Operator
Und damit übergebe ich das Wort auch schon an Sie, Herr Drotleff.
Adi Drotleff
Ja, vielen Dank, Frau Legler. Ich darf Sie auch ganz herzlich begrüßen.
Zunächst mal wie immer unser Cover Thema, Titelthema, diesmal wieder aus unserer Reihe, was machen wir mit KI? Eine KI-Anwendung, die wir in dem Fall in unsere Infrastruktur Software MapEdit eingebaut haben.
Und zwar geht's hier dann ganz einfach darum, MapEdit ist ja unser System für den digitalen Zwilling im Bereich digitale Fabrik und digitale Kommune, also Stadt oder Gemeinde. Und da ist es natürlich so, dass es die normalen Fachanwendungen wie Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Fernwärme, also in dem Fall für die Kommunen, gibt, wo natürlich die Abfragen dann standardisiert sind und einfach geklickt werden.
Aber es handelt sich ja in dem Fall einen digitalen Zwilling, der auf der Basis von Geodaten und jeder Menge Metadaten funktioniert. Und da kann's dann natürlich sein, dass z.
B. aus Fachabteilungen in der Kommune oder auch in Industriekunden spezielle Abfragen kommen.
Wir haben hier das Beispiel genommen, zeige mir alle Stromhausanschlüsse, die weiter als 1000 m vom nächsten Kabelverteiler entfernt sind und hebe diese in der Karte blau hervor. Beispiel aus der realen Welt, wer da genauer hinschaut, ist auf der letzten Seite des Berichts drauf, der sieht, es handelt sich unseren Kunden, Gemeinde St.
Moritz in der Schweiz. Und diese Abfrage war auch bisher schon möglich, da musste man allerdings SQL können, also Structured Query Language, und jetzt kann man das eben in natürlicher Sprache, auch in mehreren Sprachen, also wir unterstützen jetzt schon Deutsch, Englisch und Französisch, und weitere Sprachen sind da noch geplant.
Das ist jetzt insofern bei uns ein besonderer Fall, weil wir bisher immer gesagt haben, ja, unsere Kunden, da gibt's aktiv kaum Nachfrage nach KI. Das hat sich eben geändert.
Unsere Kunden, wir sind ja rein im B2B-Bereich tätig, Firmenkunden sind jetzt auch auf das Thema KI eingestiegen, und deswegen gibt's natürlich für so was auch eine Affinität. Sie können übrigens das, wenn Sie es genauer wissen wollen, können Sie es im aktuellen gerade erschienenen MuM-Magazin nachlesen, da ist es ein bisschen ausführlicher beschrieben.
Ja, und damit sind wir bei den Zahlen. Da übergebe ich an den CFO, Markus Pech.
Markus Pech
Ja, vielen herzlichen Dank. Ich möchte Sie zuerst ganz kurz durch das vergangene Jahr führen, den Geschäftsbericht 2025 und die Zahlen, und dann überleiten auf die 9-Monats-Zahlen.
Beim Umsatz ist es so, der Umsatz 2025 war ja stark geprägt von der Umstellung der Autodesk von Wiederverkauf auf das sogenannte Agentenmodell. Deswegen ist der Umsatz auch immer relativ volatil.
Deswegen definieren wir an sich den Rohertrag als unsere wahre Top-Line, weil auch sehr viel stetiger als der Umsatz. Der Rohertrag 25 mit +4,2% gestiegen auf 181 Millionen mit einer Marge von 76,2%.
Davon hat die Software mit 3,7% beigetragen oder 102,74 Millionen und die Digitalisierung mit knapp 80 Millionen, +4,7%. Und was ganz spannend ist, Sie sehen auf der rechten oberen Diagramm die 10-Jahres-Wachstumsentwicklung mit insgesamt +8% und sehr, sehr viel stetiger als der Umsatz, weil wir natürlich etliche Effekte, die durch die volatile Autodesk entsteht, hier kompensieren können.
Beim EBIT 2025: 49 Millionen, +5,7% mit einer gesamten Marge von 20,6%. Davon hat die Software mit +5,9% beigetragen, 32,4 Millionen, und die Digitalisierung mit +5,2%, 16,71 Millionen.
Und auch da wieder das 10-Jahres-Wachstum auf der rechten Seite mit +19% pro Jahr. Und das ist ja das, was wir grundsätzlich anstreben, dass wir einen deutlich stärkeren Anstieg des EBITs haben als im Rohertrag.
Und wir erklären nachher noch, wie genau wir das machen. Der Nettogewinn 2025 mit 31,8 Millionen oder einem EPS von 191 Cent, +5,9%.
Und da ist das Wachstum sogar 23% pro Jahr, wenn man das im 10-Jahres-Schnitt sieht. Die Dividende, die wir ja im Juni diesen Jahres ausbezahlt haben mit 2 2 €, +8,1%.
Wir hatten wieder angeboten die Option in bar oder in Aktien, was auch rege angenommen wurde. Das Dividendenwachstum auch da 23% wie beim Nettogewinn, da sieht man, dass wir einen großen Teil eben auch an unsere Aktionäre weitergeben.
Der Cashflow 2025 mit 16,58 oder fast ein 1 € pro Aktie, da werde ich dann auch bei den 9-Monats-Zahlen gleich noch mal drauf eingehen. Dann das Spannende: die ersten 9 Monate 2026.
Der Umsatz insgesamt 189 Millionen, +6,9%, wovon die Software mit 8,7% Wachstum beigetragen hat oder 93 Millionen und die Digitalisierung mit 5,3%, 95 Millionen. Der Rohertrag dann 134,99 Millionen mit -0,5, wovon die Software mit +8,5% reingekommen ist und die Digitalisierung mit 12,5% allerdings leider negativ.
Wir erklären aber nachher noch mal genau, woher das kommt. Beim EBITDA die ersten 9 Monate: 46,51, +3,3%.
Dann das EBIT: 36,39, -0,7%. Und da die Software sehr, sehr erfreulich mit +18% beigetragen, 29,00 Millionen, und die Digitalisierung mit 38% negativ auf 7,83, was dann zu einem Nettogewinn der ersten 9 Monate geführt hat von 23,38 Millionen oder -3,7, 142 Cent pro Aktie, was eben -2,2% auf dem EPS ist.
Dann der Cashflow sehr, sehr erfreulich mit 27,72 Millionen. Und das hängt zusammen tatsächlich auch mit der Autodesk-Umstellung.
Diese Autodesk-Umstellung bringt nicht nur Volatilität im Umsatz, sondern eben auch, wann Forderungen, Verbindlichkeiten entstehen und wie sie entstehen. Und da hatten wir die letzten Quartale immer zu kämpfen, dass durch diesen Effekt der Cashflow eben gedämpft wird.
Und jetzt beginnt sich langsam wieder zu drehen in die richtige Richtung und kommt jetzt eben mit 27,72 Millionen oder 168 Cent pro Aktie rein. Zusammenfassend kann man die Zahlen so definieren, dass die MuM-eigene Software sehr, sehr dynamisch ist mit +8,5%, aber eben diese ganzen Umstellungen in dem Systemhauseffekt durch die Autodesk eben tatsächlich noch Gegenwind erzeugt und Friktionen erzeugt, die wir jetzt langsam versuchen abzubauen.
Wir haben auch begonnen, die Kosten im Systemhaus zu reduzieren, gerade was den Headcount betrifft. Das heißt, wir reduzieren jetzt Headcount und auch gewisse sonstige Kosten, eben dann auch, sagen wir mal, den Rohertragsgegebenheiten Rechnungen zu tragen und auf der Kostenseite entsprechend zu reagieren.
Und damit gebe ich zurück an den Herrn Drotleff für den Ausblick.
Adi Drotleff
Ja, vielen Dank. Vorm Ausblick ist bei uns immer der Rückblick, nämlich die Frage: Wie macht man das denn, dass man die letzten 10 Jahre 8% per annum Rohertrags-, also Wertschöpfungssteigerung hat und das mit 19% EBIT-Steigerung verbindet?
Ganz einfach, wie die schwäbische Hausfrau, indem die Kosten im Schnitt nur mit 5% gewachsen sind. Natürlich zu machen ist es nicht ganz so einfach wie hinzuschreiben.
Und wir machen das eben im Konzern mit unseren etwa 100 Profitcentern, die wir haben, so, dass jeder Manager oder Managerin eines Profitcenters primär im variablen Bereich nach der Entwicklung des EBIT bezahlt wird. Und das führt eben zu dieser überproportionalen Ergebnissteigerung, weil eben die Kosten da sehr, sehr strikt und auch zeitnah gesteuert werden.
Und dass das gut funktioniert, kann man eben in den letzten 10 Jahren ganz gut ablesen an den zwei Situationen 2016/2017, wo Autodesk uns eben 'nen sehr flachen Rohertragsverlauf dadurch verursacht hat, dass damals von dem Verkauf von Lizenzen plus Maintenance auf Subscription umgestellt wurde und damit 1 Jahr lang, nämlich 2017, und ein sehr, sehr niedriger Umsatz und Rohertrag im Autodesk-Bereich da war. Und das zweite war die Corona-Situation, wo wir, wie man vor allem 20 2019/2020 sieht, zwar mit im Rohertrag mit 'ner roten oder schwarzen Null reingekommen sind, aber einfach durch reines Zulassen, also durch ruhige Hand, der Kostensenkungen, die sowieso da waren während Corona.
Man konnte nicht reisen, also gab's auch kaum Reisekosten, und man konnte keine Veranstaltungen machen, also sind die Veranstaltungskosten runtergegangen. Das hat uns über den 2-Jahres-Zeitraum 2019 bis 2021 dann insgesamt bei einer relativ flachen Rohertragssteigerung von insgesamt 8,2% 'ne EBIT-Steigerung von 28% eingebracht.
Also das heißt, da war auch die Überproportionalität des Ergebnisses sogar noch ein bisschen besser als normal. Und dass diese Strategie eben, organisches Wachstum zu kombinieren mit Kostendisziplin und daraus 'nen Skaleneffekt rauszuholen, auch für die Zukunft das Richtige ist, das versteht sich von selbst.
Deswegen ist bei uns so, dass wir das mittelfristige Wachstum zunächst ansagen und haben im Geschäftsbericht 2025 'ne Ergebnisverdoppelung in 5 Jahren, was sich jeder auf dem Taschenrechner ausrechnen kann, das sind 14,9% Wachstum pro Jahr, die man dazu braucht, also gerundet 15%. Das heißt, aus den 1 191 Cent EPS des Geschäftsjahres 2025 ist unser Ziel, mehr als 380 Cent im Jahr 2030 zu erzielen.
Und das bedeutet, diese 15% beim EBIT genauso wie beim EPS sind eben unser Hauptziel im Ergebniswachstum. Das versteht sich von selbst, dass das nicht jedes Jahr mit genau 15% reinkommt, deswegen ist hier der erwartbare Spread 11 bis 19%, dass der Spread manchmal noch ein bisschen größer sein kann, haben wir die letzten Jahre auch erlebt.
Aber wichtig ist, dass wir durch das Runtersockeln unserer Kosten, wenn Sie da reinschauen im Headcount, dann sehen Sie, dass das natürlich hauptsächlich das Digitalisierungssegment betrifft, schon erreicht haben, dass unser Wachstumsziel, das ja früher in der Top-Line bei 10% im Mittel lag, dass wir das auf 8% runtersetzen konnten, und der Spread ist hier zu erwarten die nächsten Jahre bei 6 bis 10%. Dieses Jahr wird's wohl ein bisschen anders laufen.
Dieses Jahr werden wir sogar mit dem niedrigeren Spread auskommen und gehen aber trotzdem davon aus, Herr Pech hat es schon ein bisschen angedeutet, dass wir im vierten Quartal jetzt keine Verzögerungen mehr, keinen Gegenwind von der Autodesk-Seite mehr erwarten. Der Hintergrund ist hier ganz einfach der, das ist ja relativ bekannt geworden auch dadurch, dass nicht nur wir, sondern auch einige Kollegen, die auch mit Autodesk als Platin-Partner arbeiten, ja auch börsennotiert sind, dass Autodesk zum Anfang dieses Jahres oder zum Anfang ihres neuen Geschäftsjahres, also am 1.
Februar, 'ne starke Spreizung der Konditionen zwischen Renewal-Geschäft und Neugeschäft gemacht hat. Das Renewal-Geschäft wird jetzt einfach auch deswegen, weil es ja Auto-Renewals gibt, wo wir gar nichts mehr tun müssen, also wo die Partner gar nichts mehr tun müssen, sondern das automatisch passiert, werden eben schwächer konditioniert.
Und dafür wurde aber das Neugeschäft sehr, sehr attraktiv hochgezogen von Autodesk. Und das haben wir ja auch schon in den letzten Quartalen besprochen.
Das hat dazu geführt, dass natürlich am 1. Februar die Konditionssenkung im Renewal-Geschäft sofort eingetreten ist.
Beim Neugeschäft hat's ein bisschen Anlauf gebraucht. Zunächst mal im ersten Quartal hat das ganz gut kompensiert.
Das lag aber mehr daran, dass die Ankündigung dieser Konditionsänderung wurde unüblich bei Autodesk, normalerweise müssen die nur 4 Wochen vorher ankündigen, schon ein halbes Jahr vorher angekündigt. Das ist natürlich sehr fair, da konnte man sich darauf vorbereiten.
Hat aber bewirkt, dass wenn man eine starke Steigerung der Konditionen im Neugeschäft ankündigt für den 1. Februar, dann muss man sich natürlich nicht wundern, dass spätestens 2 Monate vorher die ganzen Vertriebsleute ihr Neugeschäft bunkern und eben nicht mehr rausgeben.
Das haben wir im Dezember dann daran gemerkt, dass das Autodesk-Neugeschäft nicht so stark war. Ist aber nicht weiter aufgefallen, weil wir insgesamt ein gutes Q4 hatten letztes Jahr.
Und im Januar ist es dann auch der Autodesk aufgefallen, dass sie ihre Ziele selber nicht erreichen könnten. Und dann haben sie taktisch sehr schnell reagiert und haben die Konditionsänderung im Neugeschäft vom 1.
Februar auf den 15. Januar zurückgezogen.
Das haben wir dann im Januar in unseren Januar-Zahlen natürlich auch gesehen, dass da sozusagen die Säcke, in denen die das Neugeschäft gebunkert wurde, komplett ausgekippt wurden. Danach musste aber erst mal 'ne Zeit lang das Autodesk-Neugeschäft, was ja in den Vorjahren sehr weit runtergegangen war, nach unseren Zahlen, nach unserem erzeugten Rohertrag im Autodesk-Bereich, waren wir ja unten bei 14% Neugeschäft oder im Umkehrschluss 86% Renewal-Geschäft.
Und das musste erst mal hochlaufen. Und dieser Hochlauf hat sich eben bis zum konkret in den kontinentaleuropäischen Märkten, wo wir am stärksten vertreten sind, gezogen bis zum Ende des dritten Quartals, wo man's schon sehr sehr deutlich früher gemerkt hat, war in UK.
UK ist unser einziger Markt, der sozusagen ein Early-Adopter-Markt ist, und das konnte man diesmal auch sehr gut ablesen, dass die UK das einzige große Land war, in dem das Autodesk-Neugeschäft sehr schnell hochgelaufen ist. Und konkret ist es bei uns so, es handelt sich hier hauptsächlich Neugeschäft im Bereich dessen, was Autodesk früher mal BIM 360, dann später ACC und jetzt Forma genannt hat, das heißt sozusagen die Datenbank oder der Datenraum fürs Bauen mit BIM.
Für uns ein sehr, sehr attraktives Geschäft, weil es auch bedeutet, dass hier Autodesk-Rohertrag für uns entsteht plus eigener Rohertrag. Nur das hat halt eben in den meisten Ländern, insbesondere Deutschland, Österreich, Schweiz, länger gedauert und war dann eben im dritten Quartal konnte man sehen, es war in den letzten beiden Monaten ist das Neugeschäft gegenüber Vorjahr schon deutlich gewachsen und dynamisch gewachsen.
Und deswegen unsere Erwartung, dass wir im vierten Quartal keine Bremseffekte von Autodesk mehr erwarten. Im dritten Quartal hat's noch einen Schatten geworfen.
Das dritte Quartal Autodesk-Rohertrag war zwar sequenziell schon deutlich stärker als der im zweiten Quartal, aber hat trotzdem insgesamt das Bild noch nach unten gezogen, weil ja das erste Quartal noch relativ stark gewesen war. Also diesen Effekt können wir nicht wegzaubern, aber man kann davon ausgehen, dass es durch ein starkes Q4 dieser Negativeffekt stark verwässert wird.
In dem Fall ist Verwässern dann ein positives Wort. Und deswegen glauben wir, dass die untere Hälfte dieses Spreads, namentlich im Bereich EBIT und EPS, eben irgendwo in den unteren Teens, also von 11 bis 15%, durchaus noch möglich sein sollte.
Man kann vielleicht noch dazu sagen, das können Sie schon ganz gut am Headcount ablesen, der Headcount speziell im Digitalisierungsbereich ist ja schon relativ weit abgebaut. Da hatten wir am Anfang noch ein bisschen Effekte drin, dass wir ihn nicht so schnell abbauen konnten, wie wir es gern gemacht hätten, weil z.
B. in dem Jahr 2024, als Autodesk das Modell, das Abrechnungsmodell, von Wiederverkauf auf 'ne direkte Verrechnung mit 'ner Verprovisionierung der Partner umgestellt hat, da hätten wir auch schon Personal abbauen können, aber es gab ja noch ziemliche Anlaufschwierigkeiten bei dem Systemwechsel, der eben noch 'ne Zeit lang bewirkt hat, dass wir eben noch Headcount gebraucht haben, einfach die Kunden zu informieren, dafür zu sorgen, dass das nicht zu stark auf uns zurückschlägt.
Und das ist jetzt ganz durch. Das heißt, Sie können davon ausgehen, im vierten Quartal werden wir die Organisation noch ein ganzes Stück verschlanken können.
Also das sind alles Effekte, die da noch reinspielen. Wird natürlich ähnlich wie letztes Jahr auch noch ein bisschen nicht-operative Kosten erzeugen.
Das werden wir dann auch entsprechend kennzeichnen und mitteilen, ähnlich wie wir's im Laufe des Jahres 2025 auch hatten. Danach ist allerdings dann die Sache echt durch.
Also insgesamt kann man sagen, dass diese Transition, die durch Autodesk angestoßen wurde, wie's so oft bei Transitions ist, insgesamt ein bisschen länger gedauert hat, als man's von vornherein erwarten konnte, weil z. B.
dieses Auseinanderspreizen der Konditionen zwar grundsätzlich erwartet worden war, aber die Autodesk das ein bisschen stärker gemacht hat, als man's erwartet hat. Und in dem Moment, wo man jetzt ab Q4 natürlich wieder dynamisch wachsendes Neugeschäft im Autodesk-Bereich hat, ist es ja ein Vorteil, aber für die Quartale Q2 und Q3 hat's halt 'ne Menge Schattenwurf aufs Ergebnis bewirkt.
Aber Sie können sich trotzdem vorstellen, das haben wir auch in der Meldung geschrieben, dass Markus Pech und ich natürlich von den vier Effekten, die wir insgesamt haben, die drei nachhaltigen positiven Effekte, nämlich 8,5% eingeschwungenes organisches Wachstum im Bereich der eigenen Software, zum zweiten eben dieses Runtersockeln der Kosten und auch das Wiedereinschwingen des Cashflow, dass wir die höher werten als der Schattenwurf, der in der Vergangenheit stattgefunden hat aus dem Autodesk-Geschäft, der ja auch daher kam, auch das haben wir ja auch schon besprochen, dass wir ohnehin dieses Jahr in dem Dreier-Rhythmus der Autodesk-Jahre in dem Jahr sind, wo weniger 3-Jahres-Verträge zum Renewal anstehen. Die Quote hat sich einfach durch die 3-Jahres-Politik der Autodesk so entwickelt, dass man immer 2 Jahre 'ne relativ hohe Quote hat und in einem Jahr, und das Jahr ist dieses Jahr, 'ne niedrige Quote.
Und es wurde ja noch verstärkt im Q2 dadurch, dass Autodesk ja die alten Kunden, also die früheren Lizenz- und Maintenance-Kunden mit der M2S-, also Maintenance-to-Subscription-Aktion bis zum Jahr 2018 auf dem sehr niedrigen Preisniveau rübergezogen hat und ihnen dann eine Garantie gegeben hat, dass höchstens alle 2 Jahre diese Preise jeweils 5% erhöht werden, was auch natürlich eine Garantie war, dass es so gekommen ist. Und diese Erhöhung ist eben dieses Jahr auch nicht, sondern war letztes Jahr und wird wieder nächstes Jahr stattfinden.
Und letztes Jahr hat sich's dann noch dadurch verstärkt, dass Autodesk auch angekündigt hat, die Preisgarantie gilt ja nur bis 2028, also 10 Jahre, dass es letztes Jahr 2025 3 Jahre vor 2028 die letzte Gelegenheit gab, noch auf über 'nen 3-Jahres-Vertrag auf 3 Jahre zu verlängern, was dann das Überspringen von zwei 5%-Erhöhungen bedeutet hat für die Kunden. Und da kann man sagen, von unseren Kunden haben das fast alle beansprucht, und dadurch hatten wir eben im letzten Jahr ein ungewöhnlich gutes guten Autodesk-Rohertrag im Q2.
Und dieses Jahr hatten wir ein relativ normales Q2, aber gegen das außergewöhnlich gute letztes Jahr war das natürlich dann auch ein starker Rückgang, stärker als übrigens im Q3. Also im Q3 hatten wir zwar auch noch mal einen Rückgang, aber der war nicht ganz so stark wie im Q2.
Also das war insgesamt das. Wir müssen dazu dabei zugeben, dass wir im Halbjahresbericht haben wir den Satz reingeschrieben, dass sich diese 8,5% oder dieses schöne dynamische Wachstum bei der eigenen Software ab dem Q3 voll in den Zahlen durchsetzen wird.
Das war ein bisschen zu steil. Sorry dafür.
Fürs vierte Quartal gilt es aber auf jeden Fall, weil, wie gesagt, im dritten Quartal schon diesen Umschwung hatten, aber es hat nicht mehr fürs Quartal selber gereicht, sondern nur am Ende. Okay.
Dann gehen wir noch mal eins weiter auf die Folie mit der Aktie, wo es hauptsächlich jetzt, Markus, die Entwicklung der eigenen Aktien geht. Kannst du da was dazu sagen?
Markus Pech
Ja, sehr gerne. Wir haben ja beginnend schon in 2025 sehr, sehr stark Aktien zurückgekauft, hatten dann einen Peak-Wert zum 31.05.26 von über 881.000 Aktien, die wir ja natürlich auch für die Aktiendividende verwenden.
Das haben wir auch getan. Also von diesen 881.000 Aktien sind 393.000 Aktien für die Aktiendividende ja verwendet worden.
Und wir halten jetzt insgesamt 487.504 Stück zu einem Durchschnittspreis von 45,655. Und wenn man sich den jetzigen Aktienkurs anguckt, dann ist es natürlich schon so, dass das deutlich unterbewertet ist und dass man da natürlich jetzt tatsächlich auch überlegt, ob wir nicht wieder nachkaufen, dann auch wieder genügend Aktien zu haben für gewisse Transaktionen wie die Aktiendividende, Aktientausche oder eben auch unser Mitarbeiter-Sparprogramm.
Und die Notierungen haben sich nicht geändert, immer noch Scale und m:access, auch die designierten Sponsoren mit LBBW und ODDO BHF sind unverändert, und auch die Analysten-Coverage ist unverändert zum Vorjahr.
Adi Drotleff
Vielen Dank. Ja, damit sind wir eigentlich durch, dann würde ich sagen, können wir zurückgeben an Frau Legler.
Vielen Dank.
Operator
Ja, vielen Dank für Ihre Präsentation. Liebe Teilnehmer, wir kommen nun zu Ihren Fragen.
Bitte klicken Sie auf den Button Hand heben, sollten Sie Ihre Fragen persönlich über die Audiospur stellen wollen. Sollten Sie telefonisch dazu geschaltet sein, nutzen Sie bitte die Tastenkombination *9, Ihre Hand zu heben, und anschließend *6, für die Aufhebung Ihrer Stummschaltung.
Ansonsten dürfen Sie Ihre Fragen auch gerne in unserem Chat platzieren. Ich sehe, da haben wir auch schon was bekommen.
Wir bitten trotzdem die Teilnehmer, die ihre Fragen dann über die Audio stellen wollen, bitte maximal zwei Fragen auf einmal zu stellen. Da haben wir auch schon eine gehobene Hand von Herrn Jakubowski.
Sie dürfen sich jetzt gerne einmal unmuten.
Herr Jakubowski
Ja, guten Morgen in die Runde. Können Sie mich hören?
Operator
Ja, sehr gut. Hallo.
Herr Jakubowski
Wunderbar. Ja, dann beschränke ich mich auf zwei Fragen, und zwar einmal die Frage zu dem Neugeschäft im Autodesk-Business.
Also so wie ich das verstanden habe, wurde das quasi schon Mitte 2025 angekündigt, dann gab's, weswegen es so Ende 25 ja diese Zurückhaltung gegeben hatte, die sich dann Anfang Januar oder Mitte Januar aufgelöst hatte. Mich würd interessieren, warum es trotzdem so lange gedauert hat, bis das Neugeschäft jetzt angezogen hatte.
Hat das jetzt marktliche Gründe? War das Autodesk-allgemeines Problem, oder waren das jetzt eher tatsächlich MuM-spezifische Fragestellungen im Vertrieb?
Also weil wenn man sich jetzt anschaut, dass quasi der angekündigte Wechsel war ja 1. Februar, und dann hat's doch schon mehr als ein halbes Jahr gedauert, bis das jetzt angezogen hatte.
Ja, also das war die erste Frage. Und vielleicht dann die zweite gleich hinterher.
Es geht ja den Personalabbau. Jetzt Sie haben genannt, im vierten Quartal würde man noch ordentlichen Schluck davon sehen.
Mich würd interessieren jetzt, ob Sie jetzt ungefähr beziffern können, wie hoch die Einmalkosten der Maßnahme sind und ob die jetzt am unteren Ende oder in der unteren Hälfte bestätigte Ergebnisprognose inklusive oder exklusive der Einmalkosten ist? Dankeschön.
Adi Drotleff
Ja, zu Ihrer ersten Frage, Herr Jakubowski, ich hatte schon ein bisschen angerissen. Da konnten wir sozusagen mal richtig beobachten, wie das mit den Early-Adopter- und Late-Adopter-Märkten ist, weil das ist ja eigentlich bekannt, hat man z.
B. auch bei der Umsetzung von BIM sehr gut gesehen, dass einfach die Märkte Nordamerika, die Märkte Nordeuropa, wo wir hauptsächlich mit UK dabei sind, und einige Märkte in Asien, Middle East z.
B. und auch teilweise Fernost-Märkte, Early Adopters sind.
Early Adopters sind Kunden, die eben etwas schneller adaptieren. Im Bereich der BIM war es dann so, dass das zwar schneller adaptiert wurde in den Early-Adopter-Märkten, dafür aber nicht so richtig 5D.
Also da wurden dann über die Austauschformate fleißig PDFs ausgetauscht. Also das haben wir spöttisch 2D in 5D dann genannt.
Und die Late-Adopter-Märkte kommen dann später, also die schauen sich das länger an, adaptieren es aber dann eben perfekter. Und dass Deutschland z.
B. ein Late-Adopter-Markt ist, das weiß man auch, ja?
Und Sie sehen's z. B.
in der Autoindustrie. Die deutschen Autos sind halt, sagen wir mal, von den Spaltmaßen und ähnlich, also von der Qualität her, weltweit deswegen so gefragt, weil sie halt perfekter sind und vom Design her gut sind.
Gut, im Moment kann man da vielleicht ein kleines Fragezeichen drannmachen. Und diesen Effekt haben wir jetzt einfach an unseren eigenen Märkten sehr gut gesehen: in UK eben ziemlich schnelle Adaption dieses ist ja auch ein BIM-Produkt des ACC eben, was jetzt in Forma umbenannt wurde, und eben in unseren größten Märkten, also in den meisten Märkten, hauptsächlich DACH, aber auch in Frankreich beispielsweise, hat's wie üblich länger gedauert.
Also das ist ganz einfach, da dauert's schlicht länger, bis die Pipeline dann auch sich in Umsatz verwandelt. Ganz simpel.
Wir haben auch deswegen nicht die Early-Adopter-Märkte lieber als die Late-Adopter-Märkte, weil die Late-Adopter-Märkte haben eben dann auch den Vorteil, dass die Kunden einfach mehr Qualität brauchen, und das passt natürlich zu unserem Profil sehr gut. Also insofern kann man nicht sagen, nur weil das jetzt gerade mal zu einem Effekt geführt hat, der nicht so schön ist, haben wir deswegen die Early-Adopter-Märkte lieber.
Also das ganz bestimmt nicht. Die zweite Frage, die Sie gestellt haben, war zu den nicht-operativen Kosten.
Letztes Jahr haben wir das ja so ein bisschen verklausuliert im Geschäftsbericht. Das dürften so die 3 3 ein bisschen über 3 Millionen gewesen sein.
Dieses Jahr, denke ich, ganz so viel wird's nicht sein, und wir haben noch nicht jetzt intern entschieden und auch noch nicht mit unseren Wirtschaftsprüfern drüber gesprochen, ob wir dieses Mal wieder so 'ne Pauschalaussage machen, die dann vom Wirtschaftsprüfer auch nur pauschal abgesegnet wird, oder ob wir's vereinzeln. Ich würde aber schätzen, dass wir nicht mehr, also dass vielleicht eher irgendwas 1,5 bis 2,5 Millionen sind, kann ich aber im Moment noch nicht so ganz sagen.
Und zu Ihrer letzten Frage: Ja, die Aussage, dass wir in die Guidance reinkommen, würde sich dann schon hauptsächlich auf den rein operativen Teil beziehen. Nicht-operative Kosten heißen ja deswegen so, weil sie dann spätestens ein Jahr später nicht mehr da sind.
Also insofern würde sich da ungefähr das Gleiche abspielen wie letztes Jahr, allerdings nicht in der Form, dass wir bleiben auf 12-Monats-Basis auf keinen Fall im Negativbereich, was die Ergebnisse betrifft. Also das können wir schon relativ sicher vorhersagen.
Ja.
Herr Jakubowski
Wunderbar. Vielen Dank, dann gehe ich zurück in die Queue.
Adi Drotleff
Die zwei Fragen sind nur pro Frage.
Herr Jakubowski
Ja, ich gehe erst mal dann zurück in die Queue und warte erst mal. Dankeschön.
Operator
Danke auch Ihnen, Herr Jakubowski. Wir haben noch weitere Fragen in unserem Chat, und zwar ich werde die mal one-by-one vorlesen.
Die erste wäre: Warum genau ist der Materialaufwand so stark (+35%) gestiegen?
Adi Drotleff
Kann man sehr simpel beantworten. Das liegt an KI, allerdings sehr peripher an KI.
Das liegt daran, dass auch wieder in England wir traditionell sozusagen so 'n Restposten aus dem Distributionsgeschäft haben. Es wird auch unter einem anderen Namen, unter Elmtec, vertrieben, also nicht unter Mensch und Maschine.
Also da haben wir schon immer Nvidia-Grafikkarten verkauft, und die heißen ja jetzt nicht mehr Grafikkarten, sondern GPUs, also Graphic Processing Units, und die laufen gerade wie warme Semmeln. Und dieser Effekt wäre normal in unserem früheren Geschäftsmodell nicht besonders aufgefallen, weil da ja eben durch den Wiederverkauf Autodesk der große Autodesk-Brocken dann sich im Umsatz gezeigt hätte.
Aber dadurch, dass bei Autodesk jetzt 80% des Geschäfts auf Provisionsmodell umgestellt ist, nur noch 20% im Wiederverkauf laufen, fällt eben dieser Effekt stärker auf. Und Letzteres, also diese 20%, die jetzt im Autodesk-Geschäft noch als Wiederverkaufsmodell laufen, ist auch ein kleiner Teil dieses Effekts, nach dem Sie fragen, weil die Autodesk hat ja den Bereich Government-Kunden im Wiederverkauf gelassen.
Das war ein Bereich, den wir nicht speziell in unseren Zahlen gekennzeichnet hatten. Wenn Sie bedenken, dass z.
B. die Deutsche Bahn, die ja unser größter Kunde, aber nicht im Autodesk-Bereich ist, sondern im Eigenbereich, dass die nach Autodesk-Definition ein Governmental-Kunde ist, klar, gehört zu 100% uns allen, also dem Steuerzahler, und deswegen wussten wir nicht, wie hoch diese Quote bei uns ist.
Wir haben dann bei Autodesk nachgefragt, und die haben gesagt: Bei Ihnen ist es insgesamt 9% vom Geschäft. Wir haben dann etwas aufgerundet, auf der sicheren Seite zu stehen, und haben mit 10% die Simulation durchgeführt, die wir ja vor der Autodesk-Transition gezeigt haben, wo man sehen konnte: Wie wäre denn unser Umsatz gewesen, wenn wir die letzten 10 Jahre vor 2024 schon das neue Autodesk-Modell gehabt hätten?
Es hat sich aber dann im Laufe dieser jetzt 2 Jahre, die wir jetzt das neue Autodesk-Abrechnungsmodell haben, gezeigt, dass wir wesentlich erfolgreicher sind im Government-Bereich, als wir überhaupt selber wussten, und dass es bei uns ungefähr 20% ist. Und das hebelt natürlich auch den Unterschied zwischen Umsatz und Rohertrag ein bisschen hoch und wirkt sich eben auch darin aus, dass eben in diesem Teil die Cost of Material höher sind, als wir dachten.
Konkret, wenn Sie sich erinnern, in der Simulation sind wir ja von an die 80% Rohmarge ausgegangen. Und wenn man sich jetzt die Rohmarge anschaut, dann sind wir im Moment bei 71,3%.
Das wird wahrscheinlich im vierten Quartal viertes Quartal ist üblicherweise ein starkes proprietäres Quartal mit starkem Geschäft im Eigenbereich, wird sich's noch mal ein bisschen nach oben bewegen, aber wir werden irgendwo im Bereich vielleicht 73% uns einpendeln. Und 73% und 80% sind schon ein Stück auseinander, insbesondere wenn man bedenkt, dass ja die Differenz zu 100% dann zählt, zu sehen, wie da die Hebel sind.
Also das sind die Effekte, die im Moment hauptsächlich bewirken, warum der Umsatz dynamischer aussieht als der Rohertrag.
Operator
Vielen Dank Ihnen. Wir haben noch vier weitere Fragen in unserer Chatbox, unter anderem: Der Rohertrag im Digitalisierungssegment ist in Q3 22% eingebrochen.
Wie viel davon entfällt auf Autodesk und wie hat sich das eigene Digitalisierungsgeschäft entwickelt?
Adi Drotleff
Das ist im Grunde genommen mit dem, was ich gerade gesagt habe, schon beantwortet. Also das ist eben dieser Effekt, dass wir als MuM deutlich mehr von diesem sogenannten Government-Geschäft machen, übrigens schon immer gemacht haben, wir wussten es nur nicht, dass man das Government-Geschäft nennt.
Und im Government-Geschäft ist es so, dass man schon gute Margen erreicht für 'n Wiederverkaufsgeschäft, aber man liegt nicht so bei den 22 bis 23%, die wir früher im Autodesk-Wiederverkauf hatten jahrelang, sondern man liegt irgendwo so bei 15 bis 17%. Dadurch ergeben sich solche Effekte, dass es aussieht, als wäre es niedriger.
Ansonsten ist es auch noch das, was ich vorhin ja schon gesagt habe, dass wir uns sowieso in einem Autodesk-Jahr befinden, wo eben die 3-Jahres-Quote nur halb so hoch ist wie in den anderen beiden Jahren, von beiden Jahren vorher und in beiden nächsten Jahren. Und dadurch ergibt sich sowieso, dass hier ein niedriger Rohertrag da ist.
Das ist auch der Grund, warum wir jetzt natürlich die Möglichkeit, dass wir die Verschlankung unserer Organisation vorantreiben können, auch nutzen werden, eben den Kostensockel an das besser anzupassen, damit, wenn in 3 Jahren das Gleiche wieder passiert, dass das eben dann nicht mehr so 'n Effekt hat, wie es diesmal hatte.
Operator
Vielen Dank. Eine weitere Frage wäre: Sie hatten bei den Q2-Zahlen gesagt, dass erst bei der Hälfte der Kunden das Geschäft wieder da ist.
Wie würden Sie es aktuell einschätzen?
Adi Drotleff
Die Frage bezieht sich auf den Bereich Eigensoftware, insbesondere eben den Bereich CAM, also unserem größten Bereich. Und ja, also ein bisschen höher ist es natürlich inzwischen schon, aber wenn man beispielsweise bedenkt, dass ja ein wichtiger Kundenkreis im Bereich CAM die Automobilindustrie ist, dann kann man schon sehen, die ist ja noch nicht zurück in Europa.
Das heißt, da ist durchaus noch was drin. Das ist auch der Grund, warum uns diese 8,5%, die wir schon haben auf Rohertragsebene, freuen, weil das ja zeigt, wenn das sozusagen bei sagen wir mal 60% Kunden, die schon wieder voll investieren können, und während 40% der Kunden, beispielsweise der Hochbau, der ist natürlich immer noch der liegt noch ziemlich darnieder, dann sieht man, dass wir im organischen Wachstum durchaus noch Luft nach oben haben.
Operator
Vielen Dank Ihnen. Eine weitere Frage wäre: Steht weiterhin der Plan, im Gesamtjahr alle Kennzahlen zu steigern?
Adi Drotleff
Ja, klar. Also das hatte ich ja auch in der Antwort für Herrn Dr.
Jakubowski gesagt. Auch wenn es da vielleicht dann noch einen Bereich geben kann, wo nicht-operative Kosten da sind, aber das vierte Quartal wird auf jeden Fall so sein, dass es eben uns aus diesem Schatten, den der Autodesk-Effekt im Q2 und Q3 geworfen hat, rausholt.
Man kann auch sagen, dieses Jahr war eben ein Jahr, wo die übliche Saisonalität, die man bei uns ja immer hat mit starken Q1 und Q4 und nicht so starken Q2 und Q3, verstärkt aufgetreten ist, aber eben aufgrund dieses Sonderfalls, der in dem Fall aus der Autodesk-Ecke kommt.
Operator
Vielen Dank Ihnen. Wir haben noch zwei Fragen übrig.
Frage Nummer 1 davon wäre: Wovon wird es konkret abhängen, wo Sie am Ende in der Ziel-Range von jetzt 11 bis 15% Wachstum bei EBIT und EPS landen?
Adi Drotleff
Davon, wie gut die Fische beißen, ne? Also ist ja klar.
Also man kann aufgrund der Pipelinesituation, der Sales-Pipeline, kann man immer, also auf einen 3-Monats-Zeitraum oder von jetzt angesehen sind's ja nur noch zwei gut 2 Monate, kann man's schon ganz gut abschätzen. Aber das vierte Quartal hat immer die Eigenschaft bei uns, dass es ein sogenanntes backloaded quarter ist.
Das heißt, man kann sagen, es hat noch nie ein Jahr gegeben, wo nicht die Hälfte oder mehr als die Hälfte des Ergebnisses des Q4 im Dezember reingekommen ist. Das liegt halt in der Natur der Sache, und deswegen ist es dann halt auch ein bisschen schwierig, jetzt noch genauer anzusagen, was genau passieren soll.
Was uns aber übrigens freut, ist, dass wir ja zu den Ersten gehörten, die schon gesagt haben, na ja, also wir sehen die Gesamtwirtschaft schon wieder aus dem Loch kommen. Und damit waren wir ja schon ein bis zwei Quartale früher dran als z.
B. die Wirtschaftsinstitute.
Also insofern haben wir da also das liegt natürlich an unserem grundsätzlich antizyklischen Geschäftsmodell, dass wir den Kunden ja Lösungen verkaufen, mit denen sie ihre Produktivität und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können. Und das ist gerade bei großen Kunden halt etwas, was sie eher machen, wenn sie gerade nicht im Boom sind und gerade nicht voll damit beschäftigt sind, die Aufträge wegzuschaufeln.
Also insofern, aber wie gesagt, genauer können wir das natürlich nicht beziffern.
Operator
Vielen Dank. Unsere letzte Frage: Wo sehen Sie aktuell die größte Nachfrage Ihrer Kunden im Bereich KI?
Im Maschinenbau, im BIM-Umfeld oder bei Themen wie Dokumentation und Wissensmanagement?
Adi Drotleff
Die größte Nachfrage kommt immer noch aus'm Finanzbereich, würde ich mal sagen. Aber bei den Kunden würde ich keinen Unterschied machen.
Also wir haben ja im Halbjahresbericht hatten wir ein Kundenbeispiel, ein singuläres Kundenbeispiel, wo es Aluminiumschmelzen ging, wo eben sich KI besonders gut geeignet hat. Das war aber ein Kundenwunsch, den wir erfüllt haben.
Und jetzt haben wir den Bereich Infrastruktur, der ja sowieso in aller Munde ist im Moment, aber wir haben im ich glaube, das war im ersten Quartal, haben wir ja berichtet über unsere KI-Verwendung im Bereich der eigenen Entwicklung. Und da war es ja so, dass das an allererster Stelle 'ne Verwendung im Bereich CAM war, nämlich das vollautomatische Softwaretesten, dank also mit KI-Methodik unterstützt, was wir schon mehr als 5 Jahre machen.
Also das geht querbeet. Die Affinität ist da eigentlich überall gleich.
Und ja, es gilt auch für unsere Kunden das, was für KI-Anwendung generell gilt. Die jüngeren Mitarbeiter haben die Affinität für KI, die älteren Mitarbeiter werden gebraucht, aufzupassen, dass man keinen Unsinn mit KI macht, dass man also auch merkt, wenn die KI fantasiert und was Falsches rausgibt, weil sie ja nur den Inhalt des Internets wiedergeben kann, und da wissen wir alle, dass da viel Richtiges, aber auch manches Falsche drinsteht und dass man sich über die Definition: Was ist denn überhaupt wahr und unwahr?, nicht mal weltweit einig ist, ne?
Also insofern das der einzige Unterschied zwischen unseren Kunden, unseren technisch orientierten Kunden, und eben dem Finanzmarkt aus unserer Perspektive ist der, dass der Finanzmarkt ungefähr eineinhalb Jahre früher auf das Thema aufgesprungen ist, was man aber auch verstehen kann, weil im Finanzmarkt ist es ja tatsächlich eine ziemliche Revolution. Ich würde das vergleichen mit der Situation vor 15 bis 20 Jahren, als die ETFs eingeführt wurden und halt auch das 'ne sehr starke Umschichtung der Arbeitsmethodik bewirkt hat.
Bei den Kunden ist es halt ein bisschen langsamer gegangen, vor allem bei unseren Kunden, weil die sehr rational an das Thema rangehen und sich z. B., also denen brauchen wir nicht zu sagen, dass die Grundregel halt die ist, dass KI dort gut einsetzbar ist, wo es letztlich so was Neuronales wie Mustererkennung geht, und dass sie dort auf der anderen Seite nicht tauglich ist, wenn es deterministische Verfahren geht, also Formeln oder Algorithmen, die z.
B. in der Baustatik eingesetzt werden.
Da eignet sich KI halt gar nicht. Da kann man auch KI einsetzen, aber da kriegt man halt ungefähre Ergebnisse.
Und niemand von uns will über 'ne Brücke benutzen, die halt mit KI ungefähr berechnet wurde. Also das sind so die grundsätzlichen Unterschiede, aber ich würde das nicht nach Branche unterscheiden.
Operator
Vielen Dank Ihnen. In Anlehnung daran haben wir gerade noch eine Frage reinbekommen: Ist KI für Mensch und Maschine derzeit eher ein zusätzlicher Nutzen zur Kundenbindung oder sehen Sie bereits ein eigenständiges Umsatzpotenzial mit neuen KI-basierten Softwaremodulen?
Adi Drotleff
Ja, sowohl als auch. Nein, wir haben ja jetzt gerade ein Beispiel, wo wir auch zeigen, dass wir KI, wo es Sinn macht und wo man schon so weit ist, auch in unsere eigenen Softwareprodukte einbauen.
Bei uns gibt's z. B.
auch in unserem Schulungsbereich, also in unserer Akademie, gibt's auch den KI-Führerschein, den kann man da machen, also auch da haben wir erzeugen wir gewisse Umsätze mit KI. Und wir setzen KI eigentlich querbeet ein, also auch beispielsweise im Bereich der Grafik.
Also wir haben ja jedes Jahr einen Adventskalender, und es versteht sich fast von selbst, dass das Motiv auf dem Adventskalender dieses Jahres mit KI erzeugt oder mit Hilfe von KI erzeugt wurde, genau übrigens wie das ist ja auch gekennzeichnet, das Titelbild vom Q3-Bericht ist auch ein KI-generiertes Bild, wo auf Nachfrage die handelnden Personen gesagt haben, also auf die Frage, wie viel Ihnen KI ob Ihnen KI was genützt hat und wie viel, haben sie gesagt: Auf jeden Fall, also das ging dank KI viel schneller. Man muss halt lernen, der KI das Richtige zu sagen.
Und beim Adventskalender gibt's die kleine Anekdote, dass auf dem Adventskalender sind zwei Rehe drauf, und da musste man der KI natürlich sagen, dass Rehe keine fünf oder sechs Beine haben.
Operator
Alles klar. Vielen Dank Ihnen.
Hier purzeln gerade noch mal Fragen rein. Ich lese noch einmal die letzte Frage vor für heute: Nochmal zu den Headcount-Kosten: Wird jetzt noch mal zusätzlich Personal abgebaut oder sind das nur die Nachlaufeffekte der bereits geplanten Maßnahmen?
Und mit welcher Personalaufwandsquote planen Sie ab 2027?
Adi Drotleff
Also im vierten Quartal werden wir noch Personal abbauen bzw. es ist teilweise schon passiert, aber es ist natürlich dann nicht im Headcount zum 30.09.
drin. Also wo wir da genau landen werden, haben wir jetzt noch nicht ausgerechnet.
Sie können das aber an der Entwicklung auch in der Segmentberichterstattung können Sie ja die Entwicklung sehen, dass die Personalkosten beispielsweise in der Digitalisierung jetzt schon auf 9-Monats-Basis leicht gesunken sind 1,9% und im Q3 1 nein, Entschuldigung, im nein, jetzt bin ich in die falsche Zeile gerutscht. Insgesamt sind wir bei -9% und wenn man sich's runterrechnet aufs Q3 alleine, dann sind wir im Q3 alleine mit -14% unterwegs gewesen.
Aber das liegt in der Natur der Sache, dass eben bei Personalabbau, dass Sie immer gewisse Verzögerungseffekte haben. Zunächst kommt der Brutto-Headcount, dann langsamer geht's beim Full-Time-Äquivalent, weil das ja 'ne Größe ist, die übers ganze Jahr gemittelt wird.
Deswegen haben wir da insgesamt jetzt Brutto-Headcount ist zum 30.09. 2,7% runter, das Full-Time-Äquivalent erst 0,7%.
Also das sind aber die normalen Effekte, das können Sie in dem Bereich gar nicht anders hinkriegen. Aber wie gesagt, also wir schauen halt, dass wir zum vierten Quartal, am Ende des vierten Quartals, dann durch sind mit den Anpassungen und mit der Verschlankung der Organisation.
Operator
Wunderbar, vielen Dank Ihnen. Ja, da keine weiteren Fragen eingegangen sind, würde ich sagen, kommen wir nun zum Ende des heutigen Earnings Calls und bedanken uns recht herzlich für Ihr Interesse.
Ein herzliches Dankeschön natürlich auch an Sie, Herr Drotleff, und Herr Pech für Ihre Präsentation und die Zeit, die Sie sich genommen haben, all die Fragen zu beantworten. Ich wünsche Ihnen allen einen erfolgreichen Tag und übergebe nochmals für das Schlusswort an Sie, Herr Drotleff.
Adi Drotleff
Ja, vielen Dank, Frau Legler. Ja, ich freue mich schon auf das nächste Mal, weil natürlich das Besprechen eines voraussichtlich guten Q4 ist ein bisschen lustiger als eben zumindest in der Rückschau Zahlen zu berichten, die zwar insgesamt 'ne gute Profitabilität ausweisen, aber halt auch ein bisschen Schatten verursachen.
Wünsche uns allen und Ihnen allen einen schönen Herbst und eine ruhige Weihnachtszeit. Vielen Dank.
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