RWE AG

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Q2 FY2026 · Earnings Call TranscriptAugust 13, 2026

Operator

Guten Morgen. Willkommen bei der telefonischen Pressekonferenz zu den Ergebnissen des 1.

Halbjahres 2026 der RWE AG. Ich bin Ihr Chorus Call Operator Heely.

Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass sich alle Teilnehmer während der Präsentation im Zuhörerstatus befinden und dass die Telefonkonferenz aufgezeichnet wird. Nach der Präsentation haben Sie die Möglichkeit, Fragen zu stellen, indem Sie die Tasten Stern und 1 drücken.

Sollten Sie die Hilfe eines Operators benötigen, drücken Sie bitte Stern und 0 auf Ihrem Telefon. Die Konferenz darf nicht für Publikationszwecke aufgezeichnet werden.

Ich übergebe jetzt das Wort an Frau Birgit Hiller. Bitte, Frau Hiller.

Birgit Hiller

Ja, danke, Frau Heely. Meine sehr geehrten Damen und Herren, herzlich willkommen zur Präsentation unserer Ergebnisse für das 1.

Halbjahr 2026. Heute sind gemeinsam mit mir hier unser CEO Markus Krebber und unser CFO Michael Müller.

A quick remark to the international journalists who have dialed in: welcome to our press conference. As today's conference will be conducted in German.

However, an English version of the speech is available and you've already received it. Please feel free to ask your questions in English.

We'll be happy to answer them in English, too. Now we switch back to German.

Meine Damen und Herren, die energiepolitischen Diskussionen in Deutschland und in Europa, die bleiben intensiv. Gleichzeitig werden wichtige Vorhaben und regulatorische Rahmenbedingungen ja zurzeit zunehmend konkreter, dazu dann auch später mehr.

Markus Krebber wird zunächst die aktuelle Lage einordnen und anschließend stellt Ihnen Michael Müller die Ergebnisse des 1. Halbjahres im Detail vor, und beide stehen Ihnen danach wie gewohnt für Ihre Fragen zur Verfügung.

Und damit legen wir los.

Markus Krebber

Ja, vielen Dank, Birgit. Meine sehr geehrten Damen und Herren, herzlich willkommen auch von mir.

Bevor wir auf unsere Halbjahreszahlen schauen, möchte ich mit einer anderen Zahl beginnen: 3.500 Terawattstunden. Diese Zahl nannte jüngst die Internationale Energieagentur und sie beziffert den Anstieg des weltweiten Strombedarfs bis zum Ende dieses Jahrzehnts, das heißt in weniger als 5 Jahren.

Was das bedeutet, wird klar, wenn man sich vor Augen führt: das ist doppelt so viel, wie die gesamte Europäische Union heute verbraucht. Die Internationale Energieagentur sagt deshalb: wir stehen am Beginn eines neuen Zeitalters.

Sie nennt das "Age of Electricity". Strom ist nicht mehr nur ein Indikator für Wirtschaftskraft, wird zunehmend zu einer Voraussetzung für Innovation, Wachstum und Wohlstand.

Und für diese Entwicklung gibt es im Wesentlichen 2 Treiber: Der erste ist die Stromnachfrage. Sie steigt weltweit.

Künstliche Intelligenz, Rechenzentren, Robotik und die fortschreitende Digitalisierung verändern unsere Volkswirtschaften. Hinzu kommt die Elektrifizierung von Wärme und Verkehr.

Der zweite Treiber heißt Resilienz. Europa und andere Weltregionen wollen ihre Abhängigkeit von fossilen Energieimporten weiter verringern.

Auch das geht vor allem durch Elektrifizierung. In Europa soll der Elektrifizierungsgrad deshalb bis 2030 auf 32% steigen, heute liegt noch bei 23%.

Beide Entwicklungen verlaufen unabhängig voneinander, sie führen aber zur gleichen Schlussfolgerung: wir brauchen mehr Strom und wir brauchen ein Energiesystem, das diesen Strom jederzeit zuverlässig bereitstellt. Nötig ist dafür ein Energiesystem, das auf 3 Säulen beruht: Erstens, auf mehr erneuerbare Erzeugung.

Sie liefert Strom schnell und kostengünstig. Zweitens, brauchen wir flexible Kraftwerke und Speicher.

Nur sie gleichen Angebot und Nachfrage jederzeit aus. Drittens, brauchen wir leistungsfähige Netze, denn nur sie bringen Strom dorthin, wo gebraucht wird.

Erst das Zusammenspiel dieser 3 Elemente schafft ein Energiesystem, das dauerhaft zuverlässig funktioniert. Es ist damit weit mehr als eine Energieinfrastruktur, es ist die Infrastruktur für Wachstum, Innovation und Wohlstand.

Darauf ist unsere Strategie bei RWE ausgerichtet, mit massiven Investitionen bis 2031 insgesamt rund 42 Milliarden Euro weltweit. Davon fließen rund 24 Milliarden in den Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung.

Wir bauen Offshore- und Onshore-Windparks sowie Solaranlagen. Gut 11 Milliarden Euro investieren wir in Speicher und in Flexibilität, sprich Batterien und Gaskraftwerke.

Weitere 7 Milliarden Euro investieren wir in den Ausbau des Übertragungsnetzes in Deutschland über unsere Beteiligung an Amprion. Und wir erschließen uns weitere Optionen für die Zukunft, solche, die zum Stromzeitalter passen.

Verfügen wir allein über 30 Standorte mit guter Strominfrastruktur, ein echtes Pfund. Sie eignen sich nicht nur für Gaskraftwerke oder Batterien, sondern auch für Rechenzentren.

Allein für Letztere sehen wir ein Potenzial an 10 Standorten und entwickeln hier mit Hochdruck Projekte. Chancen für die Nachnutzung von Standorten sehen wir auch bei Fusionskraftwerken.

Biblis und Gundremmingen bieten mit ihrer kerntechnischen Ausstattung hier ideale Voraussetzungen und können Deutschland wertvolle Zeit- und Kostenvorteile im internationalen Wettbewerb der Spitzenforschung verschaffen. Deshalb unterstützen wir die Unternehmen Focused Energy und Proxima Fusion und freuen uns, dass beide Standorte jetzt den Zuschlag der Bundesregierung als Laser- bzw.

Magnetfusions-Hub erhalten haben. Meine Damen und Herren, Sie sehen: Erneuerbare plus flexible Erzeugung und Speicher plus Netze, dazu Nachnutzung unserer Standorte.

Diese Ausrichtung passt zu den Anforderungen eines Energiesystems, das zuverlässig mehr Strom bereitstellen muss und sie stärkt unser robustes Geschäftsmodell bei RWE. Unser Portfolio ist technologisch und geografisch breit diversifiziert.

Unser Zielbild für 2031 lautet: 1/3 unserer Kapazität steht in den USA, 2/3 in unseren europäischen Kernmärkten, allen voran in Deutschland und Großbritannien. Ein ausgewogener Erzeugungsmix aus Erneuerbaren, Gaskraftwerken und Batterien, dazu kommt ein wachsendes Übertragungsnetzgeschäft in Deutschland.

Dadurch verfügen wir über eine stabile Ertragsbasis und planbare Cashflows. Mit der Aufstockung unseres Anteils an Amprion haben wir die Basis für zusätzliches, langfristiges Ergebniswachstum geschaffen und deshalb bereits im Juni unser Ergebnisziel für 2031 angehoben.

Auch aus der internationalen Stromerzeugung erwarten wir höhere Erträge, daher haben wir Ende Juli unsere Ergebnisprognose für das aktuelle und das nächste Geschäftsjahr angehoben. Bereits im laufenden Geschäftsjahr soll unser bereinigtes Nettoergebnis je Aktie auf €2,95 steigen, im nächsten Jahr auf €3,15 und für 2031 lautet unser neues Ziel €4,55.

Das sind gute Aussichten und sie basieren auf den guten Ergebnissen, die das Team RWE in den vergangenen Monaten erreicht hat. Das war nur möglich, weil alle ihren Beitrag geleistet haben.

Energie ist nicht nur unser Geschäft, Energie ist auch das, was uns als Team auszeichnet und worauf ich persönlich sehr stolz bin. Im Namen meiner Vorstandskollegen danke ich deshalb auch an dieser Stelle unseren Beschäftigten.

Sie haben in schwierigem Umfeld Herausragendes geleistet. Was wir im 1.

Halbjahr im Einzelnen geschafft haben, das erläutert Ihnen nun mein Kollege Michael Müller.

Michael Müller

Vielen Dank, Markus, und auch von mir ein herzliches Willkommen. RWE verzeichnet im 1.

Halbjahr eine starke operative Entwicklung. Dazu haben alle Segmente beigetragen.

Hinzu kamen positive Einmaleffekte. Unser bereinigtes EBITDA lag mit 3 Milliarden Euro 40% über dem Halbjahresergebnis 2025.

Noch stärker wuchs das bereinigte Nettoergebnis je Aktie, es legte mehr als 60% zu. Im Segment Offshore Wind erzielten wir in den ersten 6 Monaten ein 26% höheres bereinigtes EBITDA als im Vorjahreszeitraum.

Ausschlaggebend hierfür waren höhere Produktionsmengen aufgrund normalisierter Windbedingungen nach einem windschwachen Vorjahreshalbjahr. Auch im Segment Onshore Wind/Solar verzeichneten wir einen starken Anstieg beim bereinigten EBITDA.

Es lag 20% über dem des 1. Halbjahrs 2025.

Positiv wirkte sich die Inbetriebnahme neuer Erzeugungskapazitäten sowie günstigere Windbedingungen an unseren europäischen Standorten aus. Dem standen negative Entwicklungen aus der Währungsumrechnung von US-Dollar in Euro gegenüber.

Besonders kräftig legten wir im Segment Flexible Erzeugung zu, insgesamt 70%. Das lag vor allem an einem positiven Ergebniseffekt aus einer Entschädigungszahlung des niederländischen Staates, darüber hatten wir bereits im 1.

Quartal berichtet. Nach einem schwachen Jahresauftakt hat sich die Performance von RWE Supply & Trading im 2.

Quartal wieder verbessert. Das bereinigte EBITDA des Segments Energiehandel lag im 1.

Halbjahr 2026 daher bei 134 Millionen Euro und damit über dem Vorjahreswert. Unter Sonstiges/Konsolidierung weisen wir unter anderem unsere Beteiligung an Amprion aus.

Der Ergebnisbeitrag von Amprion belief sich in den ersten 6 Monaten auf 86 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum waren es noch 72 Millionen Euro. Infolge unseres höheren Anteils wird dieser Beitrag künftig deutlich höher ausfallen.

Ab 2027 werden wir die Ergebnisbeiträge von Amprion in einem eigenen Segment namens Regulierte Netzinfrastruktur ausweisen. Die Anteilsaufstockung auf durchgerechnet 55% haben wir mit einer Kapitalerhöhung finanziert.

Es war das bislang größte beschleunigte Platzierungsverfahren in Deutschland und das zweitgrößte im europäischen Utility-Sektor. Das zeigt: die RWE-Aktie ist für Investoren attraktiv.

In den ersten 6 Monaten haben wir insgesamt €6,3 Milliarden netto investiert. Der Schwerpunkt lag auf dem weiteren Ausbau unseres Erzeugungsportfolios.

Über 90 Projekte mit einer Kapazität von 10,3 Gigawatt sind aktuell im Bau. In den Investitionen des 1.

Halbjahrs sind bereits Teile der Aufwendungen für den Erwerb der zusätzlichen Anteile an Amprion enthalten. Insgesamt werden wir wegen der Amprion-Transaktion in diesem Jahr deutlich mehr als ursprünglich geplant investieren, nämlich €9 bis €11 Milliarden netto.

In den USA hat unsere Tochtergesellschaft RWE US Offshore eine Vergleichsvereinbarung mit dem US-amerikanischen Innenministerium geschlossen, Ansprüche gegen die US-Regierung beizulegen und unsere Offshore-Windpachten vor der Küste von New York, Kalifornien und Louisiana zurückzugeben. Nach sorgfältiger Abwägung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass für diese Projekte in den USA auf absehbare Zeit keine Genehmigungsfähigkeit gegeben ist.

Der Vergleich sieht Ausgleichszahlungen in Höhe von $1,22 Milliarden vor. Wir investieren weiterhin in Energieinfrastruktur in den USA.

Wir haben eine indirekte Beteiligung von 16% an dem Louisiana-LNG-Projekt erworben und mit GE Vernova eine Vereinbarung über die Reservierung von Gasturbinen unterzeichnet. Das unterstützt den Ausbau unseres Geschäfts im Bereich flexible Erzeugung in den USA.

Derzeit entwickeln wir dort eine Pipeline von 15 Spitzenlast-Gaskraftwerksprojekten. Zudem investieren wir weiter Milliarden in den Ausbau unseres US-Portfolios an Onshore Wind, Solar und Batteriespeichern.

Investitionsdisziplin bleibt ein zentraler Maßstab für unsere Entscheidungen. Wir investieren in werthaltiges Wachstum, behalten aber gleichzeitig unsere Verschuldung und unsere Kapitalstruktur im Blick.

Den Leverage-Faktor, das heißt das Verhältnis der Nettoschulden zum bereinigten EBITDA, wollen wir im unteren Bereich des Korridors von 3,0 bis 3,5 halten. Für das laufende Jahr rechnen wir mit einem niedrigeren Wert.

Unsere Investitionen werden ein attraktives Ergebniswachstum liefern. Wir erwarten zwischen 2025 und 2031 ein durchschnittliches jährliches Wachstum des bereinigten Ergebnisses je Aktie von rund 10%.

Auch unsere Dividende soll in diesem Zeitraum durchschnittlich rund 10% pro Jahr steigen. Bis 2031 stammen rund 75% unserer Erträge aus regulierten und kontrahierten Geschäftsmodellen.

Das erhöht die Planbarkeit unserer Cashflows und macht unser Ergebnisprofil noch robuster.

Markus Krebber

Ja, vielen Dank, Michael. Meine Damen und Herren, Sie sehen: bei RWE folgen wir einem klaren strategischen Plan und wir liefern die versprochenen Ergebnisse und mehr.

Wir sind bereit, weiter massiv in das Energiesystem zu investieren, vor allem auch in unserem Heimatmarkt Deutschland. Damit das so bleibt, brauchen wir langfristig stabile Rahmenbedingungen.

Das gilt für alle Unternehmen, die investieren wollen. Nur so kann ein zukunftsfähiges und resilientes Energiesystem entstehen und damit die Grundlage für wirtschaftliches Wachstum, Innovation und Wohlstand.

In Deutschland sind einige energiepolitische Weichen inzwischen richtig gestellt. Jetzt kommt es aber darauf an, die begonnenen Vorhaben konsequent und zügig umzusetzen.

Das gilt zunächst für die flexible Stromerzeugung in Deutschland. Das Gesetz zur sicheren Stromversorgung etwa schafft den notwendigen und marktgerechten Rahmen für den Zubau gesicherter Kapazitäten.

Die erste Auktionsrunde wird Anfang September starten. RWE ist gut vorbereitet und wird sich mit attraktiven Projekten beteiligen.

Und wenn wir erfolgreich sind, werden wir unmittelbar mit dem Bau der Anlagen beginnen können. Es ist auch richtig, dass Deutschland den Einstieg in einen langfristigen Kapazitätsmarkt beschlossen hat, denn Versorgungssicherheit gibt es nicht zum Nulltarif.

Wer sie dauerhaft gewährleisten will, muss sie auch organisieren. Genau dafür schafft ein Kapazitätsmarkt den bestmöglichen Rahmen für Unternehmen und Verbraucher.

Entscheidend ist jedoch die richtige Ausgestaltung. Aktuell ist die Anhörung zur Reform des Wind-auf-See-Gesetzes angelaufen.

Das ist gut, denn auf diesen Entwurf hat die Branche lange gewartet. Für den weiteren Offshore-Ausbau sind verlässliche Rahmenbedingungen und ein tragfähiges Auktionsdesign entscheidend.

Wichtig ist, zunächst wieder Ausbausicherheit für die zwischen 2023 und 2025 versteigerten Flächen herzustellen. Ein Fadenriss in der deutschen Zuliefererindustrie sollte verhindert werden.

Weiterhin muss der Offshore-Ausbau wirtschaftlich und kosteneffizienter gestaltet werden. Deshalb begrüßen wir, dass das Bundeswirtschaftsministerium eine effizientere Flächen- und Netznutzung anstrengt.

Aus Sicht eines Betreibers geht es besonders auch verlässliche Netzanschlusstermine. Gleichzeitig muss der Investitionsrahmen noch weiter geschärft werden.

Offshore-Windprojekte erfordern langfristige, milliardenschwere Investitionen. Das Mittel der Wahl sind zweiseitige, indexierte CfDs.

Sie sorgen für planbare Erlöse und geringere Finanzierungskosten. Wichtig ist: der Ausbau der Windenergie auf See muss weitergehen.

Ein Stopp wäre kontraproduktiv und teuer. In den vergangenen Jahren haben politische Entscheidungen zu deutlich mehr Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren an Land geführt, das war gut.

Genau diese Ambition braucht es jetzt aber auch für den Ausbau der Netze. Das Netzanschlusspaket und die EEG-Novelle sollten das reflektieren.

Der deutlich zu langsame Netzausbau darf nicht das Tempo definieren, denn die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands entscheidet sich auch an einer leistungsfähigen Netzinfrastruktur und ausreichendem Stromangebot. Und nicht nur Deutschlands Zukunft.

Auch im restlichen Europa, in Nordamerika oder in Asien gilt: nachhaltig erfolgreich sind diejenigen, denen es gelingt, schnell, sicher und bezahlbar mehr Strom bereitzustellen. Ganz unabhängig davon, wie unterschiedlich die Debatten und die Ausgangslagen auch sein mögen.

Im Ergebnis ähnelt sich überall der Erzeugungsmix, der zugebaut wird, nämlich ein Mix aus erneuerbaren Energien, Batterien und Gaskraftwerken. Hinzu kommt der Ausbau leistungsfähiger Netze.

Nicht weil die Regierungen überall dieselben politischen Vorstellungen haben, sondern weil dieser Mix technologisch als auch wirtschaftlich optimal ist. Die Physik macht keinen Unterschied zwischen Europa, den USA und Asien und die Ökonomie übrigens auch nicht.

Deshalb sollte sich Energiepolitik vor allem an einer Frage orientieren: Wie schafft man den passenden Rahmen, damit der notwendige Zubau schnell und kostengünstig erfolgen kann? Diskussionen, welche Technologien sich Einzelne aus unterschiedlichen weltanschaulichen Gründen wünschen, verunsichern internationale Investoren.

Die Folge: sie warten ab. Wir brauchen aber vor allem eins: Tempo.

Und einen Grundkonsens in der Energiepolitik, der Regierungswechsel überdauert, plus pragmatische Rahmenbedingungen. Dann kommen die notwendigen Investitionen in Erzeugung, Flexibilität und Netze auch.

Meine Damen und Herren, das Stromzeitalter ist keine ferne Vision, es hat längst begonnen. Strom ist die Grundlage für Wachstum, Innovation und Wohlstand und zugleich der Schlüssel zu einer resilienten Energieversorgung.

Die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob wir diesen Weg gehen, sondern ob wir schnell genug vorankommen. Wir bei RWE stehen bereit, unseren Beitrag zu leisten in Deutschland und in unseren internationalen Kernmärkten.

Vielen Dank.

Birgit Hiller

Vielen Dank, Markus. Vielen Dank, Michael.

Und damit, meine Damen und Herren, kommen wir zu Ihren Fragen.

Operator

Wir beginnen nun mit der Fragen- und Antwortrunde. Wenn Sie eine Frage stellen möchten, drücken Sie bitte die Tasten Stern und 1 auf Ihrem Telefon.

Sie werden einen Ton hören, der Ihre Aufnahme in die Warteschleife bestätigt. Falls Sie Ihre Frage zurückziehen möchten, drücken Sie bitte Stern und 2.

Benutzen Sie bei der Fragestellung bitte den Telefonhörer. Wenn Sie Fragen haben, drücken Sie jetzt Stern und 1 auf Ihrem Telefon.

Die erste Frage kommt von Christoph Steitz von Reuters. Bitte sehr.

Christoph Steitz

Ja, guten Morgen aus Frankfurt. Ich habe 2 Fragen.

Eine vielleicht an Sie, Herr Krebber: Sie haben ja schon die Kraftwerksstrategie erwähnt, 3 Gigawatt wollen Sie gerne bauen. Ich wollte mich nur noch mal vergewissern, ob Sie die entsprechende Produktionskapazität bereits reserviert haben.

Vielleicht können Sie uns auch verraten, bei wem. Wäre es dann Siemens Energy?

Das ist ja der deutsche Platzhirsch sozusagen. Und die zweite Frage vielleicht an Sie, Herr Müller: Sie haben ja heute Morgen auch schon von 2 Datacenter-Projekten gesprochen in der Präsentation, die kurz vor dem Abschluss stehen.

Vielleicht können Sie uns noch verraten, wo die sind und ob die sich so in der gleichen Größenordnung bewegen wie das, was Sie im letzten Jahr mitgeteilt haben. Also vielleicht ein bisschen noch mehr zu diesen beiden Projekten kurz vor dem Abschluss.

Das wär's erstmal. Danke schön.

Markus Krebber

Ja, Herr Steitz, vielen Dank für die Fragen. Wir befinden uns ja im intensiven Wettbewerb als RWE und insofern, wenn wir uns jetzt den Auktionen nähern, bitte ich Verständnis, dass wir was Informationen angehen, da jetzt jeder auch unserer Wettbewerber seine Bietstrategie entwickelt, dass wir da etwas schmallippiger werden.

Insofern: wir stehen bereit, wir sind gut vorbereitet auch mit den genannten 3 Gigawatt. Wir werden attraktive Gebote abgeben und sind zuversichtlich zu gewinnen, aber bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine weiteren Details dazu nennen.

Und ich übernehme die Frage, die Sie an Herrn Müller gerichtet haben, da gilt das Gleiche. Auch da sind wir nicht die Einzigen, die das entwickeln und anbieten, sondern auch andere Wettbewerber.

Das heißt, wir werden Sie vollumfänglich informieren, sobald der Abschluss erfolgt ist und bis dahin brauchen wir die Zeit und auch die Ruhe, die Sachen zusammenzukriegen.

Christoph Steitz

Danke schön.

Operator

Die nächste Frage kommt von Christian Briesen von Montel. Bitte sehr.

Christian Briesen

Ja, guten Morgen in die Runde. Ich habe 2 bis 3 Fragen und zwar zum einen würde mich interessieren, warum die Trading-Performance im 2.

Quartal denn so viel besser ist, weil der Markt ja nach wie vor von ziemlichen Unsicherheiten, auch aus geopolitischen Gründen, gekennzeichnet ist. Und der zweite Themenkomplex: Sie haben im 2.

Quartal im Vergleich zu 2025 deutlich weniger Gas in Deutschland verstromt. Da würde ich gerne wissen, woran das liegt und auch gerne hören, wie so Ihr Ausblick auf den deutschen Gasmarkt fürs restliche Jahr ist.

Vielen Dank.

Michael Müller

Ja, ich nehme die erste Frage zum Trading. Also wir hatten ja im 1.

Quartal berichtet, dass wir vor allen Dingen dort auf 2 größeren Positionen verloren hatten. Das war zum einen durch die Krise waren ja die Gaspreise nach oben geschossen und wir waren eher short aufgestellt, und das zweite waren die Entwicklungen beim CO2.

Diese Positionen haben wir geschlossen und das hatte zu den Verlusten geführt und seitdem entsprechend weiter agiert. Es ist richtig: die geopolitischen Unsicherheiten sind hoch.

Insofern agieren unsere Trader auch vorsichtig, da es doch ziemlich große Preissprünge gibt, aber wie Sie sehen, eben sehr erfolgreich und deswegen sind wir auch zuversichtlich, was das komplette Jahr angeht. Das Thema mit der Gasverstromung, also das ist auch ein Offsetting-Effekt.

Wir sehen ja auch, dass wir in Deutschland, hatte ich auch erwähnt, mehr erneuerbaren Einspeisung haben. Das sind immer die Offsetting-Effekte, die Sie dann an der Stelle sehen.

Markus Krebber

Ja, und dann zum Gasmarkt noch mal: also Sie kennen ja die Speicherfüllstände. Die sind relativ niedrig, eher am unteren Ende der historischen Befüllungen.

Die aktuelle Situation im Mittleren Osten ist natürlich dafür sehr relevant, wie viel Gas aus der Region kommt. Und die aktuellen Marktpreise, wo vor allen Dingen die Asiaten deutlich mehr bezahlen als in Europa, wo dann viel LNG nach Asien geht, die aktuellen Marktpreise reichen nicht aus, marktbasiert ausreichend einzuspeichern.

Am Ende ist aber eine politische Frage, ob zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden. Im Moment würde ich prognostizieren, dass wir wahrscheinlich ungefähr mit dem gleichen niedrigen Stand der Füllstände in den Winter reingehen wie 2022.

Jetzt muss man noch zusätzlich sagen: wir haben natürlich auch zusätzliche LNG-Kapazität aufgebaut, die Nachfrage ist ein bisschen geringer. Also insofern ist das eine politische Entscheidung, wo man sich da risikomäßig hinlegt.

Es wird am Ende davon abhängen: wie kalt wird der Winter? Wie stabil ist die sonstige Versorgung?

Gibt's Ausfälle von Infrastruktur? Und man sieht ja auch, dass einzelne unserer europäischen Nachbarn durchaus deutlich höhere Füllstandslevel haben.

Christian Briesen

Wunderbar, danke schön.

Operator

Die nächste Frage kommt von Annette Becker von der Börsen-Zeitung. Bitte sehr.

Annette Becker

Guten Morgen, ich habe auch 3 Fragen. Zum einen wüsste ich gerne, wie Sie, Herr Krebber, die aktuelle Energiepolitik einschätzen.

Läuft das in die richtige Richtung? Denn der Ausbau der Erneuerbaren wird ja deutlich erschwert.

Dann wüsste ich gerne, wie viel dieser 11 Milliarden, die Sie in flexible Erzeugung und Speicher investieren möchten, wie viel davon auf Gaskraftwerke entfällt. Und mit Blick auf den US-Vergleich, den Sie geschlossen haben: was heißt das denn, weil Sie ja auch die Gaskraftwerke zugleich weiter ausbauen, für Ihre CO2-Ziele?

Markus Krebber

Ich fange mit der ersten Frage an, Michael sagt dann was zum Investitionsmix. Also generell Energiepolitik, ich habe das ja auch versucht in meiner Rede anzudeuten, wir laufen ganz klar auf ein Zeitalter der Elektrifizierung zu, wir werden deutlich mehr Strom brauchen.

Insofern, ich sag mal Big-Picture-mäßig muss die politische Stoßrichtung sein: Wie bekommen wir eigentlich schnellstmöglich das Stromangebot erhöht? Das wird natürlich dann auch den Druck auf die Preise runternehmen, aber es ist auch umgekehrt: wenn wir gar keinen Strom haben, werden wir an bestimmten zukünftigen Technologien gar nicht teilhaben können, egal wo das Preisniveau ist.

Insofern muss die klare Zielrichtung schon sein, vor allen Dingen aus den beiden Gründen Zukunftstechnologien und auch Resilienz für Europa, dass Stromangebot und die Netzinfrastruktur schnellstmöglich auszubauen. Ist absolut richtig, Sachen, die da angegangen werden, ich meine natürlich muss das synchronisiert erfolgen, es macht überhaupt gar keinen Sinn, Erneuerbare zu bauen, wenn der Strom nicht abtransportiert werden kann.

Insofern an Synchronizität zu denken, ist richtig. Was auch richtig ist, ist Versorgungssicherheit zu organisieren.

Jetzt kommt das Wind-auf-See-Gesetz, die Anpassung, dass der Offshore-Ausbau weitergehen kann. Wo ich darauf hinweisen würde, ist, ich glaube, da sind auch Sachen in der Planung, vor allem die EU-Kommission geht ja mit dem Netzpaket in die Richtung: wir brauchen auch eine deutliche Beschleunigung und kosteneffizientere Ausbau der Netze.

Im Grunde genommen ist das genau das, was wir vor 5 Jahren diskutiert haben: wir müssen bei den Erneuerbaren schneller vorankommen. Da sind ja viele Sachen angeschoben worden und da haben wir ja auch den Erfolg gesehen.

Jetzt hinken die Netze hinterher. Jetzt muss da genau die gleiche Geschwindigkeit aufgenommen werden und ich glaube, dann würde ich sagen, ist das ein rundes Paket.

Deswegen darf's nicht dazu führen, dass es langsamer geht und jetzt bestimmte Richtungen dahin interpretiert werden, dass der Erzeugungsausbau verlangsamt wird, weil das Netzthema ist ja nicht nur eins für die Erzeugung, das ist ja vor allen Dingen erstmal eins für die Kunden. Ohne Netze keine Industrieansiedlung, keine neuen Gewerbe, keine Elektrifizierung von Wärme, Verkehr und vor allen Dingen auch keine Digitalisierung und Rechenzentren.

Und wenn die mehr Strom brauchen, muss auch mehr Erzeugung rein.

Michael Müller

Ja, Ihre Frage zu den 11 Milliarden: ungefähr 4 bis 5 Milliarden sind da planerisch unterstellt für Gaskraftwerke. Das hängt natürlich auch damit also im Wesentlichen sind die deutschen Gaskraftwerke, auf die Markus Krebber ja eingegangen ist, wo wir jetzt in die Auktion gut aufgestellt sind, aber es hängt natürlich von dem Auktionsausgang dann ab.

Und das zweite ist, wir haben auch ungefähr 1 Milliarde in etwa eingeplant für Gaskraftwerke, die wir auch in USA entwickeln wollen. Dann zum CO2?

Markus Krebber

Dann nehme ich noch Ihre letzte Frage von Ihnen, Frau Becker, zu Offshore, zu der Vereinbarung und Auswirkung auf die CO2-Bilanz: keine, weil die Investitionspläne, die wir Anfang des Jahres vorgestellt haben, hatten damals schon in dem Investitionsrahmen bis 2031 keine Offshore-Investitionen in den USA mehr vorgesehen. Wir haben ja damals auch, wenn Sie sich erinnern, die Investitionspläne angepasst nach den ersten Richtungsentscheidungen der Trump-Administration.

Sie haben uns damals gefragt: Müssen wir das nicht abschreiben? Da habe ich immer gesagt: Nein, wir werden eine gute Lösung finden.

Die haben wir jetzt präsentiert. Wir erhöhen damit aber nicht unsere Investitionen in Gaskraftwerke.

Das heißt, die Reservierung hier von Turbinen von GE Vernova ist Teil der Strategie, die wir auch Anfang des Jahres angekündigt haben. Das haben wir nicht erhöht jetzt.

Das sind primär Peaker-Anlagen, die für Backup zur Verfügung stehen. Die werden wir mit Erneuerbaren zusammenbauen und die werden dann laufen, 24/7 Strom liefern zu können, wenn die Erneuerbaren nicht liefern können.

Insofern werden die relativ wenig emittieren. Insofern bleiben wir bei unserem bisherigen CO2-Minderungspfad.

Annette Becker

Danke.

Operator

Nun eine Frage von Eva Brendel von Bloomberg. Bitte sehr.

Eva Brendel

Guten Morgen. Meine erste Frage wäre: Sie haben jetzt ja in ein LNG-Projekt in Louisiana investiert und meine Frage dazu wäre, ob Sie auch weitere ähnliche Investments in den USA planen und wenn ja, wo?

Und die zweite Frage ist, das Thema wurde vorhin schon mal kurz gestreift, wenn jetzt LNG-Lieferungen aus dem Nahen Osten weiterhin eingeschränkt sind, könnten ja die Gaspreise noch mal weiter steigen in Europa. Manche rechnen da sogar mit bis zu €100.

Womit rechnen Sie und was sind die Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft?

Markus Krebber

Ja, danke, Frau Brendel. Die erste Frage kann ich kurz beantworten: wir planen keine weiteren Investitionen in LNG-Exportinfrastruktur in den USA.

Das Zweite: das ist natürlich jetzt wieder Spekulation. Das ist eine ähnliche Diskussion wie damals 2022/23.

Der Markt preist, ich sag mal, normale Nachfrage und Wetterjahre ein und am Ende wird's davon abhängen: Wie gut ist das Stromangebot jenseits der Gaskraftwerke, also wie hoch ist das Windaufkommen? Wie hoch sind die Hydro-Produktionen in Skandinavien und im Alpenraum?

Und dann Fragen: Wie kalt wird der Winter? Und gibt's irgendwelche Unterbrechungen aus Pipeline-Lieferungen und LNG?

Das sind die maßgeblichen Faktoren, die am Ende die Preise bestimmen. Es kann ein relativ unspektakulärer Winter werden, es kann aber auch ein kritischer Winter werden.

Das kann man nicht vorhersehen. Das unterscheidet sich nicht in dem wie zu den Vorjahren.

Ich würde aber noch mal einen Hinweis wiederholen: wir haben immer gesagt, das Energiesystem, auch vor allen Dingen im Winter, darf nicht auf Kante genäht sein. Man braucht Reserven im System und die haben wir bei den jetzigen Füllstandsleveln sicherlich nicht.

Operator

Die nächste Frage kommt von Ulf Meinke von Westdeutschen Allgemeine Zeitung. Bitte sehr.

Ulf Meinke

Ja, guten Morgen. Vielen Dank für die Möglichkeit, Fragen zu können.

Ich möchte Fragen zur Braunkohle stellen. Also da hatten wir ja einerseits die Nachricht, dass es da Verzögerungen geben soll bei der Entscheidung seitens des Bundes, wann es einen Ausstieg gibt.

Also Frage an RWE, an Sie, Herr Krebber: Was ist da Ihr Stand? Wann bekommen Sie Klarheit, wie es weitergeht, also sprich, wann die Anlagen rausgenommen werden?

Müssen Sie jetzt umplanen angesichts der neuen Situation? Sie müssen ja auch mit den Beschäftigten planen und für den Anlagenpark planen.

Und zweiter Aspekt im Zusammenhang mit der Braunkohle: da gab's ja in dieser Woche Wortmeldungen des BUND, die darauf hingewiesen haben, dass Rheinwasser, das in die ehemaligen Tagebaue gebracht werden soll, ja besser geschützt werden müsse. Daher noch mal die Frage: Wie schätzen Sie das ein?

Also ist genug Rheinwasser da, damit eine Seenlandschaft in den ehemaligen Braunkohlenrevieren entstehen kann und prüfen Sie da etwaig auch Alternativen? Danke sehr.

Markus Krebber

Ja, danke, Herr Meinke. Fange ich mit Ihrer ersten Frage an: Wir haben einen klaren Vertrag, ein klares Gesetz: Ausstieg 31.03.2030.

Die Bundesregierung kann 3 Blöcke für weitere 3 Jahre in Reserve geben. Bisher haben sie sich dementsprechend nicht gegenüber uns geäußert.

Ich kann verstehen, dass man jetzt auf die Ausschreibung des Stromversorgungsgesetzes warten will. Das ist für uns auch noch in einem gewissen Zeitraum darstellbar, auf die Entscheidung zu warten.

Es braucht dann aber relativ schnell Klarheit, ob die Reserve gebraucht wird oder nicht. Wir müssen Betriebspläne anpassen, müssen in die Anlagen investieren, dass sie länger bereitstehen, Wartungskonzepte anpassen, Belegschaft länger motivieren, an Bord zu bleiben und natürlich uns die Tagebauführung kümmern.

Und das alles braucht natürlich einen Vorlauf. Jetzt fragen Sie: Passen wir schon an?

Nein. Der heutige Kenntnisstand ist: wir haben den Ausstieg zum 31.03.

und die Bundesregierung hat sich gegenüber uns nicht geäußert. Insofern halten wir bisher an unseren Plänen fest und planen auf den Ausstieg 2030.

Zweite Frage zum Rheinwasser: Also natürlich sind die ganzen Konzepte zur Befüllung der Tagebauseen auf die Jahresverfügbarkeit des Wassers ausgerichtet. Und natürlich ist auch vorgesehen, dass wir dynamische Entnahmekonzepte haben und in Phasen wie der aktuellen würden wir kein Rheinwasser entnehmen, die Tagebauseen zu befüllen.

Aber der Rhein führt übers Gesamtjahr immer ungefähr gleich viel und ausreichend Wasser, insofern ist die Frage keine relevante, ob da genug Wasser da ist, denn die Hauptentnahme wird dann stattfinden, wenn der Rhein ausreichend Wasser führt. Und die Konzepte sehen ja auch aus, dass das sehr überschaubare Auswirkungen auf den Rhein hat, aber wie gesagt: das Konzept ist vor allen Dingen dynamisch.

In Phasen wie heute würden wir nichts für die Tagebauseebefüllung entnehmen.

Ulf Meinke

Danke sehr.

Operator

Die nächste Frage kommt von Camilla Naschert von S&P Global. Bitte sehr.

Camilla Naschert

Ja, guten Morgen. Können Sie noch ein paar Einschätzungen geben zum Thema Net Zero?

Wie Sie eben sagten, sehen Sie steigende Stromnachfrage, auch durch die Rechenzentren, und wir haben den Fokus in der Politik auf Versorgungssicherheit und Erschwinglichkeit. Gleichzeitig hält RWE, wie Sie eben sagten, und auch die meisten anderen Konzerne in der Branche an den Klimazielen fest.

Sieht man Net Zero mittlerweile also als Selbstläufer? Ist das weniger ein Dilemma oder Trilemma, als wir das vielleicht vor ein paar Jahren noch dachten?

Markus Krebber

Ich würde gerne differenziert antworten. Also einmal: wir dürfen natürlich Net Zero, wenn man das gesellschaftlich diskutiert, nicht nur auf den Stromsektor beziehen, auch wenn natürlich der größte Beitrag der Dekarbonisierung bisher über den Stromsektor erfolgt ist.

Der Trend der generellen Elektrifizierung wird uns eher helfen. Warum?

Weil die Nutzung von Strom deutlich effizienter ist im Wärme- und im Transportbereich als fossile Verbrennung. Das heißt, ich brauche gar nicht so viel Energie, den gleichen Output zu erhalten und Strom ist natürlich auch deutlich einfacher dekarbonisierbar, weil wir heute schon sehen, ich habe ja auch darauf hingewiesen, dass überall, egal wie ideologisch die Energiepolitik diskutiert wird, der gleiche Erzeugungsmix zugebaut wird und die Basis sind immer die Erneuerbaren.

Alles andere, auch unter anderem Kernenergie da, wo es noch gewollt wird, an Neubauten sind Rundungsdifferenzen. Das heißt, die Elektrifizierung wird uns helfen.

Der steigende Energiebedarf macht das vor allen Dingen in den ersten Jahren schwierig. Was wir vor allen Dingen da, wo viele Datacenter zugebaut werden, sehen, ist, dass die Stromnachfrage von Datencentern läuft schneller, als man hinterherbauen kann.

Das führt natürlich dazu, dass existierende Anlagen, die Flexibilität haben, das sind üblicherweise Gaskraftwerke, mehr ausgelastet werden. Das sehen Sie auch an den Emissionsbilanzen der großen US-Tech-Konzerne, dass die nach oben gehen.

Die bleiben aber auch bei ihren Dekarbonisierungszielen, weil dann die Erneuerbaren wieder hinterhergebaut werden, dann die höhere Auslastung der fossilen Anlagen wieder zu dekarbonisieren. Also die klare Priorität: ich brauche schnell Strom, es geht schneller über höhere Auslastung von existierenden Anlagen und dann dekarbonisiere ich hinterher.

Deswegen müssen wir da einen pragmatischen Abgang haben, weil ich glaube, wir werden die Akzeptanz verlieren, wenn wirklich sichtbar ist, dass aufgrund von fehlendem Stromangebot die Zukunftstechnologien in manchen Regionen nicht entstehen können.

Camilla Naschert

Danke.

Operator

Nun die Frage von Hanna Pantzer von energate. Bitte sehr.

Hanna Pantzer, Sie können bitte sprechen. Die nächste Frage kommt von Jonas Jansen von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Bitte sehr.

Jonas Jansen

Guten Tag zusammen. Ich hätte auch noch mal eine kurze Wassernachfrage, aber in eine andere Richtung: Sie müssen ja auch sonst immer Ihre Tagebaue entwässern und Grundwasser abpumpen und so was.

Ist das eigentlich messbar über die letzten Jahre, dass das irgendwie weniger aufwendig ist, weil der Spiegel sinkt oder ist es dadurch aufwendiger? Ich kenne mich sozusagen einfach nicht aus und versuche schlau zu werden, was das eigentlich für Auswirkungen hat, wenn sich das Grundwasser verändert.

Danke.

Markus Krebber

Danke, Herr Jansen. Also bisher sehen wir keine Auffälligkeiten in unserem gesamten Wassermanagement über die letzten Jahre.

Das betrifft sowohl die Tagebaue wie auch keinerlei Einschränkungen unseres Kraftwerksbetriebs, was Kühlung und Ähnliches angeht.

Jonas Jansen

Danke.

Operator

Die nächste Frage von Tom Käckenhoff von Thomson Reuters. Bitte sehr.

Tom Käckenhoff

Ja, schönen guten Morgen in die Runde. Ich habe noch mal eine Nachfrage zum Kohleausstieg.

Wann werden denn die Kraftwerke, die Sie zur Verfügung stellen wollen, fertig gebaut sein und einsatzbereit sein?

Markus Krebber

Sie meinen die Gaskraftwerke, Herr Käckenhoff?

Tom Käckenhoff

Ja, genau. Richtig.

Markus Krebber

Ja, also das Stromversorgungsgesetz sieht ja vor, dass die Anlagen in '31 bereitstehen müssen. Das ist die Verpflichtung, die man eingeht, wenn man bietet.

Wir gehen davon aus, dass wir einzelne Anlagen früher fertig haben, die ersten wahrscheinlich schon '29 und dann '30 und dann weitere '31. Hängt davon ab, welche Anlagen den Zuschlag in den Auktionen bekommen.

Tom Käckenhoff

Danke schön.

Operator

Zur Erinnerung: eine Frage zu stellen, drücken Sie Stern und 1 auf Ihrem Telefon. Die nächste Frage kommt von Jonas Panning vom Deutschlandfunk.

Bitte sehr. Das war die letzte Frage.

Im Moment sind keine weiteren Fragen anstehend. Ich gebe also zurück an Frau Birgit Hiller für das Schlusswort.

Birgit Hiller

Ja, danke, Frau Heely. Vielen Dank, liebe Medienvertreterinnen und Medienvertreter, für Ihre Fragen und vielen Dank, Markus und Michael, für eure Antworten.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und wünschen noch einen guten Tag.

Operator

Meine Damen und Herren, die Telefonkonferenz ist nun beendet. Wir bedanken uns für Ihre Teilnahme.

Auf Wiederhören.