herrn Hohnberg.

Herr Hohnberg

Vielen Dank. Guten Morgen, herzlich willkommen zur Vorstellung unserer Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026.

Mit mir im Call sind unsere Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp und unser Finanzvorstand Carsten Schmitt. Bettina und Carsten werden Ihnen gleich die Zahlen des zweiten Quartals sowie des ersten Halbjahres berichten.

Im Anschluss daran machen wir wie gewohnt ein Q&A, und damit übergebe ich an dich, Bettina.

Bettina Orlopp

Einen schönen guten Morgen. Auch ich begrüße Sie sehr herzlich zur Vorstellung unserer Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026, ein Halbjahr, das für die Commerzbank sicher besonders war.

Wir haben in einem außergewöhnlich anspruchsvollen Umfeld erneut Rekordzahlen erwirtschaftet. Diesen Erfolg verdanken wir zuallererst unseren Kunden und Kollegen.

Wir sind sehr dankbar für die langjährige Verbundenheit, die engen Partnerschaften und das ungebrochene Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden. Das gilt genauso für den Einsatz und das Engagement unserer Kolleginnen und Kollegen, ob in Deutschland oder weltweit, sie sind das Fundament unseres Erfolgs.

Unser Ergebnis ist ein klarer Beleg für die Stärke unseres Geschäftsmodells und die konsequente Arbeit unseres Teams, das mitten in einer öffentlichen Übernahmediskussion und einem schwierigen makroökonomischen Umfeld, das durch die volatilen Energiepreise und deren Folgen für die Inflation noch komplexer geworden ist. Lassen Sie uns direkt auf die Zahlen schauen, die die Dynamik unserer Entwicklung zeigen.

Im ersten Halbjahr 2026 haben wir starke Erträge von 6,5 Milliarden Euro erzielt, ein deutlicher Anstieg 7% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis ist mit 14% noch stärker auf 2,7 Milliarden Euro gewachsen.

Unter dem Strich haben wir ein Rekordnettoergebnis von 1,8 Milliarden Euro erzielt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Plus von 40%.

Dieser Zuwachs spiegelt unsere operative Stärke wider und zeigt, dass wir die Strategie Momentum 2030 konsequent und erfolgreich umsetzen. Hinzu kommt, dass wir vor einem Jahr noch Restrukturierungsaufwendungen für unsere Transformation gebucht hatten.

Unsere Kostendisziplin bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor. Wir haben die Cost-Income-Ratio inklusive Pflichtbeiträgen deutlich auf 53% verbessert.

Das heißt, für jeden Euro Ertrag fallen nur noch 53 Cent Aufwand an. Die Nettoeigenkapitalrendite haben wir auf hervorragende 12,6% gesteigert, ein eindrucksvoller Beleg für unser kapitaleffizientes und profitables Geschäftsmodell.

Dabei stehen wir auf dem Fundament einer weiterhin robusten harten Kernkapitalquote von 14,4%, selbst nach Berücksichtigung erheblicher Kapitalausschüttung. Das alles ist das Ergebnis einer konsequenten und erfolgreichen Umsetzung unserer Strategie.

Damit komme ich zu unserer Kapitalrückgabepolitik. Sie bleibt ein zentrales Element unserer Equity Story und ist ein wesentlicher Werttreiber für unsere Aktionärinnen und Aktionäre.

Wir planen, 100% des Nettogewinns nach AT1-Kuponzahlungen auszuschütten, lange, bis unser Ziel einer harten Kernkapitalquote von 13,5% erreicht ist. Für 2026 bedeutet das eine geplante Kapitalrückgabe von 3,2 Milliarden Euro.

Das entspricht einer attraktiven Gesamtrendite von 8%. Und wir sind schon mitten in der Umsetzung.

Bereits im Juli haben wir einen neuen Aktienrückkauf von bis zu 1,2 Milliarden Euro als wesentlichen Bestandteil unserer Ausschüttung für dieses Jahr beantragt. Die EZB hat dem bereits zugestimmt.

Sobald auch die Finanzagentur grünes Licht gegeben hat, werden wir die letzten Vorbereitungen treffen, den Rückkauf zu starten. Zusätzlich zum Aktienrückkauf planen wir für 2026 eine höhere Dividende.

Unser Ziel ist, dass die Dividende mindestens 50% der gesamten Kapitalrückgabe ausmacht. Unser Weg nach vorn ist klar.

Mit weiter steigender Profitabilität sehen wir einen verlässlichen Pfad hin zu einer Gesamtrendite von 11% im Jahr 2028 und von 14% bis 2030. Das ist die finanzielle Übersetzung unserer Momentum-Strategie, ein konsequenter Fokus darauf, nachhaltig Wert für unsere Aktionärinnen und Aktionäre zu schaffen.

Unsere starke Entwicklung basiert aber auch auf einer Wirtschaft in Deutschland, die trotz Gegenwind Widerstandskraft zeigt. Dank leicht verbesserter Daten für das Bruttoinlandsprodukt in den vergangenen Quartalen haben wir unsere Erwartung für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 von 0,6% auf 1% angehoben.

Die Stimmung im Mittelstand ist zwar unverändert vorsichtig, gleichzeitig haben wir aber im zweiten Quartal überraschend starke Auftragseingänge gesehen, die auf eine weitere Verbesserung hindeuten könnten. Auch der ifo Geschäftsklimaindex hat sich zuletzt wieder aufgehellt.

Darüber hinaus zeigt die jüngste Kreditumfrage der EZB eine verbesserte Kreditnachfrage von Unternehmen. Zudem hat die Bundesregierung wichtige Reformen für das Rentensystem und den Arbeitsmarkt angestoßen, die zusätzlichen Rückenwind geben könnten, wenn sie zügig umgesetzt werden.

Das bestärkt unsere Erwartung, dass wir unseren im Mai angehobenen Ausblick für 2026 erreichen. Dazu gehören eine angestrebte Nettoeigenkapitalrendite von rund 12% und eine Cost-Income-Ratio von 53%.

Auch unsere Momentum-Ziele bleiben vollständig bestehen und zeigen einen klaren Weg für profitables Wachstum und steigende Effizienz. Unser Plan sieht eine stetige Verbesserung unserer Nettoeigenkapitalrendite vor, auf 17% im Jahr 2028 und auf 21% im Jahr 2030.

Gleichzeitig wollen wir unsere Cost-Income-Ratio auf 43% verbessern. Dieser Weg in die Zukunft baut auf unserer erfolgreichen Transformation der vergangenen Jahre auf.

Ende diesen Jahres werden wir unsere Profitabilität rund 3 Milliarden Euro seit 2021 gesteigert haben. Damit haben wir unsere ambitionierten Finanzziele kontinuierlich übertroffen.

Der Kapitalmarkt honoriert diese Leistung ganz deutlich. Unser Aktienkurs ist in diesem Zeitraum mehr als 600% gestiegen.

Damit komme ich zu unseren Prioritäten. Erstens, und das ist am wichtigsten: Wir werden unsere Strategie weiterhin konsequent umsetzen.

Momentum 2030 funktioniert, liefert Ergebnisse und ist der Maßstab, an dem sich jede Alternative messen lassen muss. Unser Fokus liegt auf der Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells und auf der konsequenten Erzielung starker Ergebnisse.

Zweitens werden wir unsere Performance weiter steigern. Das heißt, wir nutzen unsere exzellente Kundenbasis und die vertrauensvollen Beziehungen, die unsere Teams über viele Jahre aufgebaut haben, und übersetzen sie in nachhaltiges Wachstum.

Und genau deshalb ist es jetzt so wichtig, die Motivation unserer Kolleginnen und Kollegen hochzuhalten, denn sie sind und bleiben die Basis unseres Erfolgs. Und drittens werden wir Wert schützen.

Als Vorstand sind wir verpflichtet, im besten Interesse aller Stakeholder zu handeln. Wer die Zukunft dieser Bank gestalten will, muss verhandeln, konstruktiv und auf Augenhöhe.

Wir gehen mit starken Argumenten und einem funktionierenden Geschäftsmodell in die anstehenden Gespräche mit der UniCredit. Das Ziel ist klar: Wir wollen Wert schaffen und den langfristigen Erfolg der Commerzbank sichern.

Meine Damen und Herren, Wert zu schaffen heißt auch, unsere Bank konsequent zukunftsfähig aufzustellen. Ein wichtiger Treiber und ein zentrales Element unserer Momentum-Strategie ist deshalb künstliche Intelligenz.

Hier bewegen wir uns zügig von ersten Initiativen zu konkreten Ergebnissen, und zwar Ergebnissen, die einen messbaren Wert schaffen. Zur Erinnerung: Wir planen bis 2030 kumulierte Investitionen in KI von rund 600 Millionen Euro.

Daraus erwarten wir ab 2030 einen jährlichen Wertbeitrag von rund 500 Millionen Euro. Speziell im zweiten Quartal haben wir deutliche Fortschritte erzielt.

Wir haben KI-Tools wie MS Copilot und Google Gemini bankweit für die Mitarbeitenden eingeführt und unsere eigene KI-Akademie gestartet, eine Kultur digitaler Innovation zu fördern. Unser KI-gestützter Agent Assist steht inzwischen rund 2.800 Mitarbeitenden zur Verfügung und verbessert Qualität und Effizienz der Kundeninteraktionen in unserem Beratungscenter sowie in unseren Callcentern.

Darüber hinaus hilft uns KI dabei, unsere IT-Landschaft zu modernisieren und zu vereinfachen. Im ersten Halbjahr 2026 haben wir beispielsweise 10% aller Systeme abgeschaltet.

Fest steht: KI ist für uns schon jetzt ein zentraler Treiber unserer Transformation und liefert bereits heute greifbare Ergebnisse. Und diese Ergebnisse zeigen sich nicht nur in der Technologie, sondern vor allem dort, wo es am meisten zählt: im Kundengeschäft.

Im Firmenkundengeschäft haben wir unsere Position als klare Nummer 1 in Deutschland erneut bestätigt. Ein Beispiel dafür ist die aktuelle Umfrage des Fachmagazins FINANCE, das uns als führende Mittelstandsbank und insgesamt als Best Bank for Corporate Clients ausgezeichnet hat.

Ein eindeutiger Beweis für unsere starken und vertrauensvollen Kundenbeziehungen. Unser Erfolg basiert auf konsequenter Kundenorientierung, einer lokal verankerten und global vernetzten Aufstellung und auf marktführenden Produkten.

Das zeigt sich zum Beispiel an der erfolgreichen Ausweitung unseres Rohstoffgeschäfts. Wir können unsere Kunden jetzt auch beim Handel mit physischem Gas unterstützen.

Und wir haben unser Angebot für Mittelstandskunden erweitert, die unsere Direktbank-Services nutzen. Meine Damen und Herren, als Commerzbank sind wir die Partnerin der Wahl für den deutschen Mittelstand.

Und wir investieren kontinuierlich, diese Führungsposition weiter auszubauen. Auch unser Segment PuK, also Privat- und Unternehmerkunden, zeigt eine hervorragende Dynamik.

Der wichtigste Treiber hier ist unser Wertpapiergeschäft, das unseren Provisionsüberschuss deutlich stärkt. Im ersten Halbjahr haben wir bei PuK in Deutschland den Provisionsüberschuss signifikant 10% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert.

Dieses Wachstum wird von einer hohen Kundenaktivität getragen. Das Volumen in der Vermögensverwaltung ist gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres beeindruckende 20% auf rund 25 Milliarden Euro gestiegen.

Das Wertpapiervolumen unserer Kundinnen und Kunden erhöhte sich 16% auf 285 Milliarden Euro. Und bei comdirect stieg die Zahl der Trades 5% gegenüber dem bereits sehr starken Vorjahreszeitraum.

Die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden spiegelt sich in einer Reihe von Auszeichnungen wider. Bereits zum neunten Mal in Folge hat das €uro-Magazin die Commerzbank als beste Filialbank ausgezeichnet und comdirect als beste Direktbank.

Das bestätigt: Unsere Zwei-Marken-Strategie ist der richtige Ansatz, die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Kundinnen und Kunden zu erfüllen. Nun möchte ich auf das Übernahmeangebot der UniCredit eingehen.

Die Angebotsfrist ist abgelaufen, und UniCredit hat sich Zugriff auf nahezu 50% der Stimmrechte gesichert, obwohl das Angebot von den unabhängigen Aktionären kaum unterstützt wurde. Nur 2,7% unserer institutionellen Anleger und Privatanleger haben ihre Aktien angedient.

Ein erheblicher Teil der angedienten Aktien kam von mit der UniCredit verbundenen Finanzinstituten, die sich diese vorher sehr wahrscheinlich geliehen hatten. Jetzt aber müssen wir die nächsten Schritte gemeinsam sorgfältig ausloten.

Es bedarf einer professionellen Zusammenarbeit, einen gemeinsamen Weg zu entwickeln und der sich abzeichnenden Aktionärsstruktur Rechnung zu tragen. Dazu gehören auch technische Details bei rechtlichen Themen und Finanzfragen.

Deshalb werden hierzu Gespräche geführt. Das liegt im ureigenen Interesse beider Seiten, der UniCredit wie der Commerzbank.

Denn beide Seiten wollen Wert für Aktionärinnen und Aktionäre, Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeitende schaffen. Ich bin zuversichtlich, dass wir Schritt für Schritt bei Governance und Geschäftsmodell zu einem gemeinsamen Verständnis kommen können.

Der rechtliche Rahmen ist eindeutig. Strukturelle Veränderungen, etwa ein Beherrschungsvertrag, erfordern eine qualifizierte Mehrheit von mindestens 75% der Stimmen auf unserer Hauptversammlung.

Dies ist entscheidend für die Realisierung von wesentlichen Synergien bei gleichzeitiger Wahrung der Rechte von Minderheitsaktionären. Volle Kontrolle bietet erst die vollständige Übernahme im Weg eines Squeeze-outs.

Fest steht: Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank haben eine Pflicht gegenüber allen Aktionärinnen und Aktionären. Deshalb werden wir weiterhin im Interesse aller unserer Investoren handeln und die Rechte unserer Minderheitsaktionäre schützen.

Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass neben unserer Momentum-Strategie nur ein gemeinsamer Ansatz das Potenzial hat, Wert für alle Stakeholder zu schaffen. Unsere Strategie Momentum 2030 ist bewährt, verlässlich und sehr attraktiv bei begrenzten Umsetzungsrisiken.

Es ist ein überzeugender Plan, wie wir substanziellen Wert schaffen werden. Dagegen basiert der von UniCredit vorgestellte Ansatz Commerzbank Unlocked auf einer unvollständigen Außenperspektive und birgt erhebliche Umsetzungsrisiken.

Zudem bildet der Plan aus unserer Sicht das Wertschöpfungspotenzial wesentlicher Geschäftsbereiche nicht angemessen ab, insbesondere unseres internationalen Netzwerks. Auch deshalb ist unsere Position klar: Wir sind bereit für konstruktive Gespräche, zusammen ein realistisches Bild vom Potenzial des Geschäfts und den Möglichkeiten zur gemeinsamen Wertschaffung zu entwickeln.

Lassen sich dann auch teure Fehleinschätzungen des Geschäftsmodells der Commerzbank vermeiden. Ich möchte meine wichtigsten Punkte noch einmal zusammenfassen.

Erstens: Wir haben ein Rekordergebnis im ersten Halbjahr 2026 erzielt und bestätigen unsere Prognose sowie unsere Ziele vollständig. Wir sind eine Bank, die liefert.

Zweitens: Wir konzentrieren uns weiter auf die disziplinierte Umsetzung unserer Momentum-Strategie. Das ist unser Plan, verlässlich Wert für unsere Aktionärinnen und Aktionäre zu schaffen.

Und drittens: Wir sind bereit für konstruktive Gespräche. Denn für eine einvernehmliche und wertschaffende Lösung bedarf es eines gemeinsamen Austauschs unter Einbindung der Unternehmensführung, der Arbeitnehmervertreter sowie des Bundes als zweitgrößtem Aktionär.

Auf dieser Basis können wir gemeinsam erörtern, wie eine wertschaffende Perspektive in einem sinnvollen Zeitrahmen zu erreichen ist. Und nur so können wirklich alle Stakeholderinteressen gewahrt werden.

Und damit übergebe ich an Carsten, der Sie jetzt durch die detaillierten Finanzzahlen führen wird.

Carsten Schmitt

Danke, Bettina, und auch von meiner Seite herzlich willkommen. Bettina hat es bereits deutlich gemacht: Unsere Strategie funktioniert, und wir liefern.

Wir erzielen starke Ergebnisse, setzen unsere Strategie Momentum 2030 konsequent und bieten attraktive Renditen für unsere Aktionärinnen und Aktionäre. Seit dem Jahr 2021 haben wir unsere Performance kontinuierlich verbessert und unsere Versprechen durchweg erfüllt.

Das zweite Quartal setzt diese Entwicklung konsequent fort. Die Erträge sind gestiegen, die Kosten managen wir im Einklang mit unserem Ziel für die Cost-Income-Ratio, und gleichzeitig investieren wir gezielt in Wachstum und Zukunftsfähigkeit.

Die kontinuierliche Verbesserung der operativen Performance ist ein Kernelement unserer Strategie Momentum 2030. Auch das Risikoergebnis blieb auf einem niedrigen Niveau, und unsere Kapitalausstattung ist weiterhin stark.

Dank der beständigen Kraft unseres Geschäftsmodells haben wir mit rund 1,4 Milliarden Euro das beste operative Quartalsergebnis in der Geschichte der Bank erzielt. Bemerkenswert ist, dass wir dieses Ergebnis trotz eines, vor allem in Polen, weniger günstigen Zinsumfeldes und anhaltender geopolitischer Unsicherheiten erreicht haben.

Dies unterstreicht die Nachhaltigkeit unseres Geschäftsmodells, die Stärke unseres Kundengeschäfts und die Fortschritte bei der Umsetzung unserer Strategie. Mit einer Nettoeigenkapitalrendite von 12,5% im zweiten Quartal liegen wir klar auf Kurs, unser Jahresziel von rund 12% zu erreichen.

Ich möchte Ihnen nun gern die einzelnen Positionen näher erläutern. Dabei beginne ich mit den Erträgen.

Die Erträge sind im Vergleich zum Vorjahresquartal 9% gestiegen. Das Wachstum steht dabei auf einer breiten Basis.

Der Provisionsüberschuss legte im Jahresvergleich erneut 7% zu, wobei beide Kundensegmente zum Wachstum beitrugen. Dies unterstreicht die hohe Qualität unseres Ertragswachstums.

Im Firmenkundengeschäft erhöhte sich der Provisionsüberschuss 6%, insbesondere dank der starken Entwicklung im Cash Management, Trade Finance und Kapitalmarktgeschäft. Die Aktivität an den Anleihemärkten war erneut hoch, und das positive Ertragsmomentum des ersten Quartals setzte sich fort.

Im deutschen Privat- und Unternehmerkundengeschäft stieg der Provisionsüberschuss starke 11% im Vergleich zum Vorjahresquartal. Wichtigster Treiber war das Wertpapiergeschäft.

Auch das Zahlungsverkehrsgeschäft entwickelte sich sehr erfreulich. Hierzu trug unter anderem das im vergangenen Jahr eingeführte neue Preismodell für Girokonten bei.

Insgesamt zeigt diese Entwicklung die Stärke unseres Kundengeschäfts über alle Kundengruppen hinweg. Neben dem Provisionsüberschuss bildet der Zinsüberschuss die zweite zentrale Säule unserer Ertragsbasis.

Der Zinsüberschuss lag im zweiten Quartal bei rund 2,1 Milliarden Euro. Wie erwartet, stieg dieser im Vergleich zum ersten Quartal leicht und blieb damit im Vorjahresvergleich nahezu unverändert.

Die Entwicklung im zweiten Quartal wurde von zwei gegenläufigen Faktoren geprägt: dem Wachstum unseres Geschäfts auf der einen und niedrigeren Leitzinsen auf der anderen Seite. Beide Effekte haben sich weitgehend ausgeglichen.

Im Firmenkundensegment ist der Zinsüberschuss dank des Wachstums bei Krediten und Einlagen 7% gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Im Geschäft mit Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland legte der Zinsüberschuss 10% zu.

Ausschlaggebend war die weitere Verbesserung der Profitabilität im Einlagengeschäft. Bei der mBank hingegen konnte das erneute Volumenwachstum die niedrigeren Leitzinsen in Polen nicht ausgleichen.

Diese Entwicklung wurde jedoch durch ein besseres Fair-Value-Ergebnis aus Zinsabsicherungen kompensiert. Die Entwicklung des Zinsüberschusses einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf die zugrunde liegenden Volumen.

Die Einlagenvolumen blieben im Privat- und Unternehmerkundengeschäft in Deutschland sowie im Firmenkundensegment insgesamt stabil. Dabei ist der Wettbewerb Tagesgeldeinlagen in Deutschland weiter sehr intensiv.

Einige Wettbewerber lockten zuletzt mit zeitlich begrenzten Angeboten von mehr als 3%. Wir bleiben jedoch diszipliniert und achten auf unsere Profitabilität.

Im Kreditgeschäft blieben die Volumen im Privat- und Unternehmerkundensegment ebenfalls stabil, während das Firmenkundengeschäft erneut deutlich und im Einklang mit unseren Zielsetzungen wuchs. In den vergangenen 12 Monaten ist das durchschnittliche Kreditvolumen im Firmenkundensegment 16% beziehungsweise 17 Milliarden Euro gestiegen.

Davon entfielen allein 8 Milliarden Euro auf das erste Halbjahr 2026. Dieses Wachstum unterstreicht unsere starke Kundenbasis und das Vertrauen unserer Kunden.

Unsere Kunden bleiben überwiegend international ausgerichtet. In jüngster Zeit beobachten wir jedoch im Verhältnis eine etwas stärkere Geschäftsaktivität innerhalb Europas.

Darüber hinaus sehen wir erste Anzeichen einer Erholung in Deutschland, wenn auch von einem niedrigen Niveau kommend. Bei institutionellen Kunden konnten wir in den vergangenen 12 Monaten ebenfalls leicht zulegen trotz eines geringeren Wachstums in Trade Finance.

Insgesamt sind wir mit der Entwicklung unseres Kreditgeschäfts sehr zufrieden. Wir erwarten, dass sich die zuletzt im Verhältnis stärkere Nachfrage innerhalb Europas fortsetzen kann.

Gleichzeitig bleiben wir vorsichtig optimistisch, was eine Erholung in Deutschland betrifft. Vor diesem Hintergrund möchte ich nun auf unsere Erwartungen für den Zinsüberschuss eingehen.

Wir bestätigen unseren Ausblick für einen Zinsüberschuss von rund 8,6 Milliarden Euro im Gesamtjahr 2026. Im ersten Halbjahr ist der Zinsüberschuss im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2025 zwar nur leicht gestiegen, für die zweite Jahreshälfte erwarten wir jedoch eine deutlich stärkere Dynamik.

Dafür gibt es mehrere Gründe. In Polen sollten sich die Zinsen stabilisieren, damit dürfte der Gegenwind, den wir dort im ersten Halbjahr gesehen haben, nachlassen und die mBank wieder stärker zum Zinsüberschuss beitragen.

Gleichzeitig werden die Beiträge aus unserem Replikationsportfolio weiter zunehmen. Hinzu kommen die derzeit höher erwarteten EZB-Zinsen.

Und wir rechnen mit weiterem Volumenwachstum im Kundengeschäft. All diese Faktoren stimmen uns zuversichtlich, dass wir unser Ziel eines Zinsüberschusses von rund 8,6 Milliarden Euro im Gesamtjahr erreichen werden.

Das Replikationsportfolio bleibt ein bedeutender Wachstumstreiber und wird den Zinsüberschuss bis zum Jahr 2030 jährlich 400 Millionen bis 600 Millionen Euro erhöhen. Neben einer positiven Ertragsentwicklung bleibt unser aktives Kostenmanagement ein zentraler Hebel für die Erreichung unserer Ziele.

Kommen wir daher nun zu den Kosten. Die Kosten im Konzern entwickeln sich weiterhin im Rahmen unserer Ziele aus Momentum 2030.

Wir investieren weiter signifikant in Zukunftsfelder und behalten gleichzeitig die Kostenentwicklung konsequent im Blick. Haben wir unsere IT-Investitionen erhöht und unsere Shoring- und Sourcing-Aktivitäten weiter ausgebaut.

Zudem haben wir in ausgewählten Bereichen zusätzliche Mitarbeitende eingestellt und hatten Gehaltssteigerungen sowie Aufwendungen aus unserem Mitarbeiteraktienprogramm. Trotz dieser Investitionen blieben die Kosten im Konzern ohne mBank im ersten Halbjahr insgesamt stabil.

Dies gelang uns durch aktives Kostenmanagement und geringere Belastungen aus aktienbasierten Vergütungsprogrammen. Zudem war vor einem Jahr ein Einmaleffekt zu Buche geschlagen.

Auch die mBank investiert weiter in ihr Geschäft und hatte zusätzlich höhere Pflichtbeiträge zu leisten. Insgesamt sind wir auf einem sehr guten Weg, unser Ziel einer Cost-Income-Ratio von 53% beziehungsweise 51% ohne Pflichtbeiträge im Jahr 2026 zu erreichen.

Dies würde einer Verbesserung 4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entsprechen. Lassen Sie mich nun auf das Risikoergebnis eingehen.

Das Risikoergebnis belief sich im zweiten Quartal auf 202 Millionen Euro und lag damit im Rahmen unserer Erwartungen. Zwar beobachten wir in Deutschland einen leichten Anstieg der Ausfallraten, dieser konzentriert sich jedoch überwiegend auf kleinere Unternehmen in der Dienstleistungsbranche, in der unser Engagement begrenzt ist.

Im deutschen Mittelstand beobachten wir weiterhin eine insgesamt stabile Entwicklung mit lediglich einem geringfügigen Anstieg der Ausfallraten. Insgesamt bleibt unser Kreditportfolio äußerst robust.

Die Quote an Problemkrediten liegt unverändert auf einem niedrigen Niveau von 1,1%. Angesichts der weiterhin hohen geopolitischen Unsicherheiten halten wir an unserem Ausblick für ein Risikoergebnis von rund 850 Millionen Euro im Gesamtjahr fest.

Die anhaltende Stärke unseres Geschäftsmodells und unsere operative Performance zeigen sich erneut auch in unserem Konzernergebnis. Unter dem Strich haben wir im zweiten Quartal ein deutlich verbessertes Konzernergebnis von 898 Millionen Euro erzielt.

Damit sind wir unverändert auf Kurs für ein weiteres Rekordjahr und bestätigen unseren Ausblick für das Gesamtjahr 2026. Wir erwarten Erträge von rund 13,2 Milliarden Euro, getragen von einem starken Wachstum sowohl des Zinsüberschusses als auch des Provisionsüberschusses.

Bei Kosten von rund 7 Milliarden Euro streben wir eine Cost-Income-Ratio von etwa 53% an. Daraus ergibt sich das Ziel eines Konzernergebnisses von mindestens 3,4 Milliarden Euro sowie einer Nettoeigenkapitalrendite von rund 12%.

Ebenso bestätigen wir unsere Absicht, nach Abzug von AT1-Kuponzahlungen 100% des Nettoergebnisses an unsere Aktionärinnen und Aktionäre auszuschütten. Die harte Kernkapitalquote soll zum Jahresende weiterhin oberhalb von 14% liegen.

Kurz gesagt: Das Rekordergebnis und die Bestätigung unseres Ausblicks unterstreichen eindrucksvoll die finanzielle Stärke unserer Bank und ihr Potenzial. Auf dieser starken Grundlage werden wir weiter konsequent liefern.

Und damit komme ich zum Ende meines Vortrags. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, und Bettina und ich freuen uns auf Ihre Fragen.

Operator

Meine Damen und Herren, wenn Sie eine Frage stellen möchten–

Herr Hohnberg

Vielen Dank–

Operator

Entschuldigung.

Herr Hohnberg

Ja, vielen Dank. Wollte nur die Fragerunde eröffnen.

Bitte sehr.

Operator

Danke. Wenn Sie eine Frage stellen möchten, drücken Sie bitte *9 und die Rautetaste auf Ihrem Telefon.

Sie erhalten eine Bestätigung, dass Ihre Frage registriert wurde. Wenn Sie Ihre Frage zurückziehen möchten, drücken Sie bitte *3 und die Rautetaste.

Bitte beachten Sie, dass die Möglichkeit, Fragen einzureichen, nur besteht, wenn Sie sich telefonisch eingewählt haben. Das Einreichen einer Frage ist nicht möglich, wenn Sie über die Weboberfläche teilnehmen.

Drücken Sie jetzt also bitte auf Ihrer Telefontastatur *9 gefolgt von der Rautetaste, eine Frage einzureichen. Die erste Frage ist von Arno Schütze von Bloomberg.

Bitte, Herr Schütze. Herr Schütze, können Sie uns hören?

Ihre Leitung ist frei.

Arno Schütze

Können Sie mich hören?

Operator

Ja, jetzt hören wir Sie.

Arno Schütze

Ja, okay, sehr gut. Ja, vielen Dank.

Guten Morgen, Frau Orlopp. Sie haben im Call vorher gesagt, die Gespräche mit UniCredit hätten schon begonnen.

Können Sie sagen, wo das war, dass Sie die Gespräche begonnen haben? War das vielleicht am Rande von dieser Google-Konferenz auf Sizilien?

Können Sie sagen, wie der erste Kontakt gewesen ist, was man da besprochen hat und was denn noch an Gesprächen geplant ist, neben dem, ich glaube, Zusammentreffen mit Herrn Orcel morgen? Genau.

Bettina Orlopp

Also, ich verstehe das Interesse, aber erstens muss man ja sagen, wir sprechen schon die ganze Zeit, das darf man immer nicht vergessen. Wir sprechen seit Oktober 2024 miteinander in sehr regelmäßigen Abständen.

Diese Gespräche sind immer konstruktiv und professionell. Und von daher gibt es natürlich auch jetzt schon Gespräche, weil es gibt auch ein paar technische Details ganz praktisch zu klären, wenn die regulatorischen Zustimmungen da sind.

Und ansonsten werden wir natürlich gemeinschaftlich an einer hoffentlich konstruktiven und guten Lösung arbeiten. Und Sie werden aber verstehen, dass wir darüber jetzt nicht ständig sprechen werden, sondern erstmal uns zusammensetzen und dann auch wieder hoffentlich dann auch vielleicht gemeinsam mit Statements rausgehen.

Operator

Die nächste Frage kommt von Frank Mahlmeister von Der Platow Brief. Ihre Leitung ist jetzt geöffnet, Herr Mahlmeister.

Frank Mahlmeister

Morgen. Wenn ich da gleich anschließen darf: Sie haben ja immer Ihre Investorengespräche im Zuge von solchen Calls wie heute.

Manchmal hat ja Herr Orcel persönlich dran teilgenommen. Wie sieht es diesmal aus?

Hat sich angekündigt? Und lassen wir es erst mal dabei, vielleicht fällt mir das Zweite noch ein.

Bettina Orlopp

Herr Mahlmeister, vielen Dank für Ihre Frage. Und ja, wie Sie sagen, es findet in unterschiedlichen Runden statt.

Im Moment ist die Planung, dass es auch ein Gespräch mit Mitwirkung der CEOs geben wird.

Operator

Die nächste Frage ist von Andreas Kröner vom Handelsblatt.

Andreas Kröner

Ich hätte noch auch einfach eine Frage: Also dieses Gespräch mit Ihnen und Herrn Orcel, ist das jetzt heute auch schon oder gibt's den Standard-Earnings-Call und das andere ist dann was Separates? Und vielleicht auch noch mal ganz grundsätzlich: Sie haben ja letzte Woche im Internet schon angekündigt, dass es in den kommenden Wochen und Monaten Gespräche mit UniCredit geben soll.

Einfach da auch noch mal zum Verständnis: Dieser Fahrplan, ist der mit UniCredit auch schon so grob vereinbart oder sind das bisher nur Ihre Hoffnungen, dass das so stattfindet? Und dann hätte ich noch drei andere Fragen: Herr Orcel hat ja Mitte Juli noch mal klar gemacht, dass seine Unlocked-Strategie ab 2027 bei der Commerzbank umsetzen will.

Da würde mich interessieren, also stehen Sie zur Verfügung, diese Strategie umzusetzen, falls Herr Orcel bei seinen Plänen keine größeren Abstriche machen würde? Und eine Frage, die auch damit zusammenhängt: Befürchten Sie Klagen von Minderheitsaktionären, falls die Commerzbank unter der Kontrolle von UniCredit wie von Herrn Orcel gewünscht im kommenden Jahr zusätzliche Investitionen von 2,2 Milliarden stemmt, die Risikovorsorge pauschal 500 Millionen erhöht, denn das würde in der Folge ja auch dazu führen, dass der Gewinn sinkt und vermutlich auch die Ausschüttungen?

Und eine letzte Detailfrage: Sie haben nach dem Ende des Übernahmeangebots am 3. Juli erklärt, dass weniger als 2% der Privatanleger und institutionellen Investoren ihre Aktien angedient haben.

Nun sprechen Sie von 2,7%. Worauf ist diese Anpassung nach oben zurückzuführen?

Danke.

Bettina Orlopp

Vielen Dank, Herr Kröner. Also erstmal finden die Gespräche immer rund den Earnings Call statt.

Also das ist jetzt tatsächlich der Fall. Und man kann sich jetzt schon vorstellen, dass wir vielleicht nicht nur über unser ausgezeichnetes Quartalsergebnis und Halbjahresergebnis sprechen, sondern dass wir eben auch eine ganze Reihe von weiteren Sachen zu besprechen haben.

Denn wir haben jetzt einfach eine Situation, mit der wir gemeinsam umgehen müssen, die bedeutet, dass die UniCredit ein bisschen weniger als 50% hat, aber damit eine De-facto-Kontrolle. Da gehen bestimmte Sachen einher.

Wir müssen aber uns auch austauschen, was können wir machen, was können wir nicht machen. Denn Sie haben eben schon auch die Minderheitsaktionäre angesprochen.

Es gibt immer noch 50% plus Aktionäre, die eben auch ihre Interessen gewahrt haben wollen. Und gleichzeitig darf man auch immer nicht vergessen, sind wir immer noch Wettbewerber gerade im Firmenkundengeschäft, aber auch im Privatkundengeschäft.

Also von daher, wenn wir bestimmte Regeln auch sehen müssen, nichtsdestotrotz ist es sicherlich auch sinnvoll, darüber nachzudenken, wie wir auch in einer solchen Situation mit der De-facto-Kontrolle, wie wir da Wert generieren können, der sinnvoll ist für beide Institutionen und ihre Stakeholder. Und schlussendlich ist es natürlich schon auch wichtig, jetzt zu überlegen, wie denn ein Zielbild potenziell aussehen kann.

Das kann aber auch nur funktionieren, wenn eben Stakeholder-Gruppen wie zum Beispiel die Arbeitnehmervertreter, aber auch eben der Bund als zweitgrößter Aktionär mit eingebunden sind. Was dann Ihre inhaltliche Frage nach der Unlocked-Strategie ab Anfang 2027 angeht, das ist ein bisschen verbunden mit dem, was Sie dann bei Ihrer zweiten inhaltlichen Frage gestellt haben, wenn es Investitionen und so weiter geht.

Also Fakt ist erstmal, wir sind eine börsengelistete Bank. Wir haben als Vorstand und Aufsichtsrat Verpflichtungen und die beziehen sich auf die Institution und auf die Stakeholder.

Das heißt, alles das, was wir tun, muss davon geleitet werden, dass wir das beste aus unserer Sicht und sinnvollste für die Stakeholder der Commerzbank tun. Was wir nicht machen können, ist auf Weisungen reagieren.

Es gibt kein Weisungsrecht bei einer Aktiengesellschaft, außer es gibt ein Beherrschungsvertrag, den es aber eben im Moment nicht gibt. Und von daher werden wir immer abwägen, was wir für sinnvoll erachten.

Wenn wir der Meinung wären, dass man mehr Risikovorsorge bilden müsste, dann würden wir das auch heute schon tun. Wenn man sich unser Risikoprofil anschaut, wir sind bei einer sehr stabilen und sehr niedrigen NPE-Ratio von 1,1%, das hat sich auch nicht wirklich in den letzten Quartalen verändert.

Und wenn Sie auch unser ganzes Kreditportfolio anschauen mit dem Anteil im Investment Grade und anderen Themen, dann müssen wir uns absolut nicht verstecken im europäischen Vergleich oder auch im Vergleich mit der UniCredit. Und von daher stellt sich diese Frage nicht.

Und auch was das Thema Investitionen, was ja am Ende Restrukturierungsaufwand ist, angeht, haben wir unsere Pläne für Restrukturierungsaufwand sehr klar beziffert im Rahmen der Momentum 2030 Strategie. Wir glauben an eine Wachstumsstrategie, die auch Transformationsthemen beinhaltet, aber es ist eben auch eine Wachstumsstrategie.

Wir werden auch dieses Jahr wahrscheinlich schon damit anfangen, gewissen Teil der angekündigten Restrukturierungsaufwendung buchen. Das ist auch schon in unserem Ausblick verarbeitet.

Und dann mehr in 2027 und vielleicht auch noch 2028, das hängt sehr stark von den Gesprächen eben auch mit den Arbeitnehmervertreter, Kolleginnen und Kollegen an, weil wir die Details, das wissen Sie ja immer, wir haben eine Rahmenvereinbarung, aber dann müssen ja auch noch die Details vereinbart werden und das wird faktisch in den nächsten Quartalen passieren. Ja.

Und was Ihre letzte Frage angeht, der 3. Juli, da sind wir mit den Ergebnissen, die zu dem Zeitpunkt schon da waren, rausgegangen.

Das war faktisch nicht das finale Bild, weil es ist dann doch auch etwas komplizierter. Fakt ist, dass es trotzdem nur 2,7% sind und in den 2,4% institutionelle Investoren sind teilweise auch sogenannte Arb Funds, also Arbitrage Funds mit enthalten, die man jetzt, sage ich mal, in die eine oder andere Ecke setzen kann.

Die haben wir aber jetzt einfach mal der Vollständigkeit halber hiermit in die 2,7% mit reingerechnet.

Operator

Nächster Fragesteller ist Hanno Mußler von der FAZ. Herr Mußler, Ihre Leitung ist jetzt freigeschaltet.

Hanno Mußler

Morgen, Frau Orlopp und Herr Schmitt. Sie können mich hoffentlich hören?

Bettina Orlopp

Wir hören Sie.

Hanno Mußler

Sehr gut. Also ich wollte mal Bezug nehmen auf Ihr Statement und wollte Ihnen sozusagen als Feedback sagen, dass bei uns, und damit meine ich jetzt mal die Öffentlichkeit so ganz im Allgemeinen, nicht ganz so angekommen ist, dass UniCredit und Sie in den letzten 24 Monaten immer professionell miteinander umgegangen wären.

Und deswegen die Frage: Warum haben Sie nicht früher versucht, konstruktiv für Ihre Beschäftigten mehr herauszuholen und wäre es vielleicht klüger gewesen, nicht so viel öffentliches Porzellan zu zerschlagen?

Bettina Orlopp

Danke, Herr Mußler. Also erstmal hat sich meine Aussage gerade auf die bilateralen Gespräche bezogen und wenn ich jetzt mal die letzten 22 Monate Revue passieren lasse, glaube ich, haben wir eigentlich kein Porzellan zerschlagen, sondern haben einfach nur das gemacht, was unsere Aufgabe ist, nämlich im Sinne unserer Institution und unserer Stakeholder, und das betrifft auch die Arbeitnehmer Kolleginnen und Kollegen, also die Mitarbeitenden, zu agieren.

Und das sieht man eben auch an den Ergebnissen. Wenn Sie sich das anschauen, dann haben wir in den 22 Monaten als sich der Aktienkurs de facto verdreifacht, wir haben die Profitabilität deutlich ausgebaut, wir haben unser Geschäftsmodell weiterentwickelt, die Kundenzufriedenheit erhöht und auch die Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden deutlich erhöht, was man aus den Umfragen gesehen hat, und waren auch in der Lage, für alle auch eben Benefits zu bringen.

Wenn ich jetzt mal nur daran denke, dass unsere Aktionäre in den letzten 22 Monaten mehr als 4 Milliarden Kapitalrückgabe gesehen haben und unsere Mitarbeitenden eben sowohl von einer sehr attraktiven variablen Vergütung, aber eben auch von dem Mitarbeiteraktienprogramm, was auch sehr gut angenommen worden ist, profitiert haben. Also ich würde sagen, da ist alles richtig gelaufen, weil wir sind im Moment die wirklich stärkste Bank, die die Commerzbank jemals war, und das in 156 Jahren.

Und haben wir versucht, vorher auch schon, sage ich mal, den konstruktiven Dialog zu suchen? Ja, das haben wir, wir haben immer gesagt, und das war auch nicht nur einfach ein Spruch, das habe ich auch immer gesagt, dass wir natürlich bereit sind, uns hinzusetzen, wenn es ein Angebot gibt, und dieses Angebot mit unserer Stand-alone-Strategie zu vergleichen.

Und wir haben sowohl im März als auch noch mal im Mai nach der HV versucht, uns hinzusetzen und eine Lösung zu finden. Jetzt ist es aber so, dass das nicht so ganz einfach ist, weil ich muss immer im Sinne aller Aktionäre auch handeln.

Und wenn ich ein sogenanntes Lowball Offer habe, und so ist es auch von der UniCredit bezeichnet worden, was eben keine Prämie beinhaltet, die aber normalerweise immer bei allen Takeover Offers, die wir in den vergangenen Jahren gesehen haben, eigentlich dabei ist und die auch die klare Erwartung unserer institutionellen Investoren war, die uns das gespiegelt haben, und wenn ich Berater dann habe, die richtigerweise sagen, dass der angebotene Preis nicht adäquat ist, dann kommen Sie da auch nicht weiter. So.

Aber nichtsdestotrotz bleibe ich bei der Aussage, dass die bilateralen Gespräche professionell waren und deswegen sehe ich jetzt auch eine gemeinsame Basis, weil am Ende wollen wir eigentlich dasselbe: Wir wollen Wert maximieren für unsere Stakeholder, alle miteinander, und das ist die Aufgabe, nichts anderes. Und von daher bin ich da jetzt auch zuversichtlich, dass wir da sinnvolle Lösungen finden, die auch wirklich gut sind für alle Beteiligten.

Und damit meine ich nicht nur die Aktionäre und damit meine ich auch nicht nur die UniCredit, sondern alle Aktionäre, sondern ich meine auch natürlich, die im Sinne für unsere Kundinnen und Kunden sind und auch ganz wichtig für unsere Mitarbeitenden.

Operator

Die nächste Frage ist von Angela Maier von der Börsen-Zeitung. Frau Maier, Ihre Frage bitte.

Angela Maier

Ja, guten Morgen. Ich hätte noch ein paar Nachfragen.

Ich habe noch nicht genau Ihre Antwort verstanden auf die Frage, ob Sie denn jetzt zur Verfügung stehen, diese gemeinsame Lösung dann auch mit Herrn Orcel auch sozusagen mittelfristig vorzuführen. Also ist ja bekannt als jemand, der jetzt nicht sehr kompromissbereit ist und dass da 2,2 Milliarden zum Beispiel investiert werden sollen.

Also ich würde mal vermuten, dass nicht bereit ist, sehr stark davon abzuweichen oder auch, dass die Dividende deutlich gekürzt werden soll, und zwar schon für 2026. Also würden Sie dann für so was zur Verfügung stehen?

Und dann habe ich auch die Antwort auf die Frage des Kollegen nicht verstanden, ob denn Klagen zu erwarten sind von Minderheitsaktionären.

Bettina Orlopp

Beide Fragen hängen am Ende ein bisschen miteinander zusammen, weil wir haben die Aufgabe, im Interesse unserer Aktionäre, und damit meine ich alle Aktionäre, zu handeln. Und solange wir das tun, und dazu sind wir als Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank verpflichtet, erwarte ich auch keine Klagen.

Das Nummer 1. Nummer 2 ist, und das ist dann die Frage zu dem ersten Punkt, ist, dass unsere Aufgabe als Vorstandsteam und auch von mir als Vorstandsvorsitzende ist, genau im Interesse der Institution zu handeln und auch die Interessen der Institution zu wahren, aber natürlich auch sinnvolle Lösungen zu finden.

Und da, wo wir eben gemeinsame Wertschaffung sehen, auch diese gemeinsame Wertschaffung gemeinsam umzusetzen. Und deswegen stellt sich für mich jetzt keine Frage, wie das in Anführungszeichen jetzt mit mir persönlich weitergeht, weil die Aufgabe ist klar.

Und das ist übrigens dasselbe, was ich ja auch als Erwartung ans gesamte Management-Team, an Vorstand, aber auch an alle Mitarbeitenden habe, dass wir weiterhin für die Institution da sind und für unsere Kundinnen und Kunden und das Beste auch in den nächsten Quartalen abliefern. Und das ist mein Commitment.

Operator

Die nächste Frage ist von Florian Müller von der Financial Times. Ihre Leitung ist freigeschaltet.

Florian Müller

Ich glaube, das wird eine ziemlich monothematische PK heute. Ich interessiere mich dafür, zum einen, ob Sie mitbekommen haben, dass UniCredit auch parallel jetzt Gespräche mit Berlin am Laufen hat.

Wie würde das die Situation ändern, falls UniCredit und Berlin sich in der Zwischenzeit auch einig werden über das Aktienpaket vom Bund? Und die zweite Frage, die ich hab, die betrifft die Auswirkungen auf Ihr Geschäft seit Anfang Juli, wo ja jetzt klar ist, dass die UniCredit quasi eine Mehrheit hätte auf einer Hauptversammlung.

Haben Sie dadurch irgendwelche Abflüsse schon beobachten können bei sich im Geschäft oder irgendwelche, sage ich mal, nervösen Aktionäre und so weiter? Also wie hat sich die Situation quasi für Ihr Geschäft, aber auch für die Mitarbeiter geändert seitdem?

Nehmen Sie da wahr, dass jetzt zum Beispiel auch weniger Bewerbungen reinkommen? Genau, vielleicht könnten Sie da ein bisschen was dazu sagen zur Situation ab Juli.

Bettina Orlopp

Also erstmal, was das erste Thema angeht, kann ich Ihnen versichern, dass wir sehr sehr eng abgestimmt mit unserem zweitgrößten Aktionär sind, also sprich der Regierung. Und es ist natürlich klar, und das haben wir auch deutlich gemacht, auch in der Präsentation und so weiter, dass es nur eine, sage ich mal, mittelfristige Zielbild geben kann, wenn es auch eben eine Einigkeit mit dem zweitgrößten Aktionär gibt und wenn es auch eine Einigkeit mit den Kolleginnen und Kollegen von der Arbeitnehmervertreterseite gibt, weil sonst wird alles, was man vielleicht sich ausdenkt, relativ schwierig.

Ja. Und von daher kann ich nur sagen, wir sind in enger Abstimmung und mehr gibt es dazu im Moment auch nicht zu sagen.

Was das zweite Thema angeht, ist eine berechtigte Frage, wobei ich sagen muss, das ist nicht ein Thema ab Anfang Juli, das haben wir in Wellen immer schon gehabt, also eigentlich seitdem das Thema im September 2024 begonnen hat, dass natürlich immer wieder sage ich mal, wenn auch neue Nachrichten da sind, die Nervosität steigt. Das merken wir bei Kundennachfragen, das merken wir, dass wir in jedem Kundengespräch erstmal das Thema haben.

Das merken wir natürlich auch bei den Kolleginnen und Kollegen. Wir haben aber auch beobachtet, dass da eine sehr hohe Resilienz, Pragmatismus und Commitment gegenüber unserer Institution ist.

Und das gilt sowohl für die Kundinnen und Kunden, die eben sehr loyal sind und ganz unverändert weiter mit uns Geschäft machen, was aber eben auch ganz eng damit zusammenhängt, dass wir Teams haben, die sich auch nicht beirren lassen, nicht kirre machen lassen, sondern sehr sehr committed bei der Sache sind und unsere Kunden eben betreuen. Und deswegen, würde ich mal sagen, die größte Geräuschkulisse oder auch Störfeuer war tatsächlich im zweiten Quartal jetzt zu beobachten schon mal.

Und da sehen Sie jetzt an den Ergebnissen des zweiten Quartals, dass wir trotz all dieser Themen, sei es im April Präsentationen, LinkedIn-Kampagnen, im Mai Themen und so weiter, dass wir es geschafft haben, ein absolutes Rekordquartal abzuliefern. Und das ist dank der hohen Resilienz und des Commitments unserer Teams, aber eben auch unserer Kunden.

Wir sehen jetzt nicht, das ist ja jetzt auch zu frisch wahrscheinlich Anfang Juli, jetzt kann ich auch nicht über den Juli sprechen, sonst kriege ich kritische Blicke von Carsten Schmitt rübergeworfen, weil das ist Teil der Q3-Kommunikation. Deswegen wir müssen uns jetzt mal begnügen mit dem Q2, was ja auch noch relativ frisch ist, aber ich kann Ihnen sagen, wir sind auch weiterhin sehr ruhig, sehr zufrieden mit den Entwicklungen.

Aber es ist natürlich schon so, dass wir verstärkt Nachfragen haben, und das gilt sowohl von unseren Kolleginnen und Kollegen als auch von den Kunden. Und denen begegnen wir eben auch mit unglaublich viel Kommunikation und Interaktion und Klärung und natürlich auch dieser Perspektive, dass wir fest daran glauben, dass wenn wir eine gemeinsame Lösung finden, dass das einfach attraktiv auch ist für alle Stakeholder und dass wir einfach im Interesse unserer Stakeholder hier handeln werden.

Und von daher, ich kann nur sagen, am Montag haben bei uns 350 Auszubildende angefangen. Wir haben das Rekordhoch von 12.000 Bewerbungen gehabt.

Und das ist schon während auch des laufenden Übernahmeverfahrens und der Ankündigung gewesen. Also bisher, toi, toi, toi, merken wir es tatsächlich noch nicht.

Operator

Nächste Fragestellerin ist Inken Schönauer von der FAZ. Ihre Leitung ist jetzt freigeschaltet, Frau Schönauer.

Frau Schönauer? Können Sie uns hören?

Wir können Sie leider nicht hören. Ich würde deshalb erstmal mit dem nächsten Fragesteller weitermachen.

Wenn Sie es gerne noch mal probieren möchten, noch mal zur Wiederholung, die Tastenkombination ist *9#. Die nächste Frage ist von Jean-Philippe Lacour von AFT.

Bitte, Ihre Frage.

Jean-Philippe Lacour

Von AFP natürlich. Guten Tag, Frau Orlopp.

Ich habe zwei oder zweieinhalb Fragen. Was sind für Sie die roten Linien in den Gesprächen mit UniCredit, die jetzt voll laufen werden?

Und welchen konkreten Einfluss oder Hebel hat die Commerzbank noch, die Pläne von UniCredit zu widersetzen? Und die zweite Frage: Ja, ob es die letzten Quartalszahlen einer unabhängigen Commerzbank heute gewesen sind, wird die Zukunft sagen.

Ich glaube eher nicht, weil es wird alles noch lange dauern, bis noch Orcel peu à peu seinen Anteil nach diesem abgelaufenen Offer noch aufbauen kann. Und ja, haben Sie so im Kopf ein Szenario, wie lange das uns noch alles beschäftigen wird bis zum Tag X, wo tatsächlich vielleicht doch die Commerzbank nicht mehr unabhängig wird?

Danke.

Bettina Orlopp

Guten Morgen. Also erstmal ich halte jetzt nicht so wahnsinnig viel von roten Linien und finde auch, dass das jetzt nicht das richtige Umfeld ist, darüber zu sprechen.

Ich glaube, das Wichtige ist, dass die beiden Institutionen miteinander sprechen und wann immer wir etwas haben, werden wir dann auch sicherlich die Öffentlichkeit daran teilhaben lassen. Was unsere eigene Position angeht und unsere eigene Hebel und Einfluss, da kann ich aber nur das wiederholen, was ich eben schon mal gesagt habe: Wir sind die stärkste Commerzbank, die wir je hatten.

Ja. Und wir sind von der Profitabilität her auf einem anderen Niveau.

Wir haben Ziele draußen, die wirklich für den deutschen Markt ausgesprochen gut sind mit dem 17% Return on Tangible Equity für 2028 und den 21% für 2030. Und das kombiniert auch mit einer wirklich niedrigen Cost-Income-Ratio, also 43%.

Wer den deutschen Markt kennt, in 2030 ist sehr sehr niedrig. Wenn ich dann auch noch die Pflichtabgaben rausrechne, sind wir eher bei der 40.

Und das sind ausgesprochen aspirative und gute Ziele und reflektieren eben die Stärke. Und diese Stärke bringen wir dann eben auch in die Verhandlung mit, weil so schätze ich die UniCredit ein, sonst wäre sie nämlich nicht so erfolgreich, dass keiner Wert vernichten wird, sondern dass wir alles erhalten, was wertsteigernd ist.

Und wir haben hier einfach ein Geschäftsmodell in den letzten Jahren hingelegt, was sehr stark transformiert worden ist und auch noch in der Transformation sich befindet. Und das ist ein guter Ausgangsbasis, also ich würde sagen, eine deutlich bessere Ausgangsbasis, als wir noch vor ein paar Jahren hatten.

Und die werden wir jetzt auch nutzen im Sinne für unsere Stakeholder. Und das dritte Thema, was alle nicht vergessen dürfen: Ja, wir haben jetzt einen Kontrollaktionär, De-facto-Kontrolle, sobald die Genehmigungen da sind.

Aber das bedeutet zum Beispiel nicht, dass strukturelle Maßnahmen oder auch ein Delisting so ganz einfach möglich sind, dafür brauche ich deutlich mehr. Und von daher können Sie sich darauf freuen, dass Sie auch noch die nächsten Quartale mit Carsten Schmitt und mir sprechen dürfen.

Operator

Wir haben noch einmal eine Frage von Frau Inken Schönauer registriert von der FAZ. Frau Schönauer, wir versuchen es noch einmal.

Ihre Leitung ist jetzt freigeschaltet. Ich hoffe, Sie können uns hören und wir Sie.

Das scheint es leider technische Schwierigkeiten zu geben. Nein.

Dann machen wir weiter mit der nächsten Frage. Diese ist von Tom Sims von Reuters.

Oh, entschuldigen Sie bitte. Jetzt haben wir sie verloren.

Herr Hanno Mußler von der FAZ. Sie dürfen die nächste Frage stellen.

Hanno Mußler

Hallo zusammen, dann würde ich versuchen, für meine Kollegin Inken Schönauer eine Frage zu stellen. Und zwar, Frau Orlopp, wie sieht denn jetzt der Zeitplan aus?

Also wir haben gehört, UniCredit könnte schon im vierten Quartal sozusagen die Kontrolle übernehmen. Jetzt haben Sie eben gesagt, die nächsten Quartale wollen Sie noch über die Geschäftsergebnisse berichten.

Rechnen Sie denn damit, dass es nächstes Jahr eine reguläre Hauptversammlung beispielsweise geben wird oder wird es vorher eine außerordentliche geben?

Bettina Orlopp

Zur letzten Frage: Eine reguläre wird es auf jeden Fall geben. Ob es eine außerordentliche gibt, kann ich Ihnen nicht beantworten, das müsste die UniCredit beantworten.

Das Zweite ist, dass wirklich einfach was heißt denn Kontrolle? Kontrolle heißt, dass wir einen sehr großen Aktionär haben, das ist richtig, aber trotzdem gibt es noch eine börsengelistete Bank und das gibt es auch weiterhin.

Also da empfehle ich dann auch einfach mal den Blick nach Polen, wo wir das in ähnlicher Weise haben, wo uns 70% an der mBank gehören und trotzdem gibt es dort einen Vorstand und Aufsichtsrat, der unabhängig agiert und zum Beispiel auch seine eigenen Quartalsergebnisse vorstellt. Also von daher ist hier nicht kurzfristig mit einer Änderung zu erwarten und wir sind, wie gesagt, auch freuen uns darauf, Ihnen dann die weiteren hoffentlich weiter Rekordergebnisse präsentieren zu dürfen.

Vom Zeitplan her gehen wir auch davon aus und so bereiten wir uns auch darauf vor, dass es im vierten Quartal eben die Genehmigungen alle geben wird. Und deswegen ist es eben auch so wichtig, dass wir hier in einem konstruktiven Dialog sind, damit wir das alle miteinander richtig und gut machen, denn es ist halt trotzdem eine spezielle Situation, weil es eben weiterhin doch einen sehr sehr großen Anteil von Minderheitsaktionären gibt und weil wir auch immer noch unverändert in einer Wettbewerbssituation zueinander stehen.

Operator

Dann kommt jetzt die nächste Frage von Tom Sims von Reuters. Ihre Leitung ist jetzt freigeschaltet.

Tom Sims

Guten Morgen. Zwei Fragen: Der Stand von Gesprächen, das ist ein bisschen verwirrend für mich.

Wie sollen wir das am besten beschreiben? Sind die Gespräche eher technisch oder formell?

Was können Sie dazu sagen? Und eine Frage für Sie, Frau Orlopp: Fühlen Sie sich unter Druck als CEO aufzugeben?

Spüren Sie irgendwie Signale von der UniCredit, dass die Bank nicht mit Ihnen persönlich als CEO verhandeln will direkt?

Bettina Orlopp

Nein. Also am Ende bin ich die Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, ich habe eine Verantwortung.

Und diese Verantwortung ist es jetzt, möglichst wirklich das Maximale aus dieser Situation für alle rauszuholen, und das ist mein Auftrag. Und daran ändert sich auch nichts, das ist auch, glaube ich, wichtig.

Und wie gesagt, wir haben auch in der Vergangenheit schon mit der UniCredit gesprochen, jetzt haben wir natürlich einfach ein paar mehr Dinge zu diskutieren. Das werden wir tun.

Und dann können Sie sicher sein, und es gibt ja einen natürlichen Zeitpunkt, wo Sie automatisch uns beide, also sowohl Andrea Orcel als auch mich, wieder persönlich fragen können, und das ist, wenn wir jeweils unsere Q3-Ergebnisse vorstellen, weil spätestens dann werden Sie uns sicherlich fragen, wo wir da stehen. Und von daher würde ich es aber auch da erstmal belassen und mich jetzt erstmal darauf konzentrieren, dass wir im Sinne der Institution richtige Lösungen finden.

Operator

Die nächste Frage ist von Arno Schütze von Bloomberg. Herr Schütze, Ihre Frage bitte.

Arno Schütze

Ja, hallo. Ich will noch mal kurz ein anderes Thema oder zwei kurz anschneiden.

Sie haben im Analysten-Call gesagt, dass die Hitzewelle die Wirtschaft und die Bank belastet. Können Sie noch mal genau sagen, was das für Sie für Belastungen sind?

Ich weiß nicht, gibt's Probleme mit keine Ahnung Feuern oder Niedrigwasser, wie auch immer? Und das Zweite: Sie haben auch gesagt, dass die Altersvorsorgereform positive Effekte bringt.

Können Sie da noch genauer sagen, wie stark sich das auf Ihr Geschäft durchschlagen wird?

Bettina Orlopp

Vielen Dank. Also die Bank trifft die Hitzewelle nur da, wo wir eine schlechte Klimaanlage haben, Gott sei Dank im Moment, muss ich sagen, aber bezogen ist es natürlich schon so und ich meine, wir sehen das ja alle in den Nachrichten, dass schon eine Sorge besteht, dass bestimmte Produktionen gedrosselt werden müssen, dass auch die Energieversorgung schwieriger wird und so weiter in den Quartalen.

Deswegen gucken wir da schon drauf, weil das eher eine Implikation auf die Gesamtwirtschaft hat. Jetzt haben wir aber, glaube ich, auch ganz gut und eindrücklich bewiesen, dass wir da als Bank sehr resilient mit umgehen und Gott sei Dank auch unsere Kunden sehr hohe Resilienz bewiesen haben.

Das sehen Sie eben am Risikoergebnis und das sehen Sie aber auch, dass ja die Investitions-, sage ich mal, -bereitschaft unverändert da ist. Sie könnte mehr sein in Deutschland, aber wir sind ja eben auch mit unseren Kunden international unterwegs und deswegen sehen Sie eben das Kreditwachstum von 16%, wenn man jetzt mal das mit dem Vorjahr vergleicht.

Also von daher, das ist mehr der Hinweis, wir können nicht sagen, es geht nur in eine Richtung, was die makroökonomischen Faktoren angeht, sondern es ist so ein bisschen so ein gemischtes Bild und so betrachten wir das auch. Und deswegen bleiben wir einfach da, wo wir sind, und sind aber sehr zuversichtlich, was unseren eigenen Ausblick angeht.

Was die Altersvorsorgereform angeht, das ist etwas, was wir tatsächlich sehr als auch einen Impuls für nächstes Jahr eben auch für unseren Provisionsüberschuss erwarten, weil natürlich diese Themen auch für uns, das Altersvorsorgedepot, wenn wir da mit ordentlichen Angeboten rauskommen, ein gutes Wachstumsfeld sein wird. Und ich bin davon überzeugt, dass wir gute Angebote haben werden, sowohl für die comdirect als auch für die Commerzbank, und deswegen wird uns das helfen.

Wir haben ja sehr anspruchsvolle Ziele für den Provisionsüberschuss draußen. Wir haben gesagt, dass wir jedes Jahr mit 7% wachsen wollen, und ich weiß, dass viele immer gesagt haben, schafft ihr das oder schafft ihr das nicht.

Wir zeigen es jetzt gerade im dritten Jahr in Folge, dass das geht, und natürlich wird uns das auch dann im vierten Jahr dabei helfen, das genau zu präsentieren. Man darf ja immer nicht vergessen, das ist immer Wachstum auf einer größer werdenden Basis.

Also von daher ist auch, sage ich mal, 7% im vierten Jahr zu zeigen schon ein bisschen anspruchsvoller als in dem ersten Jahr. Und von daher sind wir da sehr zuversichtlich und glauben, dass uns das natürlich tatsächlich helfen wird.

Operator

Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben noch eine letzte registrierte Frage von Lukas Zdrzalek von der Wirtschaftswoche. Herr Zdrzalek, Ihre Frage bitte.

Lukas Zdrzalek

In die Runde, verstehen Sie mich halbwegs?

Bettina Orlopp

Wir hören Sie gut.

Lukas Zdrzalek

Super, vielen Dank. Frau Orlopp, wir haben gesagt, es gäbe oder Sie seien kein Fan roter Linien.

Was haben Sie Andrea Orcel denn in Ihren bisher stattgefundenen Gesprächen denn nahegelegt, welche rote Linie mal räumen könnte oder wo anders auftreten könnte, damit so ein bisschen mehr Unterstützung für sein Vorhaben einer Übernahme gibt?

Bettina Orlopp

Ja, Herr Zdrzalek, ich glaube, was einfach klar ist, und das sagen wir von Anbeginn: Wir sind davon überzeugt, dass man wertstiftende Transaktionen nur hinbekommt, wenn man es gemeinsam macht in einer freundlichen Art und Weise. Und ich glaube, das ist die wichtigste Botschaft, dass wir einfach hier konstruktives Miteinander haben, dass wir vielleicht auch ein bisschen das Geräusch draußen ein bisschen reduzieren, weil das eben immer für Unsicherheiten sorgt.

Und ich bin mir sicher, das sorgt nicht nur für Unsicherheiten bei uns, bei der Commerzbank, bei unseren Kundinnen und Kunden und Mitarbeitenden, sondern vielleicht auch bei der HVB. Und von daher ist das, glaube ich, einfach wichtig, dass wir jetzt in ein konstruktiven Dialog treten und dass wir natürlich auch ein Verständnis dafür entwickeln, was Vorstellungen sind und wie wir gemeinsam einfach sinnvoll Wert schaffen können.

Operator

Vielen Dank. Damit schließe ich die Fragerunde und übergebe zurück an Herrn Hohnberg.

Herr Hohnberg

Ja, vielen Dank. Das Medienteam steht Ihnen natürlich weiterhin auch zur Verfügung.

Unser nächster Termin ist, wie schon angesprochen, am 5. November unser drittes Quartal.

Und damit sind wir am Ende unserer Telefonkonferenz. Vielen Dank und schönen Tag.