Intershop Communications AG

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Q2 FY2026 · Earnings Call TranscriptJuly 22, 2026

Operator

Einen wunderschönen guten Nachmittag, meine Damen und Herren. Herzlich willkommen zum Earnings Call der Intershop Communications AG für das zweite Quartal des aktuellen Geschäftsjahres 2026.

Ich freue mich insbesondere, den Vorstand der Intershop Communications AG begrüßen zu dürfen. Bei uns im Call sind Herr Markus Trenert, CEO der Gesellschaft, und Frau Petra Stappenbeck, CFO, die uns gemeinsam die Ergebnisse und Fortschritte dieses Jahres präsentieren werden.

Im Anschluss an die Präsentation findet wie gewohnt die Q&A-Runde statt, und Sie haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Bitte nutzen Sie dazu die Chatbox, und wir werden alle Ihre Fragen im zweiten Teil des Calls beantworten.

Wir von NuWays Research decken das Unternehmen auf der Research-Seite ab, und Sie finden die Analyse auf research-hub.de, und ich werde Ihnen gleich noch einen Link im Chat zur Verfügung stellen. Und damit möchte ich hier auch meine einleitenden Worte beenden und gerne das Wort an Sie übergeben, Frau Stappenbeck und Herr Trenert.

Schön, dass Sie da sind.

Petra Stappenbeck

Vielen Dank. Herzlich willkommen auch von meiner Seite zum heutigen Earnings Call zu den Halbjahreszahlen 2026.

Ich möchte Ihnen zunächst einen Überblick über unsere finanziellen Entwicklungen im ersten Halbjahr geben, bevor dann anschließend mein Vorstandskollege, der Herr Trenert, über unsere neuesten Entwicklungen, insbesondere im Produkt, berichten wird. Im ersten Halbjahr konnten wir ein leicht positives EBIT von 140.000 € erzielen.

Das ist im Vergleich zum letzten Jahr mit fast 900.000 minus ein deutlicher Fortschritt. Das heißt, die Kostensenkungsmaßnahmen zeigen Wirkung und der Servicebereich leistet wieder einen positiven Ergebnisbeitrag.

Das Cloudgeschäft entwickelt sich gut mit höherem Auftragseingang, einem Plus von 26% zum Vorjahr, steigenden Cloudumsätzen und auch einer verbesserter Cloudmarge. Der Gesamtumsatz ist wie erwartet gesunken mit -9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Net New ARR ist aktuell noch negativ mit knapp 400.000 €, bedingt durch das Auslaufen von Kundenverträgen, aber in Q2 ist die Churn-Rate wieder gesunken. Unsere finanzielle Situation hat sich insgesamt weiter verbessert.

Der Cashbestand lag zum 30.06. bei 11,1 Millionen €, das sind ein Plus von 26% gegenüber dem 31.12.

Der operative Cashflow stieg deutlich auf 4,3 Millionen €. Gleichzeitig konnten wir unsere Gesamtkosten von 18,1 auf 15,4 Millionen € senken.

Und der Umsatz entwickelte sich erwartungsgemäß, der Cloudumsatz positiv mit 4%, währenddessen unsere Service- und Lizenz- und Maintenance-Umsätze planmäßig rückläufig waren. Das Cloudgeschäft hat im ersten Halbjahr spürbar an Dynamik gewonnen.

Der Cloud-Auftragseingang stieg, wie bereits erwähnt, 26% auf 8,4 Millionen €. Der Auftragseingang mit Bestandskunden legte dabei 42% zu.

Hier verlängerten insbesondere Kunden unserer US-amerikanischen Tochtergesellschaft ihre Verträge wie Pall, Leica, Konzerngesellschaften, die auch zur Danaher-Gruppe gehören, wie die Abcam. Unser Neukundengeschäft ist aktuell weiterhin mit einer Investitionszurückhalte- Zurückhaltung sicht- sichtbar, aber wir erwarten wir gewannen sechs Neukunden wie Nüssing in Deutschland oder Hotel Megastore in Frankreich.

Unsere Cloudmarge verbesserte sich 2%-Punkte auf 66%. Beim ARR sehen wir im Halbjahr noch Belastung aus ausgelaufenen und nicht verlängerten Kundenverträgen.

Deshalb ist der Net New ARR aktuell noch noch negativ, aber wie Sie sehen, ist im zweiten Quartal der Net New ARR positiv, geht also in die richtige Richtung, und die Churn-Rate ist auf 2,8% gesunken. Erfreulich ist zudem, dass der New ARR in Summe [um 10%?]

, also hier diese 1.400, gestiegen ist. Sie sehen, es geht in die richtige Richtung.

Im Servicegeschäft sehen wir die erwartete Entwicklung. Der Umsatz ist im Zuge unserer Partner-First-Strategie planmäßig zurückgegangen.

Sie sehen hier von 3,7 Millionen € auf 3,2. Erfreulich an dieser Stelle ist aber, dass nach der erfolgten Abnahme unseres Großprojektes, über das wir bereits mehrfach berichtet haben, die Margen sich verändert haben und wir wieder positive Ergebnisbeiträge im Servicebereich erzielen konnten.

Auf Basis dieser Entwicklungen im ersten Halbjahr bestätigen wir die Prognose für das Gesamtjahr. Wir erwarten beim Cloud-Auftragseingang und beim Net New ARR jeweils ein Niveau auf Basis des Vorjahres.

Beim Umsatz rechnen wir weiterhin mit einem prozentual etwas geringeren Rückgang als im Vorjahr und für das EBIT erwarten wir ein ausgeglichenes Ergebnis. Unser Fokus bleibt klar: Wir wollen die Profitabilität sichern und unser Cloudgeschäft weiter vorantreiben und ausbauen.

Das war's von meiner Seite zu den Finanzen. Markus, ich würde jetzt an dich übergeben.

Markus Trenert

Ja, vielen Dank, Petra. Ich würde Ihnen jetzt noch mal ein Update geben zur Produktentwicklung und auch zum strategischen Ausblick.

Wir haben vor Kurzem das Spring Release vorgestellt auf unserem Intershop Summit in Berlin. 120 Teilnehmer sind zusammengekommen, erstmalig Kunden, Partner und auch Interessenten gemischt.

Ich glaube, das war eine sehr, sehr gute Veranstaltung, ein schönes Setup mit vielen interaktiven Formaten, und wir konnten dort unsere Agentic Journey, wie wir sie nennen, präsentieren. Wir haben jetzt mit den Agenten und Copiloten zum Spring Release die kritische Masse erreicht, sodass wir eben nicht nur einen einzelnen Copiloten haben, sondern eine sehr runde Story.

Das heißt, wir haben zum einen die Käuferseite und die Verkäuferseite, und in beiden Bereichen haben wir den Copiloten als Startpunkt. Der Copilot für Käufer hilft insbesondere Produkte zu finden, auch außerhalb der, ich sage jetzt mal, Standardsuche im Shop.

Hier kann ich also mit beschreibenden Begriffen oder wenn ich ein Ersatzteil z.B. auch nicht genau kenne, umschreiben, was ich suche, und der Copilot hilft mir einfach sehr, sehr schnell, die Produkte zu finden.

Auf der Verkäuferseite haben wir den Copiloten, der jetzt zunehmend eben unseren E-Commerce-Managern hilft, Dinge zu erledigen, auch, ich sage jetzt mal, außerhalb der Navigation unseres Produktes. Das heißt, auch hier kann ich mit sehr einfacher, nativer Sprache Dinge suchen, Aufgaben ausführen, sondern das hilft natürlich, Dinge effizienter und schneller zu machen.

Werfen wir jetzt mal einen Blick auf den Copiloten für Käufer. Wir haben hier eine größere Neuerung drin.

Wir haben das Ganze noch kombiniert mit einem After-Sales-Portal. Das heißt, Sie sehen schon, es gibt hier eine deutlich bessere Struktur jetzt angefangen von Benachrichtigungen bis hin zu z.B.

hier in dem Beispiel Maschinen, die installiert sind, kann ich mich als Kunde eben sehr, sehr gut durchklicken und kann auch hier mit einem Ersatzteilfinder oder -sucher viel schneller zu den Produkten kommen, die ich suche. Insbesondere ist hier erwähnenswert, dass ich jetzt mit einer Kamera ein Foto machen kann von dem Ersatzteil, und auch wenn es z.B.

verdreckt ist, kann die AI trotzdem das Ersatzteil identifizieren und kommt sehr, sehr schnell zum Ergebnis. Und das ist natürlich gerade für Rollen, die z.B.

draußen im Field Management unterwegs sind, eine super Hilfe. Ja, insgesamt hilft der Copilot einfach, schneller zu sein.

Das führt dazu, dass es natürlich auch bei der Produktauswahl, man zielgerichteter vorgeht. Dadurch kommt es zu weniger Fehlbestellungen.

Die Produkte werden natürlich schneller gefunden, was ein besseres Kundenerlebnis dann wiederum ist für die Kunden unserer Kunden. Und natürlich sind die Kunden auch zufriedener, wenn sie mit diesem Copilot auch außerhalb von Geschäftszeiten z.B.

Dinge erledigen können, die sonst oft nur möglich sind, wenn der Kundenservice eben auch unserer Kunden offen hat. Also insofern adressieren wir hier ein paar Themen, die für unsere Kunden derzeit höchste Relevanz sind.

Dann schauen wir mal auf die andere Seite, auf den Copiloten für den Verkäufer, also für die Shopbetreiber. Hinter diesem Copiloten gibt es noch unterschiedliche Agenten oder auch Skills, wie man das heute im KI-Fachjargon nennt.

Das heißt, hier können bestimmte Aufgaben für die E-Commerce-Manager abgenommen werden. Und wir haben diese Agenten und Copiloten so gebaut, dass wir wirklich unseren Kunden helfen, in der E-Commerce-Unit Effizienzen zu erreichen und Kosten zu sparen.

Das heißt, wir schauen bei diesen Anwendungsfällen nicht mehr nur auf unsere E-Commerce-Software als Kern, sondern schauen darüber hinaus. Beispiele sind z.B.

der Product Content Agent, wo wir gerade in größeren Unternehmen einfach helfen, die Produktbeschreibungen automatisiert zu erstellen. Und Sie können sich vorstellen, bei größeren Kunden gibt es eigene Content-Redaktionen, wo hier mehrere Dutzend Mitarbeiter teilweise sitzen, diese Texte für große Produktkataloge wirklich aktuell zu halten.

Und das ist jetzt mal ein Beispiel, es gibt dann noch mehr, wenn man hier durchgeht, wie wir eben aktiv helfen, unseren Kunden ja Effizienzen zu erreichen. Der Copilot für Verkäufer ist der Startpunkt.

Das heißt, ich habe hier eine Chatbox, wie ich sie gewohnt bin, kann hier die Themen eingeben, die ich erledigen möchte. Und spannend ist eben jetzt, dass dieser Copilot für Verkäufer auch im Hintergrund in unserer Software Dinge ausführen kann.

Das heißt, ich muss mich nicht mehr durch die Navigation klicken, sondern ich kann direkt nach einem Kunden suchen, ich kann direkt eine Frage stellen, wie viel ist von dem Artikel z.B. noch auf Lager, ich kann aber auch eine Promotion z.B.

anlegen. Also das sind mehrere Schritte, die ich normalerweise im Backoffice der Software machen müsste, und hier kann ich das jetzt einfach per Sprach- oder Texteingabe machen, also wirklich sehr, sehr einfach.

Neu eingeführt haben wir auch für diese Agenten sogenannte wiederholende Aufgaben. Dort können Sie Routinen anlegen, wie z.B.

jetzt in dem Beispiel eine Wettbewerbsanalyse, und können sich dann z.B. immer am Montag 8:00 Uhr hier ein Wettbewerbs-Briefing geben lassen.

Und das ist jetzt ein Beispiel. Ich glaube, es gibt viele wiederkehrende Dinge, die man einfach gerne hätte, sei es jetzt ein Report, eine bestimmte Abfrage oder eben wie hier so ein Wettbewerber-Check.

Und das hilft natürlich kontinuierlich auch den Kunden, KI und die Vorteile ins Tagesgeschäft mit reinzubringen. Das Zweite, was wir eingeführt haben, ist ein Benachrichtigungscenter.

Das heißt, wir haben eben nicht nur den Chat, wo ich ja immer aktiv rein muss, sondern mit dem Benachrichtigungscenter bekommt man dann eben genau diese Updates. Wenn z.B.

eine neue Wettbewerbsanalyse vorliegt nach einer Routine, kriege ich hier eine Benachrichtigung, kann draufklicken und in die Details gehen. Und weiterhin kriege ich aber auch Benachrichtigungen, wenn z.B.

jetzt Produkte aktualisiert wurden oder was auch immer meine Aufgabe war, die ich dem Agenten gegeben habe. Dann vielleicht noch mal ein kleiner Einblick in einer unserer neuen Agenten, der Competitive Intelligence Agent, also unser Wettbewerbs-Agent.

Wir hatten ja schon in der Vergangenheit den Data Hub. Das heißt, hier konnten die Kunden bereits in den Bestandsdaten suchen und bestimmte Filterkriterien anwenden, zu den Informationen zu kommen.

Wir haben dann über den Business Intelligence Agent, den wir vor Kurzem gestartet haben, auch schon die Möglichkeit gegeben, jetzt textuell quasi diese Abfragen zu machen und auch Grafiken darzustellen und Reports daraus zu generieren. Und jetzt kommt quasi die nächste Stufe.

Das heißt, wir gehen wirklich nach außen. Das heißt, der Wettbewerbs-Agent hilft unseren Kunden, die Wettbewerber zu monitoren und wirklich Informationen rund den Wettbewerb zur Verfügung zu stellen.

Was heißt das jetzt ganz konkret? Nehmen wir an, wir haben einen Kunden, der wiederum hat Wettbewerber-Shops, und diese Wettbewerber-Shops können in diesem Tool hinterlegt werden.

Und jetzt haben wir über den Partner Hase & Igel, mit dem wir das hier machen, ist eine größere Agentur, wirklich die Insights auf die Wettbewerber-Shops. Das heißt, unsere Kunden können jetzt sehen: Was sind die Keywords z.B., die der Wettbewerber nutzt?

Gibt es Anpassungen im Keyword Advertising Spend, also wie viel geben die Wettbewerber z.B. aus?

Gibt es hier Dinge, die sich verschieben? Es werden Keyword-Analysen im Prinzip gefahren.

Also gibt es im Suchverhalten von den großen Suchmaschinen Änderungen? Und das hilft natürlich wahnsinnig, auch wenn ich gerade saisonale Effekte habe, eigene Marketing-Kampagnen zu optimieren und zu planen.

Also insofern sehr, sehr starkes und mächtiges Tool, regelmäßig vom Wettbewerb Insights zu bekommen und dann die eigenen Entscheidungen darauf anzupassen. Und eine weitere Neuerung, die wir jetzt auch mit dem Spring Release eingeführt haben, ist das Agentic Commerce Protocol.

Das ist ein Protokoll, wo wir sogenannte Feeds, also sprich Listen und Informationen zur Verfügung stellen von den Produkten unserer Kunden in ihren Shops. Und sobald ChatGPT diese Informationen hat, wird es natürlich diese Produkte auch häufiger empfehlen.

Das heißt, ChatGPT muss nicht die Bots aktiv rausschicken, auf den Seiten zu suchen, sondern über dieses Protokoll stellen wir die Listen nativ zur Verfügung und somit helfen wir unseren Kunden eben auch, bei ChatGPT und weiteren Tools gefunden zu werden. Das vielleicht mal als kurzes Update aus dem Produktbereich.

Ich habe jetzt noch zwei Folien dabei für den Ausblick. Wir haben jetzt mit dem Spring Release die Basis gelegt für unsere Agenten und Copiloten jetzt, wie gesagt, in einer Breite, dass wir damit Traktion bekommen.

Und wir gehen aber davon aus, dass sich das Thema AI noch darüber hinaus weiterentwickeln wird. Das heißt, wenn wir jetzt mal ein bisschen in die Zukunft schauen, wir wissen nicht genau, wann dieser Punkt erreicht sein wird, müssen wir davon ausgehen, dass sowohl die Partner, die Implementierungspartner, auch immer mehr mit AI arbeiten, also sprich spezielle AI-Coding-Tools verwenden, z.B.

Projekte zu implementieren. Und es wird auch irgendwann Kunden geben, die so weit sind, dass sie mit eigenen AI-Teams immer mehr Dinge selber machen wollen und auch in der Lage sind, das zu tun.

Und deshalb beschäftigen wir uns in der mittelfristigen Strategie damit, wie wir unseren Softwarekern so umbauen können, dass die AI ihn wirklich gerne nutzt und wir unsere Schnittstellen auch genau darauf anpassen. Da gibt es jetzt viele Fachbegriffe wie MCP-Server und dergleichen, aber im Prinzip stellen wir uns darauf ein, dass unser Kunde in Zukunft eben auch sehr, sehr stark die AI für sich einsetzen wird, E-Commerce-Projekte einzuführen, aber auch zu maintainen und Optimierungen vorzunehmen.

Und wir entwickeln eben kontinuierlich jetzt auch unseren Core, unseren Software-Core in diese Richtung weiter, während wir aber gleichzeitig es einfach machen über unsere heutigen Agenten und Copiloten unseren Kunden erst mal den Einstieg überhaupt in AI zu ermöglichen. Also wir sehen hier eben genau diese Parallelität, die wir jetzt auch brauchen.

Ja, das als Update von unserer Seite, und dann können wir jetzt ja, Herr Hoff, die Fragerunde eröffnen.

Operator

Das machen wir sehr gerne. Mein Stichwort, und ich komme zurück.

Meine Damen und Herren, Sie haben die Chatbox schon gefunden und genutzt und die Fragen gestellt. Sollten Sie weitere Fragen haben, lassen Sie uns diese gerne zukommen.

Und dann starten wir auch mit der ersten Frage: Hallo zusammen. Intershop hat im H1-Bericht von einem neuen Rechtsstreit mit einem französischen Kunden oder Unternehmen berichtet.

Was ist der Hintergrund und wie hoch ist das finanzielle Risiko?

Petra Stappenbeck

Markus, magst du oder soll ich?

Markus Trenert

Ja, fang du gerne an.

Petra Stappenbeck

Okay. Uns wurde in diesem Jahr eine Klage von einem französischen Implementierungspartner zugestellt, in welchem dieser vermeintliche Ansprüche aus einem Handelsvertreterausgleich in einem höheren sechsstelligen Bereich geltend macht.

Diese Ansprüche dem Grunde und der Höhe nach halten wir für nicht berechtigt und wir werden uns gegen diese Ansprüche verteidigen. Aktuell ist es in der juristischen Prüfung.

Mehr kann ich im Moment dazu noch nicht sagen.

Operator

Vielen Dank. Dann schauen wir mal auf das Thema Vertragsverlängerung und da die Frage, wie dieses Thema bei Ihnen verbucht wird.

Ist es z.B. als Churn plus New Annual Recurring Revenue Bestandskunden oder wird nur das Delta aus dem alten Annual Recurring Revenue und dem neuen ARR ausgewiesen?

Petra Stappenbeck

Es wird nur das Delta aus dem alten und dem neuen ARR ausgewiesen. Also wenn bisher der Kunde vielleicht 10.000 € im Monat gezahlt hat und zahlt dann 12.000, also die 2.000 * 12 ist dann der neue ARR und den sehen Sie dann bei uns in der Spalte New ARR Bestandskunden.

Operator

Vielen Dank. Herr Trenert, Sie haben das neue AI-Produkt eben vorgestellt.

Es gibt die Frage, ob dieses neue AI-Produkt abhängig ist von Microsoft Copiloten oder können auch andere Large Language Modelle, LLM-Tools verwendet werden?

Markus Trenert

Also grundsätzlich sind unsere Produkte vorintegriert in unsere Plattform. Das heißt, Sie brauchen nicht mal den Microsoft Copiloten im Prinzip dafür, sondern Sie öffnen die Chatbox bei uns, ne?

Wir nennen das quasi jetzt auch Copilot, weil das ein Begriff ist, der einfach im Markt selbsterklärend ist. Und ja, für den Käufer öffnet, wie gesagt, nur die Box, gibt seine Frage ein und kann loslegen.

Das heißt, wir sind im Prinzip erst mal unabhängig davon. Und was jetzt LLMs angeht, sind wir generell flexibel aufgestellt, sowohl wie wir sie in unsere Produkte nach außen einsetzen als auch nach innen.

Das heißt, wir schauen uns auch immer an, welche LLMs sind jetzt für welchen Kontext am besten geeignet. Also auch da sind wir jetzt nicht auf ein spezielles festgelegt.

Operator

Super, vielen Dank für die Ausführung. Mit einem Blick auf die Aktie: Es gab vor einigen Wochen einen deutlichen Kursanstieg in der Aktie unter hohen Umsätzen, ohne dass es aber nennenswerte Nachrichten aus Ihrem Unternehmen gab.

Liegen Ihnen Gründe vor oder haben Sie andere Informationen, was da der Hintergrund der Bewegung sein gab es eine Änderung im Aktionariat?

Markus Trenert

Nee, also es gab keine Änderungen, die jetzt diese Änderungen ausgelöst haben könnten. Was wir natürlich sehen, ist, wir hatten kurz vorher unser Spring Release.

Also wir haben zum einen, was wir vorhin vorgestellt haben, die neue Version veröffentlicht mit genau diesem ganzen Agentic-Ansatz. Wir hatten dann die Hauptversammlung.

Und dann ungefähr zwei Wochen danach, wenn ich es jetzt richtig im Kopf hab, haben diese Kursbewegungen eingesetzt. Und wir sehen eher dort vielleicht einen Zusammenhang.

Wir waren auch häufiger in der Presse in letzter Zeit. Das heißt, es gab einige Fachartikel, die dann vielleicht auch zu mehr Reichweite und Diskussionen geführt haben.

Also das wäre jetzt meine Kommentierung dazu.

Operator

Sehr gut, vielen Dank. Und mehrere Kommentierungen ist da vielleicht auch das Stichwort für die nächste Frage.

Sie haben an der Marke und an Ihrer Sichtbarkeit gearbeitet. Hat sich Ihre Außenwahrnehmung in der Pipeline bzw.

bei potenziellen Neukunden, Prospects übersetzt? Können Sie feststellen, dass sich die Wahrnehmung dahingehend verändert hat, dass Sie auch mehr Aufträge generieren konnten?

Markus Trenert

Also das ist natürlich noch recht frisch. Wir haben das Rebranding, oder sagen wir mal der Refresh, wenn der jetzt hier mit gemeint ist, die neuen Farben und neuer Webauftritt, was wir uns gegeben haben.

Das kam auch zum Spring Release, also Richtung Ende Mai. Das heißt, wir sind jetzt knapp zwei Monate ungefähr damit erst draußen und auch unser Messaging und all das haben wir jetzt gerade erst umgestellt.

Insofern ist es, glaube ich, noch ein bisschen zu früh, zu sagen, okay, jetzt geht gleich sofort die Pipeline hoch. Was wir aber sehen, ist, dass die Kunden und auch Interessenten jetzt natürlich rund das Thema AI sehr intensiv mit uns sprechen.

Also das ist, was wir sehen. Insbesondere auch bei den Interessenten ist das Thema AI auch aus strategischer Sicht einfach ein enorm wichtiges Thema.

Ja, das heißt, im Vordergrund steht, eine zukunftsfähige Plattformentscheidung zu treffen. Und genau deswegen ist es auch so wichtig, selbst wenn Sie vielleicht noch nicht von Anfang an gleich AI voll einsetzen, dass die Plattform diese Funktionalitäten einfach hat.

Ja, also das sehen wir jetzt in den Gesprächen neben all den Features, die wir natürlich nach wie vor liefern müssen, ist immer die Frage in Richtung Zukunftsfähigkeit: Was sind heute für KI-Funktionalitäten schon da? Was kommt in der Zukunft?

Und da wollen einfach alle, die sich für einen Plattformwechsel entscheiden, ein gutes Gefühl haben, ja, dass man auf all den richtigen und langfristigen Partner setzt. Und da hat, glaube ich, alles das, was wir jetzt machen, enorm zu beigetragen, uns hier auch gut zu positionieren.

Operator

Das ist auch die perfekte Brücke zur nächsten Frage: Wie viele Kunden nutzen heute bereits mindestens einen Copiloten oder Agenten produktiv und kostenpflichtig, und haben Sie AI-Kennzahlen, die Sie messen und mitteilen können? Und wenn nicht, ist dies zukünftig geplant?

Markus Trenert

Also wir haben ja unsere Kunden, die sich aufteilen, einmal in die Cloud-Kunden, die jetzt schon in der Cloud sind als Intershop, und wir haben noch die On-Premise-Kunden, die noch die älteren Lizenzen nutzen. Und wir messen das Ganze jetzt immer bezogen auf unsere Cloud-Kunden, denn nur in den neuesten Cloud-Versionen sind AI-Produkte überhaupt verfügbar bei uns.

Und was wir jetzt als Kennzahl haben, ist, wir stehen im Moment bei 15%. Das heißt, 15% unserer Cloud-Kunden nutzen mindestens ein AI-Produkt.

Und ja, wir haben einen Auftragseingang im ersten Halbjahr für alle AI-Produkte von 0,8 Millionen, also 800.000 €.

Operator

Vielen Dank. Eine Frage, die nicht im Chat auftauchte, aber vielleicht gerade sich anreiht: Können Sie dadurch, dass die AI-Produkte nur in der Cloud-Version zur Verfügung stehen, auch damit rechnen, dass weitere On-Premise-Kunden in die Transformation in die Cloud reingehen werden?

Markus Trenert

Ja, also das ist genau unser Plan und die Strategie. Wir haben ganz bewusst die Cloud-Funktionen mit dem Cloud-Produkt verknüpft, hat aber auch technische Gründe.

Also das eine ist, AI sauber zu integrieren, muss ich einfach auf der Cloud-Version sein, weil wir es technisch mit den On-Premise-Lizenzen, die auch lokal immer mehr, sage ich mal, auf die Kunden ausgerichtet wurde, da kriegen wir dieses neue Produkt so einfach gar nicht rein. Also das hat zwei Gründe: Das eine ist strategisch, ja, wollen wir natürlich auch den Mehrwert explizit in die Cloud-Produkte bringen, genau, und zum anderen ist es technisch auch nicht wirklich anders möglich.

Aber das ist genau die Idee, die Mehrwerte in den Cloud-Produktlinien dann eben auch zu haben.

Operator

Perfekt. Vielen Dank.

Lassen Sie uns noch einen Blick auf H2 werfen. Können Sie noch einmal auf die Erwartungen für Umsatz und Ergebnis im zweiten Halbjahr eingehen und vielleicht die Komponenten der erwarteten Entwicklung näher beleuchten?

Petra Stappenbeck

Übernehme ich gerne. Wir hatten ja bereits gesagt, dass wir die Prognose einhalten.

Das heißt, wir gehen nach wie vor von einem Rückgang speziell jetzt hier in Lizenzen und Wartung aus, einen leichten Anstieg in unseren Cloud- und Subscription-Umsätzen, und der Serviceumsatz wird dann wahrscheinlich im Vergleich zum vorigen Jahr relativ stabil rauskommen. Also insgesamt ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.

Operator

Vielen Dank für die Ausführung. Wir haben noch zwei Fragen, die ich gerne miteinander verbinden möchte, aber nichtsdestotrotz noch einmal die Erinnerung oder der Hinweis an alle Teilnehmer: Nutzen Sie gerne die Chatbox, Ihre Fragen zu stellen.

Die nächsten beiden Fragen beziehen sich auf den Cashbestand, und die eine Frage liest sich so: Wie wollen Sie den wachsenden Cashbestand einsetzen? Und die zweite Frage, die sich verknüpfen lässt: Steht der Cashbestand womöglich auch zur Verfügung, ein Aktienrückkaufprogramm durchzuführen?

Petra Stappenbeck

Der wachsende Cashbestand, und das sehen Sie auch, wenn Sie in unsere Cashflow-Rechnung schauen, ist zustande gekommen durch Vorauszahlungen für unsere Cloudverträge bzw. auch für die Wartungsverträge.

Das wird sich im zweiten Halbjahr definitiv abbauen. Deshalb, wenn ein Kunde im ersten Halbjahr schon bezahlt hat, ist es ganz klar, dass der Cashbestand rückläufig sein wird.

Und wir rechnen auch im zweiten Halbjahr deshalb nicht mit einem operativ jedenfalls nicht in dieser Größenordnung verbesserten Cashbestand. Wir planen aktuell kein Aktienrückkaufprogramm.

Das steht nicht zur Diskussion.

Operator

Sehr gut. Während wir die letzten Fragen beantwortet haben, sind keine neuen dazugekommen, was uns zum Ende des heutigen Calls bringen würde.

Wir können noch einen Moment warten, aber das Chatfeld bewegt sich nicht. Und damit bleibt von meiner Seite nur zu sagen: Vielen Dank für die aufschlussreichen Fragen und ein herzliches Dankeschön an Sie, Frau Stappenbeck, und Sie, Herr Trenert, für Ihre Zeit und die Einblicke, die Sie uns gegeben haben.

Wir bedanken uns bei allen Interessenten oder Teilnehmern am Interesse der Intershop Communications AG, und in Kürze erhalten Sie eine kurze E-Mail mit einem Feedback-Fragebogen, und wir wären Ihnen sehr verbunden, wenn Sie Ihre Meinung zum heutigen Call mit uns teilen würden. Und damit wünsche ich Ihnen nur noch einen schönen Nachmittag und darf für ein paar abschließende Worte noch einmal an Sie übergeben.

Markus Trenert

Ja, vielen Dank auch von meiner Seite und bis zum nächsten Mal.

Petra Stappenbeck

Mir ebenso.

Operator

Machen Sie es gut.

Petra Stappenbeck

Tschüss.