GESCO AG

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Q2 FY2026 · Earnings Call TranscriptAugust 12, 2026

Operator

Einen schönen guten Tag und herzlich willkommen zum heutigen Earnings Call der GESCO SE anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen für das H1 2026. A warm welcome to our English speaking participants as well.

Please note that this call is in German language, but however you can use the subtitles of the Zoom call. Jetzt möchte ich ganz herzlich CEO Johannes Pfeffer und CFO Andrea Holzbaur begrüßen, die Sie gleich durch die Zahlen führen werden.

Im Anschluss haben Sie natürlich wie immer die Möglichkeit, Ihre Fragen in der Q&A Session zu stellen. Und damit gebe ich das Wort auch schon an Sie, Frau Holzbaur.

Andrea Holzbaur

Ja, vielen Dank. Herzlich willkommen an unsere Gäste.

Schön, dass Sie wieder dabei sind bei unseren Halbjahreszahlen. Wir haben gar nicht so viel Neues zu berichten.

Manchmal muss man schon sagen, zum Glück. Das heißt, wir haben auch keine schlechten Nachrichten dabei.

Das erste Halbjahr ist jetzt ähnlich verlaufen wie tatsächlich das erste Quartal. Ich habe Ihnen hier wie immer die Übersicht über die Zahlen mitgebracht, und was doch sehr positiv ist, dass wir uns in allen Kennzahlen, bis auf Order Backlog, bis auf den Auftragsbestand, tatsächlich gegenüber Vorjahr deutlich verbessern konnten, trotz der weiterhin doch schwierigen Rahmenbedingungen und des schwierigen Umfelds, das nach wie vor zu Herausforderungen führt.

Nichtsdestotrotz, wie gesagt, konnten wir alle unsere Kennzahlen verbessern im Vergleich zum Vorjahr. Das heißt, es geht definitiv in die richtige Richtung.

Wir hatten ja auch schon angemerkt, dass wir vor allem auf die Ergebnisqualität setzen, und es zeigt sich, dass wir zwar im Umsatz nur ca. 5% uns verbessert haben, aber dafür bei EBIT und auch beim Konzernergebnis deutlich über dem Vorjahr liegen.

Und das ist ja das, worauf es dann auch ankommt, dass wir hier wirklich auf die Ergebnisse schauen. Ja, hier noch ein bisschen was zum Trend Auftragseingang, und auch den Umsatz habe ich gleich noch mal dabei.

Ich habe Ihnen hier die ersten zwei Quartale dargestellt im 3-Jahres-Vergleich. Man sieht doch, dass auch hier so der Auftragseingang nach oben geht, gerade im Vergleich zum Vorjahr.

Wir sind jetzt im Q2 sogar über dem Niveau von '24, also doch 'ne ganz stabile, erfreuliche Entwicklung. Ähnlich auch beim Umsatz.

Hier haben wir noch nicht ganz das Niveau von '24 erreicht, aber liegen jetzt vor allem im Q2 doch deutlich wieder über dem Vorjahr. Und wenn man das Ganze noch mal im Verhältnis anschaut, dann sehen wir hier doch auch eine ganz gute Tendenz.

Im Q1 lagen wir ja auf '24 vom Niveau her, vom Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz, mit 1,14, also deutlich über den 1. Und jetzt auch im Q2 haben wir wieder 1,05, also deutlich über den 1 und ganz leicht über '24, aber vor allem auch über Vorjahr, was doch einen positiven Ausblick fürs Q3 auch bedeutet.

Ja, kommen wir zu den Segmenten. Das gibt ja auch immer noch mal einen ganz guten Überblick, wie sich die einzelnen Geschäftsbereiche entwickeln, was sich in den jeweiligen Segmenten tut, weil ja hier auch unterschiedlichste Einflussgrößen vorhanden sind.

Sie sehen hier, dass wir uns im Segment Materials & Component Distribution in allen drei Bereichen sehr positiv entwickelt haben. Hier tragen letztendlich alle Gesellschaften dazu bei.

Wir haben hier die Dörrenberg, die PGW und die Funke. Und der Umsatz liegt eben über dem Vorjahr, und wie gesagt, alle drei Gesellschaften tragen sowohl zur Ergebnis- als auch Umsatzverbesserung bei.

Hier sehen wir schon eine leichte Tendenz, dass es bisschen in die stabilere, positivere Entwicklung reingeht. Nichtsdestotrotz bleibt das Umfeld weiterhin auch herausfordernd für alle drei Gesellschaften.

Bei Healthcare & Life Science ähnlich auch wie schon im Q1. Auch hier liegen wir weiterhin unter Vorjahr.

Aber das Gute daran ist, auch wenn der Umsatz 17% unter dem Vorjahr liegt, haben wir hier den Fokus ganz klar auf die Ergebnisverbesserung gelegt. Also der Return on Sales ist angestiegen, der liegt bei 9,2% im Vergleich zum Vorjahr bei 8,8%.

Natürlich ist es absolut immer noch ein bisschen weniger wie Vorjahr, aber die gute Nachricht, wir liegen hier im Forecast. Also wir liegen auf Prognose.

Es ist also wie erwartet, keine Überraschung hier für uns. Und hat einfach auch mit der insgesamt wirtschaftlichen Lage in dem Geschäftsbereich für die Gesellschaften zu tun.

Wir sehen doch an der ein oder anderen Stelle nach wie vor Zurückhaltung bei den Kunden und selbst in der Medizintechnik ein sehr kurzfristiges Bestellverhalten. Also die Kunden möchten sich da nicht viel auf Lager legen, sind da sehr bedacht auf ihr Working Capital, auf die Lagerbestände und bestellen dann auch sehr kurzfristig.

Und zusammen eben mit doch schwierigerem wirtschaftlichen Umfeld, mit der weiterhin doch höheren Volatilität, haben wir eben Umsatz unter Vorjahr aktuell. Sehr erfreulich, gerade jetzt wenn man es zum Vorjahr anschaut und auch zum Jahr '24, das Segment Industrial Assets & Infrastructure mit unserer SVT und Eckart, die beide gerade sehr viel Spaß machen mit hohen Auftragseingängen, einer sehr guten Auftragslage auch.

Und beide Unternehmen tragen dann natürlich zur Verbesserung des Ergebnisses bei. SVT nach wie vor LNG, aber auch Eckart mit ihren Geschäftsbereichen kann von der aktuellen Lage einfach auch punkten.

Die haben ja ein sehr stabiles Geschäft und wie gesagt eine sehr gute Auftragslage. Bei MAE und Kesel bleibt's weiterhin etwas herausfordernder.

Typischer Maschinenbau, was wir hier sehen. Die Kunden, die hier sehr, ja, verhalten bestellen, die das eine oder andere Projekt noch mal schieben, wo der Auftragseingang eher schleppend kommt, weil einfach noch 'ne doch hohe Unsicherheit im Markt ist.

Nichtsdestotrotz entwickelt sich gerade die MAE ganz positiv und ist auch wie erwartet liegt auf Prognose. Wir haben natürlich gerade in diesem Bereich eine hohe Erwartung für Umsatz und Gewinn im zweiten Halbjahr.

Das ist so ein bisschen typisch für dieses Segment. Das sehen wir jetzt gerade auch in '25 haben wir es gesehen, aber sehen wir öfters, dass einfach das zweite Halbjahr sowohl Umsatz als auch Ergebnis stärkere sein wird.

Ja, das so weit zu unseren Segmenten. Also sehr ähnlich, was die ganze Situation und auch die Rahmenbedingungen anbelangt zum ersten Quartal.

Dann noch kurz ein Blick auf die Bilanz. Auch hier geht's weiterhin in die richtige Richtung.

Working Capital im Vergleich zum Ende '25 reduziert. Der Free Cashflow noch mal erhöht im Vergleich zu den letzten zwei Jahren, wenn man das Halbjahr betrachtet, was überwiegend natürlich aus dem Ergebnis kommt, aber natürlich auch aus der Working-Capital-Verbesserung.

Und durch den Free Cashflow konnten wir natürlich auch die Schulden weiter reduzieren. Also auch hier geht's in die richtige Richtung.

Wir haben hier keine Risiken in der Bilanz und stehen da sehr stabil weiterhin da. Ja, wie schon gesagt, keine großen Veränderungen zu Q1.

Es läuft in die richtige Richtung. Wir sehen Verbesserungen bei den Gesellschaften im Ergebnis, was letztendlich auch dazu führt, dass wir unseren Forecast, wie wir ihn abgegeben haben, bestätigen, trotz der weiterhin doch schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die Unsicherheit, glaube ich, bleibt in allen Geschäftsbereichen und Märkten bestehen. Es ist keine Verbesserung zu sehen, was jetzt die Wirtschaft anbelangt, dass jetzt da ein großer Aufschwung kommen würde, aber wir haben es gesehen, zuerst Auftragseingang sieht ganz gut aus.

Da konnte man jetzt einen schönen Auftragseingang im Q2 erzielen, was eine gute Basis jetzt für das zweite Halbjahr ist. Ergebnisqualität hat sich verbessert, insgesamt eine stabile Situation, und deshalb bestätigen wir den Forecast.

Und damit bin ich auch schon am Ende mit den Zahlen und übergebe gerne an Johannes Pfeffer, meinen Kollegen, der Sie ein bisschen mit auf die Reise nimmt, wo wir aktuell mit Strategie und so weiter stehen, noch einen kurzen Ausflug außerhalb der Zahlen.

Johannes Pfeffer

Ja, ganz lieben Dank, Andrea. Herzlich willkommen auch von meiner Seite.

Ja, wie es die Andrea Holzbaur schon gesagt hat, täglich grüßt das Murmeltier. Wir erzählen so gefühlt Ihnen irgendwo immer eine ähnliche Geschichte.

Ich hoffe, Sie nehmen das eher als vertrauensbildende Maßnahme, nicht als störende Maßnahme. Ich würde vielleicht mal ein paar Gedanken so ein bisschen zur makroökonomischen Lage und dann auch vor allem, wie wir dazu uns aufstellen und welche Schwerpunkte wir mit Ihnen teilen wollen.

Ich teil mal dazu meinen Bildschirm. So.

Und gehen im Bildschirmmodus rein. Müsste das so eigentlich gut zu sehen sein.

Für diejenigen von Ihnen, die bei unserer Hauptversammlung vor 6 Wochen dabei waren, wir hatten damals das Motto gewählt: Stabilität und Wachstum. Und da das ja auch noch relativ nahe da ist und eigentlich immer noch so wunderbar auch zur aktuellen Situation und zu unserer Ausrichtung hier passt, möchte ich genau dieses Motto auch für den heutigen Call noch mal in den Vordergrund stellen, die makrostrukturellen Ambiguitäten noch mal so ein bisschen beleuchten.

Die Frau Holzbaur hat's gerade schon gesagt, wir kriegen im Moment weder von der Politik noch von der Wirtschaft, von den wirtschaftlichen Randbedingungen wirklich ermutigende Signale. Wenn man jetzt ein bisschen genauer hinguckt, wir haben uns wie üblich auf den heutigen Call vorbereitet, haben auch so die üblichen Verdächtigen wie den DATEV-Mittelstandsindex, die VDMA-Konjunkturprognose, PMI-Index und all diese Dinge uns natürlich wie immer genau angeguckt, aber da war tatsächlich jetzt nicht sehr viel Honig, den man hier hätte saugen können, und nicht sehr viel, sage ich mal, wirklich für Sie als mögliche Anleger oder Analysten wertvolle Datenpunkte, die Sie nicht auch woanders hätten lesen können.

Vielleicht mit einer ganz kleinen Ausnahme, ich weiß nicht, ob es Ihnen auch aufgefallen ist, in den letzten anderthalb Wochen gab's tatsächlich ein paar positive ganz kleine Pflänzchen, die so rausgekommen sind. Da hat mal der VDMA vor allem im Bereich Maschinenbau von einer durchaus erfreulichen Situation geredet, was Auftragseingang angeht.

Warten wir's einfach mal ab. Ich würde mir das Wort Ambiguität eigentlich mal im besten Wortsinne als Vielschichtigkeit, Vieldeutigkeit, Ambivalenz so noch mal vor Augen führen wollen.

Heißt ja nicht, dass alles schlecht ist, aber es ist zumindest unklar. Ich glaube, da kann jeder damit im Moment leben.

Das heißt für uns als GESCO: wir gehen genau diesen Weg weiter, stoisch unseren Weg. Wir wollen uns fokussieren wirklich auf die nachhaltigen Geschäftsverbesserungsinitiativen.

Und damit das nicht ganz so trocken ist, kriegen Sie wie immer auch das GESCO Business System hier noch mal zu sehen. Wir haben uns jetzt seit dem letzten Mal, seitdem wir uns auch gemeinsam gesehen haben, keine weiteren Karten hier vorgenommen.

Das heißt, wir halten auch hier eher die Stabilität und fokussieren uns auch hier eher auf die Dinge, die jetzt schon drinstehen, also nicht immer nur neue Bälle sozusagen in die Luft zu werfen, sondern sagen, da haben wir schon eigentlich einen richtig guten Stand erreicht. Lass uns gucken, dass wir in jeder einzelnen Karte, in jedem einzelnen Prozess besser werden.

Und die Fokusfelder habe ich Ihnen hier noch mal hingeschrieben. Wir wollen uns auf die Bruttomargen konzentrieren, wir wollen uns auf Overhead-Kosten und Operational Expenses konzentrieren, wir wollen uns natürlich auf die operative Umsetzung konzentrieren, unsere Lean-Initiativen weitertreiben, die Cashflow-Verbesserungen unter dem Hashtag Cash is King, das ist unsere große Initiative da, weiterführen und logischerweise die beiden aus meiner Sicht wertigsten Blöcke für die Steigerung von Unternehmenswert, nämlich organisches Wachstum und anorganisches Wachstum, auch weiterhin vor Augen führen.

Ich habe Ihnen hier mal einen Statusbericht mal ein bisschen qualitativ hingemalt, dass Sie so ein bisschen einschätzen können, wo sind wir denn hier wirklich unterwegs. Die M-Spalte steht für die Maßnahme, die R-Spalte für die Ergebnisse, also wirklich bottom-line down Ergebnisse auf der EBIT-Seite.

Grüner Haken ist klar, heißt, wir sind hier richtig gut unterwegs, können da schon fast schon einen wirklich Haken dahinter machen. Bei gelber Haken heißt, wir sind gut unterwegs, aber noch nicht am Ende.

Und roter Blitz heißt logischerweise, wir sind noch nicht zufrieden. Bruttomargen: viele Maßnahmen getroffen, ich glaube, da können wir auf der Ergebnisseite sogar noch besser werden.

Overhead-Kosten, Operational Expenses: die Maßnahmen haben wir alle getroffen, die man treffen kann, die Ergebnisse werden jetzt in den nächsten Monaten da auch noch besser werden. Operative Umsetzung: also auch das Thema Operational KPIs in den Produktionen sind wir sehr zufrieden, was wir für Fortschritte gemacht haben in Sachen Qualität, Delivery, Kosten in der operativen Umsetzung, vor allem in der Produktion.

Die Lean-Initiativen: gut angerollt, haben wir eine Menge gemacht, sehen die Ergebnisse auch schon, da ist aber noch sehr viel mehr im Köcher drin. Cashflow: haben wir begonnen ja erst vor 3, 4 Monaten mit Cash is King auch systematisch das Thema zu verbessern.

Da sind wir noch nicht ganz zufrieden mit dem, was wir an Ergebnissen sehen, auch wenn Frau Holzbaur Ihnen ja gerade vorher berichtet hat, dass der Free Cashflow schon im ersten Halbjahr schon deutlich besser war. Sollte Ihnen als Anleger und Analysten eigentlich Mut geben zu verstehen, dass wir in der GESCO hier noch sehr viel mehr Möglichkeiten sehen, unseren Cashflow weiter zu verbessern.

Dann die beiden großen Blöcke, organisches Wachstum, anorganisches Wachstum, wo wir sehr, sehr viel Fokus in den letzten Monaten mit den Führungsteams draufgelegt hatten, die Maßnahmen im Wesentlichen abgearbeitet haben, aber die Ergebnisse logischerweise noch nicht im EBIT zu sehen sind. Ist ja auch klar, das sind ja auch Dinge, die oft eine ganz lange Vorlaufzeit haben.

Sie erinnern sich vielleicht, für diejenigen, die dabei waren auf der Hauptversammlung, da hatten wir rund das Thema Organic Growth, organisches Wachstum, besonderen Schwerpunkt draufgelegt. Ich hatte dort 7 Wachstumsfelder den Anwesenden in Düsseldorf damals aufgezeigt.

Das ist jetzt hier auf Deutsch, weil ich's direkt rüberkopiert habe aus den Hauptversammlungsunterlagen. Ich hoffe, das stört jetzt nicht zu sehr.

Ich denke, die meisten sind hier sowieso Deutsch unterwegs. Worauf ich raus will, ist: ich möchte Sie eigentlich einladen, noch mal bei uns auf die Website zu gehen, auf unseren Investor-Relations-Bereich.

Da sind diese 7 Beispiele auch erklärt, und zwar mit 7 Projekten, die ganz konkret dahinter sind. Und ich habe einfach noch mal einen kleinen Extrakt hier dieser 7 Projekte hier rausgeholt: Vektor 1 bei der Setter, da geht's ein Projekt in den USA, wo wir mit einem Kunden ein Food-on-a-Stick-Projekt machen, das eine Riesensache werden kann.

Schon in 2026 werden wir hier die ersten Umsätze sehen. Richtig Spaß machen wird uns das nächstes Jahr und übernächstes Jahr.

Sie sehen, dass wir im Vergleich zum Jahr 2025 hier 8 bzw. sogar mehr als 10 Millionen Euro durch dieses Sonderprojekt an mehr Umsatz machen wollen.

Das Zweite war im Bereich der MAE. Da haben wir strategisch sehr schön gearbeitet im Aerospace-Defense-Bereich, wo wir vertrieblich große Erfolge erzielen können und konnten.

Punkt 3 war ein Projekt aus der Casteon, wo wir einen gesonderten Kunden entwickeln konnten. Projekt 4 war ein Projekt aus der SVT, wo wir jetzt in den nächsten Monaten in Lateinamerika und in Australien durch die Gründung von neuen Country-Gesellschaften, von lokalen Dependancen und sehr viel mehr Geschäft erwarten dürfen.

Projekt 5 dann aus der SVT noch mal, wo wir ein neues Produkt an den Markt bringen, den sogenannten Symmetrik Neo, wo wir noch gar nicht abschätzen und sehen können, wie viel mehr Umsatz der bringt. 2 Millionen dürften da eher konservativ sein, ich rechne da eigentlich mit deutlich noch viel mehr aus dem Bereich, weil es eine wirkliche tolle Produktinnovation ist, die die SVT da an den Markt bringen kann.

Projekt 6 aus der Eckart, unsere neue Akquisition vom letztem Jahr, wo wir durch Kapazitätszuwachs, also Produktionskapazitätserweiterung, noch mal sehr viel mehr Umsatz rausholen können bei manchen Kunden, die wir bisher gar nicht so bedienen konnten. Und 7 schließlich ein Projekt aus der Dörrenberg, wo wir durch den gezielten Aufkauf von Beständen eines Competitor Exits, eines Wettbewerber-Austritts, zusätzliche Marktsegmente uns erschließen können und erschließen konnten.

Das waren jetzt mal nur 7 Projekte. Die sind exemplarisch, sind keine virtuellen Projekte, das sind nicht Möglichkeiten, da ist nicht ein Konjunktiv dahinter, nicht ein hätte, wenn und wäre, sondern das ist real, das sind reale Projekte, die wir gewonnen haben, an denen wir gearbeitet haben.

Da wird jetzt nur noch die Frage sein, wie schnell können genau diese Zahlen, die wir Ihnen hier jetzt mal zusammengestellt haben, tatsächlich umgesetzt werden. Die Zahlen, die wir hier haben, sind eher konservativ.

Gehen Sie gerne bei uns auf die Website, gucken Sie sich die Projekte noch mal ein bisschen auf der Unterlage der Hauptversammlung noch mal ein bisschen genauer an, und melden Sie sich bei uns, wenn Sie zu einem dieser Projekte da Fragen haben, was da genau dahintersteht. Ich würde mich da sehr freuen, auch von Ihnen da dann achter noch mal Fragen oder Rückmeldungen zu kriegen.

Was sagt uns denn diese ganze strategische Orgie, die ich Ihnen da jetzt sozusagen auf der organischen Seite hier noch mal gezeigt habe? Sie sagt uns ganz einfach das: unser Ziel des organischen Wachstums, ich hab's mal hier als O-CAGR, Organic Compound Annual Growth Rate, unser O-CAGR-Ziel von größer 5% ist wirklich jetzt schon gut gefüllt mit Initiativen.

Wir haben hier noch ganz viele gar nicht genannt, und ganz viele werden in den nächsten Jahren ja auch noch zusätzlich kommen können. Wir wollen ja das Thema Vertriebsmanagement, organisches Wachstum auch nicht jetzt damit sozusagen beschließen, sondern wollen wir ja noch weiter dran arbeiten.

Insofern glaube ich, dass die Zahlen, die ich jetzt mal Ihnen hier einfach mal addiert habe aus diesen 7 Projekten, also die 22,5 Millionen, 39,3 Millionen, 50,3 Millionen, die jeweils sich beziehen auf das Jahr 2025 oder im Neo die entsprechenden Inkrementalzahlen dazu, dass die noch eher, sage ich mal, auf dem niedrigen Level sind. Natürlich wird's da auch hier und da mal Kundenabfluss geben, Projekte, die man vielleicht verliert, die man davor hatte, aber wir fühlen uns gut gerüstet, dieses Wachstumsziel von 5% vielleicht sogar irgendwann mal noch weiter nach oben zu nehmen durch den wirklich gezielten Fokus, das strategische Bearbeiten von neuen Märkten, von neuen Kunden und vor allem das methodische Arbeiten, das wirklich Dranbleiben am Methode erzwingt Erfolg, das haben Sie von mir bestimmt schon ein paar Mal gehört.

Und wir können das jetzt eigentlich schon ganz schön sehen. Und die Basis von alledem ist wirklich unser Operational KPI Management.

Ohne ein stabiles Fundament wird man eine solche Wachstumsstory, einen solchen Wachstumscase auch nicht erledigen können. Und das war uns deswegen wichtig, dass wir erstmal die Basis stabil hinkriegen.

Jede Produktion, jeder Einkauf, jedes Supply-Chain-Team genau weiß, was es zu tun hat, dass wir überall 'nen Standard an Prozessen drin haben, auf dem wir jetzt das Wachstum auch basieren und fundieren können. Das ist in Kurzform eigentlich unsere Geschichte.

Wir vom Vorstand und wir aus der ganzen GESCO und eigentlich vom ganzen sogenannten Senior Leadership Team fühlen uns da im Moment sehr gut, trotz all diesen Ambiguitäten, mit denen ich meine kleine Rede eingeleitet habe. Wir fühlen uns gut, und wir sind sehr sicher, dass wir in den nächsten Monaten, in den nächsten Quartalen völlig unabhängig vom Markt dort erfolgreich sein können.

Und damit bin ich eigentlich schon fertig und würde an die Moderation zurückgeben wollen.

Operator

Ja, herzlichen Dank für Ihre Einblicke, Herr Pfeffer und Frau Holzbaur. Meine Damen und Herren, wir kommen nun zu Ihnen und Ihren Fragen.

Für einen dynamischen Austausch bitten wir Sie, Ihre Fragen persönlich über die Audiospur zu stellen. Dafür klicken Sie hierfür auf den Button Hand heben.

Sollten Sie telefonisch dazugeschaltet sein, nutzen Sie bitte die Tastenkombination *9 und *6, sich einmal auf laut zu schalten. Sollten Sie keine Möglichkeit haben, frei zu sprechen, können Sie Ihre Fragen natürlich auch gerne in dem Chat platzieren.

Ich sehe, wir haben auch schon zwei gehobene Hände, unter anderem von Herrn Steffen. Ich habe Ihnen gerade die Sprecherlaubnis erteilt, Sie dürfen sich gerne einmal unmuten.

Herr Steffen

Hoffe, ich bin gut zu verstehen?

Andrea Holzbaur

Ja, perfekt. Hallo.

Herr Steffen

Ja, wunderbar. Ja, herzlichen Dank, Herr Pfeffer, Frau Holzbaur, für den Überblick zu den jüngsten Zahlen und strategischen Entwicklungen.

Ich habe ein paar Rückfragen dazu. Zum einen zum Auftragsbestand: Sie hatten ja dargestellt, dass der tatsächlich rückläufig war und sich besonders im Bereich Materials & Component Distribution mit 30,9 Millionen Euro doch auf verhältnismäßig niedrigem Niveau bewegt, trotz starkem Auftragseingang, was ja heißt, dass die Durchlaufzeiten sich bei Ihnen deutlich verbessert haben.

Das ist ja erstmal positiv. Aber reicht denn gerade in diesem Bereich der Bestand dann aus, ich sag mal, effizient die Produktion planen zu können?

Also kriegt man damit eine gute Auslastung hin, oder müssen Sie das noch ein Stück nach oben fahren?

Andrea Holzbaur

Ja, vielen Dank für die Frage, Herr Steffen. Also letztendlich ist es so, dass wir hier halt auch noch mal die Kurzfristigkeit sehen.

Also in dem Bereich war es ja schon immer eher kurzfristiges Bestellverhalten. Das wird sozusagen nicht besser.

Das bleibt so, dass die Kunden da sehr kurzfristig agieren und die Aufträge reingeben. Und gerade die Dörrenberg mit ihren 48 Stunden Anspruch, innerhalb von 48 Stunden liefern zu können, die hat sehr viel getan, hier eine Durchlaufzeitenoptimierung zu erzielen.

Also da laufen in allen Bereichen, jetzt nicht nur bei der Dörrenberg, aber auch sonst natürlich unsere Lean-Maßnahmen, dass wir hier besser werden. Hat sich über die letzten Jahre auch so ein bisschen etabliert, die Kurzfristigkeit.

Das heißt, die Unternehmen können damit schon mittlerweile recht gut umgehen und bringen die Flexibilitäten mit, dazu agieren. Also insofern sehen wir da jetzt keine allzu großen Risiken, sondern erwarten schon, dass das sich weiterhin so gestaltet, dass die Aufträge zuverlässig abwickeln können und dass das halt zweite Halbjahr dann auch so kommt wie geplant.

Herr Steffen

Wunderbar.

Johannes Pfeffer

Wenn ich die Frage, wenn ich darf, sogar ich glaube, das ist ganz spannend auch für die anderen hier noch mal eine Ebene tieferlegen. Das ist nämlich eine super Frage, die wir uns natürlich auch stellen.

Mich freut das, weil Sie's genau richtig beobachtet haben, die Lieferzeiten, unsere Durchlaufzeiten gehen runter. Den Auftragsrückgang könnte man als alarmierend sehen, aber wir sind sehr, sehr eng mit unseren Kunden unterwegs.

Wir gehen sogar so weit, dass wir unseren Kunden sagen: Wisst ihr was, liebe Kunden? Ihr müsst gar nicht schneller bei uns bestellen.

Wir wollen euch, ihr seid wirklich unsere Partner, wir wollen euch den Luxus geben, spät, wie ihr's für euer Geschäftssystem notwendig habt, bei uns erst bestellen zu müssen. Wir kriegen das dann schon trotzdem hin.

Das finde ich wirklich 'ne starke Botschaft einem wirklichen Kunden gegenüber, und das wird sich mit tödlicher Sicherheit auch positiv für uns auszahlen. Die Rückmeldung, die wir dazu genau zu dieser Geschäftspraxis von unseren Kunden gekriegt haben, war überaus positiv, weil sie sagen: Ja, Gott sei Dank versteht ihr, dass nicht immer sozusagen das für uns leicht ist, euch Bestellungen im Vorfeld zu geben.

Das mögen die ja auch nicht. Wir nehmen also quasi denen eine Last ab, müssen dann, das ist die Challenge dabei, aber auch wirklich flexibel und agil sein, auch große Mengen nach oben, Bestellungen, die kurzfristig reinkommen, auch abliefern können.

Und genau daraufhin wollen wir unsere operativen Systeme trimmen. Freut mich sehr, dass Sie die Frage gestellt haben und das so gut erkannt haben, Herr Steffen.

Herr Steffen

Ja, wunderbar. Danke schön.

Im zweiten Bereich, also insgesamt wachstumstechnisch sah es ja schon in der Breite sehr erfreulich aus im zweiten Quartal. Der Bereich Healthcare & Life Science, der reißt ja so ein bisschen nach unten raus mit insgesamt dann 17,3% Umsatzrückgang.

Vielleicht können Sie da noch ein bisschen beleuchten, also bei der Setter ist das ja jetzt eher nicht zu erwarten. Das heißt, sind die anderen schon relativ deutlich rückläufig im Moment?

Und ist da irgendwie Besserung in Sicht?

Andrea Holzbaur

Letztendlich die Amtrion ist in etwa auf Vorjahresniveau, aber das ist ja da die kleinere Einheit in der Gruppe. Insofern sehen wir schon auch bei der Setter einen leichten Rückgang, aber vor allem auch die INEX, die doch in den ein oder anderen Bereich, ja, Schwankungen ihrer Kunden erlebt.

Also dieses kurzfristige Bestellverhalten, wenig auf Lager nehmen, was sich da deutlich macht, das ein oder andere Projekt, was jetzt dieses Jahr nicht kommt. Also hier sehen wir einen Rückgang auch bei der Setter, das einerseits Preisgeschichten bedeutet, wo einfach Preise nach unten gehen.

Sie sehen, die Marge ist sehr stabil. Das hat also keinen Einfluss auf die Marge, aber auf die absolute Umsatzhöhe.

Aber auch der ein oder andere Kunde, der hier halt einfach auch weniger bestellt aktuell, weil vielleicht die Konjunktur auch da nicht ganz so ist, wie die Kunden sich das erwarten, und auch da ein kurzfristigeres Bestellverhalten tatsächlich damit einhergeht. Also sind verschiedenste Einflussgrößen.

Wir haben das aber so auch im Forecast berücksichtigt. Das ist jetzt nicht überraschend für uns.

Das ist jetzt nichts, wo wir sagen, das wird dauerhaft so sein, wir erwarten dann weiteren Rückgang, sondern das ist halt jetzt der aktuellen Situation, den aktuellen Rahmenbedingungen geschuldet. Und mein Kollege hat's ja dargestellt, gerade bei der Setter sehen wir gerade Potenzial bei neuen Produkten, bei neuen Kunden.

Das heißt, unsere Gesellschaften arbeiten hier natürlich auch ganz stark dagegen, zu sagen: Was sind denn unsere Marktpotenziale, wenn jetzt das ein oder andere nicht kommt, was wir vielleicht in der Vergangenheit hatten oder wo der Kunde ein bisschen weniger bestellt oder kurzfristiger bestellt? Was haben wir für Möglichkeiten?

In welche Märkte, in welche Kundenbereiche können wir reingehen, hier weiter organisch zu wachsen?

Johannes Pfeffer

Hier tatsächlich, Herr Steffen, ein Sondereffekt bei der Setter, der trotz Umsatzrückgang eigentlich ein erfreulicher Effekt ist. Bei der Setter haben wir einen großen Kunden, der letztes Jahr Stäbchen bei uns kaufen musste, weil seine eigene Produktionsanlagen, der von uns auch schon Produktionsanlagen schon mal früher gekauft hat, die konnte letztes Jahr nicht nutzen, da musste umziehen, hatte auch operative Probleme bei sich, dann hat die Stäbchen bei uns gekauft letztes Jahr.

Der geht jetzt wieder zurück in das Leasing- und Nutzungsmodell unserer Anlagen, was uns eigentlich sogar das Lieberere ist, weil wir da, sagen wir mal, ohne Materialaufwand relativ gutes Geld verdienen können. Aber das ist ein Teil der Erklärung, warum da auch der Umsatz und der Auftragseingang bei der Setter etwas zurückgegangen ist, die Ergebnisqualität bei der Setter aber sehr erfreulich geblieben ist.

Herr Steffen

Wunderbar. Das sah man dann ja auch an der EBIT-Marge, die ja gestiegen ist, und das EBIT war ja deutlich stabiler als der Umsatz.

Prima. Die Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung und aus sonstigen Verbindlichkeiten, die haben sich im ersten Halbjahr mehr als verdoppelt und damit die Reduktion des Working Capital ermöglicht.

Sind das schlicht gestreckte Zahlungen oder verbergen sich da noch andere Effekte dahinter?

Andrea Holzbaur

Also letztendlich ist es so schon der erste Effekt aus unserem Cash-is-King-Projekt, weil wir doch festgestellt haben, dass die eine oder andere Gesellschaft vor Fälligkeit schon zahlt. Und das sind dann so erste Abstellmaßnahmen, dass wir sagen: Wir zahlen natürlich weiterhin pünktlich.

Also ist jetzt nicht so, dass wir irgendwie Zahlungen bewusst zurückhalten, das ist nicht unsere Philosophie, aber vor Fälligkeit zahlen müssen wir auch nicht. Wir haben natürlich auch geschaut, wo kann man noch mal Zahlungskonditionen verbessern bei Lieferanten, dass wir hier einfach noch mal in die Verhandlungen einsteigen, Zahlungsziele zu erhöhen mit den Lieferanten.

Also da sehen wir erste Effekte. Bei den sonstigen Verbindlichkeiten sind's tatsächlich höhere Anzahlungen von Kunden, gerade im Bereich aus Industrial Assets & Infrastructure.

Das hat man natürlich auch immer so eine Zeitpunktbetrachtung, aber durch den höheren Auftragseingang kriegen wir auch höhere Anzahlungen, was natürlich dann zu dem Anstieg der Verbindlichkeiten beiträgt.

Herr Steffen

Okay. Das erklärt, glaube ich, direkt meine nächste Frage, weil nämlich genau im Bereich Industrial Assets & Infrastructure ist das Working Capital sehr deutlich zurückgegangen, von 61 auf 49 Millionen Euro im Jahresvergleich.

Das hätte ich bei dem Wachstum und bei dem Auftragseingang und bei dem Bestand genau andersrum erwartet, aber das sind letztendlich die Anzahlungen für die vielen Projekte in Arbeit.

Andrea Holzbaur

Genau, genau. Das läuft dagegen, und da ist gerade die SVT recht gut drin, der hat da gute Zahlungsbedingungen mit ihren Kunden, sodass das natürlich gegen die Bestände läuft, richtig.

Herr Steffen

Wunderbar. Gut, meine letzte Frage, die bezieht sich quasi auch so ein Stück weit auf diesen Bereich.

Sie hatten ja schon beschrieben die übliche Zyklik. Das zweite Halbjahr wird da bei ein paar Gesellschaften oder ist bei ein paar Gesellschaften in der Regel deutlich stärker, weil die so die Bestellungen aus dem ersten Halbjahr abarbeiten.

Das sind ja in der Regel Erlöse mit überdurchschnittlichen Margen. Und wenn man jetzt davon ausgeht, dass sagen wir mal dieser Zusatzumsatz, der im Halbjahr 2 nötig ist, zumindest noch, sagen wir mal, das untere Ende der Zielspanne zu erreichen, wenn der dann reinkommt, dann müsste das Ergebnis ja eigentlich deutlich über dem unteren Ende liegen.

Also weil Sie da im ersten Halbjahr ja schon ein Stück weiter vorne sind als letztendlich beim Umsatz. Ist die Interpretation so richtig?

Andrea Holzbaur

Ja, in Theorie ja. Sie wissen, dass immer viele Faktoren noch mal eine Rolle spielen, weil das ja nicht das einzig ausschlaggebende Segment.

Bei den anderen müssen wir einfach schauen, wie jetzt das letzte Halbjahr läuft, haben eben diese Kurzfristigkeit auch im Bestellverhalten. Insofern möchte ich da jetzt noch keine Hoffnungen schüren.

Wir haben ja die Prognose so weit bestätigt. Da müssen wir jetzt einfach noch mal abwarten, wie es läuft.

Zumal wir tatsächlich, das muss man auch dazu sagen, ja, wenn die Umsätze so kommen, wir haben schon noch das ein oder andere Projekt, wo vielleicht noch nicht klar ist, ob es dann tatsächlich auch noch zum Jahresende ausgeliefert werden kann, weniger, dass wir es nicht schaffen, sondern das hängt auch immer vom Kunden ab, wie schnell ist der dann mit seiner Zwischenabnahme, wann möchte das dann tatsächlich auch verschickt haben und so weiter. Also da gibt's schon noch die eine oder andere Unwägbarkeit in diesem Segment, wo man natürlich schon auch schauen müssen, wie das Ganze läuft.

Aber ja, wenn alles optimal läuft, die Umsätze so kommen, wäre das durchaus möglich.

Herr Steffen

Prima. Herzlichen Dank.

Operator

Danke auch Ihnen, Herr Steffen. Wir gehen weiter zu Herrn Nielsen.

Ich habe Sie gerade einmal angefragt, Sie zu unmuten. Können Sie uns hören?

Herr Nielsen

Hallo, können Sie mich hören?

Operator

Wunderbar, Herr Nielsen. Hallo.

Herr Nielsen

Ja, wunderbar. Herzlichen Dank.

Ja, vielen Dank erstmal für die Präsentation und meinen Glückwunsch auch zu den, meines Erachtens, sehr guten Zahlen, insbesondere was jetzt Auftragseingang und die Ergebnisseite angeht, wenn man mal die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sich anschaut. Da kann ich dann auch direkt überleiten zur ersten Frage.

In den Vorjahreszahlen ist die Eckart ja jetzt noch nicht enthalten, die zum 1. Juli rückwirkend zum 01.01.25 übernommen wurde.

Jahresumsatz kann man ja so ungefähr 20 Mio. plus/minus schätzen.

Ich weiß, Sie machen jetzt keine Angaben auf Detailebene zu den einzelnen Töchtern. Können Sie uns eventuell trotzdem ein grobes Gefühl geben, wie viel jetzt beim Auftragseingang und auf der Ergebnisseite ungefähr so der Eckart, jetzt diesem Erstkonsolidierungseffekt zuzuordnen ist?

Andrea Holzbaur

Ja, also das ist tatsächlich, Sie haben ja gesagt so 20 Millionen, also die Eckart hat dann ein relativ saisonal unabhängiges Geschäft, zumindest im Moment. Da können Sie in etwa die Hälfte ansetzen.

Also diese 20 Millionen, die die Eckart macht, da ist jetzt ungefähr ins Halbjahr die Hälfte reingegangen an Umsatz. Sind's, glaube ich, Moment, ich schau mal ganz kurz noch mal rein.

Umsatzzahlen nennen wir ja auch oft. Sind's 11,6 Millionen.

Herr Nielsen

Und grobes Gefühl hinsichtlich Auftragseingang und EBIT-Beitrag ist

Andrea Holzbaur

Ja, also Auftragseingang liegt leicht über dem Umsatz. Also die haben da auch ein Book-to-Bill-Verhältnis über 1, also liegt's ein bisschen, ich glaube bei 13, 14 Millionen ca.

Also natürlich spielt Eckart da mit 'ne Rolle in dem Segment, aber auch SVT liegt deutlich überm Vorjahr.

Herr Nielsen

Okay. EBIT?

Andrea Holzbaur

EBIT, ja, also EBIT ist es jetzt so, da wird auch das zweite Halbjahr stärker sein. Im ersten Halbjahr haben die ca.

6% gemacht, also [wieder?] einstelliger Bereich, aber die werden stärker im zweiten Halbjahr sein.

Herr Nielsen

Ja, danke schön. Das ist mal ein gutes Gefühl.

Im letzten Jahr hatte die Eckart ja auch durch die Übernahme, die Transaktionskosten, jetzt glaube ich 400.000 noch beigesteuert, also das

Andrea Holzbaur

Ja, das genau, das war nicht

Herr Nielsen

wirkt sich jetzt erst nach und nach voll aus.

Johannes Pfeffer

Genau, war nicht. Und ich glaube, Herr Nielsen, da können wir als GESCO schon auch, sage ich mal, auf unsere vor allem operative Erfahrung zurückgreifen.

Wir hatten bei Eckart sehr viel operatives Management gemacht. Ich hab's in einer meiner 7 Vektoren des organischen Wachstums war genau dieses Beispiel aufgezählt und aufgezeigt, wo wir durch Kapazitätserweiterungen den Kunden überhaupt ermöglicht hatten, auch mehr bei Eckart bestellen zu können.

Das war da gar nicht so möglich. Da haben wir jetzt, Frau Holzbaur hat so fast ein bisschen bescheiden gesagt, mit einem Book-to-Bill so knapp oberhalb 1.

Ich meine, wenn Sie die Mathematik machen, das ist schon deutlich oberhalb 1. Das ist ein richtig schönes Wachstum, was wir da tatsächlich jetzt bei Eckart hinkriegen, und das wird dann auch ein profitables Wachstum sein.

Also die Eckart macht uns da im Moment gerade perspektivisch 'ne Menge Freude.

Herr Nielsen

Ja, sehr schön. Danke schön.

Dann die zweite Frage zielt auch auf die Eckart. Das ist jetzt eher eine kleine Detailfrage.

Im ersten Halbjahr haben sich die Abschreibungen jetzt 1 Mio. von 8,2 auf 9,1 erhöht.

Ist das jetzt hauptsächlich auf die Eckart-Akquisition zurückzuführen oder ist da auch nennenswerter Anteil, der auf planmäßige AfA entfällt, dabei?

Andrea Holzbaur

Ja, also ist auch nennenswerter Anteil, der auf die Standard-AfA entfällt. Wir investieren ja auch immer wieder.

Die PGW, da investieren wir auch gerade relativ viel. Insofern sowohl als auch.

Herr Nielsen

Okay. Danke schön.

Dann komme ich zur Dörrenberg. Im ersten Quartal gab's jetzt speziell bei der Dörrenberg 'nen gewissen Rückenwind aus Richtung Material- und Legierungspreisentwicklung, noch verstärkt durch den Effekt aus der Lagerübernahme der Deutschen Edelstahlwerke.

Wie war da jetzt so die Preisentwicklung im zweiten Quartal und jetzt im laufenden Quartal bisher, speziell bei den Legierungszuschlägen? Und wie sieht aus

Andrea Holzbaur

Also Entschuldigung.

Herr Nielsen

Wie sieht aus jetziger Sicht, ich weiß, das ist natürlich jetzt auch eine Frage in die Glaskugel, die Erwartungen der weiteren Entwicklung?

Andrea Holzbaur

Ja, das ist tatsächlich Glaskugel. Also das ist letztendlich immer ganz schwer vorherzusehen.

Wir erwarten, dass schon die Preise auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Also die Preisentwicklung war jetzt über die letzte Zeit positiv für uns, die Preise sind gestiegen, was natürlich einen Effekt auf Marge, auf Umsatzhöhe absolut hat.

Also insofern hat man da schon positive Effekte. Das hat sich letztendlich vom ersten Quartal jetzt auch im zweiten Quartal fortgesetzt, genauso eben die positiven Einflüsse aus den Übernahmen der Bestände der Deutschen Edelstahlwerke.

Und wir erwarten, dass das, wie gesagt, auf dem stabilen oberen Niveau bleibt, ob jetzt noch mal ansteigen, vielleicht wieder leicht nach unten gehen. Also im Moment haben wir noch keine Tendenz, dass wieder nach unten geht.

Wir erwarten eher, dass es auf dem gleichen Niveau bleibt.

Johannes Pfeffer

Ist tatsächlich viel Glaskugellesen dabei, Herr Nielsen. Also man sieht natürlich, die Nachfrage ist noch nicht so hoch, das Angebot aber auch nicht hoch.

Insofern pendelt so ein bisschen im Nichtso hin und her. Man muss auch genau hingucken, über welche Legierungen man redet.

Also es ist wirklich ein Unterschied, wenn man jetzt einen typischen Edelstahl nimmt, ob man jetzt über Chrom, Molybdän, Vanadium oder irgendein anderes Nickel oder einen anderen Legierungszuschlag nimmt. Da sieht man schon zum Teil deutlich unterschiedliche Verhaltenskurven rein.

Ich glaube, wenn die Nachfrage jetzt noch mal anzieht, dann werden die Preise noch mal richtig nach oben gehen, das Angebot nach wie vor eigentlich nicht so riesen hoch ist. Also insofern gehe ich schon eigentlich eher von einer robusten Entwicklung, sage ich's mal so, aus, was die Legierungszuschläge angeht.

Aber sehr uneinheitlich, was die verschiedenen Legierungsbestandteile angeht, insofern muss man wirklich genau hingucken.

Herr Nielsen

Ja. Okay.

Also einmal wenn's jetzt robust bleibt, das wäre ja dann schon gut in Ihrem Sinne. Die Rebounds wollen Sie ja eh nicht so unbedingt haben, wenn's gar nicht so robust ist.

Johannes Pfeffer

Die Rebounds wollen wir nicht, ist genau richtig. Eigentlich wollen wir, dass es einfach tack, tack, tack stabil vielleicht leicht nach oben geht.

Das ist das Beste, was uns passieren kann.

Herr Nielsen

Ja, gut. Gut, dann die letzte Frage, weil ich da jetzt nicht so ganz 100% sicher bin.

Thema aktuelles Niedrigwasser, Beeinträchtigung der Schifffahrt: Trifft Sie das in irgendeiner Tochter nennenswert in puncto Logistik, Abwicklung, Logistikkosten? Also die einzige Tochter, die ich jetzt so im Sinn hab, ist die Setter in Emmerich, wobei ich da jetzt schlicht nicht weiß, ob die überhaupt über Wasser großartig da Logistik haben oder ob das mehr über Schiene dort läuft.

Johannes Pfeffer

Also da muss ich sagen, shame on us, ich weiß es wirklich nicht. Gute Frage, ob da die Setter betroffen ist.

Ich hätte spontan gesagt: Nein. Aber da muss ich mich selber mal noch mal schlau machen, ob da der Rhein genutzt wird für irgendwelche Schifffahrt.

Ich glaube nicht. Ich glaube, die kriegen alles über Lkw.

Aber ob da vielleicht irgendwo doch ein Seetransport dabei ist. Aber gehen wir mal davon aus, dass das nicht unmittelbar 'ne Auswirkung hat.

Wenn so 'ne Lieferkette, sage ich mal, gestört wird, hat's meistens eher mittelbar, also irgendwo im indirekten Bereich dann schon die eine oder andere Auswirkung, aber ja, das, glaube ich, wird alle gleichermaßen betreffen und die GESCO-Firmen jetzt nicht in irgendeiner besonderen Art und Weise.

Herr Nielsen

Ja gut, ich leite daraus mal ab, der Effekt, wenn es einen überhaupt gibt, kann nicht groß sein, sonst wüssten Sie's ja auch, sonst hätten Sie's schon mitbekommen.

Johannes Pfeffer

Logisch, richtig. Sonst hätte mich einer eilig angerufen und gesagt: Du, wir haben da ein Problem.

Hat tatsächlich keiner.

Herr Nielsen

Gut, alles klar. Dann herzlichen Dank und dann weiterhin viel Erfolg, dass es so weitergeht im dritten Quartal jetzt und im restlichen Jahr.

Johannes Pfeffer

Herr Nielsen, vielen Dank.

Operator

Vielen Dank, Herr Nielsen. Wir springen einmal rüber in unseren Chat, dort haben wir noch eine Frage liegen.

Und zwar: Das Thema organisches Wachstum wurde jetzt ja ausführlich dargestellt. Vielen Dank dafür.

Wie ist es für das anorganische Wachstum in 2026 und 2027? Wie sieht es da aus?

Gibt's hier geplante Aktivitäten, und wenn ja, wie sollen diese gegebenenfalls finanziert werden?

Johannes Pfeffer

Den Finanzierungsteil würde ich dann nachher der Frau Holzbaur überlassen, da haben wir eine ganz hübsche Arbeitsteilung. Den strategischen Teil übernehme ich.

Ja, klar, wir sind da sehr, sehr intensiv gerade im Moment dran und im Moment auch gerade an einer größeren Akquisition am Überlegen, was wir tun wollen oder auch nicht. Aber es ist jetzt einfach zu früh, darüber schon reden zu können.

Wir lernen natürlich auch, dass gerade die guten Akquisitionen, die ein bisschen größeren Akquisitionen einfach auch ihre Zeit brauchen, brauchen sehr viel Sorgfalt, und insofern gucken wir da auch genau hin. Aber es ist und bleibt ein Fokus, deswegen hatte ich's auch auf meine Fokusliste gesetzt, anorganisch die GESCO nach vorne zu bringen.

Aber Sie haben das jetzt auch schon ein paar Mal von uns gehört, wir sind dort auch wählerisch. Wir wollen wirklich, dass wir die richtigen Partner finden.

Wir sind ja so alte deutsche, treue Investoren. Das, was wir kaufen, das glauben wir auch, da wollen wir nicht jetzt schon an eine Scheidung denken, sondern wir wollen, dass es wirklich glückliche Ehen werden, und da guckt man dann halt auch mal ein bisschen genauer hin.

Das kann ich vielleicht an der Stelle sagen, aber bisschen Geduld, liebe Anleger und liebe Analysten, und wir werden Sie nicht enttäuschen.

Andrea Holzbaur

Ja, genau. Zum Thema Finanzierung: Also wir hatten es ja auch ausgeführt, und Johannes Pfeffer führt's ja auch immer wieder aus, wir wollen weiterhin anorganisch wachsen.

Wir haben uns da ja auch ein Ziel gesetzt, dass wir 5% pro Jahr wachsen wollen. Insofern ist unser Bestreben natürlich sowohl in '26 als auch in '27 hier anorganisch zu wachsen und Zukäufe zu tätigen.

Aber wie schon ausgeführt, wir schauen's uns sehr genau an. Es muss passen, es muss das Richtige sein, wir müssen ein gutes Gefühl haben, wir müssen Perspektive sehen, und nur dann machen wir es tatsächlich auch.

Finanzieren tun wir idealerweise aus dem Eigenkapital raus, aus dem Cashflow, also nicht Eigenkapital in dem Sinne, wir wollen neue Aktien ausgeben, sondern aus dem eigenen Cashflow ist die richtige Aussage, und natürlich mit Zwischenfinanzierung über die Banken. Das ist eigentlich so das, was wir vorhaben.

Kapitalerhöhungen wird's nicht geben, sondern wie gesagt aus Cashflow und Bankenfinanzierung. Die Banken stehen uns da wohlwollend gegenüber, stehen auch bereit, wenn wir Akquisitionen tätigen wollen.

Operator

Vielen Dank. Ja, meine Damen und Herren, uns haben keine weiteren Fragen mehr erreicht, und ich würde sagen, daher kommen wir zum Ende des heutigen Earnings Calls.

Vielen Dank für Ihr Interesse an der GESCO SE. Ein herzliches Dankeschön auch an Sie, Herr Pfeffer und Frau Holzbaur, für die Präsentation und Ihre Zeit, die Sie sich genommen haben für die Beantwortung der Fragen.

Sollten sich zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Fragen ergeben, können Sie sich natürlich immer gerne an Investor Relations wenden. Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Tag, eine erfolgreiche Zeit und übergebe noch mal für das Schlusswort an Sie, Herr Pfeffer.

Johannes Pfeffer

Ganz lieben Dank auch für die gute Moderation und lieben Dank an alle, die heute den Call begleitet haben, die Fragen gestellt haben. Ich fand's wie immer einen guten, produktiven Austausch zwischen uns als Emittent, als Unternehmen, das auch ein Stück weit auf seine Aktionäre angewiesen ist, und Ihnen.

Mir und uns macht das viel Spaß. Vielen Dank dafür.

Bleiben Sie uns auch in Zukunft gewogen, völlig egal, was uns rum passiert, wie heiß oder kalt Industrie und Großwetterlage ist. Und in diesem Sinne: Bleiben Sie uns gewogen, bleiben Sie gesund, genießen Sie vielleicht noch die letzten Sommerurlaube, und wir sehen uns dann zum nächsten Call.

Vielen Dank.