GESCO AG

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Q4 FY2025 · Earnings Call TranscriptApril 15, 2026

Operator

Einen schönen guten Tag und herzlich willkommen zum heutigen Earnings Call der GESCO SE anlässlich der Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das Jahr 2025. A warm welcome to our English-speaking participants.

Please note that this call is in German language, but however, you can use the subtitles of this Zoom call. Ich möchte ganz herzlich willkommen heißen den CEO Johannes Pfeffer und CFO Andrea Hölzbauer und Head of Investor Relations Peter Alex, die Sie gleich durch die Zahlen und die Präsentation führen werden, in dessen Anschluss Sie die Gelegenheit haben, Ihre Fragen im Rahmen unserer Q&A Session direkt an die Vorstände zu stellen.

Und damit übergebe ich das Wort auch schon an Sie, Frau Hölzbauer.

Andrea Hölzbauer

Ja, vielen Dank. Herzlich willkommen zu unserer Bilanzpressekonferenz und zur Vorstellung unseres Geschäftsberichts.

Ich starte heute gleich mit den Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres, und Herr Pfeffer wird Ihnen später einen Ausblick auf 2026 geben. Ja, Sie kennen die Zahlen, denke ich, zumindest das, was wir auch schon vorab veröffentlicht haben.

Die Zahlen sind geblieben: Umsatz von €495,0 Millionen und ein Konzernergebnis von €9,9 Millionen. Trotz einer Umsatzverschlechterung konnten wir das Konzernergebnis verdoppeln.

Das EBIT ist leicht gestiegen im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt gibt es zahlreiche Sonderfaktoren, die sowohl Ende letzten Jahres, aber auch dieses Jahr unser Ergebnis beeinflusst haben.

Und da werde ich Ihnen im Folgenden einige dieser Sondereffekte noch mal im Detail darstellen. Insgesamt sind die Zahlen natürlich etwas unter der ursprünglichen Prognose, die wir zu Beginn des Geschäftsjahres 25 veröffentlicht hatten.

Zunächst lief das Jahr ganz gut und auch wie erwartet. Im Q3 gab's dann doch einige Einflussfaktoren, einfach aufgrund der ganzen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sodass wir dann auch die Prognose etwas nach unten nehmen mussten.

Insgesamt haben sich unsere Gesellschaften aber alle doch recht tapfer und gut angesichts der doch schwierigen Situation geschlagen. Und wie gesagt, das Konzernergebnis konnten wir immerhin verdoppeln im Vergleich zum Vorjahr.

Ja, der Umsatz: Hier ist wichtig zu verstehen, dass es doch zahlreiche Sonderthemen gab durch die Portfoliobereinigung im Wesentlichen. Durch den Verkauf der Gießerei und des Stahlwerks der Dörrenberg Ende 24 und durch den Verkauf der AstroPlast, der ebenfalls Ende 24 stattfand, ist der Umsatz insgesamt fast €34 Millionen nach unten gegangen, was natürlich ein wesentlicher Einfluss ist.

Wir konnten €20 Millionen wieder auffangen durch den Zukauf der Eckardt, der ja Mitte des Jahres erfolgte, mit einer wirtschaftlichen Rückwirkung auf das gesamte Geschäftsjahr, sodass wir durch den Zukauf ein Teil des Umsatzwegfalls auch abfangen konnten. Insgesamt haben sich dann die Segmente beim Umsatz sehr unterschiedlich entwickelt.

Gerade der Bereich Material Refinement and Distribution kämpfte sehr stark noch mit der Nachfrageschwäche und auch diverse Einflüsse der Zollpolitik in USA, sodass wir hier auch einen Umsatzrückgang verzeichnen mussten von €11 Millionen. Healthcare and Life Science dagegen war recht stabil, die sind in etwa auf Vorjahresniveau geblieben.

Und sehr erfreulich hat sich Industrial Assets and Infrastructure entwickelt, hier vor allem durch die sehr gute Konjunktur der SVT aufgrund des LNG-Verlaufs. Insgesamt sind wir damit von den €514 Millionen kommend aus 2024 auf €495 Millionen runtergegangen, was den Umsatz anbelangt.

Durch die Portfoliobereinigung konnten wir aber auch unsere Abhängigkeit von Deutschland reduzieren. Der Umsatzanteil mit Deutschland hat sich 5 Prozentpunkte verringert, sodass unser Mix nach Regionen doch erfreulicher ausschaut.

Die Umsatzanteile außerhalb Deutschland und auch für übrige Länder sind gestiegen. Der Anteil USA lag bei 15,7%, der Anteil Asien bei 7,9%, China macht davon 2,9% aus.

Federführend in Europa sind vor allem die Länder Frankreich und Italien. Ja, kommen wir zum Konzernergebnis.

Auch hier habe ich Ihnen eine Brücke mitgebracht, weil wir auch hier zahlreiche Sonder- und Einmaleffekte haben, die das Ergebnis sehr stark beeinflussen oder beeinflusst haben. Gerade auch 2024: Bei 2024 haben wir mit einem Ergebnis von €4,4 Millionen abgeschlossen, also das Konzernergebnis nach Anteilen Dritter.

In diesen €4,4 Millionen steckt ein operatives Ergebnis von Gießerei und Stahlwerk der Dörrenberg von minus €4,2 [Millionen?] in 2024, sodass durch die Portfoliobereinigung jetzt natürlich ein positiver Effekt aufs Ergebnis erzielt werden konnte.

Wir hatten auch einen Einmaleffekt in 24 von €4,8 Millionen aufgrund des Verkaufs, aufgrund von Abschreibungen und Kosten. Der negative Ergebniseffekt der AstroPlast spielt natürlich eine Rolle bei der Verbesserung des operativen Ergebnisses.

Die AstroPlast hat letztes Jahr mit minus €0,7 Millionen in das Ergebnis reingespielt. Wir hatten zum Jahresende aufgrund der Endkonsolidierung einen Einmaleffekt von €1 Million.

Hinzu kommt dann ab diesem Jahr die Firma Eckardt mit einem kleinen positiven Ergebnis und dann natürlich die Sondereffekte aus dieser Insolvenz der beiden Geschäftsbereiche Gießerei und Stahlwerk, die wir ja Ende letzten Jahres an Callista verkauft haben. Und das ist ein sehr großer Effekt mit €6,8 Millionen.

Das ist die Abschreibung eines Darlehens oder zweier Darlehen, die Abschreibung von Forderungen und eine Drohverlustrückstellung von 500.000. Zusätzlich haben wir einen Sondereffekt aus der Einzelwertberichtigung von Forderungen eines asiatischen Kundens, die wir ebenfalls komplett abwerten mussten, mit €2,6 Millionen.

Gegenläufig haben wir einige positive Effekte: Rückauflösung von Rückstellungen und der Verkauf von Grundstücken, die mit €2,9 [Millionen?] entgegenwirken.

Und durch den Verlust vor allem getrieben latente Steuern auf Verlustvorträge, die sich ebenfalls positiv auf das Ergebnis auswirken, da wir hier zukünftig diese Verlustvorträge bei der Steuer ansetzen können und das zukünftig steuermindernd sich auswirkt. Und dann noch ein kleiner Restposten von circa einer Million, von minus einer Million, aus zahlreichen sonstigen Effekten.

Wenn man jetzt mal nur die Einmaleffekte rausrechnet von 24 und 25, sieht man, dass sich doch das operative Ergebnis deutlich verbessert hat. Wir kommen von €8,2 Millionen in 24 und landen ohne die Einmaleffekte bei €12,6 Millionen in 25.

Und da sieht man, dass genau diese Portfoliobereinigung doch definitiv der richtige Schritt war. Ein schmerzlicher, wenn man die Effekte anschaut, aber definitiv der richtige Schritt.

Und gerade zur Entwicklung der Dörrenberg werden Sie später auch von meinem Kollegen Johannes Pfeffer noch ein paar Details hören. Ja, hier habe ich Ihnen noch mal die einzelnen Segmente mitgebracht: Material Refinement and Distribution, hier natürlich die Auswirkung dieser negativen Einmaleffekte bei der Dörrenberg.

Insgesamt zeigt sich, dass der Auftragseinsatz, -eingang und der Umsatz nach unten gegangen ist, auch hier natürlich durch die Bereinigung, durch den Verkauf auf Gießerei und Stahlwerk, aber auch durch die allgemeine Nachfrageschwäche. Und dann in beiden Jahren negatives EBIT für diesen Bereich aufgrund der Sondereffekte.

Bereinigt man hier in diesem Segment die Einmaleffekte, zeigt sich auch hier eine leichte Verbesserung, die natürlich ganz stark einfach aus der Portfoliobereinigung kommt, aber auch Mehrfunke, die hier auch dieses Jahr alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, die Marge auch zu stabilisieren. Sehr erfreulich hingegen hat sich gerade Healthcare and Life Science entwickelt.

Hier haben wir in etwa gleichbleibenden Umsatz, nur geringe Abweichung zum Vorjahr, aber gerade das Segment-EBIT hat sich deutlich verbessert und auch der Return on Sales dadurch natürlich. Hier sind wir mittlerweile bei €12,3 Millionen im Vergleich zu €8,1 [Millionen?]

im Vorjahr. Und hier haben sich eigentlich alle Gesellschaften sehr erfreulich entwickelt im Vergleich zum Vorjahr, das ist einmal die Amtrion, aber auch die INEX und auch die Setter.

Gerade die INEX hat sehr stark an EBIT und an der Performance gearbeitet. Sie haben wirklich alle Gesellschaften dazu beigetragen, das Ergebnis zu stabilisieren und haben zahlreiche operative Maßnahmen gemacht, operative Prozesse verbessert, das Ergebnis hier zu erhöhen und zu stabilisieren.

Im Industrial Assets and Infrastructure-Bereich zeigt sich dann ein sehr unterschiedliches Bild in den einzelnen Gesellschaften. Die SVT trägt natürlich erheblich zur ganzen Steigerung mit bei, gerade was das Ergebnis auch anbelangt.

Bei Auftragseingang und Umsatz spielt natürlich der Zukauf der Eckardt eine Rolle. Die Eckardt mit ihren €20 Millionen Umsatz und etwa in gleicher Höhe Auftragseingang hilft hier natürlich bei der Umsatzsteigerung.

Insgesamt das Ergebnis sehr erfreulich durch ein Rekordergebnis der SVT. Die Marge leicht verschlechtert, das kommt vor allem auch aus der Kesel und auch der MAE, die aufgrund der doch stark und weiterhin anhaltenden Nachfrageschwäche im Maschinenbau ihre Vorjahresergebnisse nicht erzielen konnten.

Gerade die Kesel, wir haben es ja auch im Laufe des Jahres immer wieder auch gesagt und erklärt: Kesel, die kämpft wirklich am stärksten mit der Nachfrageschwäche. Aufgrund dieses Nischensegments haben die doch erhebliche Verzögerungen, also die Kunden bestellen nur sehr, sehr langsam und verschieben immer wieder Projekte, was sich gerade eben in 25 doch deutlich ausgewirkt hat.

Ja, für die Segmente haben wir jetzt hier auch Working Capital, Capital Employed, den ROCE und das Net Debt mitgebracht. Es ist aus unserer Sicht auch wichtig, dass wir auch die Bilanzseite stärker betrachten.

Wir setzen auf eine starke Bilanz, ist gerade in diesen Zeiten wichtig, und wir sehen hier doch, dass auch unser GESCO-Business-System erste Wirkung zeigt. Wir haben in den Segmenten gerade sehr stark auch auf Working Capital geschaut und auch auf die Verschuldung.

Und im ersten Segment sind die Zahlen natürlich schlechter wie Vorjahr, da kommt aber vor allem der Bestandskauf zum Tragen. Die Dörrenberg hat ja zum Ende des Jahres zusätzlichen Bestand bei den Deutschen Edelstahlwerken eingekauft.

Das hat einen Effekt von €20 Millionen oder knapp €21 Millionen im Working Capital. Das heißt, bereinigt hätte sich dieses Segment auch noch mal verbessert und konnte eine Working-Capital-Reduzierung erzielen.

Das wirkt natürlich auch auf das Capital Employed und auch auf das Net Debt, weil der Bestandskauf zwischenfinanziert werden musste. Dadurch ist das Net Debt gestiegen und auch das ist hier natürlich mehr wie €20 Millionen, sind knapp €30 Millionen Steigerung, 22 davon durch den Kauf der Bestände, der Rest kommt vor allem aus der Zwischenfinanzierung von Investitionen bei der PGW.

Bei Healthcare and Life Science, hier ist es ähnlich wie auch im EBIT, dass hier einfach die Zahlen alle deutlich verbessert werden, sowohl der ROCE als auch die Verschuldung, die noch mal gesunken ist. Und auch im Industrial Assets and Infrastructure-Bereich sehen Sie, dass die Zahlen doch erfreulich sind.

Wir haben hier einen stabilen ROCE, das Net Debt ist noch mal nach unten gegangen. Beim Working Capital sehen wir hier eine Auswirkung auf der größeren Projekte, die zum Jahresende ja ausgeliefert wurden.

Dadurch ist das Working Capital verschlechtert im Vergleich zu Vorjahr, das ist aber nur ein kurzfristiges Geschichte, weil hier eben die Forderungen in der Bilanz stehen zum Jahresende, die sich dann rausdrehen im Lauf des ersten Quartals. Ja, hier noch mal die Bilanzseite, hier sieht man natürlich auch zum Jahresende die Effekte des Bestandskaufs der Dörrenberg: das gestiegene Working Capital, der Free Cashflow und Net Debt, was doch gegenüber Vorjahr sich verschlechtert hat.

Gut, genau. Also hier die Bilanz, die Effekte, die vor allem aus dem Bestandskauf kommen, deshalb hier auch noch mal bereinigt die Darstellung.

Wenn wir die €20 Millionen aus dem Working Capital nehmen, sieht man, dass man auf gleichem Niveau wie Vorjahr geblieben ist. Berücksichtigt werden muss hier, dass wir €10 Millionen oder sogar €11 Millionen Working Capital dazu bekommen haben durch den Kauf der Eckardt.

Der Free Cashflow würde dann bei €20 Millionen liegen, nicht ganz so hoch wie im Vorjahr, aber mit dem Free Cashflow von €20 Millionen konnten wir M&A-Aktivität, also den Kauf der Eckardt, und auch die Dividende sehr gut finanzieren. Das ist das Ziel, dass wir unsere M&A größtenteils aus eigenem Cash auch bedienen, ist uns hier gelungen.

Und wenn man dann auch den Net Debt bereinigt, die Verschuldung, dann belegen wir leicht unter Vorjahr. Also das zeigt Ihnen, dass wir nach wie vor eine sehr stabile Bilanz haben, hier auch weiterhin wachsen zu können.

Und damit gebe ich an meinen Kollegen weiter. Genau.

Johannes Pfeffer

Ja, wunderbar. Vielen Dank an die Andrea Hölzbauer.

Man könnte sagen: schlechte Technik, gute Zahlen. Mal sehen, ob sich das so bewahrheitet.

Ich bin Johannes Pfeffer, ich bin CEO der GESCO-Gruppe. Ich hoffe, man kann mich gut hören.

Ich wollte Ihnen in den folgenden 20, 25 Minuten ein Update geben, wie wir jetzt insbesondere für 2026 das Marktumfeld, in dem unsere Tochtergesellschaften unterwegs sind, beurteilen, was für Auswirkungen all das auf unsere Strategie hat und auf unsere Zahlen. Ich möchte aber einsteigen, da das heute die Bilanzpressekonferenz ist, die ja den Rückblick auf das Jahr 2025 gibt, indem wir einmal noch mal den Rückblick wagen und sagen: Was war 2025?

Wie verliefen die Zahlen? Ich habe Ihnen hier mal die wichtigsten Indizes zusammengefasst.

Weltweites GDP im Jahr 25 nach unseren Analysen: 2,8 bis 3,2%, ziemlich genau auf gleichem Level wie 2024. Ganz bemerkenswert fand ich den Rückgang in den Vereinigten Staaten von ehemals 2,8% in 2024 in 2025 jetzt nur noch so 2,1, 2,2%.

China etwa auf Vorjahresniveau und Deutschland vielleicht leicht besser, von einer roten Null auf eine schwarze Null, aber auch hier im graduellen Bereich. Das war so die weltweite Gesamtwirtschaft mit ihren Kennzahlen.

Gucken wir mal ein bisschen auf Deutschland und auch auf die Branchen, die in Deutschland dominant sind und die auch für die GESCO von Bedeutung sind. Zum einen natürlich Maschinen- und Anlagenbau, hier mal gemessen über die Kennzahl Maschinenproduktion, auch Äpfel mit Äpfeln verglichen: 2024 hatten wir hier noch minus fast 7%, 2025 jetzt immer noch minus 5%.

Sieht jetzt so aus, als ob das besser wäre, Tat und Wahrheit ist, das ist immer noch ein deutlicher Rückgang, eine Rezession in dieser für uns so wichtigen Branche. Etwas besser hat die Elektrobranche performt im Jahr 2025, wo wir von einem sehr starken Minus aus dem Vorjahr jetzt immerhin im Jahr 25 flat waren, und die Automobilindustrie nach wie vor mit minus 2%.

Also auch in Deutschland und in den deutschen Schlüsselbranchen keine Erholung spürbar, immer noch eigentlich zwar keine weitere Trendverschlechterung, aber ich habe mich jetzt schwergetan hier hinter diese negativen Zahlen einen gelben Pfeil oder vielleicht sogar einen grünen Pfeil zu machen, weil der Trend vermeintlich nach oben geht. In Tat und Wahrheit sind es immer noch negative Zahlen, das heißt, der Niedergang verlangsamt sich zwar, es bleibt aber nach wie vor Niedergang im Jahr 25 zu konstatieren.

Gucken wir noch ein bisschen genauer hin, weil in diesen Leitindizes steckt natürlich auch die Zahlen von vielen großen Unternehmen drin. Sie wissen als geneigte GESCO-Beobachter und Investoren, dass wir eher im deutschen Mittelstand unterwegs sind.

Für uns die passende Kennzahl, die passende Größe, mit der wir sozusagen uns relativ zum Markt messen können, ist der sogenannte DATEV-Mittelstandsindex. Das haben wir jetzt ein paar Jahre oder ein paar Quartale eigentlich ganz schön verfolgen können, der passt wirklich gut auf uns, was das Marktgeschehen angeht.

Was ist da im Jahr 2025 passiert? Hier dargestellt noch mal die Veränderung des Mittelstandsindex, also diese grüne Kurve im Vergleich zum Vorjahr.

Jeder Monat wird also mit dem gleichen Monat des Vorjahres verglichen. Sie sehen: 10 dieser 12 Monatswerte liegt unterhalb der Null, nur 2 gucken so ein bisschen schüchtern oben über die Null hinaus.

Das heißt, im Durchschnitt waren die meisten Monate auch noch mal schlechter als die gleichen Monate im Vorjahr. Gesamt haben wir den Index noch mal genau durchgerechnet und kamen auf einen negativen Wert von minus 4,3%.

Vielleicht haben Sie von vorher noch die Zahlen im Kopf von den großen Leitbranchen, die decken sich eigentlich ganz fein mit dem, was wir hier auch im DATEV-Mittelstandsindex gefunden haben. Heißt: Verschlechterung, heißt: Immerhin, die Verschlechterung hat sich verlangsamt, der Gegenwind ist etwas schwächer geworden, bleibt aber nach wie vor Gegenwind.

Für diejenigen von Ihnen, die mir jetzt schon ein paar Jahre oder ein paar Quartale zuhören, Sie wissen, ich bin gar kein so großer Freund von all diesen Zahlen. Es riecht immer so ein bisschen nach einer vorauseilenden Entschuldigung, das soll überhaupt hier nicht der Fall sein.

Aber es macht doch irgendwo Spaß zu hören, dass wir wirklich mit Gegenwind unterwegs waren, und wie Frau Hölzbauer das schön ausgeführt hat, trotzdem doch eigentlich darin gut performt haben. Und operativ, das ist ja das, woran wir uns eigentlich wirklich messen sollten, operativ sogar im Ergebnis besser wurden, nicht so sehr von der Top-Line und von der Marktleistung, aber immerhin von dem, was unten dabei rauskommt.

Und das hat uns eigentlich viel Mut und Kraft gegeben, in das Jahr 26 zu gehen. Die Budgetierung, die Planung, die Prognose war nicht ganz einfach.

Ich zeige Ihnen mal hier, wie wir dann am Schluss auf das, sage ich mal, Wertesystem gekommen sind, die Grundlage für unsere Planung war. GDP in Deutschland gehen wir von einem 0 bis 1% Wachstum dieses Jahr aus.

Wir orientieren uns da natürlich auch an den großen Instituten, bilden uns aber auch ein bisschen unsere eigene Meinung. Ich glaube, es war für alle spürbar am Anfang des Jahres, auch schon so ein bisschen Ende Q4 25, da war was da, da hat sich was bewegt, da hatten wir viele positive Impulse gehört.

Im Moment verpuffen die so wieder durch die globalen Krisen, namentlich natürlich durch die Irankrise. Ein Gleiches gilt für die weltweite Situation oder die weltweite Wirtschaft zu sagen, die war letztes Jahr, vielleicht erinnern Sie sich an die Zahlen vorher, noch knapp unter der 3%.

Wir glauben hier bei GESCO, dass das nicht zu halten sein wird. Wir glauben, dass die großen Volkswirtschaften USA, China, dann Deutschland, die Eurozone, eher im Vergleich zu letztem Jahr da nicht, sage ich mal, übermäßig stark gewinnen können.

Das wäre unseres Erachtens nur denkbar, wenn wirklich zeitnah die globalen Krisenherde beendet werden würden und wir wieder sozusagen die positiven Impulse überwiegen könnten. Mit den Annahmen, was Teuerungseffekte angeht, sind wir reingegangen, wir haben hier mal 2 bis 3% hingeschrieben.

Spannender ist, wenn man das sich ein bisschen genauer anguckt: Wir haben einerseits einen Bad Guy, einen Gegenwind auf der aufgrund der Teuerungseffekte in Deutschland, nämlich Energie- und Materialkosten werden deutlich höher sein, das ist absehbar jetzt schon, nicht nur an der Zapfsäule, wo jeder gerade drüber redet, sondern Energiepreise, Materialpreise gehen alle hoch, die Logistikkosten gehen hoch dadurch. Das ist nicht mehr wegzudiskutieren, und es wird uns nicht gelingen, das in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben zu können.

Also wir werden hier einen Abrieb generieren, das ist unvermeidlich. Aber die Welt ist nicht nur schlecht, wir haben auch gute Nachrichten dadurch, nämlich die Legierungszuschläge sind schon eigentlich seit Ende letzten Jahres auf einer Trendwende, kriechen die wieder hoch.

Das ist vor allem für unsere lagerhaltenden Handelsgeschäfte, namentlich für unsere Dörrenberg, eine ganz feine Sache, weil wir dadurch immer die sogenannten Windfall Profits mitnehmen können. Wir mögen die zwar nicht so sehr, aber lieber in die Richtung als in die andere Richtung.

Am liebsten machen wir uns davon unabhängig, aber wenn wir schon über Windfall-Themen reden, dann doch lieber über die Profits als über die Losses. Maschinen- und Anlagenbau, ich hatte es Ihnen gezeigt, war noch negativ im Jahr 25.

Wir glauben tatsächlich, dass wir hier die Talsohle nicht nur erreicht haben, sondern durchschritten haben, dass wir hinten jetzt besser rauskommen. Frau Hölzbauer hat vorher ein bisschen erwähnt, was gerade bei unserem Benjamin in Kempten im Allgäu, der Kesel, passiert.

Die hatte wirklich relativ lange keinen Auftragseingang, und siehe da, Anfang dieses Jahres sind dann auch wieder die Auftragseingänge gekommen, und wir können da wieder nach vorne blicken. Also wir sehen im Maschinen- und Anlagenbau insbesondere im infrastrukturellen Teil, also bei der GESCO wären das vor allem die Themen wie SVT, bei der MAE der Teil, der sich mit Schienensystemen befasst, oder auch bei der Eckardt, die sehr stark im Infrastrukturmaschinenbau unterwegs ist, sehen wir gerade im Moment ganz feine Effekte eigentlich, die uns helfen werden.

Bau- und Elektrobranche, Fahrzeug- und Automobilbranche: leicht positive Impulse. Also Sie sehen, wir gehen ins Jahr 26 immer noch mit überwiegend, sage ich mal, freundlich vorsichtig positiv gesinnten Ansätzen.

Aber das Entscheidende ist, wie ich es vorher schon ausgeführt habe, weniger: Was macht der Markt?, sondern: Wie können wir auch in schwierigem Marktumfeld erfolgreich sein? Das bringt mich zur eigentlich spannenden Frage, nämlich: Wie agieren wir, wie agieren unsere Firmen?

Ich habe Ihnen hier noch mal mitgebracht unsere Portfoliostruktur genau vor einem Jahr in der Bilanzpressekonferenz 2025, als wir über das Jahr 24 erzählt hatten, konnte ich Ihnen hier dieses Bild zum ersten Mal zeigen. Da hatten wir damals noch 9 Portfoliogesellschaften, heute sind es schon 11 geworden.

Nicht nur haben wir es geschafft, die Eckardt dazu zu holen, eine wirklich sehr schöne Akquisition, über die wir sehr, sehr glücklich sind, sondern wir haben einen wichtigen Schritt bei der Dörrenberg gemacht, nämlich die sogenannte Casteon ausgegliedert und haben dadurch eine eigene Gesellschaft, die im gleichen Segment unterwegs ist, aber ein ganz anderes Geschäftsmodell hat, haben dadurch gegründet. Ich werde gleich nachher noch ein paar Takte zur Casteon sagen.

Und so ergibt sich eigentlich ein ganz schönes Bild für uns mit diesen 11 Gesellschaften. Die gewählte Segmentstruktur, die wir vor einem Jahr damals ausgerufen haben, die macht uns allen im Moment relativ viel Spaß.

Das heißt, wir können mit dieser Segmentstruktur eigentlich gut arbeiten, haben auch die Geschäftsreviews nach diesen Segmenten organisiert. Das bringt tatsächlich sehr schöne Synergien, sehr viel, sage ich mal, Geben-und-Nehmen-Effekte, sehr viel Best-Practice-Gedanken innerhalb dieser Segmente, wo die Geschäftsführer ganz toll eigentlich miteinander arbeiten und wir viel Markt-Insights und Marktdynamiken dadurch antizipieren können.

Ich gehe jetzt noch mal einen Schritt zurück in die Bilanzpressekonferenz 2025. Sie erinnern sich vielleicht, ich habe damals auch ausgeführt, dass der Vorstand von seinen Stakeholdern, von den Aktionären, vom Aufsichtsrat, die Aufgabe bekommen hat, vor allem eine strategische Neuordnung des Hauptassets, nämlich unserer Dörrenberg, zu finden.

Die Folie, die ich Ihnen damals gezeigt habe, habe ich Ihnen einfach hier noch mal in die Präsentation reinkopiert. Also das ist jetzt, was Sie hier sehen, ist einfach eins zu eins die Folie aus der Bilanzpressekonferenz 2025.

Damit wir noch mal so ein bisschen wissen: Was ist denn da passiert? Ich möchte nämlich heute Ihnen rüberbringen, dass wir diese Aufgabe, wie wir finden, jetzt schön gelöst haben und nach vorne blicken können.

Die Dörrenberg hatte Ende des Jahres 24 5 Geschäftseinheiten. Frau Hölzbauer hat schon ein paar Mal ausgeführt: Zwei davon haben wir verkauft.

Auch wenn dieser Verkauf nicht ganz so verlief, wie wir uns das gedacht haben, war es trotzdem genau die richtige Entscheidung, weil wir uns dadurch von zwei schlimmen Verlustbringern lösen konnten. Der fünfte Teil, die sogenannten Casting Products, über die hatte ich gerade schon ein bisschen ausgeführt, die haben wir nämlich in die Casteon überführt.

Und die beiden anderen, die sogenannten Special Steels und Coating and Hardening, die bilden jetzt das Konstrukt und die Basis der neuen Dörrenberg. Gucken wir uns das genauer an: Was ist denn passiert mit diesem Verkauf?

Ich habe jetzt Ihnen immer hier auch, dass Sie so ein bisschen die Referenz haben, die Veröffentlichung noch mal mit in die Präsentation reingepackt. Am 9.

Februar diesen Jahres mussten wir Sie, die Aktionäre, informieren, dass die Deutschen Edelstahlwerke als die Nachfolger, auch die Rechtsnachfolger der beiden Geschäftseinheiten Gießerei und Stahlwerk, Insolvenz anmelden musste. Das war natürlich nicht schön, eine Insolvenz ist nie schön, weil wir hatten uns alle gehofft, dass die Deutschen Edelstahlwerke länger durchhalten.

Dass das Geschäft unter Druck ist, war uns natürlich auch klar, aber wir gingen schon davon aus, dass sie noch ein bisschen länger durchhalten. Aber so kam es nicht.

Schon im Februar mussten die dann Insolvenz anmelden. In Summe, Sie konnten es vielleicht aus den Zahlen von Frau Hölzbauer so ein bisschen extrahieren, hat das für sich betrachtet einen Nachsteuereffekt für die GESCO von circa €3,5 Millionen negativ mit sich gebracht.

Also nicht schön, aber war unvermeidlich. Ganz spannend auch die Verluste, die die Deutschen Edelstahlwerke in 2025 eingefahren hat.

Die waren sogar noch mal deutlich höher als die von uns in unseren Vergleichsszenarien berechneten Verluste, deswegen mussten sie am Schluss auch Insolvenz anmelden. In Summe hat das aber alles die Richtigkeit bestätigt, uns von diesen Geschäftseinheiten zu trennen.

Und das Schöne daran ist, Sie kennen alle das Sprichwort: besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Wir haben jetzt aus dieser Transaktion keine weiteren Belastungen mehr, wir haben jetzt Clean Table und können im Grunde genommen nach vorne gucken.

Ein Blick auf die Casteon, die ehemaligen Casting Products, auch hier Verweis auf die GESCO-Veröffentlichung am 27. November letzten Jahres: Dörrenberg gliedert Geschäftsbereich Casting Products in neue Gesellschaft Casteon aus.

Wir haben seit dieser Zeit in dieser Struktur gearbeitet, in einer Quasi-Unabhängigkeit der Casteon. Es hat jetzt tatsächlich ein bisschen Zeit gebraucht, nämlich bis eigentlich dem morgigen Tag, wo die Casteon quasi live geht, wo wir die Casteon GmbH sauber ausgegründet haben.

Aber diese Formalismen, sagen wir mal, sollten uns ja gar nicht davon abhalten, einfach das Richtige zu tun. Die Casteon ist ein sehr, sehr schönes Geschäft für sich betrachtet.

Sie sehen an meinem untersten, spitzfindigen Strich: Durch die Integration der Casteon in das GESCO-Business-System und die damit verbundene Professionalisierung und Fokussierung dieses Geschäftsfeldes versprechen wir uns schon im Jahr 2027 wirklich €2 Millionen Ergebnisbeitrag. Ich persönlich glaube, da ist noch viel Fantasie drin, und wir freuen uns unglaublich, auch aus der GESCO heraus diesen Weg der Casteon begleiten zu können und da für Sie, für die Aktionäre, eine Menge Gutes noch machen zu können.

Und damit haben wir eigentlich die Struktur geschaffen. Jetzt könnten wir uns mit dem verbleibenden Special Steels, Coating and Hardening-Teil sozusagen nach vorne orientieren, nach vorne bewegen, strategisch die freie Luft nutzen.

Genau das haben wir gemacht. Genau das hat das Dörrenberg-Management wirklich toll hingekriegt.

Wir haben eine Chance bekommen, die wir am Schopf ergriffen haben. Am 5.12.

letzten Jahres haben wir Sie informiert darüber, dass wir einen Lagerbestand für Werkzeugstähle von den Deutschen Edelstahlwerken übernommen haben. Nun klingt Lagerbestandskauf für eine Company, die sich Lean eigentlich auf die Fahnen geschrieben hat, nicht unbedingt jetzt wie eine enorm schlaue Geschichte.

Ist es aber tatsächlich schon, weil wir mit diesem Lagerbestandskauf auch die Möglichkeit bekommen haben, dass die DEW, die Deutschen Edelstahlwerke, wiederum ihren Kunden empfohlen hat, ihre Bedarfe doch künftig nicht mehr bei der DEW zu decken – die DEW möchte aus dem lagerhaltenden Werkzeugstahlhandel aussteigen, sich komplett auf Produktionsinhalte fokussieren –, sondern eben diese Bedarfe künftig bei der Dörrenberg decken zu können. Wir wollten nicht das ganze Geschäft kaufen, da waren uns die Risiken im Sinne eines Asset Deals oder eines Share Deals zu hoch, deswegen haben wir gezielt erstmal nur den Lagerbestand gekauft.

Den Lagerbestand, den haben wir zu sehr, sehr attraktiven Konditionen gekriegt. Die sind jetzt noch mal attraktiver geworden, weil die Stahlpreise in der Zwischenzeit auch noch höher gegangen sind.

Heißt, long story short: Wir erwarten wirklich in 2026 für die Dörrenberg aus dieser Transaktion heraus einen ganz schönen, profitablen Mehrumsatz, der der Dörrenberg eigentlich auch eine Chance gibt, noch mehr machen zu können. Die Kunden der Deutschen Edelstahlwerke haben das fast alle so, wie ich es im Moment beurteile, angenommen und sind gerne zur Dörrenberg rübergegangen.

Wir haben natürlich jetzt damit die Chance, die so gewonnenen Kunden auch langfristig an uns zu binden. Das kriegt man nicht geschenkt, aber wenn man die Kunden durch gute Lieferperformance und erstklassigen Kundenservice verwöhnt, sind wir sehr, sehr sicher, dass die auch bei der Dörrenberg künftig ihre Bedarfe decken können.

Also wirklich ein Gamechanger für die Dörrenberg. Und damit würde ich mal für uns, für den Vorstand, reklamieren: Mission accomplished.

Wir haben den Auftrag, den Sie uns gegeben haben, umgesetzt. Das Klumpenrisiko Dörrenberg ist deutlich kleiner geworden, das Geschäftsfeld ist sehr, sehr gestrafft worden.

Und durch die Ausgliederung der Casteon haben wir einen zusätzlichen Businesstreiber eigentlich reingekriegt. Und durch den Verkauf, selbst wenn es am Schluss in einer Insolvenz geendet hat, haben wir einen schlimmen Verlustbringer uns von den Hacken geschafft.

Also in Summe glaube ich wirklich geglückt. Gucken wir mal ein bisschen weiter nicht nur jetzt auf die Dörrenberg, sondern wir haben 11 tolle Gesellschaften.

Diese 11 tollen Gesellschaften führen wir, das wissen Sie inzwischen als geneigte Beobachter der GESCO, die führen wir durch das sogenannte GESCO-Business-System. Und dieses GBS, dieses Konstrukt, wie wir unsere Unternehmen führen, das wächst weiter kontinuierlich, bewährt sich eigentlich immer mehr als wirklich effektive Grundlage zur Wertsteigerung unserer Portfoliounternehmen.

Den Anspruch, den der Vorstand der GESCO an alle unsere Gesellschaften gestellt hat und gesetzt hat, heißt: In allen Kerndisziplinen erfolgreicher Unternehmensarbeit wollen wir besser als in 2025 abschneiden. Sind wir ins Jahr gegangen.

Sind wir heute schon Mitte April und können ja schon ganz gut mal angucken: Wo kommen wir denn hinterher dabei raus? Frau Hölzbauer wird Ihnen nachher auch die finanzielle Prognose noch mal vorstellen.

Aktuell können wir sagen: 9 von den 11 Firmen werden im Umsatz wachsen, alle 11 werden ihre Bruttomarge verbessern, 10 von 11 erhöhen ihr absolutes EBIT, 11 von 11 erhöhen ihren ROCE und ihren Free Cashflow, 11 von 11 verbessern ihre operative Kennzahlen und die Kundenzufriedenheit und 11 von 11 verbessern ihre strategische Positionierung und Wettbewerbsfähigkeit. Das können wir inzwischen über das GESCO-Business-System auch sehr, sehr schön tracken und sehr, sehr schön verfolgen und fühlen uns da eigentlich zunehmend wohl und glaube, diese Reise der GESCO nach vorne hat damit noch gar kein Ende.

Wir haben damit jetzt ein Konstrukt geschaffen, mit dem wir auch skalierbar sind, mit dem wir ohne große Probleme auch mehr Gesellschaften in dieses System integrieren können. Die Eckardt zum Beispiel haben wir schon sehr schön in dieses System integriert bekommen.

Und so kommen wir eigentlich ganz gut nach vorne. In der nächsten Folie zeige ich Ihnen noch mal ganz kurz den ganz aktuellen Stand des GESCO-Business-Systems.

Sie erinnern sich vielleicht: vier Säulen, ich will sie jetzt nicht aus Zeitgründen alle noch mal runterbeten, aufgeteilt in vertikaler Richtung auch über die Ebenen operatives Management, strategisches Management, normatives und kulturelles Management. Was Sie vielleicht wissen sollten: Wir hatten die letzten Quartale einen Schwerpunkt auf Säule 3, deswegen auch das gute Wachstum, was wir in den nächsten Quartalen und Jahren hoffentlich erwarten können.

Wir wenden uns jetzt, namentlich Frau Hölzbauer und ich, noch mal sehr stark auch der Säule 4, unserem Financial Management zu. Ich habe Ihnen die drei Neulinge, die wir ins GBS jetzt noch mal neu aufgenommen haben, hier noch mal GESCO-grün hinterlegt: Zum einen ein Schwerpunkt auf das Thema Cyber Resilience, dem wir eine besondere Bedeutung zumessen, das wir als das möglicherweise größte Risiko leider auch für mittelständische Unternehmen beurteilen, und dem wollen wir auch besonders Rechnung tragen.

Zum Zweiten: Prozesse rund ums Thema Einkaufsmanagement. Wir haben festgestellt durch die Arbeit mit unseren Tochtergesellschaften, dass wir hier noch sehr, sehr viel ungenutztes Potenzial haben.

Nicht in dem Sinne, dass wir hier einen Zentraleinkauf aufbauen, sondern dass wir, wie Sie das von uns kennen, über das GBS Methoden, Werkzeuge, Best Practices wirklich zur Verfügung stellen, jede einzelne Tochtergesellschaft bei ihren Einkaufsstrategien zu unterstützen und das verfolgen auch zu können. Und last, not least, und vielleicht auch am wichtigsten, ein Sonderprojekt, das unter der Ägide von Frau Hölzbauer dann laufen wird, das Projekt heißt „Cash is King“.

Ich habe es Ihnen hier noch mal mit seinen wesentlichen Eckpfeilern hingeschrieben. Die Rationale heißt: Wir wollen trotz fehlender Marktimpulse, trotz möglicherweise sogar Gegenwind auf unserem Kurs der, wir nennen es mal risikolimitierte Expansion, auch anorganischen Expansion, weiter Fahrt aufnehmen.

Dazu, diese risikolimitierte Expansion machen zu können, namentlich einfach tolle Unternehmen kaufen zu können, zu denen wir durchaus Zugang haben, auch vielleicht in größerer Anzahl kaufen können, brauchen wir, die Risikolimitierung, den Verschuldungsgrad klein zu halten, brauchen wir einfach noch mehr freie Gelder, freies Kapital. Und wir sehen hier eine Riesenchance über dieses „Cash is King“-Programm, einen Gutteil davon auch adressieren zu können.

Kick-off wird jetzt genau stattfinden. Schwerpunkte sind methodengestütztes Management von Assets, von Forderungen, von Verbindlichkeiten, von Beständen, aber auch von Cash-Collection-Prozessen, also wie wir hier in der GESCO auch unser Cash sozusagen einsammeln können und dann gewinnbringend reinvestieren können.

Wird ein Projekt sein mit einem zentral geführten Program Office. Wir haben einige externe, sage ich mal, Expertise uns hier reingeholt, nicht nur in Best-Practice-Ansätzen, sondern einfach auch, unseren Unternehmen den Spiegel vorhalten zu können, was Industrie-Benchmarks tatsächlich sind.

Sind uns ziemlich sicher, dass wir auf diese Art einen wirklich tollen Beitrag leisten können. Die Zielsetzung, als Zahl: Wir wollen freie, zusätzliche Liquidität größer €30 Millionen schaffen, und zwar – und das ist wichtig – ohne Einbußen der Ertragssituation.

Und damit hätten wir dann die Möglichkeiten geschaffen, auch unsere M&A-Aktivitäten und anorganisches Wachstum, genauso wie das organisches Wachstum, weiter ausbreiten zu können, Fahrt aufzunehmen. Ich habe Ihnen vorher die Segmentierungsstruktur gesehen.

Das wird unsere Guideline sein, in welchen Feldern wir auch tief sein wollen. Das tut sich im Moment eine ganze Menge.

Ich kann Ihnen sagen, wir sind in einigen Prozessen sehr engagiert gerade dabei. Und wir sind ziemlich zuversichtlich, dass wir auch im Jahr 2026 hier positive Nachrichten vermelden können.

Und damit, im Schnelldurchlauf, ich hoffe, Sie konnten meinen Ausführungen folgen, würde ich noch mal zurückgeben an die Frau Hölzbauer, die uns jetzt das Ganze, was ich so ein bisschen in Verbalerotik rübergebracht habe, jetzt auch in Zahlen und harten Fakten in der Prognose 2026 zu vermelden. Danke schon mal.

Andrea Hölzbauer

Ja, kommen wir zum Abschluss noch mal zu den Zahlen: Prognose 2026. Ja, Sie kennen das wirtschaftliche Umfeld.

Das ist hochvolatil nach wie vor durch die geopolitische Lage, durch das Thema Iran. Wir sind wieder in der Situation ähnlich wie wir es beim Russland-Ukraine-Konflikt hatten: steigende Preise, Fragezeichen bei der Energieversorgung.

Die Wirtschaftsinstitute melden schon wieder ab, malen Schreckensszenarien schon wieder hin fürs Wirtschaftswachstum weltweit oder eben für kein Wirtschaftswachstum weltweit. Nichtsdestotrotz glauben wir an unsere Unternehmen und sehen doch erhebliches Potenzial zur Verbesserung des Ergebnisses.

Wir sind auf dem richtigen Weg, wir haben es gesehen, was auch dieses Jahr operativ ohne die Sondereffekte möglich gewesen wäre. Und darum sehen wir einen Umsatz von €515 bis €530 Millionen als realistisch und durchaus machbar an, und das Konzernergebnis erwarten wir bei €15 bis €20 Millionen.

Das ist unser Fokus, mit Sicherheit auf dem Ergebnis, weniger auf dem Umsatz. Sie sehen natürlich auch, wir haben uns eine relativ große Bandbreite dieses Mal gegeben.

Da ist wirklich einfach der ausschlaggebende Grund diese hohe Volatilität, dieses Thema Iran, das man noch nicht wirklich greifen kann, was es bedeutet. Da müssen wir einfach mit dem ein oder anderen zusätzlichen Risiko oder zusätzlicher Herausforderung rechnen.

Drum jetzt diese Bandbreite, aber es soll Ihnen signalisieren: Wir glauben an unsere Unternehmen, wir glauben an unsere Strategie und werden in 2026 deutlich bessere Ergebnisse liefern. Ja, damit sind wir am Ende unserer Präsentation und wir freuen uns jetzt auf Ihre Fragen.

Operator

Wir kommen jetzt zu Ihnen und Ihren Fragen. Für einen dynamischen Austausch bitten wir Sie, Ihre Fragen persönlich über die Audiospur zu stellen.

Heben Sie dafür gerne Ihre Hand. Sollten Sie telefonisch eingeschaltet sein, dürfen Sie die Tastenkombination Sternchen 9 nutzen und anschließend Sternchen 6, sich freizuschalten.

Und sollten Sie heute keine Möglichkeit haben, frei zu sprechen, nutzen Sie gerne unseren Chat und platzieren Ihre Fragen dort. Wir haben die ersten Hände oben.

Jens Nielsen, die Bühne gehört Ihnen.

Jens Nielsen

Ja, schönen guten Tag zusammen. Können Sie mich hören?

Operator

Ja, danke.

Johannes Pfeffer

Jawohl.

Jens Nielsen

Wunderbar. Ja, zunächst ganz herzlichen Dank für die spannende und sehr interessante Präsentation und die tiefen Einblicke.

Trotzdem noch ein paar kleine Detailfragen von mir. Zum einen: Im letzten Jahr, hatten Sie erwähnt, haben Sie eine Forderungsabschreibung noch verbuchen müssen in Höhe von €2,6 Millionen bei einem asiatischen Kunden.

Vielleicht können Sie uns da noch ein klein bisschen Background geben, welches Segment das betraf und ob da noch Chancen bestehen, gegebenenfalls dass die Forderung in diesem Volumen nicht verloren geht, sondern vielleicht doch noch was einzutreiben ist?

Andrea Hölzbauer

Ja, vielen Dank, Herr Nielsen, für die Frage. Die Forderungen von €2,6 Millionen, das ist im Segment Industrial Assets and Infrastructure, betrifft letztendlich die SVT.

Da, wissen Sie, haben wir immer große Projekte. Und das Team der SVT ist da ganz stark schon wieder hinterher, schon während des ganzen Jahres 25, dass wir doch die Forderung oder zumindest einen Teil der Forderung eintreiben.

Jetzt ist es mit Asien natürlich auch schwierig mit den ganzen rechtlichen Rahmenbedingungen, aber das Team setzt alles daran, diese Forderung einzubringen. Das heißt, wir haben schon die Hoffnung, dass wir zumindest einen Teil hier dieses Jahr auch eintreiben können.

Aber mit 100%iger Sicherheit oder ist wirklich schwer einzuschätzen, aber wie gesagt, die Hoffnung ist da, das Engagement des Teams ist da, das wirklich auch zumindest teilweise wieder zu realisieren.

Jens Nielsen

Ja, okay. Danke schön.

Dann eine Frage zur Steuerquote: Die war jetzt im vergangenen Jahr ja stark durch die Forderungsabschreibung beeinflusst, ist jetzt letztlich eine ausgewiesene Steuerquote nach meiner Rechnung von 9,6%. Sie hatten erwähnt, dass durch die Verlustvorträge jetzt künftig steuerlich positive Auswirkungen zu erwarten sind.

Wie ist denn aus heutiger Sicht so Ihre Erwartung jetzt für die effektive Steuer- oder die tatsächliche Steuerquote so für die nächsten, also fürs laufende Jahr und die nächsten zwei, drei Jahre?

Andrea Hölzbauer

Ja, es sollte sich bei den circa 30% einpendeln. Es ist ja so, wir sind hauptsächlich in Deutschland unterwegs, das heißt, wir erwarten da eine durchschnittliche Steuerquote von den 30%, wie in Deutschland letztendlich üblich mit Gewerbe- und Kapitalertragsteuer.

Es geht dann vielleicht ein bisschen runter, wir hatten ja auch €500.000 positiven Effekt bei den Steuern für die Steuerrückstellungen für die langfristigen, weil ja die Körpersteuer dann jetzt auch zukünftig nach unten gehen soll. Und da hat man auch dieses Jahr, drum ist diese Steuerquote so extrem niedrig, einmal durch diese Verlustvorträge, wo wir die Steuer, also die zukünftigen Steuerersparnisse dieses Jahr aktivieren.

Drum haben wir dieses Jahr den Effekt, und für die Folgejahre zeigt sich das dann nicht mehr in der Steuerquote, sondern wir haben den einmaligen Effekt für die Aktivierung.

Jens Nielsen

Ja, okay.

Andrea Hölzbauer

Ist das soweit beantwortet, Ihre Frage?

Jens Nielsen

Ja, danke schön. Ja, bestens.

Wunderbar. Dann noch zwei Fragen im Zusammenhang mit der Übernahme des DEW-Lagers durch die Dörrenberg: Zum einen ist jetzt eben zum Jahresende 25 dadurch das Working Capital Hören Sie mich?

Johannes Pfeffer

Wir hören jetzt wieder. Ja, Sie waren kurz weg.

Jens Nielsen

Ach so, ja. Dann noch zwei Fragen im Zusammenhang mit der Lagerübernahme Dörrenberg von dem DEW-Lager: Ich glaube, da ist auch ein leichtes Echo zu hören, fürchte ich.

Ich höre mich selber zumindest als Echo. War ja jetzt zum Jahresende 25 das Working Capital durch die Lagerübernahme deutlich angestiegen und dementsprechend der Cashflow aus dem Working Capital deutlich negativ mit €20,6 Millionen auf Gruppenebene jetzt im Vergleich zu positiv €29,9 [Millionen?]

im Vorjahr. Zudem reingespielt hat wahrscheinlich ja auch dabei, dass auch im Segment Industrial Assets and Infrastructure stichtagsbedingt das Working Capital höher war.

Haben Sie da eine grobe Zielrichtung, Erwartung, was Sie uns mitgeben könnten, was so der Plan ist, wie viel Cashflow aus Reduktion des Working Capital jetzt im laufenden Jahr in Summe generiert werden soll?

Andrea Hölzbauer

Also letztendlich ist es ja so, wir haben ja das Projekt „Cash is King“ auf die Fahnen geschrieben. Da wird ein Großteil natürlich aus dem Working Capital kommen, aber da gibt's natürlich auch noch mal insgesamt das ganze Thema Anlagevermögen etc., was wir uns da sehr genau anschauen.

Und in diesem Zusammenhang werden wir auch unseren Gesellschaften jeweils Ziele setzen, dieses Ziel, diese €30 Millionen zusätzlichen Cash zu erreichen, und da wird dann ein Großteil aus dem Working Capital kommen. Jetzt ist natürlich diese €30 Millionen wird vielleicht nicht ganz klar zum Stichtag dann so greifen können zum Ende des Jahres, weil wir jetzt erst im April den Kick-off haben, aber das ist so ein bisschen die Zielrichtung, die wir doch für unsere Gesellschaften und für uns anstreben.

Jens Nielsen

Ja, wunderbar, wunderbar. Dann auch noch eine Frage im Zusammenhang auch noch mit der Dörrenberg: Sie erwarten einen deutlichen Mehrumsatz jetzt oder einen Mehrumsatz aus der Lagerübernahme.

Können Sie da eine grobe Hausnummer uns sagen oder wollen Sie das nicht so beziffern?

Johannes Pfeffer

Ich kann Ihnen schon eine Hausnummer sagen. Man muss allerdings dabei wissen: Das Jahr 26 kann man da nicht voll rechnen.

Wir haben zwar zum Jahresbeginn den Lagerbestand übernommen, gibt aber dort eine ganze Reihe, sage ich mal, operativer Details, die uns jetzt verhindert haben, dass das sozusagen von Tag 1 an in Umsatz läuft. Aber annualisiert, also wahrscheinlich ein guter Teil davon auch dann ins Jahr 27 rüber, aber so auf einer Jahresscheibe können Sie schon so zwischen €20 und €30 Millionen Mehrumsatz daraus rechnen.

Jens Nielsen

Ja, nicht schlecht.

Johannes Pfeffer

Kommt halt auch, wie gut es uns tatsächlich gelingt, die Kunden der Deutschen Edelstahlwerke auch an uns zu binden. Da sind wir in unseren Prognosen auch, sagen wir mal, vorsichtig angegangen.

Also unsere eigenen Geschäftsmodelle haben da schon auch, sagen wir mal, einen gewissen Verlust an Kundenloyalität mit sich gebracht. Das hat sich bis jetzt noch gar nicht so materialisiert, also positiv formuliert.

Bis jetzt sind alle Kunden eigentlich weiter bei Dörrenberg gelandet, und das wollten wir ja auch so.

Jens Nielsen

Doch, sehr gut. Die letzte Frage dann von mir: Das war mir jetzt bei der Segmentbetrachtung für 25 ins Auge gefallen.

Segment Healthcare and Life Science hat sich ja beim Umsatz stabil gehalten und beim EBIT sehr positiv entwickelt. Allerdings ist der Auftragseingang 19% unter Vorjahr gewesen im letzten Jahr.

Da stellt sich mir jetzt so ein bisschen die Frage: Wie ist denn die Erwartung jetzt? Wie wird sich das jetzt im laufenden Jahr dann negativ widerspiegeln wird, darauf aufbauend?

Und letztlich die Gesamtfrage, inwieweit Sie eventuell für die drei Segmente da auch grobe Erwartungsrichtungen angeben könnten, was so Umsatz und EBIT angeht?

Johannes Pfeffer

Muss man tatsächlich ein bisschen genauer hingucken. Healthcare and Life Science sind im Grunde genommen drei Unternehmen.

Die größte ist die Setter, dann kommt die INEX und dann die Amtrion. Die Setter hat derzeit umsatzseitig eher einen rücklaufenden Trend.

Das stört uns aber gar nicht so, weil wir vor allem nicht profitables Geschäft auch bewusst gesagt haben, das wollen wir nicht holen. Wir haben einen großen Kunden gehabt, dem wir auch einfach gesagt haben: Zu den Konditionen, die uns da aufdiktieren wollte, wollen wir unsere Papierstäbchen nicht liefern.

Das hat da auch ein Stück weit natürlich im Auftragseingang Einklang gefunden, aber in der Ergebnisqualität halt nicht. Und das gucken wir, Frau Hölzbauer hat es vorher gesagt, besonders drauf.

Bei der INEX wiederum, dass die ja, wenn Sie sich noch erinnern, Herr Nielsen, geprägt aus zwei Firmen, nämlich der Sommer & Strassburger und der Hubel, da haben wir eine sehr schöne Situation bei Sommer & Strassburger und ein bisschen geprägt durch die, sage ich mal, auch Endkundenschwächen bisschen nicht so schöne Situation bei der Hubel. Da müssen wir mal gucken.

Die Hubel ist eine von den zwei Gesellschaften, die im Jahr 2026 im Umsatz weniger sein wird als im Jahr 25. Sie erinnern sich vielleicht: meine kleine Ausführung, 9 von 11 Gesellschaften sind umsatzseitig stärker als 25.

Eine von den beiden, die es nicht schaffen wird, ist die INEX, geprägt durch die Hubel. Wir können das aber wirklich gut kompensieren durch die tolle Arbeit bei der Ergebnisqualität.

Und die Amtrion, die geht fein ihre Wege auch im Jahr 26.

Jens Nielsen

Zur Guidance auf Segmentebene generell: Geben Sie da was raus? Ich hatte jetzt zumindest beim Geschäftsbericht nicht gesehen.

Ich will aber nicht ausschließen, dass es mir jetzt durchgegangen ist.

Andrea Hölzbauer

Tatsächlich nicht. Wir haben bisher immer nur das Gesamtergebnis auch als Guidance rausgegeben.

Jens Nielsen

Okay. Gut, dann herzlichen Dank.

Operator

Vielen Dank, Herr Nielsen, für Ihre Fragen. Wir haben jetzt noch zwei gehobene Hände und eine Frage im Chat.

Mit Blick auf die Zeit lese ich die Frage aus dem Chat schnell vor von René Rückert von der Baader Bank AG: „Wie hoch wird das Umsatzplus durch den Kauf des Lagerbestands der DEW für die Dörrenberg erwartet?“

Johannes Pfeffer

Ja, danke für die Frage. Ich hatte sie, glaube ich, gerade eben schon beantwortet.

Also noch mal: Ganz auf das Jahr 26, ganz genau wollen wir es nicht runterbrechen, aber annualisiert rechnen wir mit einem Jahresmehrumsatz von €20 bis €30 Millionen, der dadurch kommt. Wir hoffen natürlich, dass man möglichst viel auch schon im Jahr 26 davon materialisiert kriegen.

Operator

Wunderbar, herzlichen Dank. Und als Nächstes: Viktor Beyer, bitte.

Sie können sich jetzt freischalten. Ich sehe, dass Ihr Mikrofon freigeschaltet ist, Herr Beyer.

Viktor Beyer

Ja, guten Tag, Viktor Beyer vom Bankhaus Metzler. Vielen Dank für die Präsentation.

Eine Frage zur Guidance auch mit Blick auf den Irankonflikt. Ich bin mir sicher, Sie haben es ja schon gesagt, haben sich es nicht einfach gemacht, das mit einzumodellieren, deswegen noch einmal die Frage: Inwiefern ist es da explizit mit abgebildet aktuell schon?

Und die zweite Frage: Wie stark sind Ihre einzelnen Portfoliocompanies vom Irankonflikt direkt vor Ort betroffen? Ich denke da zum Beispiel an die SVT, die ja wahrscheinlich auch Infrastruktur in der Region im Nahen Osten LNG-Terminals beliefert hat.

Können Sie da schon abschätzen, was das für einen Effekt haben wird, oder einen Ausblick geben? Sind da LNG-Terminals, die Sie selber mit servicen, oder besteht da jetzt sogar Nachholbedarf, dass da einiges zerstört wurde und jetzt neu equipt werden muss?

Das vielleicht erstmal die erste Frage.

Johannes Pfeffer

Danke, Herr Beyer. Ich find's ganz rührend, dass Sie uns zubilligen, dass wir forecasten können, wie der Iran-Konflikt weitergehen könnte.

Ich glaube, wir rätseln alle jeden Abend vorm Fernseher: Was kommt als Nächstes? Also ein Stück weit haben wir natürlich das mit reingebaut, aber wie Frau Hölzbauer jetzt ausgeführt hat, wir stehen auch hier, sage ich mal, vor der nicht lösbaren Aufgabe, genau zu prognostizieren, was da passiert.

Aber einen gewissen Gegenwind haben wir hier reingebaut. Das war ja schon zum Zeitpunkt, als wir unsere Guidance zusammengestellt haben und das ganze Budget aufgebaut haben, war das ja schon sichtbar.

Aber ich sag's mal, wenn da jetzt noch mal der Krieg sich heißer läuft und noch länger dauert, wir wagen es nicht oder maßen uns nicht an, da genau eine Prognose abzugeben. Aber noch mal, ein Stück weit haben wir das als Gegenwind mit eingebaut.

Unsere Tochtergesellschaften sind insgesamt alle nicht mehr sehr von energieintensiven Prozessen betroffen, unsere Kunden aber dummerweise schon. Also dass wir dadurch jetzt einen starken Kostennachteil haben, glauben wir nicht, das haben wir weitestgehend im Griff, nicht komplett, wird man sehen mit dem Thema, aber weitestgehend.

Aber was gesamtkonjunkturell dadurch passiert, ist wirklich sehr, sehr schwierig zu sagen. Für die SVT, das noch mal zu sagen, sehen wir tatsächlich längerfristig betrachtet eher Chancen.

Kurzfristig wird's keinen Einfluss machen. Die Projekte, an denen die SVT arbeitet, die sind so groß und so langfristig, die werden dadurch jetzt nicht mehr oder weniger werden.

Aber langfristig betrachtet, glauben wir, dass dadurch eher eigentlich die Neigung zu LNG und zu mehr, sage ich mal, auch dieser Terminalbauten außerhalb des arabischen Raums zunehmen wird.

Viktor Beyer

Perfekt, alles klar. Vielen Dank.

Dann vielleicht abschließend noch eine Frage zur Dörrenberg: Da wurde berichtet, dass nach Bilanzstichtag eine Drohverlustrückstellung in der Höhe von knapp einer halben Million Euro gebildet wurde. Können Sie uns da noch ein bisschen Details geben, was sich dahinter verbirgt?

Andrea Hölzbauer

Ja, sehr gerne. Das ist letztendlich Teil auch der Insolvenz der Deutschen Edelstahlwerke.

Die Dörrenberg hat im Rahmen des Kaufs gewisse Garantien gegeben für Energielieferverträge etc., für ein Leasing bei der Deutschen Edelstahlwerke, und da könnte es sein, dass im Rahmen des Insolvenzverfahrens die Dörrenberg dafür einstehen muss, und insofern haben wir da jetzt eine Drohverlustrückstellung gemacht. Wir hoffen, dass es nicht dazu kommt, weil da auch Sicherheiten hinterlegt sind, aber man ist davor nicht gefeit, und insofern war die Rückstellung notwendig.

Viktor Beyer

Perfekt, alles klar. Vielen Dank.

Das heißt, Schrecken ohne Ende ist aber das Einzige, was wir aus der Deutschen Edelstahlwerke noch erwarten können, oder liegen da noch andere Sachen auf dem Tisch?

Andrea Hölzbauer

Nee, also drum haben wir auch die Drohverlustrückstellung gemacht, also die ist in den Zahlen drinne von 25, sodass wir wirklich alle die Risiken auch dieser Insolvenz in 25 mit abgebildet haben in der Bilanz und im Ergebnis.

Viktor Beyer

Perfekt, sehr schön. Vielen Dank.

Operator

Vielen Dank für Ihre Fragen, Herr Beyer. Und wir gehen über zu Holger Steffen mit den letzten Fragen.

Herr Steffen, die Bühne gehört Ihnen.

Holger Steffen

Hoffe, ich bin zu verstehen. Hallo?

Operator

Ja, sind Sie.

Holger Steffen

Hallo zusammen, wunderbar. Ja, ich werde mich ganz aufs Wesentliche beschränken.

Herzlichen Dank für den detaillierten Vortrag. Ich habe nur noch dann eine Frage, vor allem zum Ausblick: Der Auftragsbestand, der liegt ja jetzt zum Stichtag mit €161,8 Millionen 14,4% unter Vorjahr, und Sie haben auch im Bericht geschrieben, dass Sie in allen Segmenten eine gedämpfte Nachfrageentwicklung im ersten Halbjahr erwarten und dass eine Belebung der wirtschaftlichen Aktivitäten frühestens im zweiten Halbjahr zu erwarten ist.

Da würde mich nur interessieren: Welche Belebung haben Sie denn eingepreist in Ihrer Prognose oder welchen Verlauf haben Sie sich vorgestellt für das Jahr, damit diese Umsatz- und Ergebniszielsetzung erreicht wird?

Andrea Hölzbauer

Also letztendlich der Herr Pfeffer hat ja schon ausgeführt, was die ganzen Prognosen der Wirtschaftsinstitute sagen. Unsere Unternehmen richten sich natürlich immer ein bisschen danach, gerade was den Verlauf ihrer unterjährigen Planungen anbelangt.

Also wenn man sich die Planungen im Jahresverlauf ansieht, sind unsere Unternehmen eher sehr vorsichtig ins erste Quartal ins erste Halbjahr gegangen und sehen dann eigentlich eine Belebung in der Planung. Wir als Vorstand schauen immer das gesamte Jahr vor allem an, dass wir sagen: Wie realistisch ist es?

Und wir setzen jetzt nicht allzu viel auf die konjunkturelle Erholung. Wir setzen darauf, dass unsere Gesellschaften ihre Hausaufgaben machen, sich mit ihrem Markt auseinandersetzen, schauen, wo die Chancen sind, ihre Ergebnisse auch verbessern, also einen starken Fokus auf das Ergebnis legen, sodass wir nicht allzu abhängig von den Marktentwicklungen sind, und haben das da nur sehr, sehr vorsichtig eingepreist.

Vor allem, wir sehen's jetzt wieder mit dem Iran-Konflikt: Man kann nicht irgendwie auf Markterwartung oder Sonstiges bei den Planungen setzen, also dazu haben wir auch unsere Unternehmen angehalten. Aber was die Unternehmen auch zu dem Zeitpunkt gesehen haben, wo die Planungen gemacht haben, Ende letzten Jahres, war halt da auch kein positives Signal am Markt oder von den Kunden zu sehen, sodass sie alle sehr vorsichtig jetzt auch in den Jahresverlauf gegangen sind und eher dann zum Jahresende leicht nach oben geplant haben.

Aber wie gesagt, wir als Vorstand schauen das Gesamtergebnis an und bewerten das zum Vorjahr, zu den Erwartungen und der Vorsicht unserer Gesellschaften.

Johannes Pfeffer

Und gerade das aktuelle Auftragsgeschehen unterstützt eigentlich die Prognose ganz ganz fein, würde ich mal so sagen.

Holger Steffen

Ja. Das heißt, dieser niedrige Auftragsbestand zum Jahresbeginn, der ist jetzt schon zum Teil aufgeholt durch guten Auftragseingang in Q1?

Johannes Pfeffer

Ich habe jetzt die genauen Zahlen vom Q1 noch nicht da, aber ich kann im Einzelfall sagen, gerade bei den Maschinenbauern, da ist im Q1 ein paar ganz schöne Dinge passiert. Und ja, im Wesentlichen würde ich das so beurteilen: Entweder wir haben die Aufträge schon oder wir haben so klare Indikationen, dass wir die kriegen werden und dass wir sie auch im Jahr 26 umsetzen können.

Sonst hätten wir jetzt, glaube ich, diesen Korridor, den wir heute genannt haben, ihn so nicht genannt. Also wir fühlen uns mit diesem Korridor, vor allem was die Ergebnisqualität angeht, schon sehr wohl.

Holger Steffen

Okay. Das heißt, also man ist ja so ein bisschen leidgeplagt hier in Deutschland in den letzten Jahren, wo der Aufschwung immer wieder vertagt wurde und immer irgendwelche Sondersachen kamen wie die Zollgeschichte, Ukraine und jetzt halt der Iran-Konflikt, sodass sich am Ende nichts getan hat nach oben.

Selbst wenn sich nichts tut, halten Sie das also für erreichbar, also wenn wir hier flat laufen konjunkturell, ist das trotzdem eine machbare Prognose?

Johannes Pfeffer

Absolut, absolut. Genauso sehen wir's.

Es darf sogar ein ganz klein bisschen noch schlechter laufen, aber also so ein ganz großer Super-GAU, #Corona oder so was, das können wir nicht antizipieren, das kann man auch nicht bei einer Prognose packen. Aber so die üblichen Verdächtigen, die wir die ganze Zeit jetzt eigentlich diskutieren, die haben wir alle eingebaut.

Holger Steffen

Wunderbar. Das hört sich gut an.

Vielen Dank.

Operator

Vielen Dank für Ihre Fragen, Herr Steffen. Und damit sind wir am Ende des heutigen Earnings Calls angekommen.

Vielen Dank für Ihr Interesse an der GESCO SE. Ein herzliches Dankeschön auch an Sie, Herr Pfeffer, Frau Hölzbauer, für die Präsentation und die Zeit für die Beantwortung der Fragen.

Meine Damen und Herren, sollten Sie im Nachgang noch weitere Fragen haben, dürfen Sie sich gerne an Head of Investor Relations Peter Alex wenden. Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Tag, erfolgreiche Zeit und übergebe noch einmal an die Vorstände für ein Schlusswort.

Johannes Pfeffer

Machen wir. Wir wollen uns an der Stelle noch mal entschuldigen für die technischen Schwierigkeiten, dass Sie uns nicht gesehen haben.

Finden wir natürlich besonders schade, weil wir uns alle für besonders hübsch halten. Nein, Spaß beiseite, aber danke für Ihre Geduld, danke, dass Sie teilgenommen haben und bleiben Sie uns gewogen.

Das wäre vielleicht mein Schlusswort. Vielen Dank an alle.