Urs
Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Medienvertreter und Analysten, ich freue mich, Sie im Namen der VP Bank zu unserer heutigen Halbjahres-Medienkonferenz begrüssen zu dürfen. Wie Sie bemerkt haben, findet die heutige Veranstaltung erstmals ausschliesslich als Webinar statt.
Damit weichen wir für die Präsentation des Halbjahresergebnisses von unserem bisherigen hybriden Format ab. Für die Präsentation des Jahresergebnisses im März nächsten Jahres werden wir Sie jedoch gerne wieder sowohl vor Ort als auch online begrüssen.
Gemeinsam mit mir nehmen heute Stefan Zimmermann, Präsident unseres Verwaltungsrates, sowie Roland Frey, unser Chief Financial Officer, an der Konferenz teil. Und wie gewohnt starten wir mit der Einschätzung des Verwaltungsrates zur Entwicklung der VP Bank.
Anschliessend wird Ihnen Roland Frey die Ergebnisse des ersten Halbjahres im Detail erläutern. Und zum Schluss werde ich auf unsere strategischen Schwerpunkte eingehen und Ihnen einen Ausblick auf die weitere Entwicklung im laufenden Jahr geben.
Im Anschluss an die Präsentationen beantworten wir selbstverständlich gerne alle Ihre Fragen. Und damit übergebe ich gerne das Wort an dich, Stefan.
Stefan Zimmermann
Vielen Dank, Urs. Geschätzte Medienschaffende, geschätzte Analysten und Investoren, ich begrüsse Sie im Namen des Verwaltungsrates herzlich zur Präsentation unserer Halbjahreszahlen.
Jedes Unternehmen freut sich über Rückenwind. Entscheidend ist jedoch nicht, ob der Wind günstig steht, sondern ob der Kurs stimmt.
Im ersten Halbjahr hat das Marktumfeld für Rückenwind gesorgt. Gleichzeitig waren wir weiterhin auch mit Gegenwind konfrontiert.
Das Zinsumfeld blieb anspruchsvoll und belastete unser Zinsergebnis. Umso erfreulicher ist es, dass wir diese Belastung durch ein stärkeres Kommissionsgeschäft kompensieren konnten.
Ebenso konsequent haben wir unsere Kostendisziplin fortgesetzt. Zudem konnten wir unsere starke Kapitalausstattung und unsere solide Bilanz bewahren.
Unser Anspruch bleibt es, dass die VP Bank ihren Erfolg langfristig aus eigener Kraft erzielt. Die nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft muss aus dem Geschäft mit unseren Kundinnen und Kunden erfolgen.
Deshalb schauen wir im Verwaltungsrat nicht nur auf das Ergebnis eines Halbjahres, sondern darauf, ob wir die Grundlagen für eine nachhaltige Wertschöpfung kontinuierlich verbessern. Dabei beobachten wir erfreuliche qualitative Entwicklungen.
Wir nehmen wahr, dass die VP Bank im Markt an Attraktivität gewinnt, sowohl bei Kundinnen und Kunden als auch bei potenziellen Mitarbeitenden und Geschäftspartnern. Solche Signale bestätigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Gleichzeitig bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Regulatorische Anforderungen nehmen weiter zu und auch die Erwartungen unserer Kundschaft entwickeln sich weiter.
Umso wichtiger ist es, unsere Prozesse kontinuierlich zu optimieren und das Wachstum effizient und skalierbar zu ermöglichen. Aus Sicht des Verwaltungsrates besteht deshalb kein Anlass, unseren strategischen Kurs grundlegend zu verändern.
Der aktuelle Strategiezyklus nähert sich seinem Ende und selbstverständlich überprüfen wir gemeinsam mit der Gruppenleitung unsere strategische Ausrichtung. Unsere Einschätzung ist jedoch klar: Es braucht keine grundsätzliche Neuausrichtung, sondern die konsequente und fokussierte Weiterentwicklung unseres eingeschlagenen Weges.
Wir konzentrieren uns weiterhin auf jene Märkte, in denen wir über eine starke Position verfügen und nachhaltiges Wachstum erzielen können. Unsere Grösse verstehen wir dabei als Vorteil.
Wir verbinden die Professionalität einer international tätigen Privatbank mit der Kundennähe und Agilität eines fokussierten Instituts. Gerade diese Kombination schafft aus unserer Sicht Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden.
Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die VP Bank ist heute besser aufgestellt als noch vor einem Jahr. Der Kurs stimmt.
Das ist eine gute Ausgangslage, aber kein Grund nachzulassen. Ob der Wind in den kommenden Monaten stärker oder schwächer weht, ob von vorn oder von hinten kommt, können wir nicht beeinflussen.
Genau deshalb bleiben wir fokussiert auf einen nachhaltigen Mehrwert für unsere Kunden und Kundinnen, profitables Wachstum, eine stärkere operative Ertragskraft und die konsequente Umsetzung unserer Strategie. Der Verwaltungsrat wird auf diesem Weg weiterhin alle aktiv begleiten und das Management und die Bank dabei unterstützen und lenken.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und übergebe damit das Wort unserem CFO Roland Frey.
Roland Frey
Besten Dank, Stefan. Guten Morgen.
Auch ich möchte Sie herzlich zur Präsentation der Halbjahresergebnisse begrüssen. Zunächst die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.
Die VP Bank konnte im ersten Halbjahr 2026 ihren Gewinn gegenüber der Vorjahresperiode 12.7% auf 32.4 Millionen Schweizer Franken steigern. Wesentliche Treiber des Gewinns waren der höhere Kommissionserfolg, der das tiefere Zinsergebnis vollständig kompensieren konnte, sowie die konsequente Steuerung unserer Kostenbasis.
Dadurch konnten wir unsere Profitabilität verbessern und die Cost/Income Ratio gegenüber dem Vorjahr weiter senken. Sie liegt nun bei 78.8%.
Die betreuten Kundenvermögen wuchsen dank Nettoneugeldzuflüssen von 1.4 Milliarden Schweizer Franken und dank einer positiven Marktperformance 6.4% auf 57.1 Milliarden und bilden damit eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung unserer wiederkehrenden Erträge. Die VP Bank verfügt mit einer Tier 1 Ratio von 26% und einer Liquidity Coverage Ratio von 157.6% weiterhin über eine starke Kapitalisierung und gute Liquidität.
Schauen wir uns nun im Detail an, wie sich das Wachstum der Kundenvermögen zusammensetzt. Wie erwähnt, erhöhten sich die betreuten Kundenvermögen seit Ende 2025 6.4% auf 57.1 Milliarden Schweizer Franken.
Wie Sie in der Grafik auf der linken Seite sehen, wurde dieses Wachstum sowohl durch Nettoneugeldzuflüsse in der Höhe von 1.4 Milliarden als auch durch die Marktperformance in der Höhe von 2 Milliarden getragen. Die Nettoneugeldzuflüsse entwickelten sich weiterhin erfreulich in Liechtenstein sowie in der Schweiz.
Gegenüber Vorjahr sehen wir an allen Standorten eine Verbesserung. Aus Sicht der Geschäftsfelder leisteten insbesondere das Intermediärgeschäft und unser Asset Servicing Geschäft einen positiven Beitrag.
Der Geschäftsertrag belief sich auf 171.6 Millionen Schweizer Franken und lag damit 2.2% unter dem Wert der Vorjahresperiode. Hervorheben möchte ich beim Geschäftsertrag die zunehmende Bedeutung unserer wiederkehrenden, vermögensbezogenen Erträge.
Konnte die Steigerung des Kommissionserfolgs den Rückgang im Zinserfolg vollständig kompensieren. Wie sieht das aber im Detail aus?
Der Zinserfolg sank 4.9% auf 69.7 Millionen. Hauptursachen waren die tieferen kurzfristigen Schweizer-Franken-Zinsen sowie die Stärke des Frankens.
Das durchschnittliche Kreditvolumen ist ebenfalls zurückgegangen. Die aktive Steuerung des Kreditgeschäfts mit risikogerechten Margen konnte diesen Effekt teilweise kompensieren.
Demgegenüber stieg der Kommissionserfolg 7.8% auf 74.4 Millionen Schweizer Franken. Die vermögensbasierten Kommissionserträge konnten 8% gesteigert werden und übertrafen damit den Anstieg der durchschnittlich betreuten Kundenvermögen von 6.4%.
Dies ist insbesondere auf die verbesserte Margensituation im Private Banking zurückzuführen. Ausschlaggebend dafür waren die im vergangenen Jahr umgesetzten Anpassungen des Leistungsversprechens, die sich nun zunehmend positiv in den Margen widerspiegeln.
Der Handelserfolg konnte auf einem guten Level von 16.3 Millionen Schweizer Franken gehalten werden. Der Erfolg aus Finanzanlagen belief sich auf 10 Millionen und lag dank höheren Dividendeneinnahmen über dem Vorjahr.
Der übrige Erfolg hat abgenommen, da die Vergleichsperiode durch einmalige Versicherungsleistungen begünstigt war. Ohne diesen Einmaleffekt im Vorjahr wäre das Wachstum leicht positiv ausgefallen.
Neben der positiven Entwicklung im Kommissionsgeschäft leistete auch das konsequente Kostenmanagement einen wichtigen Beitrag zum höheren Gewinn. Der Geschäftsaufwand reduzierte sich 5.3% auf 135.2 Millionen Schweizer Franken.
Der Personalaufwand sank auf 83.2 Millionen, was insbesondere auf den tieferen durchschnittlichen Bestand zurückzuführen ist. Der Sachaufwand reduzierte sich 11.8% auf 37 Millionen, insbesondere dank Optimierungen in den Bereichen IT und Professional Services.
Die Abschreibungen gingen auf 13.2 Millionen zurück, was vor allem auf das Auslaufen der Abschreibungen von grösseren Investitionsprojekten zurückzuführen ist. Als Resultat des guten Geschäftsergebnisses hat sich die Cost/Income Ratio 2.7 Prozentpunkte auf neu 78.8% verbessert.
Unsere Bilanz bildet das Fundament für das weitere Wachstum der VP Bank Gruppe. Sie sehen auf der linken Seite die Zusammensetzung der Bilanz, die weiterhin von einer hohen Qualität der Aktiven und einer soliden Refinanzierungsstruktur geprägt ist.
Per Ende Juni 2026 belief sich die Bilanzsumme auf 11.5 Milliarden und lag damit 7.3% über dem Wert per Ende 2025. Wir verfolgen weiterhin hohe Qualitätsstandards im Kreditgeschäft und verfügen über ein qualitativ hochwertiges sowie breit diversifiziertes Finanzanlagenportfolio.
Die Refinanzierung basiert unverändert schwergewichtig auf Kundeneinlagen, die 78.2% der Bilanzsumme ausmachen. Das Verhältnis von Krediten zu Kundeneinlagen liegt bei 61.3% und unterstreicht unsere konservative Bilanzstruktur.
Ein weiteres wichtiges Fundament ist das Risikoprofil der VP Bank Gruppe mit weiterhin sehr guten Kapital- und Liquiditätskennzahlen. Die Kernkapitalquote lag per Ende Juni bei 26%, damit liegt sie deutlich über den regulatorischen Anforderungen.
Auch die Liquiditätskennzahlen bewegen sich auf einem komfortablen Niveau. Die Liquidity Coverage Ratio lag per Ende Juni auf 157.6%, wobei der Durchschnitt über das Semester bei 158% lag.
Die Net Stable Funding Ratio belief sich auf 164.9% und die Leverage Ratio auf 9.9%. Alle Kennzahlen liegen deutlich über den regulatorischen Anforderungen und unterstreichen die solide Kapital- und Liquiditätsposition der VP Bank Gruppe.
Lassen Sie mich die Resultate zum Schluss noch einmal zusammenfassen. Das erste Halbjahr 2026 war geprägt von profitablem Wachstum.
Der Gewinn stieg 12.7% und die betreuten Kundenvermögen erhöhten sich 3.4 Milliarden Schweizer Franken auf 57.1 Milliarden. Der höhere Kommissionserfolg kompensierte den tieferen Zinserfolg vollständig, während die konsequente Kostensteuerung zu einer weiteren Verbesserung der Profitabilität beitrug.
Zusammen mit unserer starken Kapital- und Liquiditätsausstattung bildet dies eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung der VP Bank Gruppe. Damit übergebe ich zurück an unseren CEO.
Urs
Besten Dank, Roland. Die Zahlen zeigen, dass die VP Bank in den vergangenen Monaten nicht nur die Grundlagen für nachhaltiges Wachstum geschaffen hat, sondern dass unsere Wachstumsinitiativen zunehmend Wirkung entfalten.
Mit anderen Worten, wir sehen Fortschritte dort, wo wir sie sehen wollen, nämlich im Geschäft mit unseren Kundinnen und Kunden. Lassen Sie mich das Wichtigste noch einmal kurz zusammenfassen.
Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Kommissionserträge. Sie bestätigt den Erfolg unseres überarbeiteten Leistungsversprechens, mit dem wir Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden schaffen und zugleich auch die Qualität unserer Erträge stärken können.
Nahezu die gesamte Kundschaft wurde inzwischen auf das neue Modell überführt. Daraus resultieren wiederkehrende Mehrerträge von rund 7 Millionen Schweizer Franken pro Jahr.
Positiv entwickelte sich auch das Nettoneugeld. Es stammt aus verschiedenen Märkten und Kundensegmenten und steht damit auf einer breiteren Basis.
Das bestätigt das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden in die Marke VP Bank. Positiv fällt dabei das Wachstum in unserem Heimmarkt in Liechtenstein und in der Schweiz auf, wie Roland Frey vorhin ausgeführt hat.
An den übrigen Standorten liegen wir noch nicht vollständig auf unserem angestrebten Wachstumspfad. Die Pipeline entwickelt sich jedoch positiv, sodass wir davon ausgehen, dass sich die sichtbaren Fortschritte zunehmend auch im Nettoneugeld niederschlagen werden.
Gleichzeitig haben wir unsere Kostendisziplin konsequent fortgesetzt. Effizienz bleibt für uns kein einmaliges Programm, sondern es ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensführung und damit auch eine wichtige Voraussetzung für nachhaltige Profitabilität.
Und all dies baut auf einem robusten Fundament auf. Unsere Kapitalisierung ist stark, unser Risikoprofil solide und unsere Bilanz gibt uns die notwendige Stabilität, die nächsten Wachstumsschritte aus eigener Kraft anzugehen.
Unseren Fahrplan zur Erreichung der finanziellen Ziele habe ich Ihnen bereits anlässlich der Jahres-Medienkonferenz im März vorgestellt. 2024 haben wir unser Fundament gestärkt und 2025 stand die Steigerung der Profitabilität im Fokus.
Zu den wesentlichen Erfolgen zählen nun die tiefere Kostenbasis sowie die geringere Abhängigkeit vom Zinsumfeld durch die Stärkung des Kommissions- und Dienstleistungsgeschäfts. Dieses Jahr und darüber hinaus setzen wir weiterhin einen klaren Schwerpunkt auf profitables Wachstum.
Dafür haben wir ein entsprechendes Programm unter dem Namen STEP UP lanciert. Bei diesem Programm geht es darum, mit bestehenden Kundinnen und Kunden weiterzuwachsen und gleichzeitig gezielt neue Kunden zu gewinnen.
Dazu haben wir in den vergangenen Monaten unter anderem eine strukturierte Kundenbuchplanung eingeführt und umfassende Verkaufsschulungen ausgerollt. Unser Ziel ist es, unsere Kundenberaterinnen und Kundenberater systematisch in Sales Excellence weiterzuentwickeln und so das vorhandene Potenzial in den Kundenbüchern konsequent zu erschliessen.
Diese Initiative befindet sich noch in der Umsetzung. Die bisherigen positiven Entwicklungen unterstreichen aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die Grundlagen für nachhaltiges Wachstum auch in den kommenden Jahren gelegt haben.
An unseren strategischen, finanziellen Zielen halten wir fest. Das bedeutet, beim Nettoneugeldwachstum gehen wir wie üblich aufgrund saisonaler Effekte von einem etwas weniger starken zweiten Halbjahr aus.
Trotzdem halten wir an unserem Ziel eines Wachstums von rund 4% pro Jahr fest. Ein Ertragswachstum von 4 bis 6% pro Jahr werden wir dieses Jahr noch nicht erreichen.
Dies angesichts des derzeitigen Zins- und Währungsumfelds. Unsere Initiativen zielen jedoch weiterhin darauf ab, sinkende Zinserträge konsequent durch höhere Kommissionserträge kompensieren zu können.
Trotz eines erfahrungsgemäss etwas schwächeren zweiten Halbjahrs streben wir weiterhin eine kontinuierliche Verbesserung unserer Cost/Income Ratio an, mit dem Ziel, diese auf ein konkurrenzfähigeres Niveau zu bringen. Und eine Tier 1 Ratio von über 20% und eine solide Bilanzstruktur bleiben weiterhin das Fundament unserer Geschäftstätigkeit.
Lassen Sie mich zum Schluss den Blick auf unsere strategische Positionierung und unsere Erfolgsfaktoren richten. Wir wollen das Momentum der vergangenen Monate nicht nur beibehalten, sondern weiter stärken.
Der aktuelle Strategiezyklus nähert sich seinem Ende. Wie unser Verwaltungsratspräsident Stefan Zimmermann bereits ausgeführt hat, werden wir deshalb unser Business- und Operating-Model gemeinsam mit dem Verwaltungsrat sorgfältig überprüfen.
Dabei geht es nicht eine grundlegende Neuausrichtung. Vielmehr wollen wir hinterfragen, wo wir noch besser werden können und wie wir unser Potenzial noch konsequenter ausschöpfen können.
Unsere Stärken hinterfragen wir regelmässig. Aktuell führen wir eine Kundenumfrage durch und im dritten Quartal erfolgt auch eine Befragung unserer Mitarbeitenden.
Und unabhängig vom Strategieprozess gibt es Bereiche, die für uns dauerhaft Priorität haben. Dazu zählen wir die weitere Digitalisierung unserer Bank, eine konsequente Kosten- und Risikodisziplin sowie die Wahrung unserer hohen finanziellen Stabilität.
Dass wir hier gut aufgestellt sind, bestätigt auch das kürzlich erhaltene Moody's-Rating. Mit einem Emittenten-Rating von A1/P-1 und einem Einlagen-Rating von Aa2/P-1 bescheinigt uns Moody's die hohe Kreditqualität der VP Bank.
Vor diesem Hintergrund blicken wir trotz bestehender geopolitischer Unsicherheiten mit Zuversicht auf die kommenden Monate. Wir verfügen über eine fokussierte Strategie, ein robustes Fundament und ein motiviertes Team.
Auf dieser Basis gilt es nun weiterhin, die sich bietenden Chancen konsequent zu nutzen und unsere Wachstumsziele Schritt für Schritt zu erreichen. Ich danke Ihnen bestens für Ihre Aufmerksamkeit.
Es besteht nun die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Ich habe gesehen, die ersten sind bereits reingekommen.
Dafür bitte ich Sie, Ihre Frage in den Chat zu schreiben. Wir werden sie der Reihe nach durchgehen.
Und damit beginne ich bei der ersten Frage von Herrn Daniel Regli, dem Senior Equity Research Analysten der ZKB, welcher gefragt hat: «Können Sie erklären, was die Nettoneugeldzuflüsse im ersten Halbjahr 26 saisonal begünstigt hat? 5% Net-New-Money-Wachstum scheint nicht substanziell höher als die angestrebten grösser 4%.
Was wäre das Net-New-Money-Wachstum ohne diese Effekte gewesen?» Ich kann gerne auf diese Frage eingehen.
Mit saisonal begünstigten Nettoneugeldzuflüssen meinen wir die Dividendenzuflüsse, die einzelne grosse Kunden mit Strukturen in unseren Büchern haben. Und diese kommen, wie die Dividenden normalerweise, im ersten Halbjahr und werden anschliessend innerhalb der Strukturen weiterverteilt an die schlussendlich Begünstigten.
Ihnen eine Grössenordnung zu geben: Im ersten Halbjahr waren davon betroffen rund eine halbe Milliarde Net New Money. Und die zweite Frage geht in die gleiche Richtung: «Was verstehen Sie unter Normalisierung im zweiten Halbjahr 26?
Bedeutet Normalisierung wieder Nettoabflüsse wie im zweiten Halbjahr 25 und 24 oder einfach eine Entwicklung eher in Richtung der angestrebten 4%?» Ich habe Ihnen gesagt, wir halten an den rund 4% Net-New-Money-Zielen fest.
Und ja, diese halbe Milliarde, die ist saisonal und wird rausgehen, wollen wir aber über weiteres Nettoneugeldwachstum kompensieren. Dann die nächste Frage, ebenfalls von Herrn Regli: «Der Anstieg des Kommissionserfolgs erscheint hauptsächlich aufgrund von höheren Brokerage Fees.
Wenn ich diese transaktionsabhängigen Elemente rausrechne, dann war der Kommissionserfolg half year on half year nur knapp stabil trotz höheren Assets under Management. Also sind die wiederkehrenden Margen pro Assets under Management gesunken.
Können Sie das näher erläutern?» Diese Frage gebe ich gerne unserem CFO.
Roland Frey
Besten Dank, Urs. Die Zunahme im Kommissionsertrag basiert einerseits auf den transaktionsbasierten Erträgen, die machen aber von der gesamten Steigerung von rund 8% 1.3% aus.
Den grossen Beitrag haben wir vor allem auf der Asset-basierten Wachstum, was rund 5% ausmacht, und den Margen, zusätzlichen Margen oder Margenausweitungen, welche rund 1% ausmachen. Kommen wir auf diese rund 8% Steigerung im Kommissionsertrag.
Urs
Die nächste Frageserie kommt von Tobias Lukesch, dem Analysten von Kepler Cheuvreux. Und ich beginne mit der ersten Frage zum Zinsertrag: «Der Nettozinsertrag ging zurück, doch die Provisionserträge glichen den Druck aus.
Wie sollten wir die Ertragsstruktur im zweiten Halbjahr und im Geschäftsjahr 2027 einschätzen, falls Zinsen und Wechselkurse weiterhin als Gegenwind wirken?» Auch hier gebe ich gerne unserem CFO.
Roland Frey
Also, wir gehen davon aus, dass sich bis Ende 2026, ich gehe davon aus, zweites Halbjahr und im Geschäftsjahr 2027, also einerseits wird unser Zinsergebnis natürlich aktiv gesteuert und auf Effekte, welche Zinsveränderungen und Wechselkurse, sind entsprechend reagiert. Bis Ende 2026 gehen wir vom selben Verhältnis aus zwischen Kommissionsertrag und Zinsertrag.
Hier sind wir entsprechend aufgestellt, dass eigentlich steigende Schweizer-Franken-Zinsen uns positiv helfen und sinkende US-Dollar- und Euro-Zinsen entsprechend negativ belasten würden, was wir aber durch ein aktives Zins- und Risikomanagement entsprechend auch versuchen zu reagieren. Deshalb wird das Verhältnis nach unserer Einschätzung momentan gleichbleiben bis Ende Jahr.
Urs
Die zweite Frage betrifft die Kosten und die Effizienzseite: «Sind die Effizienzsteigerungen nun weitgehend ausgeschöpft oder gibt es noch Spielraum für eine Senkung der Kostenbasis?» Wie ich erwähnt habe, ist bei uns Effizienzsteigerung und Kostendisziplin nicht ein einmaliges Programm, sondern es ist eine dauernde Aufgabe, und wir überprüfen laufend unsere Kostenbasis.
Und wo wir Kostensenkungen realisieren können, setzen wir diese. Dazu gehören auch Massnahmen mit neuen Technologien wie künstliche Intelligenz oder die weitere Digitalisierung unserer Prozesse.
Und die dritte Frage betrifft das Nettoneugeld: «Welche Regionen und Kundensegmente trugen am meisten zu den 1.4 Milliarden, glücklicherweise Schweizer Franken, an Nettoneugeldern bei? Und gab es grosse Einzahlungen aus Einzelgeschäften, die das Management nicht auf das zweite Halbjahr hochrechnen würde?»
Mit Ausnahme dieser grösseren Dividendenzahlung, die ich bereits erwähnt habe, war das Nettoneugeld sehr breit abgestützt. Es kam namentlich aus den Kundensegmenten des Intermediärgeschäfts und des Asset Servicing und aus den Regionen Liechtenstein und der Schweiz.
Noch nicht ganz zufrieden sind wir mit den Lokationen Luxemburg und Singapur. Hier haben wir aber eine Steigerung der Dynamik gegen Ende des ersten Halbjahres gesehen und wir gehen davon aus, auch basierend auf den Pipelines, dass diese beiden Regionen im zweiten Halbjahr aufholen.
Dann nochmals eine Frage von Herrn Daniel Regli von der ZKB: «Wie nachhaltig ist die Reduktion der Personal- und Sachkosten? Können wir davon ausgehen, dass die Kosten des zweiten Halbjahres etwa auf ähnlichem Niveau sein werden wie im ersten Halbjahr 26 oder gibt es Sondereffekte zu beachten?»
Unsere Anstrengungen in der Geschäftsleitung gehen darauf hin, dass wir versuchen, das zweite Halbjahr auf dem ersten Halbjahr auf dem gleichen Niveau beizubehalten. Auf der Kostenseite, bei den Personalkosten, werden wir eine leichte Erhöhung erwarten.
Dies aufgrund der Tatsache, dass die Salärsteigerungen erst in der zweiten Hälfte des Halbjahres zum Tragen kommen und diese dann voll im zweiten Halbjahr ausschlagen. Dann eine Frage von Marco Ranieri von der LLB Vermögensverwaltung AG: «Euer E-Banking für EAMs gehört im Quervergleich zu den besten Angeboten der Banken in der Schweiz und Liechtenstein.
Warum wird dieser klare Wettbewerbsvorteil marketingseitig nicht stärker kommuniziert und beworben?» Zuerst einmal besten Dank für das Lob für unser E-Banking.
Das ist für uns Ansporn, dies weiterhin zu verbessern. Wir wollen uns als sehr gute Bank für Intermediäre weiter positionieren und dazu gehört selbstverständlich auch unser digitales Angebot.
Dann die bis anhin letzte Frage von Martin Gähner: «Mich würde interessieren, inwiefern ist die LLB vom Hackerangriff auf das staatliche Register betroffen? Wie hat die LLB nach der Attacke reagiert: interne und externe E-Mails, Kundenbriefe, Rundbriefe, Anrufe für Kundenbetreuer?
Wurden Anstrengungen unternommen, die IT weiter zu stärken?» Ich gehe davon aus, dass Sie einen Verschreiber haben und mit der LLB die VP Bank gemeint haben, weil ich weiss nicht, wie die LLB reagiert hat.
Selbstverständlich müssen wir festhalten: Bankdaten sind keine betroffen. Das war ein staatliches System.
Selbstverständlich haben wir zusammen mit der Regierung und den Bankenverbänden, arbeiten wir eng daran an der Aufklärung dieses Falles und sind im engen Kontakt mit betroffenen Kunden. Die nächste Frage von Daniel Regli: «Können Sie noch auf die Steuerquote eingehen, welche im ersten Halbjahr 26 erneut tiefer war, wie auch schon im ersten Halbjahr 25?
Gibt es saisonale Effekte und was erwarten Sie bezüglich Geschäftsjahr 26?» Roland.
Roland Frey
Die Steuerquote aktuell ist bei 12.5%. Wir erwarten auf Ende Jahr 15%.
Eigentlich gibt es keine saisonale Effekte. Das ist jeweils abhängig auch von der Transfer-Pricing-Einschätzung und der Einschätzung unserer Steuerexperten, aber das sind keine Saisoneffekte drin.
Urs
Damit sehe ich, dass momentan keine weiteren Fragen sind. Ich gehe nochmals in die Runde: Bestehen noch, das Bedürfnis nach weiterer Erklärung?
Das scheint nicht der Fall, doch. Von Herrn Gähner kommt noch eine Frage zur FINMA-Niederlage.
Wir können bestätigen, dass wir mit der FINMA in einem Prozessverfahren waren. Das Verwaltungsgericht hat sich in ihrer Instanz zu unseren Gunsten ausgesagt.
Ich möchte mich aber nicht weiter zu diesem Rechtsverfahren äussern, da es noch nicht rechtskräftig ist und wir zu laufenden Rechtsverfahren keine Stellung nehmen. Gut, damit, glaube ich, sind wir am Ende unserer Halbjahresbilanz-Medienkonferenz angelangt.
Ich danke Ihnen herzlich für Ihr Interesse und für Ihre eingehenden Fragen und freue mich bereits heute, Sie wieder in rund sechs Monaten zur Präsentation der Jahreszahlen 2026 begrüssen zu dürfen. Besten Dank und auf Wiederluege.
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