Intershop Communications AG

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Q1 FY2026 · Earnings Call TranscriptApril 22, 2026

Operator

Einen wunderschönen guten Nachmittag, meine Damen und Herren, herzlich willkommen zum Earnings Call der Intershop Communications AG für das erste Quartal des aktuellen Geschäftsjahres 2026. Ich freue mich insbesondere, den Vorstand der Intershop Communications AG begrüßen zu dürfen.

Bei uns im Call sind Herr Markus Trennert, CEO der Gesellschaft, und Frau Petra Stappenbeck, CFO, die uns gemeinsam die Ergebnisse und die Fortschritte dieses Jahres präsentieren werden. Im Anschluss an die Präsentation findet wie gewohnt eine Q&A-Runde statt und Sie haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Bitte benutzen Sie dafür die Chatbox, die Sie im unteren rechten Bereich Ihres Bildschirms finden. Wir werden die Fragen im zweiten Teil des Earnings Calls beantworten.

Wir decken das Unternehmen auf Research-Seite ab. Sie finden die Analyse auf research-hub.de und ich werde Ihnen gleich noch einen Link im Chat zur Verfügung stellen.

Und damit darf ich das Wort an Sie übergeben, Frau Stappenbeck und Herr Trennert, schön, dass Sie da sind.

Petra Stappenbeck

Vielen Dank. Herzlich willkommen auch von meiner Seite zum heutigen Earnings Call.

Wir würden wie gewohnt starten, zunächst ein Überblick über die Financials von meiner Seite, bevor dann Herr Markus Trennert zu den einzelnen aktuellen Entwicklungen sprechen wird. Unter anderem Spring Release, unser Brand Refresh und natürlich stehen wir Ihnen dann auch für Fragen zur Verfügung.

Wir sind insgesamt zufriedenstellend ins Jahr 2026 gestartet. Die Kosteneinsparungen des letzten Jahres greifen nun sichtbar und wir haben das erste Quartal trotz rückläufigem Umsatz mit einem leicht positiven Ergebnis abgeschlossen.

Das Cloud-Geschäft hat sich überwiegend positiv entwickelt und wir konnten sowohl den Auftragseingang als auch den Umsatz und die Cloud-Marge leicht steigern. Im Service-Geschäft haben wir eine positive Marge erzielt, nachdem die Abnahme des langwierigen Großprojekts Anfang Februar erfolgt ist.

Auch der operative Cashflow hat sich positiv entwickelt, sodass wir über eine deutlich erhöhte Liquidität zum Stichtag verfügen. Weniger zufrieden sind wir mit unserer Neukundenentwicklung.

Hier zeigt sich aktuell auch weiterhin eine sehr hohe Investitionszurückhaltung aufgrund des wirtschaftlichen Umfelds. Das gilt sowohl für potenzielle Neukunden, aber auch für Bestandskunden.

Der ARR liegt zum Ende des Quartals leicht unter unserem Vorjahr, was primär auf die bereits erwähnten nicht verlängerten Verträge von Bestandskunden zurückzuführen ist. Kommen wir zu den wichtigsten Kennzahlen für das erste Quartal.

Das EBIT ist wie erwähnt mit 100.000 € leicht positiv und hat sich gegenüber dem Vorjahr zudem verbessert. Der Umsatz bleibt bei 7,9 Millionen € erwartungsgemäß rückläufig aufgrund der strategischen Abkehr vom Lizenzgeschäft.

Der Cloud Order Entry legte 8% auf 4,2 Millionen € zu und der Net New ARR lag bei -0,6 Millionen €, was insbesondere durch die Nichtverlängerung eines Vertrages mit einem hohen ARR zurückzuführen ist. Wir haben bereits seit Sommer letzten Jahres über diesen Kunden berichtet.

Bei genauerer Betrachtung der Umsätze sieht man, dass die Cloud- und Subscription-Umsätze 3% gewachsen sind. Geht zumindest in die richtige Richtung.

Die Lizenz- und Maintenance-Umsätze sind geplant zurückgegangen 43% auf 1 Million € und unser Servicebereich kam auf 1,6 Millionen €, ein Minus von 27%. Das ist wie bereits auch mehrfach erwähnt auf unsere Partnerstrategie zurückzuführen.

Blickt man auf die Cloud-Kennzahlen, zeigt sich ein gemischtes Bild. Positiv ist zunächst zu erwähnen, dass der Cloud Order Entry 8% gestiegen ist.

Das sind zum 3/4 aus existierenden Kunden, Bestandskunden, die ihre Verträge verlängert haben, sowie 1/4 aus dem Neukundengeschäft. Bei den Neukunden liegen wir wie gesagt unter den Erwartungen aufgrund der Investitionszurückhaltung.

Erfreulich zu erwähnen ist, die Cloud-Marge hat sich leicht positiv auf 65% entwickelt, also auch in die richtige Richtung. Leider konnte der New ARR mit 636.000 € unseren Churn nicht kompensieren, sodass wir am Ende des Quartals bei -4, 4% rückläufig im ARR liegen.

Hier sehen Sie die Entwicklung des Service-Geschäfts der letzten Quartale. Nach der Abnahme des Großprojekts Anfang Februar hat sich die Servicemarge deutlich positiver entwickelt.

Dadurch können wir sukzessive auch den Fokus wieder auf andere Projekte legen und Sie sehen, dass der Umsatz in dem Quartal auch leicht gegenüber dem Vorquartal gestiegen ist. Insgesamt fällt jedoch der Umsatz aufgrund unserer Strategieänderung, also dem Partnergeschäft, niedriger aus.

Mit Blick auf unser Ergebnisziel für 2026 haben wir im ersten Quartal eine gute Basis gelegt. Sie sehen, wir haben unsere Kosten 14% gesenkt, 1,3 Millionen €.

Unser Headcount ist im Vergleich zum letzten Jahr 40 Mitarbeiter niedriger. Die Kostenbasis ist also da für eine gute weitere Geschäftsentwicklung.

Ein weiterer positiver Faktor im Q1 war die deutliche Steigerung des operativen Cashflows auf 2,9 Millionen €. Grund hierfür sind Vorauszahlungen für Cloud- und Subscription-Verträge, natürlich auch noch für Wartungsverträge und die Begleichung von Forderungen aus Lieferung und Leistung.

Der Cash-Bestand hat sich auch 25% sehr positiv entwickelt auf 10,9 Millionen €. Weiterhin haben wir unsere Eigenkapitalquote nahezu stabil mit 35% halten können.

Hier sehen Sie unseren Ausblick für das Gesamtjahr. Hiermit bestätigen wir die Prognose, wonach der Auftragseingang und auch der Net New ARR sich voraussichtlich auf Vorjahresniveau bewegen werden.

Im Umsatz rechnen wir mit einem leicht geringeren Umsatzrückgang als im Vorjahr und bei der Bottom Line rechnen wir mit einem ausgeglichenen operativen Ergebnis. Soweit so gut zum Q1.

Ich übergebe jetzt an Markus, der jetzt über unsere zukünftige Entwicklung in diesem Jahr berichten wird.

Markus Trennert

Ja, vielen Dank. Es steht das Spring Release vor der Tür.

Das ist ja der Rahmen für unser Software-Update. Wir packen das ja jetzt seit letztem Jahr immer in ein Spring- und in ein Fall-Release, insbesondere kommunikativ.

Was haben wir uns vorgenommen? Vielleicht noch einmal als Einstieg die längerfristige Vision.

Wir setzen sehr, sehr stark auf AI und wollen eine der führenden Agentic B2B-Commerce-Plattformen werden. Das heißt, wir schauen uns jetzt sehr genau an, wo können wir in der Wertschöpfungskette unserer Kunden helfen, dort Prozesse zu automatisieren, sodass unsere Kunden effizienter werden.

Und das ist insbesondere jetzt in dem wirtschaftlichen schwierigen Umfeld besonders wichtig, weil wir sehen, dass alle unsere Kunden, aber auch potenziellen Kunden, mit AI beschäftigt sind. Sie machen sich natürlich Gedanken, welche Auswirkungen hat es auf ihr Geschäft und natürlich auch auf Entscheidungen, was die E-Commerce-Plattform angeht.

Und wir sehen bei allen Unsicherheiten, die die Zurückhaltung im Moment aufrufen im Markt, hier eine große Chance, denn AI ist das Vehikel und die Technologie, Effizienzen zu holen. Und genauso positionieren wir uns jetzt auch.

Wir gehen mit den Kunden in ihre E-Commerce-Unit rein, schauen uns an, wo gibt es Prozesse, die leicht zu automatisieren sind und dafür stellen wir mit unseren Agenten und Copiloten vorintegrierte Lösungen auf unserer Plattform bereit. Und das ist genau der Punkt, wo wir auch in den Verkaufsgesprächen sehr, sehr stark drauf abstellen, dass natürlich ein Plattformwechsel am Ende was kostet als Projekt, aber dass mit den AI-Vorteilen auch ein schnellerer Return on Investment eben realisiert werden kann.

Das noch mal als Einleitung zu dem Thema. Mit dem Spring Release an sich wollen wir jetzt eigentlich zwei große Ziele erreichen.

Das eine ist, die kritische Anzahl von Copiloten und Agenten verfügbar zu haben. Da gehe ich nachher gleich noch mal drauf ein.

Und zum anderen geben wir uns auch einen neuen, frischen Look, also einen neuen Anstrich, denn das, was wir jetzt im Produkt auch umsetzen, müssen wir auch entsprechend nach außen tragen. Und dementsprechend werden wir uns eben einen Brand Refresh geben, also neue Farben, mit einem neuen Auftritt, aber auch verbunden mit einer neuen Positionierung.

Und das sind genau die zwei Dinge, die wir jetzt zum Spring Release auch liefern wollen. Wir haben im AI-Bereich jetzt bei Intershop zwei Seiten, von denen wir uns nähern.

Es gibt einmal die Käuferseite, also immer dort, wo die Endkunden unserer Kunden im E-Commerce-Shop nach Produkten suchen. Dort haben wir Copiloten im Einsatz, die eine völlig neue Suche eben jetzt ermöglichen als im klassischen Suchfeld.

Ich kann viel abstrakter suchen und komme sehr zielgerichtet eben genau an die Produkte, die ich suche, die insbesondere bei unseren komplexen B2B-Kunden extrem wichtig sind. Also Sie können sich vorstellen, bei einer großen Maschine mit vielen Ersatzteilen, wo Sie vielleicht im Zweifel gar nicht wissen, wie das Teil heißt, helfen diese Copiloten und Agenten natürlich extrem, die Suche mit natürlicher Sprache und Rückfrage einfach einzugrenzen, anstatt wie bei Google den perfekten Begriff schon eingeben zu müssen.

Das ist die Käuferseite. Und auf der anderen Seite haben wir die Verkäuferseite, wo der E-Commerce-Shop-Manager in der Regel sitzt.

Das heißt, muss ja den ganzen Shop orchestrieren, seine Kampagnen aufsetzen und auch hier kommen wir jetzt mit immer mehr Agenten und Copiloten, die ja auf Verkäuferseite helfen, Dinge zu automatisieren, anders im Produkt zu konfigurieren als vielleicht über komplizierte Navigationsklickpfade. Auch hier können wir sehr einfach interaktiv die Dinge dann konfigurieren, anstatt die komplizierten Wege zu gehen, also eine echte Arbeitserleichterung einfach im Tagesgeschäft.

Wie sind wir heute aufgestellt? Es gibt heute schon verfügbar den Copiloten einmal für Käufer, von dem ich gerade gesprochen habe, der Zugriff hat auf unterschiedliche Daten, egal ob das vergangene Bestelldaten sind und Bestellhistorie, Vorschläge, die direkt mit dem Live-Lagerbestand abgeglichen sind und sofort Alternativen vorschlagen kann, wenn es ein Artikel z.

B. nicht gibt.

Und hilft natürlich viel schneller den Kunden zum richtigen Produkt zu navigieren. Was kommt jetzt im Spring Release dazu?

Wir haben einen sehr, sehr starken Fokus auf das After-Sales-Geschäft unserer Kunden, weil wir sehen, dass dort auch ja hohe Prozesskosten entstehen. Das heißt, wenn ich Artikel bekomme und ich habe eine Reklamation, ich will was zurückschicken, ich habe einen Transportschaden, alle diese Dinge lösen auf Kundenseite natürlich Prozesskosten aus.

Und hier wollen wir jetzt eben mit speziellen Funktionen den Copiloten aufladen, dass auch diese Fälle für unsere Kunden abdecken kann. Das Nächste ist ein visueller Produktfinder, wie wir ihn nennen.

Das heißt, anstatt eine klassische Suche reinzugehen, wird es in Zukunft möglich sein, einfach ein Foto von dem Ersatzteil zu machen und unsere KI wird in der Lage sein, genau dieses Ersatzteil eben automatisiert auch rauszusuchen. Also ich denke, ein richtig guter Fortschritt in dem komplexen B2B-Bereich, wo unsere Kunden Produkte suchen.

Und wir werden zum ersten Mal ChatGPT direkt als Technologie Produkt-Feeds bereitstellen. Was bedeutet das?

Heute muss ChatGPT, wenn der Kunde irgendwas sucht in dem Chat oder in dem Dialog, im Prinzip die Seiten über Bots direkt abrufen und live die Produkte abrufen. Wir stellen das jetzt dann demnächst eben einmal am Tag ChatGPT direkt zur Verfügung, sozusagen nativ, wie die AI das am liebsten möchte, und damit steigt automatisch in der Regel das Ranking und die Empfehlung.

Ja, also je nativer die AI Produktdaten bekommt, umso eher taucht man eben auch auf. Und das wird unseren Kunden helfen, dass ihre Produkte wiederum für die Endkunden über ChatGPT anfangen zu suchen schneller gefunden werden und sie dann über ChatGPT in den Shop unserer Kunden kommen.

Ich habe das hier einmal mitgebracht, dass man auch mal plakativ sieht, was ist der Fortschritt. Also links quasi die Suche, die jetzt schon live ist, einfach über Text-Interaktion und rechts dann eben die visuelle Produktsuche von morgen.

Das heißt, ich habe einfach mein Handy, mache ein Foto vom Ersatzteil und unsere KI ist dann eben in der Lage, direkt zum Produkt zu navigieren und mit einem Klick das auch in den Warenkorb zu legen. Jetzt hängt hier gerade die Technik.

Jetzt geht's weiter. Dann schauen wir uns noch einmal an den Copiloten für den Verkäufer.

Wir sehen hier, was heute schon live ist erstmal links. Wir haben zum einen das Copiloten-Interface und dann vier Agenten, die heute auch schon verfügbar sind.

Das heißt, es gibt den Product Content Agent, der mir hilft, meine Produktbeschreibungen ja für den Shop so zu optimieren, dass auch durch Google und andere Suchmaschinen besser gefunden wird. Wir haben den Localization Agent, der automatisiert in 15 Sprachen übersetzt und eben eine sehr hohe Anzahl von Übersetzungen pro Tag schafft, was kein Übersetzungsbüro in der Geschwindigkeit schafft.

Merkt sich auch branchenspezifische Spezialausdrücke. Das heißt, wenn ich einmal was korrigiere, merkt sich das beim nächsten Mal.

Und das Schöne ist natürlich, dass diese Agenten auch Hand in Hand arbeiten. Das heißt, ich kann erst meine Produkte anreichern, optimieren lassen und dann in die Sprachen, in denen ich aktiv bin, übersetzen lassen.

Wir haben des Weiteren live den Intershop Knowledge Agent. Das heißt, da sind alle Wissensdatenbanken, die wir über die Software-Implementierung haben, im Prinzip abgelegt, hinterlegt.

Und in dem Moment, wo ich irgendwo nicht weiterkomme, brauche ich nicht den Kundenservice anrufen, sondern kann direkt hier reinchatten, kriege die Lösung nicht nur als Textform, sondern in der Regel meistens als Link und komme direkt an den Punkt in der Software, wo ich meine Änderungen vornehmen kann, die ich gerade machen möchte. Der Business Intelligence Agent ist auch schon verfügbar, mit dem kann ich mir ganz einfache Auswertungen eben auch im Dialog direkt erstellen lassen.

Das heißt, früher musste ich irgendwo immer genau in den Navigationsbereich, Filter auswählen, Zeiträume auswählen, hier kann ich einfach sagen: Was waren meine besten Produkte, die gestern verkauft wurden? Und ich kriege eine direkte Auswertung im PDF zurück, die ich dann weiter verwenden kann.

Was kommt zum Spring Release neu dazu? Das ist der Competitive Intelligence Agent, den wir über einen Partner realisieren.

Der wird sich mit Wettbewerbsshops unserer Kunden quasi connecten und kann dort Live-Informationen auslesen, sodass ich jeden Tag Live-Informationen bekomme, was meine Wettbewerber gerade machen. Das heißt, welche Produkte sind z.

B. dort verfügbar, welche sind vielleicht doch nicht verfügbar, auf welche Vermarktungsschwerpunkte setzen meine Wettbewerber gerade, was gibt's dort für Trends und auch in Richtung Preis, gibt es Änderungen, die ich vielleicht berücksichtigen muss.

Also ich denke, sehr spannendes Tool, was für jeden E-Commerce-Händler einen echten Mehrwert bringt. Des Weiteren werden wir zum Spring Release das Pricing deutlich vereinfachen und wie Agenten und Copiloten bei uns abgeschlossen werden können.

Im Moment hat jeder Copilot und Agent, das sehen Sie hier links, sein eigenes Preisschild und am Ende auch seinen eigenen Vertrag. Wir gehen jetzt in ein sehr flexibles Commerce Package Modell.

Das heißt, Sie werden sich als Kunde für einen festen, wiederkehrenden Betrag pro Monat entscheiden, sagen wir mal 500 € im Monat, und dann können Sie selbst entscheiden, welche Agenten Sie dafür an- oder abschalten. Und das bringt natürlich sehr viel Flexibilität, gerade in den Zeiten, wo alle mit AI jetzt loslegen wollen, sich aber gar nicht so sicher sind, was ist eigentlich die richtige AI-Lösung für den Kunden.

Also sie müssen oft erst selber die Erfahrung machen: Was funktioniert? Was nicht?

Wo ist das Geld gut investiert? Und da hilft natürlich so ein flexibles Modell, den Einstieg zu erleichtern und auch die Flexibilität dann zu haben, jederzeit zu wechseln zwischen den Agenten und Copiloten.

Also ich denke, ein gutes Vehikel, die Vermarktung hier auch noch mal deutlich zu vereinfachen. Und wie schon angekündigt, wir wollen uns einen neuen Look geben.

Sie sehen ja hier unsere Folien im Moment noch, das sind die Corporate Identity Farben von heute. Wir gehen jetzt einen völlig neuen Weg, werden deutlich heller, wir gehen mit den Farbmustern von AI und all den Neuerungen, die wir im Markt sehen.

Wir werden das Ganze sukzessive umstellen und wir müssen das, was wir im Produkt, in unserer ganzen Positionierung jetzt ändern, auch visuell nach außen tragen, einfach ein konsistentes Bild in den Markt zu generieren. Und Sie sehen jetzt hier, ich habe Ihnen einfach mal eine kleine Vorschau mitgebracht, wird sich das Ganze ändern.

Also ich glaube, das ist ein deutlicher Schritt nach vorne, wie wir auftreten, wie wir wahrgenommen werden, eben modern, eben genau in den Zeiten von KI, wie man denke ich auch wahrgenommen werden möchte und nicht mit den vielleicht ja etwas schon in die Jahre gekommenen Designs, die wir jetzt haben. Wir werden das sukzessive umstellen.

Wenn Sie auf unsere Webpage heute direkt gehen, ist unsere erste Startseite auch schon in dem neuen Look and Feel. Wenn Sie weiter reinklicken, werden Sie sehen, es ist noch nicht alles umgestellt.

Aber wir werden nicht nur die Webpage natürlich updaten, sondern auch alle anderen Medien, mit denen wir rausgehen, seien es Promotion, seien es Verkaufsunterlagen, sodass wir dann wirklich in allen Kanälen auch dieses neue Bild transportieren werden. Ja, das soweit als Update von meiner Seite und dann stehen wir jetzt gerne für Fragen bereit.

Operator

Sehr gerne. Frau Stappenbeck, Herr Trennert, vielen Dank für die Ausführungen.

Und in der Tat, wir haben auch schon ein paar Fragen erhalten und ich würde gerne mit einer eher Big-Picture-Frage beginnen, die das Thema der KI betrifft. Es wird ja viel darüber gesprochen, dass Softwareanbieter durch KI überflüssig gemacht werden.

Wie gefährdet sehen Sie Intershop in diesem Zusammenhang?

Markus Trennert

Ja, also genau mit der Frage beschäftigen wir uns natürlich auch intensiv. Unsere Antwort der KI ist jetzt hier erstmal, wie es für unsere Kunden besser funktionieren kann, das habe ich Ihnen ja gerade vorgestellt.

Der zweite Blickwinkel ist jetzt natürlich, wie sieht der Commerce Core der Zukunft aus? Und dort haben wir jetzt im Moment einige Annahmen.

Es gibt Dinge, die Partner, Implementierer und Kunden, ich sage jetzt mal customizen, das heißt speziell unseren Core herum noch mal für ihre Bedürfnisse anpassen. Hier gehen wir davon aus, dass in Zukunft die AI helfen wird, deutlich schneller zu sein, ja, und deutlich schneller auch Dinge customizen zu können und auch unseren Core herum schneller individuelle Lösungen bauen zu können.

Was wir aber im Moment noch nicht sehen, wäre jetzt, dass die AI unseren Core komplett ersetzt. Weil wir sind in einem hochtransaktionalen Geschäft, wo Performance, Komplexität und Geschwindigkeit zählt.

Und das sind andere Dinge. Wir haben ja Zugriff auf ganz viele andere Systeme, die noch angeschlossen sind und müssen die Datenkonsistenz in der Performance tatsächlich orchestrieren.

Und das können Sie mal nicht so einfach mit einem schnell AI-gecodeten Softwarestück über Nacht machen, ne? Also wir sehen, dass in angrenzenden Bereichen es wahrscheinlich Änderungen geben wird.

Wir werden unseren Core sicherlich auch auf Änderungen anpassen, das ist klar, aber wir sehen heute, Stand heute, keine grundsätzliche Gefährdung für den Commerce Core.

Operator

Vielen Dank für die Ausführung. Vielleicht die Argumentation schließt sich an die nächste Frage mit an: Bei den Ausgaben in der F&E-Abteilung wurden Kosten eingespart.

Bisher erschienen entsprechende Kürzungen weitestgehend tabu, wenn sich der Fragestellende richtig erinnert. Wie stellen Sie sicher, dass die Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeiten gering bleiben?

Markus Trennert

Petra, magst du erst was zu den Zahlen sagen oder?

Petra Stappenbeck

Nee, die Fakten stimmen schon, deshalb

Markus Trennert

Genau, also wir haben ja durch das Kostensenkungsprogramm, was ja breit angelegt war letztes Jahr, in mehreren Bereichen Einsparungen erzielt, ne? Und ein Effekt sieht man eben auch hier.

Jetzt muss man aber auch dazu sagen, dass wir ein eigenes AI-Team haben, was sehr effizient auch arbeitet durch AI, also wir benutzen das ja hier auch sehr intensiv selbst. Und alles, was wir jetzt rausbringen in diesem Bereich, schaffen wir auch.

Also wir haben uns schon sehr genau angeschaut, was ist notwendig, ja, jetzt wieder auf ein ausgeglichenes Ergebnis zu kommen und wieder ins Wachstum zu kommen, aber gleichzeitig natürlich auch es nicht zu übertreiben. Das haben wir schon sehr genau abgewogen.

Operator

Sehr gut. Vielen Dank.

Schauen wir auf die Umsatzebene: Können Sie die erwarteten Umsatzdynamik für Q2 bis Q4 des aktuellen Jahres noch einmal in einzelne Komponenten aufschlüsseln, die Guidance zu erreichen, und können Sie das Wachstum exklusive des verlorenen Kunden beziffern?

Petra Stappenbeck

Also wir gehen nach wie vor davon aus, dass unser Lizenzumsatz wird sinken und auch unsere Wartungsumsätze werden sinken. Wir hatten ja bereits im letzten Jahr darüber berichtet, dass ein großer Kunde auch seinen Wartungsvertrag nicht verlängert hat.

Das hat auch jetzt dazu geführt, dass im Q1 die Wartungserlöse nur noch auf ein 1 Million € sich entwickelt haben. Und wir jetzt davon ausgehen, dass im Zuge unserer Cloud-Transformation auch nach wie vor noch der Umsatz dort in dem Segment zurückgehen wird und wir aber dafür im Cloud und Subscription wachsen werden.

Das Wachstum war jetzt im Q1 an der Stelle nur die 8% und in Summe gehen wir nach wie vor in den Serviceerlösen davon aus, dass diese sich niedriger sind. Wir haben mal gesagt, dass wir in Summe nach den einzelnen Bereichen dann jetzt im Service vielleicht einen leichten Rückgang haben von vielleicht 3 bis 5% noch, nicht mehr so stark fürs Gesamtjahr.

Operator

Vielen Dank. Der Vollständigkeit halber, es gab eine Frage, die ich einmal vorlese, aber ich glaube, sie ist damit beantwortet: Die Wartungsumsätze sind in Q1 '26 versus Q1 '25 überraschend stark mit 41% auf nur noch 1 Million € zurückgegangen.

Erwarten Sie, dass dieser negative Trend in den folgenden Quartalen entsprechend fortgesetzt wird und was sind die Gründe? Ich glaube, das haben Sie gerade damit beantwortet oder haben Sie noch Ergänzungen?

Petra Stappenbeck

Vielleicht noch ergänzend, die Gründe hierfür sind im Wesentlichen dieser eine große Kunde, der ist im Quartal erstmalig sichtbar geworden. Der Rückgang wird erfolgen, aber nicht mehr so stark, wie's jetzt in diesem Quartal war.

Operator

Vielen Dank. Sie hatten für die Nacharbeiten des abgeschlossenen Serviceprojektes einen Betrag zurückgestellt.

Haben Sie diesen Betrag nutzen müssen?

Petra Stappenbeck

Wir haben nur einen kleinen Teil davon bis jetzt genutzt, weil wir aktuell in der Beseitigung der Mängel sind und die nur quasi sukzessive damit die Rückstellung auch in Anspruch nehmen.

Operator

Super, vielen Dank. Stichwort digitale Souveränität: Gibt es Pläne, die Product-as-a-Service-Lösung auch auf europäische Hyperscaler zu portieren?

Markus Trennert

Also im Moment ist ja Azure unser strategischer Partner. Wir schauen uns das natürlich tatsächlich gerade sehr genau an, also das Thema souveräne Cloud in Deutschland.

Sind jetzt aber noch nicht so weit, dass wir hier konkret sagen können, wie eine Lösung aussieht. Das Thema ist etwas komplexer als nur Hosting, das vielleicht mal kurz zu kommentieren.

Eine Souveränität der Commerce-Plattform ist nicht unbedingt nur damit gelöst, wenn ich bei einem deutschen Hoster bin, weil Sie haben, selbst wenn Sie es hier hosten, ungefähr 30 verschiedene Softwarekomponenten am Laufen, die dann auch alle souverän sein müssten, ne, nur einfach mal kurz dem Fragesteller die Komplexität aufzuzeigen. Wir schauen uns das aber gerade sehr intensiv an.

Wir glauben auch, dass es für uns ein spannender Differenzierer sein kann, denn wir sind einer der wenigen Commerce-Core-Hersteller, die noch 100% deutsch sind und auch noch unabhängig sind, ne? Also das könnte schon sehr gut zu uns passen.

Haben aber noch keine finale Entscheidung getroffen, wie wir das Thema genau angehen.

Operator

Vielen Dank für die Ausführung. Ich habe aktuell noch eine Frage, die wir zu beantworten haben, daher gerne noch mal an die Teilnehmer die Erinnerung: Nutzen Sie gerne die Chatbox, Ihre Fragen zu stellen und wir kommen später darauf zurück.

Aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage und Unsicherheit könnte eine digitale Unabhängigkeit, z. B.

Server in Deutschland und nicht in den USA, zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden. Ist Intershop unabhängig oder besser: Wo genau bestehen internationale Abhängigkeiten?

Markus Trennert

Die Frage habe ich quasi gerade schon beantwortet, tatsächlich. Also, ne, Azure ist die Abhängigkeit jetzt in dem Fall, ist unser strategischer Cloud-Partner, wobei man auch sagen muss, dass wir hier europäische Rechenzentren haben, ne?

Das ist ja nicht so, dass wir in Amerika jetzt hier die europäischen Kunden hosten. Und das andere Thema habe ich gerade ausgeführt.

Schauen wir uns an.

Operator

Sehr gut. Dann vielen Dank für die Ausführungen.

An der Stelle liegen mir keine weiteren Fragen vor und ich sehe auch nicht, dass jemand noch weitere Fragen eintippt, was uns zum Ende des heutigen Calls bringen würde. Wir warten noch einen kleinen Moment, aber es tauchen tatsächlich keine neuen Fragen auf und damit darf ich sagen: Vielen Dank für die aufschlussreichen Fragen und ein herzliches Dankeschön an Sie, Frau Stappenbeck und Herr Trennert, für Ihre Zeit und die Einblicke.

Wir bedanken uns für das Interesse an Intershop Communications und in Kürze werden Sie eine kurze E-Mail erhalten mit der Bitte, ein Feedback auszufüllen und wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn Sie Ihre Eindrücke mit uns und dem Unternehmen teilen. Und in dem Sinne wünsche ich Ihnen noch einen sonnigen Nachmittag und darf nun noch für ein paar abschließende Worte einmal zurück an Sie übergeben.

Markus Trennert

Ich kann mich auch nur verabschieden. Besten Dank für die guten Fragen und bis zum nächsten Mal.

Petra Stappenbeck

Das Gleiche gilt von mir. In dem Sinne, schönen Nachmittag.

Tschüss.

Markus Trennert

Tschüss.

Operator

Machen Sie es gut.