Intershop Communications AG

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Q3 FY2026 · Earnings Call TranscriptOctober 21, 2026

Operator

Meine Damen und Herren, ich freue mich sehr, Sie willkommen heißen zu dürfen zu dem Earnings Call der Intershop Communications AG für das dritte Quartal respektive die ersten 9 Monate des Jahres 2026. Ich freue mich sehr, den Vorstand der Intershop Communication willkommen heißen zu dürfen: Herrn Markus Trenar, den CEO, und Frau Petra Stappenbeck, die CFO.

Wie immer werden wir nach einer kurzen Präsentation der Resultate in die Q&A übergehen. Fragen können Sie unten in die Chat-Box bei uns einstellen, wir werden diese dann in der Q&A Session entsprechend adressieren.

Wir covern das Unternehmen, und ich werde den Link zum Research gleich unten in den Chat einstellen. Wünsche uns viel Spaß und viele schöne Einblicke.

Frau Stappenbeck, der Flur gehört Ihnen.

Petra Stappenbeck

Herzlichen Dank, Herr Heiß. Sehr geehrte Damen und Herren, ich begrüße Sie recht herzlich zu unserem heutigen Earnings Call.

Ich würde zunächst wie gewohnt über die Financials berichten, bevor dann mein Kollege, der Herr Trenar, über das Produkt und unsere Strategie ein Update gibt. In Summe haben wir in den letzten 9 Monaten deutliche Fortschritte gemacht.

Ich gehe davon aus, dass Sie es heute wahrscheinlich schon in unserem Quartalsbericht gelesen haben. Wir haben über die letzten 9 Monate ein leicht positives Ergebnis über jedes Quartal erzielen können.

Wir haben unser Cloud-Business verstärkt, das heißt, wir haben einen höheren Order Entry, steigende Umsätze und auch eine leicht verbesserte Marge erzielen können. Wir haben unser Servicegeschäft stabilisiert.

Nach einer anstrengenden Phase im letzten Jahr sind wir endlich wieder in der Gewinnzone. Wir haben einen operativen Cashflow erzielen können und unsere Cash-Position somit auch deutlich verbessern können.

In Summe bestätigen wir hiermit unseren Ausblick für das Gesamtjahr. Schauen wir eine Ebene tiefer auf unsere vier Hauptkennziffern, wird deutlich, dass wir unseren Order Entry, beginnend mit knapp 11 Millionen, auf 14,2 Millionen steigern konnten.

Das ist eine Steigerung von 29%. Unser Net New ARR liegt noch mit 99.000 unter dem Vorjahreswert.

Man muss aber ganz klar sagen, dass wir ab dem Q2 einen deutlichen Aufwärtstrend im Net New ARR verzeichnen können. Nach einem noch negativen Q1, wo wir eine hohe Churn-Rate hatten noch aus dem alten Jahr, haben wir deutliche Verbesserungen im zweiten Quartal erzielen können von 0,2, und im dritten Quartal betrug der Net New ARR 0,5 Millionen Euro.

Unser Umsatz ging erwartungsgemäß 7% zurück. Positiv zu erwähnen ist, dass wir unser Ergebnis von -1,4 Millionen auf +0,2 Millionen verbessern konnten.

Die Kostensenkungsmaßnahmen, die wir vor allem auch im letzten Jahr eingeleitet haben und auch dieses Jahr weiterhin konsequent verfolgt haben, zeigen also ihre Wirkung. Diese Entwicklung bestätigt, dass unsere strategische Ausrichtung greift.

Sie sehen hier in dem grünen Graphen unseren Cloud-Umsatz, der jetzt mit 15,7 Millionen leicht über dem Vorjahr liegt. Noch vor 5 Jahren lag dieser Cloud-Umsatz bei 10,4 Millionen Umsatz Euro.

Gleichzeitig geht planmäßig unser Service-Umsätze und unsere Lizenz- und Maintenance-Umsätze zurück. Erfreulich ist auch unser Cloud-Business.

Wie bereits erwähnt, ist der Order Entry 29% gestiegen. Dies ist besonders getragen durch unsere existierenden Kunden.

Wir haben unseren Order Entry 40% mit den existierenden Kunden steigern können. Auch erfreulich ist die Entwicklung in unseren Order Entry für Neukunden.

Auch hier haben wir ein Wachstum 6%. Unsere Cloud-Marge hat sich auch leicht verbessert von 65% auf 66%.

In Summe haben wir in den ersten 9 Monaten 10 Neukunden erzielen können, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 7. Wir haben im Q3 4 Neukunden gewonnen.

Das sind vor allen Dingen oder sind 3 Kunden davon in der Region USA: Presidio, Tomlinson, die Firma hier sind namhafte Kunden, die in der Region USA sind. Natürlich ist auch erfreulich hier unsere andere Kunde, IHC in Europa.

Fortschritte haben wir auch beim New ARR gemacht. Sie sehen hier unseren New ARR in Summe ist 27% gestiegen.

Der Anteil von Neukunden betrug dabei 53% und von den existierenden Kunden 16%. Wir haben im Net New ARR einen Wert von 99.000 Euro erzielen können, das hatte ich bereits erwähnt, liegt unter diesem Vorjahr.

Und Grund dafür, hier sehen Sie es noch mal im Detail, sind ein Churn von knapp 10% von 2 Millionen. Dieser ist im Wesentlichen bedingt aus dem Churn im ersten Quartal, wo wir noch über 1,2 Millionen reden.

Im zweiten Quartal waren das dann schon 0,5 Churn, und jetzt in Q3 ist deutlich geringer, lag bei unter 200.000 der Churn. Es geht also in die richtige Richtung und bestätigt, dass wir auch gerade durch diesen sehr großen Kunden, der im letzten Jahr, wo wir auch berichtet haben, seinen Vertrag nicht verlängert hat, dass wir das jetzt langsam wieder ausgleichen können.

Hier sehen Sie noch mal eine Fünfjahresentwicklung sowohl von unseren Cloud-Umsätzen als auch vom ARR. Es geht in die richtige Richtung, wenn auch mit langsamen Schritten.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt in unserem Geschäft ist das Servicegeschäft. Und Sie sehen, nach einer herausfordernden Zeit im letzten Jahr, hat sich unsere Marge in diesem Jahr deutlich verbessert.

Sie wissen, wir haben das anspruchsvolle Großprojekt auch beenden können, die Abnahme Anfang des Jahres erhalten und die Mängelliste beseitigt, dass wir jetzt über das Jahr hinweg eine relativ konstante Marge von knapp 20% erzielen konnten. Der Umsatz, sehen Sie, je Quartal ist mit 1,7 bzw.

1,6 Millionen auf relativ konstantem Niveau. Unsere Kostensenkungsmaßnahmen zeigen, wie bereits erwähnt, ihre Wirkung.

Wir haben unsere Gesamtkosten 13% gesenkt, also von 23,2 Wir sind jetzt bei 23,2 Millionen Euro im Vergleich zu 26,6 Millionen noch im Vorjahreszeitraum. Wir haben unsere Herstellungskosten 11% gesenkt und die operativen Kosten 14%.

Hauptgrund dafür ist natürlich die Optimierung unserer Kostenstruktur, hauptsächlich auch der Kostenreduzierung im letzten Jahr. Wir hatten am 30.09.

noch 20 Mitarbeiter im letzten Jahr mehr als jetzt aktuell. Wir haben aktuell 224 Mitarbeiter.

Der gleiche Betrag war auch zum 31.12. des letzten Jahres da.

In Summe hat sich auch unsere finanzielle Position verbessert. Sie sehen, wir haben einen operativen Cashflow von 3,6 Millionen, kommend von 1,6 Millionen im Zeitraum.

Wir haben unseren Cash-Bestand von 8,8 Millionen auf rund 9,6 Millionen, also 9%, steigern können. Wir haben planmäßig unsere Bankverbindlichkeiten getilgt, und unsere Eigenkapitalquote ist nach wie vor relativ stabil bei 37%.

Auf Basis all dieser genannten Ergebnisse bestätigen wir hiermit unseren Ausblick, unsere Prognose für das Gesamtjahr. Wir erwarten einen Order Entry und ein Net New ARR auf Vorjahresniveau, einen leicht geringeren Umsatzrückgang als im letzten Jahr, und wir erwarten ein ausgeglichenes Ergebnis.

Lieber Markus, ich übergebe nun an dich.

Markus Trenar

Ja, vielen Dank, Petra. Ich würde jetzt noch mal ein Update geben zu Produkt und Strategie.

Ich habe hier mal von Gartner ein Statement mitgebracht jetzt aus dem letzten Digital Commerce Platform Overview, den die regelmäßig rausbringen. Interessant ist, dass Gartner eben sieht, dass nächstes Jahr 70% aller digitalen E-Commerce-Plattformen AI und agentische Lösungen im Prinzip out-of-the-box anbieten werden.

Und ich glaube, das zeigt hier sehr gut, dass wir auch mit unserer frühen Strategie in Richtung Agenten und Copiloten hier sehr richtig lagen. Das nimmt jetzt hier richtig Fahrt auf.

Und wenn wir uns jetzt mal anschauen, welche drei Kernbereiche als Treiber hier gesehen werden für unser Marktsegment, ist es zum einen eben AI und Agentic Commerce, also alles das, was wir mit unseren Agenten und Copiloten heute adressieren. Was immer wichtiger wird, ist auch hier die zweite Säule, nämlich das ganze Thema zukunftssichere Commerce-Architektur, also sprich, der E-Commerce-Core muss offen sein für Schnittstellen in Richtung AI von außen.

Das heißt, es werden immer mehr Agenten kommen, die a) nach Produkten suchen, Kaufentscheidungen vorbereiten und in Zukunft gehen wir natürlich davon aus, dass Agenten auch eigenständig Käufe durchführen können. Und dafür muss die Plattform natürlich vorbereitet werden.

Also das ist der zweite Trend, der auch in den Verkaufsgesprächen bei uns immer wichtiger wird. Wir sehen das, dass diese Zukunftsfähigkeit und Architektur immer stärker auch von Interessenten nachgefragt wird, ne, in welche Richtung wir uns dort entwickeln, wie wir dort aufgestellt sind.

Und das Dritte, was wir eben sehen als Trend, ist, ja, Integration anderer Produktpartner oder auch Technologien, eben die ganze Plattform aufzuwerten. Man muss nicht alles selbst entwickeln, man kann das auch durch Partnerschaften ergänzen.

Und das haben wir jetzt einmal gematcht, diese Logik auf unsere Roadmap. Und ich glaube, hier sieht man sehr sehr sehr schön, dass wir heute auch schon sehr sehr viel haben in diesen drei Bereichen: zum einen unsere Copiloten, über die habe ich ja schon in den letzten Quartalsberichten hier berichtet, zum einen unsere Agentenanzahl, die immer mehr wächst.

Also wir haben jetzt schon den Product Content Agent, den Knowledge Agent, Localization Agent, der hilft bei Übersetzungen, und ein Business Intelligence Agent, mit dem ich Analysen eben machen kann als E-Commerce-Manager und meine Zahlen sehr einfach aus dem System bekomme. Das sind die Dinge, die wir haben, und es geht natürlich weiter.

Das heißt, wenn wir jetzt nach vorne schauen, arbeiten wir gerade an einem Order Entry Agent, der wird helfen unseren Kunden, Bestellungen zu erfassen, die eben noch nicht über 'n E-Commerce-Shop reinkommen. Und das ist tatsächlich im B2B-, im Geschäftskundenkontext relativ häufig nach wie vor der Fall.

Das heißt, wir haben viele Kunden, die kriegen ca. 1/4 ihrer Bestellungen nicht direkt über den Shop, sondern zum Beispiel noch per E-Mail, per PDF oder in anderen Formaten.

Und Sie können sich vorstellen, dass sie dann natürlich einen entsprechenden Aufwand haben im Innendienst, diese Orders dann in die Systeme digital einzugeben. Und da bauen wir eben jetzt einen Order Entry Agent, der das automatisieren wird, diese Dokumente auslesen kann, die E-Mails auslesen kann, dann die Orders direkt in unser System platzieren kann, also etwas, was von Kunden auch immer, wenn wir mit ihnen sprechen, immer wieder genannt wird.

Das Zweite, was wir ausbauen werden, ist unser Copilot für Käufer. Im Moment haben wir den ja in die Storefront integriert in unseren Shop, wie man es von vielen Webseiten kennt, mit einem Chat-Fenster.

Und wir wollen jetzt hier noch mal in eine andere Nutzererfahrung gehen. Das heißt, wir wollen das komplett unseren Kunden ermöglichen, im Fullscreen-Modus zu betreiben, das heißt eben nicht mehr nur als Chat-Fenster, sondern wenn ich diese Copiloten-Suche anstoße, möchte ich das eben im Fullscreen-Mode haben und dort drin ein völlig neues Einkaufserlebnis haben, als ich es eben bisher habe im Shop.

Dann zum Thema Architektur: Wir haben schon einiges heute aktiv und live. Also wir haben mehr APIs zur Verfügung gestellt, als in der Vergangenheit hatten.

Wir haben das ACP-Protokoll, dass wir vor allen Dingen nutzen, ChatGPT mit Produktkatalogen zu beliefern. Das heißt, wenn unsere Kunden in ChatGPT sichtbar werden wollen, können Sie das eben heute genau über den ACP Product Feed, ja, nennt sich das technisch, machen.

Wir nutzen intern für unseren Copiloten für Merchant die MCP-Protokolle. Das heißt, wir bereiten das jetzt auch so vor, dass wir im zweiten Schritt MCP-Protokolle nach außen öffnen können, und wir haben ganz konkret auf unserer Roadmap das UCP-Protokoll, was insbesondere gebraucht wird, wenn Agenten nach Produkten suchen, später vielleicht sogar eine Bestellung direkt platzieren wollen.

Das sind alles Anwendungsfälle, die dann über dieses Protokoll laufen werden. Besonders spannend ist, was wir vorbereiten, unseren Copiloten in Microsoft Teams zu integrieren.

Das heißt, wir wollen unseren Kunden neue Bedienoberflächen ermöglichen, mit im Prinzip unserem Shop zu kommunizieren. Das heißt, Sie müssen sich das so vorstellen: Teams hat ja fast jeder irgendwie offen an der täglichen Arbeit, und anstatt jetzt in Browser in unseren Shop zu gehen, sich einzuloggen, wollen wir hier eben die Möglichkeit schaffen, dass Kunden, aber auch Kunden unserer Kunden eben direkt über Teams nach Produkten suchen und in Zukunft soll es auch möglich sein, direkt auch Orders zu platzieren.

Also ich denke, ein sehr spannender Anwendungsfall, der genau in diese Richtung AI, wie können wir die Bedienung vereinfachen, wie können wir Schritte vereinfachen, genau in diese Richtung geht. Und wir werden mehr und mehr es auch unseren Partnern und Entwicklern einfacher machen, mit denen wir ja sehr eng zusammenarbeiten.

Das heißt, wir arbeiten ganz konkret an einem MCP-Server, der im Prinzip einem Chatbot nach außen dann auch sämtliche Hilfestellungen, wie Sie es aus ChatGPT kennen, zur Verfügung stellen wird. Das heißt, ich muss jetzt nicht mehr in irgendwelchen FAQ-Listen oder Dokumentationen suchen, sondern ich kann einfach eine ganz offene Frage stellen, wenn ich in ein Problem laufe, und bekomme dann direkt aus dem Kontext aus unseren ganzen Knowledge-Datenbanken die Antwort.

Also das wird unseren Entwicklern und Partnern draußen natürlich extrem helfen, schneller zu werden. Dann auf diesem Technologie- und Integration-Layer: Spark ist altbekannt, brauche ich jetzt, glaube ich, nicht drauf eingehen, haben wir hinzugekauft, ist unsere AI-Suche.

Wir haben mittlerweile zwei weitere Technologiepartner live, die wir auch vermarkten: zum einem den Competitive Intelligence Agent von unserem Partner Neutrum und einmal den Visual Product Finder von Nyris, der insbesondere für die Ersatzteilsuche extrem spannend ist, weil ich da eben mit einem Foto zum Beispiel einfach nur ein Foto vom Ersatzteil mache und dann direkt im Shop die Suche angezeigt bekomme. Auch hier planen wir Erweiterungen: Das eine ist, wir arbeiten gerade an einem Pricing Agent mit einem neuen Partner.

Das heißt, der Pricing Agent wird unseren Kunden eben helfen, Wettbewerbershops zu beobachten und gerade in bestimmten Produktkategorien, wo man vielleicht in einem aggressiven Preiswettbewerb steht, auch immer zu sehen, okay, gibt's dort Änderungen, muss ich auf irgendwas reagieren? Und das ist ein sehr schönes Beispiel, wie wir jetzt eben helfen, über den reinen Shop hinaus die Technologie zur Verfügung zu stellen, sondern wirklich auch unseren Kunden helfen, den Business-Mehrwert zu generieren, und da ist der Pricing Agent, denke ich, ja, ein sehr sehr gutes Beispiel.

Und wir planen natürlich auch hier in Zukunft noch Erweiterung. Ja, das vielleicht mal zur strategischen Einordnung.

Was immer noch für Fragen aufkommen, deswegen greife ich das hier auch noch mal auf, ist jetzt ein Slide, was wir auch noch mal gezeigt haben unseren Kunden, aber auch unseren Partnern. Und zwar sehen wir einfach, dass auf verschiedenen Ebenen die Kunden und Partner anfangen, AI zu nutzen.

Und oft entsteht, ja, ein Fragezeichen oder Unsicherheit: Je nachdem, mit was ich jetzt anfange, kann ich denn auf eine falsche Technologie oder auf einen falschen Trend setzen? Und wir sagen eben ganz klar: Nein, wir haben ein sehr offenes System gebaut.

Es ist egal, wo man jetzt eigentlich anfängt, AI zu nutzen. Also ich kann es nutzen bei Intershop direkt mit integrierten Agenten und Copiloten, das sind hier die roten Boxen.

Ich kann aber auch zu einem Implementierungspartner gehen als Kunde und sagen: Bau mir einen speziellen Agent, der vielleicht auf ein ERP und ganz anderes System mit zugreift, ja? Das heißt, auch mit einem Partner kann ich in Richtung AI was machen.

Und es gibt sogar Kunden, die schon selbst sehr sehr weit sind mit AI, eigene AI-Teams haben, die fangen natürlich selbst an, zum Beispiel auch ein Product Content Agent selbst zu bauen. Und uns war es einfach mal wichtig, hier noch mal klarzumachen: Es ist völlig egal, wo man anfängt und auch wie sich die einzelnen Services entwickeln, es lässt sich alles kombinieren.

Das heißt, ich kann mit dem Intershop-Copiloten und den Agenten sofort loslegen, hab das einmal integriert als Durchstich auf der Plattform implementiert. Ich kann aber auch alles kombinieren und auch wenn Partner was bauen oder die Kunden selbst, lässt sich das eben im Gesamtbild zusammenfügen.

Und ich glaube, das ist auch noch mal ganz wichtig, dass wir diese Flexibilität und Offenheit gleich so mitgedacht haben, denn macht man das System geschlossen, gibt's natürlich wieder andere Fragen und dann fangen die Kunden oft vielleicht gar nicht an, weil sie meinen: Jetzt bin ich hier irgendwo gefangen in einer Architektur, aus der ich nicht mehr rauskomme. Deswegen wir haben es offen designed, und ich denke, das ist auch noch mal wichtig fürs Verständnis, wie wir hier auch vorgehen.

Das als Update von meiner Seite zum Produkt. Wir warten alle schon gespannt auf das Fall Release, unser nächstes Produkt-Release, was wir im Herbst jetzt noch haben werden.

Und dann würde ich sagen, Herr Heiß, können wir die Fragerunde eröffnen.

Operator

Das ist prima, das mache ich sehr gerne. Q&A, und wir haben auch schon diverse Fragen bekommen, die im Verlauf der Präsentation eingegangen sind.

Ich fange vielleicht einmal an mit dem Thema Churn, weil das natürlich ein sehr relevantes Thema ist, insbesondere nach dem relativ hohen Churn in Q1. Und ich glaube, die große Frage, die sich stellt, ist: Ist der Churn jetzt im ersten Quartal wirklich so außergewöhnlich gewesen oder ist ein gewisser Grund-Churn in der Höhe vielleicht normal und tritt dann halt immer sehr gerne klumpenhaft auf?

Das heißt, die Frage war, ob der Churn in Q1 wirklich nur ein Ausreißer war und damit verbunden, wie Sie die Entwicklung des Churns in den nächsten Quartalen und damit auch in 2027 einordnen würden als normal.

Petra Stappenbeck

Markus, würdest du antworten?

Markus Trenar

Ja.

Petra Stappenbeck

Es ist natürlich immer schwierig, das Thema Churn zu beantworten, weil man nicht weiß, was machen tatsächlich unsere Kunden. Ich kann nur sagen, in der Vergangenheit hatten wir in 2023 4,5% Churn, in '24 3,9% und im letzten Jahr, in 2025, eine Churn-Rate von 9,5%.

Das war im Wesentlichen durch diesen Großkunden, den wir hatten, den wir im letzten Jahr im Q2 seinen Vertrag nicht verlängert hatte und der sich dann noch bis Q1 im Wesentlichen ausgewirkt hat. Wir gehen davon aus, dass wir jetzt im Q4 unsere Churn-Rate deutlich niedriger wieder sein wird, weil aus diesem großen Vertrag haben wir keine Auswirkungen mehr.

Wir rechnen im nächsten Jahr vielleicht trotzdem von einer Churn-Rate wieder von 5 5% maximal bis maximal 10%, weil man aktuell nicht einschätzen kann, wie sich das ganze Geschäft auch durch die KI entwickeln wird.

Operator

Haben Sie eventuell schon ein bisschen Visibilität auf 2027? Heißt, erwarten Sie einen spürbaren Anstieg in 2027 auf der jetzigen Pipeline basierend oder ist es noch zu früh, da Indikationen abzugeben?

Markus Trenar

Ja, oder machst du zuerst?

Petra Stappenbeck

Mach du, Markus, bitte. Mach du das.

Markus Trenar

Also erstens sind unsere Pipeline gut gefüllt. Das ist ja auch noch 'ne Frage jetzt für Q4, na, da haben wir ja auch noch die Guidance, die haben wir jetzt ja bestätigt, eben weil die Pipeline auch gut gefüllt ist.

Wir haben da viele namhafte Marken drin, mit denen wir jetzt in Gesprächen sind. Insofern sind wir auch für das nächste Jahr gut aufgestellt.

Es wäre jetzt aber schwierig zu sagen, gibt's da jetzt 'n Trend nach oben, na? Also ich glaube, ich würde jetzt mal den Trend, wie wir ihn jetzt hier sehen, fortschreiben, aber würde jetzt nicht von 'nem massiven Steigerung ausgehen auf der Pipeline, die wir sehen.

Operator

Wir hatten ja in den vergangenen Quartalen immer wieder das Thema, dass sich der Sales-Zyklus verändert hat und deutlich länger braucht. Das heißt, dass die Entscheidungsträger nicht spontan wahrscheinlich sowieso nie, aber doch einen deutlich längeren Prozess durchleben, bevor sie ein Commitment abgeben.

Ist das immer noch so oder sehen Sie da ein bisschen Besserung?

Markus Trenar

Nee, wir sehen immer noch so circa die 12 Monate. Das ist so die Lead Time, die wir haben, also von Erstkontakt bis wirklich zur Vertragsunterschrift.

Und dann läuft ja häufig auch noch eine Ramp-up-Phase nach, na? Das heißt, das eine ist der Vertragsabschluss: Wann können wir dann wirklich die Software implementieren und wann wird der Vertrag dann wirklich umsatzwirksam?

Das sind unterschiedliche Schritte. Und da sehen wir jetzt zumindest keine weitere Verschlechterung oder Verzögerung, das ist auch schon mal gut, ja?

Also wir haben ja eher in der Vergangenheit dort noch 'ne weitere Verlängerung dieser Phasen gesehen, das sehen wir aktuell nicht. Aber wir sehen jetzt auch noch keine Trendumkehr in die andere Richtung, dass wir sagen, die Entscheidungen werden jetzt deutlich schneller.

Also ich würde das jetzt mal als unverändert leicht positiv beschreiben, aber nicht 'ne komplette Trendumkehr schon. Die sehen wir leider noch nicht, auch wenn es jetzt vielleicht in den Konjunkturdaten, na, erste positive Signale gibt, die lesen wir natürlich auch.

Wir können das aber hier noch nicht auf unser Geschäft voll übertragen.

Operator

Danke schön. Kommen wir zum Servicegeschäft.

Auch da hatten Sie ja eine interessante Folie mit einem Umsatzanstieg, glaube ich, wenn ich das richtig erinnere, im dritten Quartal beim Servicegeschäft, zumindest impliziert aus den Zahlen. Können Sie noch mal kurz erläutern, was der Treiber war bei dem Servicegeschäft?

Sie haben da ja auch die große Umstellung von dem traditionellen Service hin zur Partner-First-Strategie. Und mit welcher Umsatzentwicklung und welchen nachhaltigen Bruttomargen wir für Partner First in 2027 rechnen können, soweit das als Indikation möglich ist?

Petra Stappenbeck

Wir hatten ja 1,7 Millionen Umsatz in diesem Quartal Service-Umsatz und in den Vorquartalen waren es 1,6 Millionen Euro Umsatz. Also der Anstieg in diesem Jahr war jetzt gar nicht so hoch vom Umsatz.

Wir haben eine zwei größere Projekte vor allen Dingen in Australien jetzt aktuell, die wir betreuen. Das sind Migrationsprojekte von zwei größeren Kunden.

Daher kommt der Anstieg. Das heißt, wir gehen davon aus, dass sich das diese 1,6, 1,7 so ungefähr einpendeln wird im Quartal auch nächstes Jahr.

Operator

Und haben Sie eventuell zur Bruttomarge auch noch 'ne Aussage?

Petra Stappenbeck

Wir gehen davon aus, dass unsere Bruttomarge leicht steigen wird im nächsten Jahr, aber wir haben aktuell noch keine finale Planung fürs nächste Jahr vorliegen.

Operator

Auch und mit welcher Bruttomarge in etwa kann man im Servicegeschäft rechnen, wenn es stabil läuft?

Petra Stappenbeck

Im Servicegeschäft rechnen wir mit 20%.

Operator

Prima. Vielen Dank.

Sie hatten gerade eben noch, Herr Trenar, über die KI-Agenten gesprochen und Copiloten. Haben Sie ein Gefühl oder eine Zahl, wie hoch die zusätzlichen Umsätze aus den Agenten und Copiloten im dritten Quartal waren und welche Umsatzkategorie Sie diese Erlöse entsprechend zuordnen würden?

Markus Trenar

Also wir haben vielleicht erstmal 20% unserer heutigen Cloud-Kunden nutzen bereits ein AI-Produkt, na, also von unseren 120 Cloud-Kunden heute. Und wir gehen derzeit davon aus, dass wir in diesem Jahr, ja, circa 800.000 Euro mit AI-Produkten an Umsätzen erzielen werden.

Und in den ersten 9 Monaten waren es 0,7 Millionen, also 700.000 Euro bis jetzt.

Operator

Prima, danke schön.

Petra Stappenbeck

Und Herr Heiß, das ist in der Umsatzkategorie Cloud- und Subscription-Umsätze enthalten.

Markus Trenar

Ja.

Operator

Perfekt, danke schön. Sie hatten ja die Gewinnsituation auch aufgrund der starken Restrukturierung erzielen können, die Sie in den letzten Quartalen durchgeführt haben, wo man ja auch sehr gute Fortschritte sieht.

Ist die Restrukturierung damit abgeschlossen oder sind in 2027 auch noch weitere Einsparungen möglich? Fragezeichen.

Markus Trenar

Also vorerst haben wir jetzt unsere Maßnahmen abgeschlossen. Natürlich werden wir die Entwicklungen genau verfolgen und, ja, bei Bedarf werden wir auch weitere Maßnahmen einleiten.

Geplant ist jetzt aktuell derzeit nichts.

Operator

Eine Frage, die in die gleiche Richtung geht und das Thema KI auch in diese Frage mit einwebt, ist: Die Produktivitätsfortschritte gerade bei den Entwicklerteams sind ja durch KI-Tools signifikant hoch. Das heißt, das sind jetzt Dinge möglich, die vor 'nem Jahr eigentlich fast noch undenkbar waren.

Braucht Intershop deshalb überhaupt noch die aktuelle Anzahl der Mitarbeitenden in der Entwicklung vorwärtsgehend oder sehen Sie dort potenzielle Einsparmöglichkeiten oder andersrum ausgedrückt, dass Sie die Effizienz der bestehende Mitarbeiter entsprechend deutlich produktiver ansetzen können?

Markus Trenar

Ja, also Zweiteres in jedem Fall. Wir haben derzeit mehrere Einzelprojekte und Proof of Concepts, an denen wir sehr intensiv mit KI arbeiten.

Das heißt, wir schauen uns an: Wie können wir wirklich ohne im Prinzip selbst zu coden solche Einzelprojekte durchführen? Wir sehen bei diesen Einzelthemen auch sehr hohe Effizienzsprünge, allerdings haben wir noch nicht, ich sage jetzt mal, das Mittel gefunden, das auf den komplexen Commerce Core jetzt komplett zu übertragen.

Das heißt, wenn wir isoliert solche Proof of Concepts machen, sehen wir diese Effekte, aber wir tun uns noch schwer, das jetzt wirklich in die produktive Entwicklung komplett zu übertragen. Und deswegen haben wir derzeit auch noch keine konkreten Guidelines in Richtung Kosteneinsparungen, die wir jetzt ausschließlich auf KI zurückführen können.

Also wir arbeiten damit Hochdruck dran, und mit Sicherheit wird's perspektivisch Effizienzen geben, aber wir können sie jetzt heute noch nicht wirklich beziffern.

Operator

Prima, danke schön. Ich habe noch eine ganz kurze Nachfrage bekommen zum Churn, bloß das zu klarifizieren: Wir hatten, glaube ich, in der Vergangenheit 'ne Churn-Rate, die die 5 und leicht unter 5% lag und ist dann im letzten Jahr auf ungefähr 9% hochgeschnellt, durch den Großkunden der verloren gegangen ist.

Vorwärtsgehend rechnen Sie, sagten Sie vorhin, mit 5 bis 10% Churn. 10% wäre dann natürlich doch 'ne sehr hohe Zahl.

Ist das 'ne sehr konservative Guidance oder wie kommen Sie auf die 10%?

Petra Stappenbeck

Das ist sehr konservativ gedacht. Also wir gehen ehrlich gesagt eher von 5% aus, aber die ganzen Entwicklungen jetzt am Markt sind natürlich auch schwierig.

Viele Kunden müssen sparen, sind jetzt aktuell dabei, ihre Verträge zu überprüfen, dass wir's nicht wirklich aktuell einschätzen können, ganz offen zu sein.

Operator

Danke schön. Gehen wir zurück zu dem Thema KI-Agenten und eigene Wertschöpfung bei Ihnen.

Wenn wir ein bisschen in die Zukunft schauen: Sehen Sie langfristig in Ihrem Haus die größere Wertschöpfung in der Bereitstellung der E-Commerce-Infrastruktur oder in den eigenen KI-Agenten, die Sie vertreiben können?

Markus Trenar

Na ja, das, sagen wir mal, vermischt sich jetzt natürlich. Also zum einen werden wir KI nutzen, selbst unsere Entwicklung effizienter aufzustellen und auch unseren Betrieb.

Wir machen uns natürlich Gedanken: Wie bringen wir Agenten und Copiloten auf unsere Plattform, ja, womit wir ja auch zusätzliche Umsätze erzielen wollen? Und dann gibt's noch das dritte Element: Wir müssen grundsätzlich die Plattform einfach sehr offen machen für sämtliche KI-Agenten von außen, weil das ist auch eine Entwicklung, die wir halt im Markt sehen, dass immer mehr automatisiert wird.

Und klar, dann müssen die Agenten von außen natürlich auf unserer Plattform selbstständig Produkte suchen können, im besten Fall nicht durch den Shop, sondern durch spezielle Schnittstellen, die sie nativ verwenden können. Und wenn man jetzt mal weiter nach vorne schaut, gehen wir auch davon aus, dass wir in ein paar Jahren auch B2B selbstständige Käufe wahrscheinlich sehen werden, ja, über diese Schnittstellen.

Und auf alle drei Themen bereiten wir uns natürlich vor mit entsprechenden Maßnahmen und verfolgen natürlich auch sehr genau, welche, ich sage jetzt mal, Innovationen setzen sich am Markt wirklich durch, na? Das ist, glaube ich, wie immer bei solchen Innovationen jetzt, es gibt ganz viel, man weiß gar nicht, wo man zuerst hingucken soll.

Und entscheidend ist aber, was setzt sich am Ende durch? Das heißt, wir implementieren sehr sehr viel in Proof of Concepts, dass wir wissen, wie das funktioniert, bevor wir dann aber jetzt wirklich kommerziell, also sozusagen wirklich rausgehen und was live schalten, versuchen wir das so zu filtern, dass wir wirklich mit den Dingen rausgehen, die dann auch wirklich am Markt funktionieren und sich durchsetzen, dass wir uns eben auch nicht verzetteln, sondern das jetzt zielgerichtet machen.

Operator

Verstanden. Ich habe noch eine Frage, die sehr speziell ist und bezieht sich auf den Rechtsstreit mit dem französischen Implementierungspartner.

Die Frage spezifiziert, dass es hierbei einen hohen sechsstelligen Euro-Bereich oder eine hohe sechsstellige Euro-Bereich-Summe geht: Wie ist der Stand des Verfahrens und ob Sie eine Rückstellung gebildet haben und ob es Auswirkungen auf die Beziehung zum Partner und auf die Kunden in Frankreich daraus resultierend gibt?

Petra Stappenbeck

Es gibt noch keine Neuigkeiten jetzt in dem Verfahren. Gerade die französischen Gerichte sind sehr langsam, aber wir weisen den Schadensersatzanspruch entschieden zurück und sind der Auffassung, dass die vom Vertragspartner geltend gemachten Ansprüche sowohl dem Grunde als auch der Höhe nach unberechtigt sind, und wir sehen aktuell keine Auswirkungen auf unsere französischen Kunden.

Operator

Prima. Gut.

Ich sehe jetzt im Moment keine weiteren Fragen. Damit würde ich sagen, können wir den Call an dieser Stelle beenden.

Bedanke mich bei Ihnen, Herr Trenar, Frau Stappenbeck, für die Einblicke, die Sie gewährt haben, bei Ihnen, meine Damen und Herren, für die Fragen und wünsche allen einen guten Nachmittag. Besten Dank.

Petra Stappenbeck

Ihnen auch.

Markus Trenar

Vielen Dank. Bis zum nächsten Mal.

Tschüss.

Petra Stappenbeck

Vielen Dank.