Operator
Sehr geehrte Damen und Herren, wir beginnen nun mit der Frage- und Antwortrunde für die Medien. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die eine Frage stellen möchten, können jetzt auf ihrem Telefon die Tasten Stern und 1 drücken.
Sie hören anschließend einen Signalton zur Bestätigung, dass Sie in der Warteschlange aufgenommen wurden. Wenn Sie Ihre Frage zurückziehen möchten, können Sie Stern und 2 drücken, sich aus der Warteschleife zu entfernen.
Sollten bei Ihnen technische Schwierigkeiten auftreten, drücken Sie bitte die Tasten Stern und 0, Unterstützung durch den Operator zu erhalten. Bitte stellen Sie außerdem sicher, dass alle anderen Geräte, über die Sie gegebenenfalls parallel den Videostream verfolgen, vollständig stummgeschaltet sind, Störungen zu vermeiden.
Und damit übergebe ich an Florian Laudan. Bitte schön.
Florian Laudan
Ja, guten Morgen, liebe Kolleginnen und Kollegen von den Medien. Willkommen zur Medienfragerunde, jetzt wie Sie sehen auf Deutsch.
Wir haben in etwa 25 Minuten Zeit, Ihre Fragen zu beantworten. Insofern würde ich Sie im Sinne der Fairness bitten, sich auf maximal zwei Fragen zu beschränken.
Vielen Dank für Ihr Verständnis. Und jetzt beginnen wir mit einer ersten Frage von Michael Gerster, Automobilwoche.
Herr Gerster?
Michael Gerster
Guten Morgen. Kann man mich hören?
Florian Laudan
Ja, sehr gut.
Michael Gerster
Ja, also ich hätte auch zwei Fragen, und zwar zum einen: Sie haben jetzt da viele Einzelposten aufgelistet, was das Zukunftspaket ja auch kosten wird. Können Sie vielleicht noch mal zusammenfassen auf längere Sicht, also was das jetzt insgesamt an Belastung bedeutet, auch durch Abfindungsprogramme etc., und was Sie sich aber auch an Einsparung versprechen mit dem Stellenabbau und allen Maßnahmen zusammen?
Herr Leiters
Ja, vielleicht übernehme ich...
Michael Gerster
Die zwei...
Herr Leiters
Entschuldigung, ja.
Michael Gerster
Zweite Frage noch: Sie haben ja jetzt schon von Lizenzzahlungen an Audi gesprochen, also da geht's jetzt ja Produktentscheidungen. Wenn Sie da mal sagen können, was das für Produkte sind, für die Sie dann Lizenzen an Audi bezahlen müssen?
Ist es dann ein Supersportwagen auf Nuvolari-Basis, oder geht's da diesen Siebensitzer oberhalb des Cayenne, also das wäre dann der Q9? Also wenn Sie dafür noch mal sagen könnten, was denn da kommen wird.
Danke.
Herr Leiters
Ja, Herr Gerster, vielen Dank für Ihre Fragen. Ich fange mal an, und nachher, wenn wir dann über die Lizenzen reden, übernimmt der Jochen Breckner und antwortet dort im Detail.
Zunächst mal über die gesamte Laufzeit des Pakets und damit auch des Planungshorizonts werden wir Einsparungen in Milliardenhöhe einbringen. Die Belastungen sind etwas weniger als 1 Milliarde.
Wir werden im eingeschwungenen Zustand einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr einsparen. Teilweise die Effekte wirken auch in einer anderen zeitlichen sag ich mal Reihenfolge bzw.
in einer anderen Einphasung. Dinge wie z.B.
das Weihnachtsgeld oder die Einbehaltung der Tariferhöhungen wirken sofort. Also die Tariferhöhungen haben Effekt von ungefähr 3,5% Kostendämpfung für die Zukunft.
Also da liegen wir gerade. Stärker ins Detail gehen wollen wir heute noch nicht, aber ich denke, das gibt Ihnen einen ersten Hinweis, in welcher Größenordnung und wie sich das Ganze auswirken wird.
Ich kann noch mal betonen, ist für uns ein wichtiger Baustein, und wir sind sehr zufrieden mit den Kosteneinsparungen, die wir hier erzielen werden. Jochen.
Jochen Breckner
Ja, Herr Gerster, dann zu Ihrer Frage zu den Lizenzzahlungen, die wir im Rahmen unserer finanziellen Guidance herausheben, weil es ein außergewöhnlicher Einmaleffekt ist in diesem Geschäftsjahr. Die ca.
1 Milliarde Euro bezieht sich auf unsere SUV-Strategie. Das heißt konkret, dass wir für die Plattformnutzung und dann auch Adaptierung, echte Porsche-Fahrzeuge zu bauen, unseren verbrennungsmotorischen Macan, den wir nach 2027 in Markt bringen wollen, dort synergetisch mit Audi machen.
Auch eine Nachfolgegeneration von unserem heutigen Verbrenner und Plug-in-hybridisierten Cayenne ist in diesem Programm beinhaltet, und wir sind ja derzeit, und das ist auch bekannt, dabei am Prüfen, ob wir oberhalb des Cayennes im Genre der SUVs noch mal ein weiteres Fahrzeug entwickeln und bringen möchten. Sofern das positiv entschieden wird, ist das auch Bestandteil dieser Lizenzzahlungen.
Also es geht nicht Supersportwagen oder Ähnliches. Vielleicht lassen Sie mich aber noch ergänzen: Ganz generell sind wir als Porsche im Volkswagen-Konzern, ganz wesentlich mit Audi, teilweise mit anderen Marken—ich hatte vorhin im Analystencall Bentley erwähnt—nicht nur Lizenznehmer und damit Nutzer von Technologie und Modulen aus den Baukästen anderer Marken, sondern wir spenden auch die Entwicklungsergebnisse, die wir realisieren.
Auf der Audi-Seite ist der sogenannte C-Sport geplant, der auf Basis von unserem elektrischen Boxster und Cayman weiterentwickelt werden würde. Und auch mit Bentley haben wir eine große Kooperation, wo entsprechende Bentley-Fahrzeuge unsere sogenannte MSB-Plattform aus dem Panamera-Programm nutzen.
Das ist, denke ich, für die strategische Position im Konzern auch wichtig zu erwähnen.
Michael Gerster
Okay. Wenn ich noch ganz kurz nachfragen darf: Dieser Siebensitzer oberhalb des Cayenne ist dann demnach noch nicht beschlossen?
Herr Leiters
Nein, das haben Sie richtig zusammengefasst, und das ist auch immer unser Statement. Wir untersuchen weitere Segmente, wir halten das für ein attraktives Segment.
Wir sind immer noch im Abschluss der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit bzw. Feasibility.
Und auch hier wieder bitte ich Geduld bis zum Capital Markets Day am 7. Oktober, da werden wir mehr dazu sagen.
Michael Gerster
Danke schön.
Florian Laudan
Danke, Herr Gerster. Dann kommen wir zur zweiten Frage: Ilona Wissenbach, Reuters.
Hallo, Frau Wissenbach.
Ilona Wissenbach
Guten Morgen. Ich hatte das jetzt zweimal akustisch nicht verstanden.
Die Einsparungen über das Zukunftspaket sind mehrere Milliarden, und Sie erwarten Belastungen von etwas weniger als 1 Milliarde, weil also nur in Milliardenhöhe, wenn es nur eine ist und eine etwas weniger als eine Einsparung. Wäre das ein Nullsummenspiel, wenn Sie das noch mal ein kleines bisschen präzisieren könnten?
Dann war ja die Vereinbarung bezogen auf Zuffenhausen und Weissach, also nehme ich an, dass die 5.000 Stellen ja auch dort wegfallen. Und ich frage mich, was passiert in Leipzig?
Wird da auch verhandelt werden? Also wird es da auch Stellenstreichungen geben, oder steht das nicht auf der Agenda, weil Sie ja vorhin sagten, Sie sehen da auch hohe Auslastung in der Zukunft?
Herr Leiters
Vielleicht fange ich ganz kurz an mit Leipzig. Leipzig ist nicht Bestandteil dieser Vereinbarung, das haben Sie richtig gesagt.
Grundsätzlich haben wir mit Leipzig Gespräche bereits im letzten Jahr geführt und haben dort Maßnahmen ergriffen, auch in der Entscheidung, wie wir denn das zukünftige Fahrzeug als Macan mit Verbrenner fahren wollen, und alles Weitere wird sich dann in der Zukunft zeigen. Das ist noch nicht spruchreif, was wir noch tun werden.
Und dann vielleicht, Jochen, wenn du noch mal klarstellst die Zahlen, damit das eindeutig ist und auch klar wird, wie groß die positive Wirkung für uns als Porsche ist.
Jochen Breckner
Ja, gerne. Und Frau Wissenbach, vielen Dank für die Nachfrage, weil das tatsächlich wichtig ist, dass das richtig transportiert ist und verstanden werden kann draußen in der Öffentlichkeit.
Das Zukunftspaket ist ein wesentlicher Baustein im Rahmen unserer Strategie und Reorganisation des Unternehmens, Produktivität, Flexibilität und auch Wirtschaftlichkeit zu stützen. Deshalb: Es ist kein Nullsummenspiel.
Die Einsparungen im Zeitraum der Laufzeit bis 2035 sind mehrere Milliarden Euro, und die Belastung, die wir am frühen Ende haben, sind kleiner als 1 Milliarde Euro. Die Belastungen beziehen sich im Wesentlichen auf den sozialverträglichen Abbau der Stellen.
Das ist ein Thema, das uns ja auch als wertorientiertes Unternehmen ganz wichtig ist. Da investieren wir noch mal ordentlich, über Altersteilzeitprogramme und Freiwilligenprogramme gute Lösungen zu finden sozialverträglich.
Und danach werden wir auf der Jahresscheibe einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag an positiven Effekten sehen, was unsere strategische und finanzielle Ausrichtung entsprechend stützt und unsere Resilienz erhöhen wird.
Ilona Wissenbach
Danke.
Florian Laudan
Gut. Danke, Frau Wissenbach.
Dann kommen wir zur nächsten Frage. Ich habe Herrn Klaus Köster von der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten.
Klaus Köster
Ja, guten Morgen. Ich habe auch zwei kurze Fragen.
Sind denn diese 2,1 Milliarden Investitionen in Zuffenhausen und Leipzig schon durch Projekte unterlegt, also was kann man sich darunter vorstellen, was in diesen Werken gemacht wird? Und könnten Sie auch noch mal konkreter sagen, was mit der Entlastung im Zuge von Verhandlungen mit Lieferanten gemeint ist?
Vielen Dank.
Herr Leiters
Also die erste Frage kann ich Ihnen beantworten. Vielleicht ganz kurz die zweite müssen Sie noch mal, habe ich zumindest nicht richtig einordnen können.
Aber die erste Frage kann ich schon mal sagen: Ja, das ist konkret in der Planung hinterlegt mit Maßnahmen. Und der Großteil der Maßnahmen ist natürlich in das Produkt, in die Marke, aber auch zum Teil in Kapazitäten, wie z.B.
die Individualisierung, der Sonderwunsch, da wollen wir extrem wachsen, und das ist etwas, was wir in der Zukunft auch ausbauen wollen. Also diese Individualisierung für den Kunden, das wollen wir zukünftig noch mehr in den Vordergrund stellen.
Also die Frage ist ganz eindeutig mit Ja zu beantworten.
Jochen Breckner
Die zweite Frage, Herr Köster, die kann ich gerne übernehmen. Ich habe so verstanden, dass Sie nach der Entlastung im laufenden Geschäftsjahr auf Basis der Lieferantenforderungen nachgefragt hatten.
Das noch mal zu erklären: Wir haben im Jahr 2025 auf Basis der Veränderung der Produktstrategie mit der Neueintaktung unserer großen neuen elektrischen Plattform natürlich auch damit gerechnet, dass wir Lieferantenforderungen haben werden von Lieferanten, die wir bereits nominiert hatten, die an dieser Plattform gearbeitet hatten und auch Kapazitäten vorgehalten haben. Dafür haben wir zum Jahresende Rückstellungen gebildet, weil die Verhandlungen, wie wir die Settlements machen können, natürlich noch nicht vollständig abgewickelt waren.
Und wir haben jetzt im ersten Halbjahr insbesondere mit zwei Lieferanten sehr, sehr positive Verhandlungsergebnisse erreichen können, auch im Basis der strategischen Partnerschaft, die wir mit diesen Lieferanten haben, und haben vor dem Hintergrund Abschlüsse erreichen können, die signifikant günstiger für uns waren als das, was wir zum Jahresende erwartet hatten und in die Rückstellungen reingenommen haben. Deshalb im ersten Halbjahr eine Auflösung einer Rückstellung im Bereich eines niedrigeren dreistelligen Millionenbetrags, ca.
300 Millionen, da auch ganz präzise zu sein, was sozusagen dann ein Überschwinger von 2025 auf 2026 war, aber ganz klar ein Einmaleffekt, den wir so nicht nach vorne gerichtet an anderen Stellen erwarten.
Klaus Köster
Vielen Dank.
Florian Laudan
Danke, Herr Köster. Dann als nächstes habe ich Sebastian Ash von der Financial Times.
Hallo, Herr Ash.
Sebastian Ash
Ja, danke. Guten Morgen.
Ich hätte zwei Fragen. Erste Frage: Sie haben das Strukturpaket bekannt gegeben vor ein paar Tagen.
Können Sie vielleicht weiter detaillieren, in welchen Bereichen die Stellen wegfallen sollen und vielleicht auch warum, wenn möglich? Und die zweite Frage wäre: Ja, also über eine lange Zeit waren wohlhabende Chinesen eine ziemlich wichtige Kundengruppe.
Jetzt scheint diese Kundengruppe wegzubrechen. Nun ist die Rede davon, dass Menschen, die durch den KI-Boom reich geworden sind, vermehrt Luxusautos kaufen sollen.
Sehen Sie hier eine Chance auch für Porsche? Danke.
Herr Leiters
Ja, vielleicht fange ich mal an mit dem Zukunftspaket und wo wir diese 5.000 Stellen reduzieren wollen. Ich darf Ihnen sagen, und das habe ich auch schon dargestellt, dass wir überproportional in indirekten Bereichen gewachsen sind und auch wir nennen das Strukturstellen, das heißt, wo also Managementstellen geschaffen worden sind.
Und dort wird überproportional jetzt auch eingegriffen und reduziert. Viel darf ich sagen.
Was die gewerblichen Mitarbeiter angeht, dort werden wir sehr dezidiert entlang der Bedarfe gehen. Also das wird sehr stark sich an der Marktnachfrage und dem daraus resultierenden Produktionsprogramm sich ergeben.
Dann haben Sie gefragt nach den chinesischen Kunden, die jetzt weniger wären und dass sich neue Kundengruppen ergeben könnten, z.B. durch den KI-Boom.
Natürlich sind wir uns sehr bewusst, dass solche neuen Gruppen entstehen, und die haben ja auch eine gewisse Lokalisierung. Insofern versuchen wir natürlich absolut, diese Kunden anzusprechen und auch für die Marke Porsche zu gewinnen.
Und ich glaube, das ist uns auch bislang in der Vergangenheit immer gut gelungen, und ich bin auch zuversichtlich, dass auch diese Kundengruppe von Porsche gut angesprochen werden kann.
Florian Laudan
Gut. Ich glaube, damit hätten wir die zwei Fragen beantwortet.
Dann habe ich jetzt Herrn Buchenau vom Handelsblatt. Hallo, Herr Buchenau.
Hören Sie mich, Herr Buchenau?
Herr Buchenau
Ja. Ich höre Sie, aber hören Sie mich?
Florian Laudan
Ja, auch.
Herr Buchenau
Können Sie noch ein bisschen den Zeitrahmen sagen, wann diese Modellentscheidungen dann tatsächlich fallen? Und habe ich das dann richtig verstanden, diese mehreren Milliarden Einsparungen sind für bis 2035 insgesamt?
Herr Leiters
Ja, also die Modellentscheidungen werden wir entsprechend dem Launch-Plan der Produkte bekanntgeben, und wir werden erste Hinweise geben beim Capital Markets Day, okay? Und die zweite Frage ist ja, noch mal, die beziehen sich auf den gesamten Zeitraum, und das sind mehrere Milliarden netto, und es wird im eingeschwungenen Zustand ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag pro Jahr an Kostenersparnis für uns einbringen.
Florian Laudan
Gut. William Wilkes von Bloomberg, Ihre Frage bitte.
William Wilkes
Hallo, guten Morgen in die Runde. Ich wollte fragen zum Thema 911.
Angesichts der Tatsache, dass ein großer Teil der Widerstandsfähigkeit im ersten Halbjahr auf einen hochwertigeren 911er-Mix zurückzuführen war, wie weit kann Porsche das Modell mit GT, Turbo und limitierten Sonderderivaten noch weiter nach oben positionieren, ohne seine Exklusivität zu verwässern oder die Kernmodelle der Carrera-Baureihe zu kannibalisieren? Vielen Dank.
Herr Leiters
Ich glaube, wir haben ein sehr gesundes Maß an sag mal Produktmix hier beim 911 erreicht. Wir sehen eine sehr solide, sehr kontinuierliche, robuste Nachfrage beim 911.
Grundsätzlich gilt für uns immer: Value over Volume. Wir wollen immer diese gewisse Scarcity und Nachfrage, Begehrlichkeit bei den Kunden haben.
Ich darf Ihnen aber auch sagen, ich glaube, wir haben die Kunden gerade in dem Segment extrem gut verstanden, und wir haben immer noch gute Ideen, wie wir den 911 noch besser machen können, anreichern können mit interessanten Derivaten, ohne Dinge zu verwässern oder zu kannibalisieren.
William Wilkes
Vielen Dank.
Florian Laudan
Danke. Dann haben wir als nächstes Stephen Wilmot from Wall Street Journal.
Stephen, you can ask your question in English, and we will answer in German, but get it translated to you, just to be consistent with the German language in that call. Ihre Frage bitte.
Stephen Wilmot
Thank you. Sorry for asking in English.
Just to follow up on William's question, actually. You mentioned earlier you wanted to keep a waiting time and scarcity and so forth.
What is your waiting time now for the 911? What do you feel is the appropriate waiting time?
Thank you.
Jochen Breckner
Ja, ich hatte vorhin die Wartezeiten kurz erwähnt, die natürlich ein Gradmesser sind für das Balanced-Demand-and-Supply-Szenario, das wir gerade anstreben, und die Value-over-Volume-orientierte Strategie, die wir fahren. Man muss verstehen, dass die Wartezeiten je nach Modell und je nach Region unterschiedlich sind, weil wir unterschiedliche Nachfragepattern, aber auch unterschiedliche Logistik- und Vorlaufzeiten haben.
Man kann aber sagen, dass wir zwischen drei und Monaten in der Regel unterwegs sind und nach diesen Wartezeiten auch unser Geschäftsmodell...
Herr Leiters
Drei und neun.
Jochen Breckner
...zwischen drei und neun Monaten...
Herr Leiters
Ja, Monaten.
Jochen Breckner
Neun kam nicht rüber.
Herr Leiters
Drei.
Jochen Breckner
Ja, zwischen drei und neun Monaten unterwegs sind und unser Geschäftsmodell darauf ausrichten. Vielleicht wichtige Ergänzung noch als eine Präzisierung zusätzlich: Da reden wir nicht über die limitierten Modelle.
Da gibt es Wartezeiten, die durchaus noch mal signifikant länger sein können.
Florian Laudan
Okay. Does it answer your question?
Ja. Dann nächste Frage: Christoph Kapalschinski von der Welt.
Herr Kapalschinski.
Stephen Wilmot
Yes, thank you.
Christoph Kapalschinski
Können Sie sagen, was das Ganze für Auswirkungen hat auf mögliche EU-Strafzahlungen? Vielen Dank.
Florian Laudan
Ich hab verstanden, die Auswirkungen auf EU-Strafzahlungen. Wovon?
Herr Leiters
Wovon?
Jochen Breckner
Geht's CO2?
Christoph Kapalschinski
Der gesunkene BEV-Anteil. Da geht man davon aus, dass Sie da möglicherweise mit der CO2-Regulierung der EU in Konflikt geraten.
Jochen Breckner
Ja, also vielen Dank. Jetzt, während der akustische oder technische Herausforderung, Strafe ist jetzt verstanden.
Es ist so, dass wir unsere Flotte natürlich in erster Linie nach der Kundennachfrage steuern, weil die Begehrlichkeit der Fahrzeuge für uns ganz entscheidend ist und wir nicht versuchen, auf Basis von Regulatorik Nachfragemuster zu verschieben. Deshalb auch hier wieder: Value over Volume und eben Produkt-, Marken- und nachfrageorientierte Versorgung der Märkte.
Wir hatten im ersten Halbjahr eine etwas niedrigere Elektrifizierungsquote als im Gesamtjahr eingeschätzt. Wir sind mit knappen 20% im ersten Halbjahr unterwegs gewesen, weltweit spreche ich jetzt, wir erwarten aber bis zu 26% fürs gesamte Jahr, basierend auf der Einführungsstrategie von unserem elektrischen Macan.
Und die Effekte, die wir durch diese Elektrofahrzeuge, die auf natürlicher Nachfrage basieren, in der Flotte haben, haben wir entsprechend einkalkuliert und entsprechend auch in unsere finanziellen Guidance berücksichtigt. Vielleicht zur EU noch mal ein ergänzendes Wort: Die EU hat ja ihre Regulatorik auch dahingehend angepasst, dass die Jahre '25 bis '27 in einer Durchschnittsbildung entsprechend berücksichtigt werden, sodass die Effekte in den Einzeljahren sich dann auch über diesen Zeitraum entsprechend ausmitteln und wir mit unterschiedlichen Elektrofahrzeuganteilen in '25, '26 habe ich gerade kommentiert, und auch '27 entsprechend rechnen mit den entsprechenden Effekten dann auf die Flotte.
Florian Laudan
Vielen Dank für die Frage.
Christoph Kapalschinski
Darf ich nachfragen, gehen Sie dann für diesen Zeitraum von einer Strafzahlung aus oder nicht?
Jochen Breckner
Ja, also das können wir ehrlich beantworten: Der Mix unserer Flotte in der EU liegt oberhalb der für uns gegebenen Grenzwerte. Das wird entsprechend dann über finanzielle Mechanismen ausgeglichen.
Florian Laudan
Okay. Vielen Dank für die Frage.
Dann habe ich als nächsten Alexander Demling vom Spiegel. Hallo, Herr Demling.
Alexander Demling
Guten Morgen. Zwei Fragen.
Zum einen: Die Beschäftigungssicherung bis 2035 hat ja ein bisschen für Diskussionen gesorgt. Würden Sie denn sagen, das ist letztlich eine bittere Pille, die man eben in einem Kompromiss schlucken muss, dass man in so einer unsicheren Zeit so lange da eine Sicherung aussprechen muss, oder tun Sie das aus voller Überzeugung, weil Sie sagen, die Leute brauchen wir in der Zeit auch?
Und zweitens: Sie haben ja in den ersten Monaten, Herr Leiters, schon ein bisschen den Vorstand umgebaut. Ist aus Ihrer Sicht auf absehbare Zeit damit dieser Vorstandsumbau abgeschlossen?
Danke.
Herr Leiters
Ja, ganz kurz zum ersten Punkt: Die Beschäftigungssicherung, also zunächst mal haben wir natürlich einen Plan. Und wenn dieser Plan nicht bis 2035 logisch und sinnvoll wäre, dann hätten wir so was natürlich auch nicht gemacht.
Und wenn ich noch mal ganz kurz auf die beiden Standorte, auf die wir uns hier beziehen, Stuttgart, Zuffenhausen und Weissach eingehen darf, das ist natürlich auch eine ganz besondere und einzigartige Situation. Es gibt kein Auto, das so ikonisch ist wie der 911, es gibt kein Auto, das so stark auch verbunden ist mit diesen beiden Standorten.
Also insofern ist das mit Sicherheit auch eine besondere Situation, dass man diesen beiden Standorten hier ein solches Zukunftspaket vereinbart, was ja ohnehin trotzdem dann auch mit einer deutlichen Reduzierung von der Belegschaft verbunden ist. Also das muss man, glaube ich, berücksichtigen.
Ich möchte aber auch einen Punkt noch mal unterstreichen: Natürlich ist das ein langer Zeitraum, und wir haben einen Plan, der dahintersteht. Es gibt aber auch ganz klare Regeln und Mechanismen, die wir gemeinsam angehen können oder wie wir eventuelle Herausforderungen in der Zukunft gemeinsam mit den Arbeitnehmern angehen können, denn es ist natürlich in diesen Zeiten sehr, sehr schwierig, für 10 Jahre vorauszuschauen.
Das muss ich ganz klar sagen. Bezüglich des VS-Umbaus: Ja, da haben wir schon losgelegt, bin da auch sehr zufrieden, und wir haben, glaube ich, ein gutes Team.
Aber bitte haben Sie Verständnis, dass wir alle Angelegenheiten des Vorstands diskutieren wir natürlich nur intern, sowohl große als auch kleine, und das ist Sache des Aufsichtsrats und nicht an mir hier irgendwelche Statements zu machen. Danke schön.
Florian Laudan
Gut. Vielen Dank für die Frage, Herr Demling.
Dann würde ich sagen, nehmen wir als letzten Rachel Mahr from Thomson Reuters noch mit der Frage.
Rachel Mahr
Hallo, guten Morgen, Herr Leiters, Herr Breckner. Ich habe eine Frage zur China-Strategie, und zwar im Analystencall haben Sie von einer eher konservativen Planung in der Region gesprochen.
Wollte fragen, was heißt das konkret? Und Sie haben auch gesagt, als Luxusmarke sind Sie ja weniger auf China so angewiesen.
Haben Sie aber Sorgen, dass der chinesische Wettbewerb auch in diesem Segment nach Europa kommt? Danke.
Herr Leiters
Nun, zunächst mal China, bitte haben Sie Verständnis, dass ich da keine konkreten Zahlen nennen möchte. Das ist auch, wie soll ich sagen, wettbewerbsrelevant, das kann ich leider nicht mit Ihnen teilen.
Aber noch mal: Gehen Sie davon aus, dass wir das sehr genau beobachten, dass wir sehr flexibel reagieren wollen und können, wenn erforderlich, und wir grundsätzlich einen konservativen Ansatz dort nehmen, der deutlich, deutlich unter den Zahlen liegt, die in der Vergangenheit dort erzielt worden sind. Und Entschuldigung, dann ist mir gerade entfallen, zweiter Teil der Frage war...
Jochen Breckner
Die Chinesen nach Deutschland...
Herr Leiters
Also ich denke, dass das natürlich zunächst mal eine allgemeine Fragestellung ist für unsere Industrie, und das wird einen Einfluss haben. Ich glaube, dass die chinesischen Wettbewerber hier ähnlich, aber vielleicht nicht exakt in der gleichen Art und Weise, aber ähnlich agieren können.
Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, dass die Europäische Union hier einen fairen Wettbewerb sicherstellt, das ist mal ganz entscheidend. Ich glaube, dass wir als Porsche, Ihre Frage zu beantworten, davon zunächst mal nicht direkt betroffen sein werden, aber wir werden auch das ganz genau beobachten und auch versuchen vorauszusagen, ob es denn gegebenenfalls indirekte Effekte geben könnte.
Aber grundsätzlich wird sich das zunächst mal eher erst im Volumensegment abspielen.
Florian Laudan
Gut. Vielen Dank, Kollegen und Kolleginnen der Presse, für Ihre Fragen.
Damit kommen wir zum Schluss des Mediencalls. Ich danke Ihnen für die Fragen und wünsche Ihnen noch einen guten Tag.
Jochen Breckner
Vielen Dank, guten Tag.
Herr Leiters
Alles Schönen.
Operator
Sehr geehrte Damen und Herren, der Call ist nun beendet. Wir bedanken uns für Ihre Teilnahme und wünschen Ihnen noch einen angenehmen Tag.
Auf Wiederhören.
Already premium?