RHON-KLINIKUM AG

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Q4 FY2025 · Earnings Call TranscriptMarch 26, 2026

Operator

Herzlich willkommen zum Analysten-Call der RHÖN-KLINIKUM AG. Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass sich alle Teilnehmenden im Zuhörerstatus befinden und dass die Konferenz aufgezeichnet wird.

Nach der Präsentation haben Sie die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Wenn Sie Fragen stellen möchten, drücken Sie die Tasten Stern gefolgt von 1 auf Ihrem Telefon.

Sollten Sie während der Konferenz die Hilfe eines Operators benötigen, drücken Sie Stern und 0. An dieser Stelle möchte ich Sie auf die Beachtung des Disclaimers auf Seite 2 dieser Präsentation hinweisen, der für alle heute getroffenen Aussagen Gültigkeit hat.

Darüber hinaus möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass diese Veranstaltung aufgezeichnet wird. Meine sehr geehrten Damen und Herren, durch den heutigen Analysten-Call werden Sie Dr.

Stefan Stranz, Vorstand der RHÖN-KLINIKUM AG, und Norman Dittes, Konzernbereichsleiter Finanzen des Unternehmens, führen. Im Anschluss daran haben Sie die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Ich übergebe nun das Wort an Dr. Stranz.

Dr. Stefan Stranz

Meine sehr geehrten Damen und Herren, sehr geehrte Analysten, ich heiße Sie im Namen des Vorstandes herzlich willkommen und freue mich über Ihr Interesse an unserem Unternehmen. Das vergangene Jahr hat erneut gezeigt, wie zentral und zugleich herausfordernd unsere Rolle im Gesundheitswesen ist.

In einem Umfeld, das von medizinischem Fortschritt, steigender Nachfrage nach hochwertiger Versorgung und zunehmendem wirtschaftlichen Druck geprägt war, haben wir unsere Verantwortung als Klinikkonzern entschlossen wahrgenommen. Dank des außergewöhnlichen Engagements unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten wir wichtige Initiativen zur Effizienzsteigerung vorantreiben und die medizinische Exzellenz unserer Versorgungseinrichtungen weiter stärken.

Gleichzeitig haben wir verschiedene strategische Investitionen umgesetzt, unsere Strukturen fortdauernd zu modernisieren, digitale Prozesse auszubauen und uns zukunftsfest aufzustellen. Die anstehenden Reformen im Gesundheitswesen markieren einen tiefgreifenden Strukturwandel, der die Krankenhauslandschaft weitreichend verändern wird.

Wir stellen uns diesen Herausforderungen nicht nur, sondern verstehen sie vielmehr als große Chance, unsere Stärken zu nutzen und unsere Markt- und Versorgungsposition weiter auszubauen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dabei ist die Zusammenarbeit im Unternehmensverbund mit Asklepios und MediClin.

Wir bündeln unsere Stärken und unser Wissen, gewinnen neue Erkenntnisse und teilen visionäre Perspektiven. Damit beschleunigen wir das Erreichen unseres Ziels, einer Gesundheitsversorgung, die die Bedürfnisse unserer Patienten in den Mittelpunkt stellt und Qualität, Sicherheit und einen nahtlosen Behandlungsverlauf im Zentrum unserer Anstrengungen stehen.

Vor diesem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels primär bedingt durch den demografischen Wandel, der zu mehr pflegebedürftigen Menschen bei gleichzeitig sinkender Zahl an Nachwuchskräften führt, gehört die nachhaltige Gewinnung und Bindung von Beschäftigten zu den wesentlichen strategischen Herausforderungen. Wir sind ein modernes und diverses Unternehmen und bieten unseren Mitarbeitenden zukunftssichere Arbeitsplätze.

Wir fördern persönliche Karrierechancen und investieren in Aus- und Weiterbildung. Über 19.100 Kolleginnen und Kollegen aus 89 Nationen sind bei uns beschäftigt.

Und so freut es uns ganz besonders, dass wir auch im letzten Jahr die Zahl der Beschäftigten erhöhen und sie bei uns im Team neu begrüßen konnten. Darüber hinaus arbeiten wir intensiv daran, die Attraktivität von Berufen im Gesundheitswesen fortwährend zu steigern.

Dafür steht die Unternehmensinitiative „Pflege weitergedacht“, die ursprünglich innerhalb der RHÖN-KLINIKUM AG entwickelt wurde und im vergangenen Jahr zu einer konzernweiten Initiative des Asklepios-Konzerns zusammengewachsen ist. Unsere Mitarbeiter zu entlasten, Ressourcen effizient zu steuern und gleichzeitig eine hohe Versorgungsqualität sicherzustellen, haben wir 2025 konzernweit begonnen, ein neues digitales Patientenmanagementsystem an allen Standorten einzuführen.

Über dieses moderne Portal sind unsere Mitarbeitenden aktiv in die Personaleinsatzplanung und Zeitwirtschaft eingebunden, per App oder per Desktop. Dabei erhalten sie mehr Planungssicherheit, mehr Flexibilität bei ihrer Arbeitszeitgestaltung.

Meine Damen und Herren, unser Ziel ist es, eine moderne, menschlich zugewandte Medizin von der Früherkennung bis zur Nachsorge auf höchstem universitätsmedizinischen und wissenschaftlichen Niveau und in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zu schaffen. Seit jeher forcieren wir zudem die Förderung integrierter Versorgungsmodelle sowie eine verbesserte Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung.

Unser bereits vor Jahren etabliertes Campus-Konzept steht dafür. 2025 kamen neue Angebote unternehmensweit hinzu.

Mit einem gemeinsamen Brustzentrum bündeln wir etwa an unseren beiden Universitätsstandorten Gießen und Marburg unsere Stärken. Dabei setzen wir einen neuen Maßstab in der onkologischen Versorgung in Hessen.

Dank der engen Kooperation beider Standorte können nun zukünftig noch mehr Patienten versorgt werden als bisher. Auch in Bad Neustadt konnten wir neue Versorgungsstrukturen weiter ausbauen.

Mit der Integration des Orthozentrum Saale, eines der größten und leistungsstärksten Praxen in der Region, haben wir seit Beginn des neuen Geschäftsjahres unsere orthopädische Fachkompetenz und die damit einhergehende Verzahnung ambulanter und stationärer Behandlung im Rahmen eines Campus-Konzeptes weiter gestärkt, wohnortnah und patientenzentriert. Als leistungsfähiger und integrierter Klinikkonzern verfügen wir über die notwendigen Strukturen, Veränderungen aktiv mitzugestalten.

Gleichzeitig ermöglicht uns unsere finanzielle Stabilität, große und wichtige Investitionen in Medizin-Hightech gezielt und vorausschauend umzusetzen. Dabei setzen wir ein starkes Signal für die dynamische und technologische Weiterentwicklung unserer Einrichtungen.

Im vergangenen Geschäftsjahr wurden beispielsweise eine neue Laborstraße in Gießen, neue Herzkathetertechnologien und ein neues 3-Tesla-Magnetresonanztomograf in Marburg sowie ein Strahlentherapiesystem zur Krebsbehandlung in Bad Berka realisiert. Ein neues Kapitel und Alleinstellungsmerkmal haben wir im 2025 mit der Photonentechnologie aufgeschlagen.

Als einziger Klinikkonzern in Deutschland verfügt RHÖN bereits über drei Photon-Counting-Computertomografen der neuesten Generation am Campus Bad Neustadt, der Zentralklinik Bad Berka und an unserem Universitätsklinikum Gießen. Ein weiteres Gerät wird im Jahr 2026 in Marburg folgen.

Die Systeme gehören zu den modernsten weltweit und ermöglichen bei deutlich reduzierter Strahlenbelastung eine ultraschnelle und hochpräzise Bildgebung. Diese Detailgenauigkeit eröffnet neue Möglichkeiten der Früherkennung, der Verlaufskontrolle zahlreicher Krankheitsbilder und eine noch individuellere Patientenbehandlung.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, nach 50 Jahre RHÖN feiern wir in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: 20 Jahre Universitätsklinikum Marburg-Gießen als Teil unseres Unternehmensverbunds. Diese 20 Jahre stehen für exzellente Medizin, herausragende Forschung, engagierte Lehre und Talententwicklung.

Als drittgrößtes Universitätsklinikum Deutschland nimmt das UKGM eine zentrale Rolle in der Hochschulmedizin und Spitzenversorgung ein. Doch trotz dieser wissenschaftlichen und medizinischen Exzellenz steht das UKGM weiterhin vor der Herausforderung einer fortwährend unzureichenden Investitionsfinanzierung.

Die Zukunftsvereinbarung mit dem Land Hessen war ein erster wichtiger Schritt. Dennoch beschreibt sie für uns nach wie vor die unberechtigte Schlechterstellung des UKGMs bei der Investitionsförderung durch das Land Hessen.

Wir fordern deshalb mit allem Nachdruck für das UKGM die volle Gleichstellung von öffentlichen und privaten Universitätsmedizin bei der Investitionsförderung. Nur dadurch kann eine langfristig tragfähige Lösung für das UKGM gefunden werden.

Wir setzen dafür auf einen intensiven Dialog im Jahr 2026. Ich übergebe nun an Herrn Norman Dittes, Konzernbereichsleiter Finanzen, der Ihnen die Geschäftszahlen und Finanzdaten des zurückliegenden und als Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr ausführlich erläutert.

Vielen herzlichen Dank.

Norman Dittes

Meine sehr geehrten Damen und Herren, gerne präsentiere ich Ihnen die Finanzzahlen im Folgenden. Die RHÖN-KLINIKUM AG ist ein stabiles und finanziell solides Unternehmen.

Wir bewerten die aktuellen Entwicklungen und Auswirkungen der Gesundheitsreform sehr sorgfältig und richten unsere strategische Planung konsequent und mit Weitblick darauf aus. Wir reagieren umgehend auf kurzfristige Schwankungen in dem regulatorischen, schwierigen Marktumfeld, und wir wollen und können langfristig weiterwachsen.

Im Laufe des Geschäftsjahres haben wir wichtige operative Maßnahmen in der Kliniksteuerung auf den Weg gebracht, den gestiegenen Kostenentwicklungen der vergangenen Geschäftsjahre zu begegnen. Die erwarteten Effekte aus der Refinanzierung von gestiegenen Personal- und Materialkosten für die Erbringung von Krankenhausleistungen, wie zum Beispiel die Sofort-Transformationskosten, wie auch die angestrebten Einigungen mit Krankenkassen zu Altfällen zeigen jedoch verzögerte Wirkung.

Dies hat uns dazu veranlasst, unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2025 entsprechend anzupassen. Am Ende war das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) demzufolge 105,9 Millionen € und hat sich im Vergleich zum Vorjahr 4,4% verringert.

Der Wegfall von Mitteln des Gesetzgebers für erhöhte Energieaufwendungen in Höhe von 13 Millionen €, die im Vorjahr ergebniswirksam vereinnahmt wurden, sind neben dem Kostenanstieg von wesentlicher Bedeutung. Der Materialaufwand erhöhte sich bedingt durch gestiegene Bezugspreise auf 543,7 Millionen €.

Die Materialaufwandsquote hat sich jedoch 0,5% reduziert, dies aufgrund höherer Wachstumsraten in den Erlösen verbunden mit günstigen Einkaufskonditionen für eingesetzte hochwertige medizinische Produkte. Unsere rund 19.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in den Kliniken und medizinischen Versorgungszentren des Konzerns 938.655 Patientinnen und Patienten betreut.

Dies entspricht einem Zuwachs von 2,8%, hat zu einer positiven Leistungsentwicklung in den Kliniken geführt. Die Umsatzerlöse sind 6,8% auf 1,7 Milliarden € angestiegen.

Der Konzerngewinn ist 8,9 Millionen € zurückgegangen und beläuft sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 36,3 Millionen €. Neben dem im Vergleich zum Vorjahr reduzierten EBITDA aus dem operativen Geschäft spielten hier eine Wertminderung im Goodwill einer Cash-Generating-Unit sowie das rückläufige Finanzergebnis aufgrund von negativen Zinsentwicklungen eine entscheidende Rolle.

Das Ergebnis je Aktie hat sich verwässert 0,13 € auf 0,52 € reduziert. Unsere Finanzziele für 2025 haben wir unter Berücksichtigung der Prognoseänderungen insgesamt erreicht.

Kommen wir nun zur Bilanz für das Geschäftsjahr 2025. Die Bilanzsumme verringerte sich im Vergleich zum Bilanzstichtag des Vorjahres 37,5 Millionen € bzw.

2,0% auf rund 1,819 Milliarden €. Die Eigenkapitalquote befindet sich weiterhin mit 74,3% auf einem hohen Niveau.

Wir weisen am 31. Dezember 2025 ein Eigenkapital in Höhe von 1,352 Milliarden € aus.

Das langfristige Vermögen ist rechnerisch zu 159,1% vollständig fristenkongruent durch Eigenkapital und langfristige Schulden finanziert. Zum 31.

Dezember 2025 weisen wir eine Nettoliquidität in Höhe von 207,7 Millionen € aus. Dabei ist aber zu erwähnen, dass im Geschäftsjahr 2025 31 Millionen € Rückzahlung der 7-Jahres-Tranche der 2.

Tranche aus dem Geschäftsjahr 2018 eingegangenen Schuldscheindarlehensvertrags und daneben höhere Kapitalabflüsse aus Investitionstätigkeit von 74,4 Millionen € zu erfassen waren. Somit zeichnet die RHÖN-KLINIKUM AG durch eine hohe und gesunde Eigenkapitalausstattung, eine nachhaltige Innenfinanzierungskraft und eine starke Liquiditätssituation im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich aus.

Unsere Finanzierungsstrategie besteht aus einem Schuldscheindarlehen, einer langfristigen Namensschuldverschreibung und nicht gezogenen kurzfristigen bilateralen Finanzierungslinien. Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken stufen wir derzeit als sehr gering ein.

Nach dem Geschäftsjahr 2025 aus der Gewinnverwendung 2024 eine Dividende in Höhe von 7,5 Millionen € an die Aktionärinnen und Aktionäre und an nicht beherrschende Anteile ausgeschüttet wurden, schlägt der Aufsichtsrat und Vorstand für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividendenausschüttung in Höhe von ca. 13,4 Millionen € vor.

Dies entspricht einer Dividende je Stückaktie in Höhe von 0,20 €. Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2026 gehen wir derzeit davon aus, unsere Leistungsindikatoren organisch steigern zu können.

Hinsichtlich der Entwicklung der Umsatzerlöse wurde berücksichtigt, dass die Effekte aus den Sofort-Transformationskosten unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen Erträgen nach IFRS ausgewiesen werden.

Daneben wird ein Shift von stationären in ambulante Leistungen erwartet, welche sich in Hybrid-DRGs widerspiegeln. In unserer nachhaltigen Unternehmensstrategie, einer hohen Eigenkapitalquote und konsequenten Effizienzmaßnahmen bleiben wir hier auf Kurs.

Für das kommende Geschäftsjahr gehen wir von einem Umsatz in Höhe von 1,7 Milliarden € in einer Bandbreite von jeweils +/- 5% aus. Für das EBITDA, also Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, rechnen wir mit einem Wert zwischen 110 Millionen € und 125 Millionen €.

Neben den Finanzzahlen berücksichtigen wir weiterhin bei der Steuerung des Unternehmens als nicht finanzielle Leistungsindikatoren die Anzahl der Fälle und der Bewertungsrelationen und erwarten hierfür eine moderate Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Diese Prognose spiegelt die weiter verschärften regulatorischen Eingriffe des Gesetzgebers in die politische Umsetzung der notwendigen Krankenhausreform wider.

Gleichzeitig weisen wir darauf hin, dass dieser Ausblick auch unter erheblichen Unsicherheiten im Zusammenhang mit den vielfach weltweiten Krisen, die sich unter anderem in Preissteigerungen und Lieferschwierigkeiten auswirken können, und unter dem Vorbehalt weiterer regulatorischer Eingriffe mit Auswirkung auf die Vergütungsstruktur für medizinische Leistungen im Jahr 2026 steht. Meine sehr geehrten Damen und Herren, trotz des hohen aktuellen Veränderungsdrucks nehmen wir bereits heute auch die Versorgungsrealität der Jahre nach 2030 fest in den Blick.

Wir arbeiten aktiv daran zu definieren, wie eine exzellente Patientenbehandlung, -pflege und -therapie in der Zukunft gestaltet sein muss. In einem sich wandelnden System bleibt unsere oberste Priorität dabei unverändert: die sichere Versorgung unserer Patientinnen und Patienten, die Gewinnung und Bindung hochqualifizierter Fachkräfte sowie die gemeinsame Sicherung einer stabilen wirtschaftlichen Basis als Garant unserer Zukunftsfähigkeit.

Wir bedanken uns nun recht herzlich für Ihre Aufmerksamkeit und beantworten gerne Ihre Fragen.

Operator

Sehr geehrte Damen und Herren, wir starten nun mit der Frage- und Antwortrunde. Wenn Sie eine Frage stellen möchten, drücken Sie bitte die Tasten Stern und 1 auf Ihrem Telefon.

Möchten Sie Ihre Frage zurückziehen, drücken Sie bitte die Tasten Stern und 2 auf Ihrem Telefon. Bitte beachten Sie, dass wir aufgrund des Zeitfaktors pro Teilnehmer nur eine bzw.

maximal zwei Fragen beantworten werden. Für Fragen drücken Sie bitte jetzt Stern und 1.

Einen Moment für die erste Frage. Und wir haben eine Frage von Nico Löchner von der Solventis AG.

Bitte schön, Herr Löchner.

Nico Löchner

Ja, guten Mittag in die Runde. Sie haben im Prinzip ja die gleiche Guidance wie 2025 erneut rausgegeben.

In der Ad-hoc hatten Sie ja angesprochen, dass es Verzögerungen gibt. Sind die Verzögerungen im Prinzip jetzt von dauerhafter Natur, weil eigentlich müsste es ja einen Nachholeffekt jetzt geben in '26?

Oder sinkt die Profitabilität aus anderen Gründen in 2026? Und was sehen Sie mittelfristig für ein realistisches EBITDA an?

Und dann würde ich mich noch interessieren: Sie haben ja gesagt, dass Sie Ihre Dividende auf 20 Cent erhöhen. Das hat ja den Hintergrund, dass es einen Beschluss gab, dass der Beschluss zur Verwendung des Bilanzgewinns für nichtig erklärt gewesen war.

Sehen Sie da eigentlich ein Risiko, dass da möglicherweise noch Rückzahlungen der staatlichen Förderung dann drohen, oder wird das dann gesondert gesehen, dass das eigentlich einfach nur eine erhöhte Dividende für '25 dann ist? Und wenn Sie dann noch Zeit haben, könnten Sie auch noch was dazu sagen zu der engeren Zusammenarbeit innerhalb der Asklepios-Gruppe?

Was Sie da sich für positive Effekte erwarten?

Dr. Stefan Stranz

Ja, vielen Dank für die Frage. Ich würde ganz kurz auf die erste Frage antworten.

Es ist in der Tat so, dass das Sofort-Transformationsprogramm ja im letzten Jahr in 2025 nur in zwei Monaten wirkt und jetzt in '26 da quasi volle Wirkung sozusagen entfaltet, zumindestens bis November. Gleichzeitig haben wir im letzten Jahr verschiedene Effizienzstrukturen und Programme im Konzern umgesetzt, die natürlich immer eine gewisse Zeit hat, sich sozusagen zu entfalten.

Und deshalb gehen wir auch aus, dass wir entsprechend am oberen Rand der Guidance auch entsprechend unsere Jahresergebnisse in '26 sehen. Gut, dann die zweite Frage war zum Thema oder vielleicht nehme ich die dritte Frage noch mal ganz kurz vor.

Wir sehen natürlich sehr, sehr, sehr, sehr viele positive Effekte in der Zusammenarbeit zwischen Asklepios, der MediClin und RHÖN. Das betrifft natürlich beispielsweise Themen wie gemeinsamer Einkauf, aber vor allen Dingen auch aus meiner Sicht einer der wesentlichen Punkte ist der gemeinsame Wissenstransfer, wie eben schon gesagt.

Wir können natürlich aus einer großen Gruppe Wissen akkumulieren und das tatsächlich dann auch jeden Tag in unsere Abläufe und unsere Prozesse entsprechend einfügen. Und deshalb ist das natürlich für uns ein sehr, sehr großer Zugewinn.

Und wir sehen natürlich auch gerade bei dem Thema auf Gruppenebene: Wie kann man neue Versorgungskonzepte, neue Versorgungsideen auch mit Kostenträgern definieren und besprechen? Glaube ich, auch sind wir sehr, sehr weit in Deutschland.

Und also wir profitieren sehr, sehr davon, und ich glaube, das wird sich auch in den Folgejahren deutlich dann auch entsprechend in der Qualität, in der Patientenversorgung, in den neuen Strukturen, aber auch in den Ergebnissen widerspiegeln. Gut, und zur Dividende würde ich an Herrn Dittes weitergeben.

Nico Löchner

Vielleicht noch einmal kurz anschließend daran bezüglich des perspektivischen EBITDAs: Könnten Sie da was sagen, welche Richtung das gehen könnte, wenn Sie sich dazu äußern wollen?

Norman Dittes

Ja, also wir haben uns intensiv damit beschäftigt auch im Rahmen der Wirtschaftsplanung der letzten Jahre, was ein nachhaltiges EBITDA was wir erreichen können. Wir haben jetzt wieder gezeigt, dass wir über 100 Millionen € EBITDA erreichen können trotz ja wir haben es vorhin beschrieben dem Veränderungsdruck und den regulatorischen Entwicklungen.

Wir sehen schon, dass den Bandbreiten, die wir auch kommunizieren an den Kapitalmarkt, dass das die realistische nachhaltige EBITDA-Entwicklung ist. Wir hatten im letzten Jahr eben gewisse Verzögerungseffekte, hat der Herr Dr.

Stranz ja eben erwähnt, die wir nahe beobachtet haben, aber dann Anfang Januar quasi ja beurteilt haben, dass wir jetzt zwar nicht sehr weit von der unteren Grenze der 110 Millionen € liegen mit 105,9 Millionen €, was jetzt rein das KPI des EBITDAs angeht, aber wir erwarten auch die Nachholeffekte in diesem Jahr. Und entsprechend haben wir halt Anfang Januar so entschieden, dass wir diese Prognoseänderung vornehmen.

Aber noch mal kurz zusammengefasst: dass wir nachhaltig ein EBITDA über 100 Millionen erreichen und in den Bandbreiten, die wir kommuniziert haben, das sehen wir schon als realistisch an für den Konzern.

Dr. Stefan Stranz

Ja? Hat das Ihre Frage beantwortet, Herr Löchner?

Nico Löchner

Ja.

Norman Dittes

Dann vielleicht zum Thema Dividende. Sie hatten ja explizit gefragt, ob wir da ein Risiko sehen, dass wir Zuschüsse zurückbezahlen müssen an die entsprechenden Behörden.

Wir sehen das nicht so. Die Klage, von der Sie sprechen, die bezog sich ja auf die Hauptversammlung 2024 und die Gewinnverwendung des Geschäftsjahres '23.

Und dort wurde ein Urteil gesprochen Ende Januar, und das bezog sich ja auf den Gewinnverwendungsbeschluss. Wir haben uns dann nach Würdigung des Urteils intensiv da auseinandergesetzt, sehen kein Risiko einer Rückzahlung dieser Zuschüsse.

Aber wir haben uns auch aus wirtschaftlichen Gründen entschieden, den Prozess nicht weiterzuverfolgen. Und entsprechend haben wir das nun auch in der Gewinnverwendung berücksichtigt, indem wir 0, also 20 Cent pro Aktie für die Gewinnverwendung 2025 und 20 Cent als Mindestdividende in Höhe der 20 Cent für das Geschäftsjahr 2023 beschließen.

Genau. Das haben wir auch so im Geschäftsbericht dargelegt und wurde entsprechend von unseren Rechtsberatern so beurteilt.

Ausreichend?

Nico Löchner

Ja. Danke.

Dr. Stefan Stranz

Prima, danke.

Operator

Es liegen keine weiteren Fragen vor. Sehr geehrte Damen und Herren, die heutige Veranstaltung ist nun beendet.

Wir danken uns herzlich für Ihre Teilnahme an der heutigen Telefonkonferenz und wünschen Ihnen einen angenehmen Tag. Auf Wiederhören.