Roland Kley
Und ein wichtiger Grund hierfür ist auch, dass Ende 2024 die Abschreibungen auf dem Kundenstamm aus der Übernahme der ehemaligen Centrumbank endeten. Insgesamt beliefen sich die Abschreibungen im Jahr 2025 auf 29,2 Millionen Schweizer Franken.
Dank den wachsenden Erträgen und den deutlich gesunkenen Kosten hat sich das Cost-Income-Ratio spürbar verbessert und liegt nun bei 83,2%, mehr als 10 Prozentpunkte tiefer als im Vorjahr. Die VP Bank Gruppe steht auf einem robusten Fundament.
Dies zeigt sich insbesondere durch unsere Bilanzstruktur. Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr insgesamt stabil geblieben.
Unser Kreditportfolio wie auch unser Treasury-Portfolio weisen eine hohe Kreditqualität auf und tragen wesentlich zur langfristigen Stabilität unseres Geschäftes bei. Unsere Refinanzierung ist weiterhin ausgesprochen robust.
81,4% der Bilanzsumme stammen aus Kundeneinlagen, und das Verhältnis von Krediten zu Einlagen liegt bei 68,7%. Das Eigenkapital beträgt 11% der Bilanzsumme und unterstreicht damit die starke Kapitalbasis der VP Bank Gruppe.
Das robuste Fundament zeigt sich auch in unseren regulatorischen Kennzahlen. Diese liegen alle deutlich über den regulatorischen Mindestanforderungen.
Die Kernkapitalquote liegt bei 26,1% und wurde im Jahr 2025 erstmals nach den Vorgaben nach Basel IV berechnet. Die Liquidity Coverage Ratio beträgt 180,4% beziehungsweise lag über das gesamte Jahr 2025 im Durchschnitt bei 188%.
Die Leverage Ratio liegt bei 10,4%, und die Net Stable Funding Ratio erreicht 153,9%. Lassen Sie mich meine Ausführungen zusammenfassen: Die VP Bank Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 ein verbessertes Ergebnis erzielt.
Operativ haben wir klare Fortschritte erzielt, und unsere Bilanzstruktur bleibt ein stabiles Fundament für die Zukunft. Ich übergebe nun an Urs Monstein, der Ihnen den strategischen Ausblick erläutern wird, und stehe Ihnen gerne im Anschluss für weitergehende Fragen zur Verfügung.
Urs Monstein
Danke vielmals, Roland. Ja, geschätzte Anwesende, die soeben präsentierten Zahlen unterstreichen, dass wir im vergangenen Jahr erfreuliche Fortschritte erzielt haben und sich die Bank insgesamt auf Kurs befindet.
Das im Jahr 2024 verabschiedete Massnahmenpaket zur Effizienzsteigerung ist final umgesetzt, und es zeigt die gewünschte und erwartete Wirkung. Gleichzeitig wurde auch die Kostendisziplin weiterhin hochgehalten.
Beides zusammen hat zu einer nachhaltig tieferen Kostenbasis geführt. Neben der Kostenseite haben wir an unserer Marktstrategie und unserem Leistungsversprechen weitergearbeitet.
Trotz schwierigem Zins- und Währungsumfeld konnten wir damit unsere Margen insgesamt stabil halten, was zeigt, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Und auch die Qualität des Wachstums hat sich erhöht.
Während in den Vorjahren das Neugeld fast ausschliesslich aus dem Asset Servicing stammte, sehen wir heute eine breitere Abstützung. Besonders erfreulich ist das Wachstum im Intermediärsgeschäft sowie an unseren wichtigen Standorten in Liechtenstein und der Schweiz, wie Sie soeben von Roland Kley gehört haben.
Und unverändert solide präsentiert sich unsere Bilanzstruktur. Sie gibt uns Stabilität und bietet uns die notwendige Grundlage, unsere Strategie weiter zu umzusetzen.
Und an dieser definierten und eingeschlagenen Strategie mit den Standorten Liechtenstein, Zürich, Luxemburg, Singapur und British Virgin Islands sowie den Geschäftsfeldern Privatkunden, Intermediäre und Asset Servicing halten wir fest. Wie bereits anlässlich der letzten Bilanzmedienkonferenz erwähnt, haben wir uns aber hinsichtlich Marktbearbeitung weiter fokussiert, und wir haben namentlich unsere Zielmärkte reduziert.
In der Folge haben wir unser Leistungsangebot für Intermediäre und Privatkunden weiter geschärft, sodass wir in unseren Zielmärkten über ein überzeugendes und differenzierendes Leistungsangebot verfügen. Entlang dieser Marktstrategie gilt es nun, das Wachstum weiter zu beschleunigen, und zwar nachhaltig und profitabel.
Dabei verfolgen wir einen klaren Plan, und zwar ganz im Sinne unseres Verwaltungsrats, welcher konzise Grundlagenarbeit mit einem klaren Fokus fordert. Dieser Plan geht auf das Jahr 2024 zurück und wurde anschliessend schrittweise verfeinert und weiterentwickelt.
Und was mich besonders freut: Bis anhin haben wir nicht nur einen guten Plan gehabt, vielmehr haben wir die Entwicklungsschritte, welche wir angesagt haben, auch umgesetzt. Haben wir 2024 an unserem Fundament gearbeitet.
Wir haben das Risikomanagement weiterentwickelt. Wir haben Anpassungen an unserer Organisationsstruktur vorgenommen, Prozesse vereinfacht und Redundanzen abgebaut.
Damit konnten wir, wie bereits mehrfach erwähnt, nachhaltige Kosteneinsparungen von weit über 20 Millionen Schweizer Franken realisieren. Letztes Jahr lag der Schwerpunkt auf der Profitabilität.
Ein wesentliches Element war dabei die Überarbeitung unseres Leistungsversprechens, unter anderem mit dem Ziel, die Mandatsquote weiter zu erhöhen. Konnten im Verlaufe des Jahres neue Mandate im Umfang von rund 600 Millionen Franken abgeschlossen werden.
Und aus der Überarbeitung des Leistungsversprechens realisierte ein zusätzlicher Mehrertrag im Jahre 2025 von über 3 Millionen Franken, was annualisiert einem Mehrertrag von knapp 7 Millionen Schweizer Franken entspricht. Gleichzeitig haben wir auch das Kreditportfolio überprüft und dieses stärker auf Ertragsqualität ausgerichtet.
Weniger ertragsstarke Kredite wurden reduziert, während Mittel gezielt in qualitativ hochwertige und profitablere Kreditbeziehungen verlagert wurden. Diese Massnahme führte zu einem annualisierten Mehrertrag von knapp über 2 Millionen Schweizer Franken.
Zusammen mit der fokussierten Marktstrategie zahlen diese Schritte alle auf ein gemeinsames Ziel ein: Ab 2026 und selbstverständlich darüber hinaus wollen wir nun weiter profitables Wachstum realisieren. Im Fokus stehen dabei eine gezielte Marktbearbeitung, eine strukturierte Kundenbuchplanung sowie die Weiterentwicklung unserer Vertriebsorganisation.
Und für diese nachhaltige Wertentwicklung der VP Bank verfolgen wir einen ganzheitlichen Steuerungsansatz, welcher auf folgenden Pfeilern beruht: zunächst profitables Wachstum, selbstverständlich konsequente Kostendisziplin und ein wirksames Risikomanagement, und dies, ganz wichtig, auf der Grundlage unserer Spezialistinnen und Spezialisten aus allen Bereichen unserer Bank sowie eine unternehmerisch ausgerichtete Unternehmenskultur. Lassen Sie mich auf diese einzelnen Steuerungselemente eingehen, wobei ich mich auf die Schwerpunkte fokussieren werde, die vor uns liegen.
Ich starte beim profitablen Wachstum. Auf der Basis der bestehenden Kunden- und Servicenähe sowie einer auch im Quervergleich überdurchschnittlichen Anlageperformance steht die Weiterentwicklung unserer Sales-Kultur im Zentrum.
Dazu gehören klare Verantwortlichkeiten sowie eine stringente Steuerung der jeweiligen Geschäftsfelder. Dabei müssen vor allem im Private Banking die bestehenden Potenziale noch besser ausgeschöpft werden.
Wir sind aber überzeugt, dass wir dies mit einer strukturierten Kundenbuchplanung, einer koordinierten Marktbearbeitung und selbstverständlich einer kontinuierlichen Anpassung unserer Leistungen an die sich wechselnden Bedürfnisse unserer Kunden auch erreichen können. Zweitens: die Kostendisziplin.
Auch wenn wir die Kostenbasis nachhaltig reduzieren konnten, bleibt eine hohe Kostendisziplin und die stetige Suche nach Effizienzsteigerungen ein Punkt auf unserer dauernden Agenda. Im Vordergrund stehen dabei der Fokus auf Investitionen, welche einen messbaren Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden liefern, sowie auf Prozessverbesserungen, welche beides erreichen sollen: die Erhöhung des Kundenerlebnisses, aber auch die Erhöhung der Effizienz.
Stichworte dazu sind Digitalisierung, Automatisierung und der gezielte Einsatz von künstlicher Intelligenz. Dritter Schwerpunkt: das Risikomanagement.
Sie haben es gehört, unsere Bilanz ist stark aufgestellt, und zwar sowohl in Bezug auf Liquidität als auch auf Kapital. Zusammen mit einem effektiven Risikomanagement entlang aller drei Verteidigungslinien bildet sie das stabile Fundament für unser Geschäftsmodell und für die Umsetzung unserer strategischen Ziele.
Mit Blick nach vorne bleibt aber die konsequente Weiterentwicklung eines ausgeprägten Risikobewusstseins zentral. Dabei gilt es nicht nur, einfach die Regulatorien einzuhalten, sondern wir müssen namentlich die operationelle Resilienz und dabei auch die Cybersicherheit kontinuierlich stärken, auch in einem zunehmend komplexen Umfeld robust zu bleiben.
Gleichzeitig arbeiten wir aber auch an der weiteren Verankerung einer disziplinierten Risikokultur mit dem Ziel, Risiken effektiv zu steuern, gleichzeitig aber auch unnötige Komplexität zu vermeiden. Und last but not least: People and Culture.
Trotz signifikanter Fortschritte in der Mitarbeiterzufriedenheit ist uns klar, dass People and Culture kontinuierliche Führungsaufgaben sind. Dabei gilt es, eine unternehmerisch ausgerichtete Unternehmenskultur zu installieren.
Das heisst für uns konkret: Verantwortung fördern, Entscheidungsfreude unterstützen und Leistung wertzuschätzen. Gleichzeitig gilt es aber auch, unsere Führungskräfte und Talente kontinuierlich weiterzuentwickeln sowie mittels einer nachhaltigen und strukturierten Nachfolgeplanung die Stabilität und Kontinuität in Schlüsselpositionen sicherzustellen.
Und dies alles hat nur ein Ziel, nämlich die VP Bank als attraktive Arbeitgeberin weiterhin zu stärken, damit wir über die Fähigkeit verfügen, Toptalente zu gewinnen und Toptalente auch langfristig an uns zu binden. An unseren strategischen, finanziellen Zielen halten wir fest.
Das bedeutet: Nettoneugeldwachstum von 4% pro Jahr, Ertragswachstum von 4% bis 6% pro Jahr, wobei diese Zielsetzung kurzfristig angesichts des derzeitigen Zins- und Währungsumfeldes eine sehr grosse Herausforderung bedeutet; eine nachhaltige Verbesserung der Cost-Income-Ratio; und die Sicherstellung einer weiterhin soliden Bilanzstruktur. Meine Damen und Herren, gerne fasse ich kurz zusammen: Die VP Bank verfügt über eine fokussierte und nachhaltige Wachstumsstrategie mit klar definiert und geführten Segmenten und Märkten.
Auf dieser Basis können und wollen wir strukturelles Wachstum sicherstellen. Unsere Client Experience ist ein zentrales Differenzierungsmerkmal, getragen von Kundennähe, hoher Servicequalität und einer starken Investment-Performance.
Unsere Mitarbeitenden und unsere Unternehmenskultur sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Eine unternehmerische Haltung, hohe Mitarbeiterzufriedenheit und Stabilität in Schlüsselfunktionen schaffen Kontinuität.
Und mit unseren Ankeraktionären verfügen wir über eine langfristig ausgerichtete Eigentümerschaft, die uns Stabilität gibt und Vertrauen schafft. Kostendisziplin und Digitalisierung sichern Effizienz und Skalierbarkeit, und gleichzeitig verfügen wir über eine starke Bilanz, eine hohe Risikodisziplin und eine solide Kapital- und Liquiditätsbasis.
All dies, meine Damen und Herren, gibt uns die Zuversicht, dass wir gut positioniert sind, auch in einem anspruchsvollen Umfeld nachhaltig und profitabel zu wachsen. Denn mit diesen Zutaten können und wollen wir unser Versprechen einlösen, ein verlässlicher Partner zu sein, welcher unsere Kundinnen, unsere Aktionäre und unsere Mitarbeitenden voranbringt.
Damit danke ich Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit, und wir stehen jetzt gerne für Fragen zur Verfügung. Darf ich euch, Stefan und Roland, zu mir bitten?
Wem darf ich das Wort zuerst erteilen?
Daniel Regli
Guten Morgen. Daniel Regli von der Zürcher Kantonalbank.
Ich hätte ein paar Fragen. Zum einen bezüglich Nettoneugeld, im zweiten Halbjahr kam es zu Nettoabflüssen.
Vielleicht können Sie uns ein bisschen mehr erläutern, woher diese Abflüsse kamen und ob das jetzt quasi gestoppt ist und wir wieder quasi positive Neugeldzuflüsse sehen in jüngerer Vergangenheit. Genau.
Ja, das wäre die erste Frage. Und dann die zweite Frage: Sie sprechen von stabilen Erträgen ins 2026 hinein.
Vielleicht auch da, wenn Sie mich da ein bisschen durch die moving parts durchführen können. Klar, wir hatten einmalige Erträge, aber trotzdem, die Assets under Management sind ja gestiegen.
Was erwarten Sie da? Weiter rückläufige Zinserträge noch mal in 2026?
Oder wieso gehen Sie von nur, in Anführungs-Schlusszeichen, stabilen Erträgen aus? Und dann die dritte und letzte Frage für den Moment wäre bezüglich Kostenbasis.
Sie haben ja jetzt eben ein Kosteneffizienzprogramm abgeschlossen. Was erwarten Sie bezüglich Kostenbasis fürs 2026?
Gehen Sie von einer stabilen oder leicht steigenden Kostenbasis aus?
Urs Monstein
Gut, ich werde die Frage zum Nettoneugeld beantworten, und nachher übergebe ich gerne an den Finanzchef. Das Nettoneugeld, das hatte Spezialitäten im zweiten Halbjahr drin, und ich möchte rasch darauf eingehen.
Zunächst hatten wir eine große Nettoneugeld-Ausbuchung oder Asset-Ausbuchung, die basierte auf einem Single-Stock-Loan, wo der Kunde den Kredit zurückzahlt und dann hätten wir auf den Assets nichts mehr verdient, drum haben wir beschlossen, diese auszubuchen. Es war ein Betrag von über 600 Millionen Schweizer Franken.
Ohne diese Ausbuchung, technische Ausbuchung, hätte das Nettoneugeld bei 3,5% gelegen und wäre damit dann schon irgendwo in der Nähe des strategischen Ziels gewesen. Zum zweiten hat Asset Servicing im zweiten halben Jahr weniger Neugeld gebracht als im ersten Halbjahr.
Auch hier, das sind, wenn Sie Fonds akquirieren oder einmal ein Fonds weggeht, das sind große Blöcke auf einmal. Und im zweiten Halbjahr haben wir einen Fonds verloren.
Den haben wir im ersten Quartal dieses Jahres bereits wieder kompensiert. Und vor allem auch im Private Banking in den Standorten Luxemburg und Singapur ist das Nettoneugeld nicht so gelaufen, wie wir es erwartet haben.
Das hatte Hintergründe in Aufräumarbeiten, die in beiden Lokationen noch zu tätigen waren, sei es personeller Natur oder auch Aufräumen im KYC-Bereich. Wir gehen nicht davon aus, dass das zweite Halbjahr die Basis ist für das weitere Wachstum, drum gehen wir von 4% Wachstum aus.
Frage beantwortet? Gut.
Roland Kley
Erträge. Also wir gehen davon aus, dass wir in 2026 eigentlich die Erträge stabilisieren können.
Der erwähnte Zinserfolg ist bei uns stark jeweils abhängig auch von der Euro- und der US-Dollar-Zinsentwicklung. Dort gehen wir von leicht abnehmendem Zinsertrag gegenüber dem Vorjahr aus, also gegenüber dem 2025.
Der Kommissionsertrag wird im Rahmen der präsentierten strategischen Zielsetzungen zunehmen, auch im Rahmen des Nettoneugelds, wo wir budgetiert haben. Das heisst insgesamt eigentlich eine stabile bis zunehmende Ertragssituation.
Und zu der Kostenbasis: Hier ist das Kosteneffizienzprogramm abgeschlossen. Das heisst, die grossen Kostensenkungen sind abgeschlossen, aber die Kosteneffizienz und die weiterhin starke Kosten-Awareness wird weiterhin hochgehalten.
Das heisst, wir gehen nicht von nachhaltigen Kostensenkungen aus. Es wird eine inflationsbedingte leichte Steigerung in den Kosten geben, aber insgesamt soll die Kostenbasis hier stabil gemanagt werden und weiterhin effizient gehalten werden.
Urs Monstein
Frage zufriedenstellend beantwortet? Gut.
Ja, zuerst der Herr hinten und dann Herr Meier.
Thomas Pohl
Thomas Pohl, AWP. Ich wollte einfach auch noch mal nachfragen: Sie haben jetzt noch wegen KYC-Angelegenheiten etwas gesagt in Singapur und ich glaube Luxemburg.
Urs Monstein
Luxemburg personell und strukturelle Anpassungen, ja.
Thomas Pohl
Okay. Letztes Jahr waren noch Bereinigungen im Zusammenhang mit diesen Russland-Sanktionen im Gang, und es gab ein Exit-Buch.
Wo stehen Sie da? Sind die Bereinigungen eigentlich abgeschlossen, oder gibt es da auch noch 2026 hängige Dossiers?
Urs Monstein
Die Bereinigungen sind abgeschlossen bis auf diejenigen Kundenbeziehungen, welche wir nicht überführen können aus regulatorischen Gründen. Aber das ist an und für sich einfach Maintenance Business, das stehen bleibt.
Aber die Bereinigungen sind durch.
Thomas Pohl
Okay. Und vielleicht noch eine Nachfrage: Letztes Jahr war noch die Rede von einer FINMA-Untersuchung.
Ist das jetzt abgeschlossen, gibt es nur noch hängige Sachen? Ich glaube, es ging da auch Kunden.
Urs Monstein
Es geht einen Fall, der rund 10 Jahre zurückliegt, hier in Zürich. Das Verfahren ist noch am Laufen.
Dann Herr Meier. Ja.
Gregor Meier
Guten Tag. Gregor Meier vom Landesspiegel Liechtenstein.
Ich habe zwei Fragen. Und zum ersten: Aktuell sehen wir ja einen Rekord nach dem andern, den der Schweizer Franken gegenüber dem Euro nimmt.
Können Sie dazu vielleicht etwas sagen, wie Sie das einschätzen jetzt auf die kurzfristige Entwicklung für die Bank? Und dann haben Sie angedeutet bei den Effizienzmethoden oder Effizienzgewinnen, dass Sie dort gezielt auf KI setzen möchten.
Können Sie dort vielleicht etwas sagen: In welchem Bereich soll das sein? Kundenbeziehungen oder interne Prozesse oder wie kann man sich das vorstellen?
Urs Monstein
Sehr gerne. Darf ich dir die erste Frage zu den Währungen geben?
Roland Kley
Ja. Unser Ertrag wie auch die Assets under Management sind relativ stark von Währungseinflüssen beeinflusst oder beeinflussbar.
Wir haben rund einen Drittel unserer Kundengelder ist in US-Dollar, und zum Beispiel letztes Jahr hat die US-Dollar-Abwertung von 13% über das gesamte Jahr einen Effekt auf den Assets under Management von 5% gehabt, einen negativen Effekt. Und auf der Ertragsseite ist der Effekt jeweils etwas tiefer, weil dort die durchschnittlichen Ertragsentwicklungen oder die durchschnittlichen Währungsentwicklungen relevant sind.
Das heisst, ja, wir sind abhängig von der Entwicklung insbesondere Euro und US-Dollar, und wir gehen von leicht sinkenden Währungen im Euro und US-Dollar aus. Das heisst, das hat einen Einfluss, wird bei uns aber aktiv gemanagt werden.
Urs Monstein
Stefan möchte gerne noch eine Ergänzung.
Stefan
Ja. Herr Meier, Sie sprechen natürlich auch die laufenden Entwicklungen an, die wir jetzt seit Beginn dieses Wochenende zur Kenntnis nehmen müssen.
Und da sehen wir natürlich Verschiebungen. Also jetzt hat der Dollar zum ersten Mal auch gegenüber dem Schweizer Franken und dem Euro wieder etwas an Stärke gewonnen, ein komplett anderes Bild, als wir das letzte Mal bei diesen anderen Interventionen der Amerikaner gesehen haben.
Und wir würden sagen, die langfristige Prognose ist so, wie es Roland Kley geschildert hat. Wir müssen davon ausgehen, dass keine dieser Staaten ein Interesse hat, dass ihr Zinsniveau höher wird.
In Europa haben wir die Schuldensituation, die eine enorme Belastung für Europa darstellt, deswegen wir erwarten da weniger. Für den Schweizer Franken, glaube ich, müssen wir, wenn die jetzigen Szenarien anhalten, auch davon ausgehen, dass weiter an Stärke gewinnt, obwohl jetzt in den ersten Wochen eigentlich oder in dieser ersten Woche noch keine großen Einflüsse also sozusagen Schweizer Franken in großen Mengen in die Schweiz geflossen wären.
Aber alles aus der Vergangenheit weist darauf hin, dass diese Gefahr natürlich oder diese Entwicklung auch bevorstehen könnte. Also deswegen längerfristig müssen wir mit einem etwas stärkeren Franken rechnen und damit auch mit den Einflüssen auf unser Währungsportfolio.
Urs Monstein
Dann zur zweiten Frage: künstliche Intelligenz, was wir da machen. Zum einen begleiten oder beobachten wir den Markt sehr eng, weil wir sind überzeugt, diese Entwicklung wird die Bankenwelt, die von Daten lebt, massivst beeinträchtigen.
Und auf der anderen Seite beobachten wir noch nicht nur, sondern wir machen auch selbst Entwicklungsschritte. Das sind aber nicht Riesenprojekte, die wir geplant haben, sondern wie Pilotversuche.
Was wir bereits umgesetzt haben, ist im Rahmen von Fraud, das basiert auf einem externen Tool Fraud Detection, das typisch auf KI-Elementen aufbaut. Dann haben wir letztes Jahr den Investment Recommender ausgebreitet.
Das ist ein Tool, das auf dem Verhalten des Kunden neue Anlagevorschläge eruieren kann, sowie Next Best Action, das man auch aus anderen Verkaufsindustrien kennt. Und wir sind zusätzlich dran im Rahmen der Regularien ganz konkret im KYC mit einem KI-System zusammen mit einem Partner eine Lösung zu erarbeiten, die die Kundenberater massiv entlasten müssen, und zwar im Lesen von Dokumenten, zuerst einmal das Durchlesen aller Archive, die sich über die letzten 20 Jahre angestaut haben, dann über die externen Informationen, die auch sich irgendwo im Umfeld tummeln.
Also das System liest massiv schneller, als wir uns denken können, dann daraus bereits erste KYC-Profile zu erstellen beziehungsweise erstellte KYC-Profile zu bewerten, ob die stimmen oder nicht. Erste Resultate eines Pilots zeigen, die Kundenberater sind hochbegeistert, wie viel Zeit, dass sie sparen.
Und Compliance merkt heute, dass man mit diesem Tool die Qualität gleichzeitig weiter verbessern kann. Das sind konkrete Schritte.
Wir haben daneben ein Kompetenzzentrum, ein virtuelles, gemacht, das jetzt dauernd Ideen aufnimmt und dann das priorisiert und in Pilotphasen umsetzt. Frage beantwortet?
Danke. Bitteschön.
Operator
Wir haben noch eine Frage aus dem Stream von Tobias Lukesch von Kepler Cheuvreux. Bitte freischalten.
Urs Monstein
Jetzt haben wir hier akustisch – ja, gut.
Tobias Lukesch
Morgen. Vielen Dank für die Präsentation und die Fragen, die ich stellen darf.
Zwei, drei Fragen von meiner Seite auch noch mal: erstens auf Net New Money eingehend, also das Neugeld. Sie sprachen an, die Reduktion in H2 wurde quasi jetzt in den ersten beiden Monaten in '26 schon wieder kompensiert.
Da würde mich interessieren, wie das vonstatten ging und wie dann auch noch mal die kürzere Aussicht jetzt fürs erste Halbjahr für Sie aussieht, was die Entwicklung angeht. Ich verstehe, wir sind auf Ganzjahresniveau in Richtung dieser 4% unterwegs.
Zweitens noch mal zum Net Interest Income, also Zinseinkommen: Sie haben die abnehmenden Erträge aufgrund der Zinssituation, auch der Wechselkurssituation erklärt. Mich würde noch mal interessieren, inwieweit erwarten Sie da abnehmende Erträge?
Reden wir über mid single digit oder double digit Contraction? Sind wir hier auch in Kombination mit den möglicherweise weiteren Kreditportfolioverbesserungen?
Auf welchem Pfad befinden wir uns da genau? Und dann drittens wäre noch mal die Bitte, ob Sie auf die Einmaleffekte noch mal kurz eingehen könnten und vielleicht noch einen kleinen Ausblick, ob es so was auch für dieses Jahr und wenn ja, in welchem Umfang geben könnte.
Vielen Dank.
Urs Monstein
Ich beginne beim Nettoneugeld. Ich habe gesagt, im Asset Servicing hätte sich der Abgang bereits wieder kompensiert.
Ich möchte nicht eine Zahl bringen fürs erste Halbjahr oder gar fürs ganze Jahr. Was ich Ihnen sagen kann: Wir sind momentan innerhalb unseres strategischen Ranges, und wir tun alles dran, die innerhalb dieses strategischen Ranges zu tun mit all den Maßnahmen, die ich Ihnen präsentiert habe.
Unser Schwergewicht momentan liegt daran, dass wir auch im Private Banking jetzt nachhaltig nicht nur den besseren Trend, den wir letztes Jahr gesehen haben, weiterführen können, sondern dass wir in allen Lokationen, in allen Segmenten, inklusive Private Banking, auf positive Wachstumszahlen kommen. Da sind alle Efforts von uns drauf.
Zum Net Interest Income würde ich gerne dir wiedergeben.
Roland Kley
Also zum Nettozinserfolg muss man drei Effekte berücksichtigen: Einerseits die langfristigen Zinsen. Die langfristigen Zinsen gehen wir von stabilen langfristigen Zinsen aus.
Dort profitieren wir eigentlich im langfristigen Bereich sowohl auf unserem Treasury-Portfolio wie auch auf unserem Kreditportfolio. Bei den kurzfristigen Zinsen gehen wir in Euro und US-Dollar von leicht sinkenden Zinsen aus.
Das hat bei uns auf den kurzfristigen Margen auf den Kundengeldern einen negativen Einfluss. Gleichzeitig hat die Währungsentwicklung, der dritte Effekt, wie bereits erwähnt, die abnehmenden Euro-, US-Dollar-Fremdwährungen im Verhältnis zu Schweizer Franken mittelfristig haben bei uns insbesondere auf den Zinserträgen, welche wir in Euro und US-Dollar erzielen, einen negativen Effekt auf das Zinsergebnis rein aus der Umrechnung.
Insgesamt gehen wir von einem leicht sinkenden Zinserfolg im 2026 aus.
Urs Monstein
Vielleicht noch eine Ergänzung meinerseits, weil Sie haben gefragt, ob wir auch andere Kreditpositionen reviewen. Wir haben im letzten Jahr schwergewichtig auf die hypothekarisch gedeckte fokussiert.
Ja, werden wir machen. Solange der Markt die Möglichkeiten gibt, werden wir weiter nach Profitabilitätsverbesserungen schauen auch im Lombardkreditbereich.
Und dann Frage zu den Einmaleffekten auch wieder... Du bist heute beschäftigt.
Roland Kley
Jetzt musst du mir noch schnell...
Urs Monstein
Die Frage, ob wir etwas zu den Einmaleffekten, Special Income, SQBase...
Roland Kley
Aha. Ja, Entschuldigung.
Danke. Also die Einmaleffekte waren im Übrigen Einkommen erkennbar, das waren die 4,6 Millionen Schweizer Franken, welche aus Rückerstattungen von Versicherungserträgen waren.
Das ist ein längerer Rechtsfall, der in der Vergangenheit Kosten verursacht hatte und dann im letzten Jahr und in diesem Jahr entsprechend Rückerstattungen aus diesem Rechtsfall von den Versicherungen verursacht hat. Das ist eigentlich dort dieser Einmaleffekt.
Urs Monstein
Und wir rechnen grundsätzlich in Budgets nicht mit Einmaleffekten, weil das ist etwas, das man nicht vorhersehen kann. Ja.
Guten Tag, ja. Ich wollte nachfragen: Ihr Standort auf den British Virgin Islands, können Sie da erklären, wieso Sie diesen Standort haben, werden Sie ihn weiterhin brauchen?
Danke.
Urs Monstein
Gerne. Zuerst warum wir ihn haben: Das hat mit Historie zu tun.
Wir sind von einem Treuhandunternehmen gebildet worden, und früher war Virgin Island ein beliebter Treuhandplatz. Wir haben 2008 das Businessmodell komplett geändert.
Wir machen heute auf dem British Virgin Island exklusive Immobilienfinanzierungen. Wir sind die einzige lokale Bank, die in der Lage ist, diese Finanzierungen durchzuführen, die im Übrigen hochprofitabel sind.
Frage beantwortet?
Daniel Regli
Guten Morgen. Darf ich noch mal eine Folgefrage stellen?
Also respektive zwei Folgefragen: Das eine ist, Sie haben ja von diesen Abflüssen in H2 gesprochen oder dieses Asset Servicing. Das klingt für mich so spontan eher so nach tiefermargcgen Geldern, die da abgeflossen sind.
Ist das richtig, diese Annahme, dass da tendenziell eher tiefermargcges Geld abgeflossen ist, was dann eventuell sogar einen leicht positiven Impact auf die Durchschnittsmarge haben könnte? Und dann meine zweite Frage geht im Bezug auf Ihre Dividendenpolitik, oder Sie haben eine 4-Franken-Dividende unverändert schlagen Sie der Generalversammlung vor, obwohl, dass die Profitabilität deutlich gestiegen ist.
Können Sie mich vielleicht da durch Ihre Gedankengänge führen, wieso Sie sich für nur 4 Franken entschieden haben?
Urs Monstein
Die erste Frage beantworte ich gerne. Ja, das ist richtig.
Asset Servicing ist tiefermargig, drum habe ich auch darauf verwiesen: Net New Money ist qualitativ besser geworden. Es ist breiter abgestützt durch positive Wachstumszahlen im Intermediärsgeschäft, durch positive Wachstumszahlen auch im Private Banking an den Standorten hier in Zürich und Liechtenstein, leider noch negativ übersteuert in Luxemburg und Singapur.
Und der Single-Stock-Loan, den wir ausgebucht haben: Mit der Ausbuchung haben wir 200.000 Franken verdient, weil wir sonst externe Kommissionen darauf zahlen hätten müssen, aber es zählt als negatives Wachstum. Und das ist auch der Grund, warum wir gesagt haben: Private Banking hat jetzt der Fokus, dann haben wir die ganze Breite und können in der Marge auch das Kommissionsergebnis nachhaltig steigern.
Und zur Dividendenpolitik gebe ich gern an dich, Stefan.
Stefan
Gerne. Wir haben das natürlich bereits Ihrem Kommentar von heute Morgen entnehmen dürfen, dass diese Frage kommen wird.
Wir haben eine Dividendenpolitik innerhalb unserer Bank, die eigentlich eine Ausschüttungsquote zwischen 40% und 60% des Gewinnes vorsieht. Jetzt in den vergangenen Jahren haben wir dann meistens diese Quote weit überschritten und die Dividende höher gehalten, als die Gewinne dann 40% bis 60% zugelassen haben.
Wir haben deswegen letztes Jahr natürlich auch darüber ausbezahlt, aber die Dividende schon leicht zurückgenommen. Und in diesem Jahr haben wir das wieder in den Korridor, nämlich zu 53% gebracht, was immer noch natürlich eine Dividendenrendite ergibt, die, ich glaube, sehr gut vergleichbar ist.
Das sind die Gründe und die Überlegungen dazu. Und natürlich haben wir auch ein Interesse daran, das Kapital der Bank weiterhin sehr stark zu halten, weil wir sind ja auf der einen Seite in einem Modus, wo wir auch immer wieder Wachstum verfolgen möchten, und zweitens auch in einer volatilen gesamtwirtschaftlichen Umgebung, die vielleicht an einem oder anderen Ort dann noch froh ist, wenn die Kapitalbasis und die Liquidität nie ein Thema für den laufenden Betrieb sein muss.
Urs Monstein
Sind noch weitere Fragen von den Teilnehmern hier im Saal? Sehe, das ist nicht der Fall.
Und im Stream? Ist auch nicht im Fall.
Dann möchte ich mich im Namen der Anwesenden und der gesamten VP Bank ganz herzlich bedanken für Ihr Interesse an unserer Bilanzmedienkonferenz und im Interesse an den Zahlen und an den Grundlagen der Zahlen, was sich auch in Ihren Fragen gezeigt hat. Ich lade Sie sehr gerne ein zu einem kleinen Snack wie gewohnt.
Ich glaube, das ist im Räumchen dahinter, und da gibt sicher auch noch die eine oder andere Möglichkeit für einen Austausch. Vielen besten Dank, und wir freuen uns bereits auf die nächste Medienkonferenz im Juli – August.
Danke sehr.
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