Operator
Herzlich willkommen zur Telefonkonferenz der DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG. Wir bitten die zeitliche Verzögerung zu entschuldigen.
Momentan sind alle Teilnehmenden auf stumm geschaltet. Nach dem Vortrag haben Sie die Möglichkeit Fragen zu stellen.
Ich übergebe nun das Wort an Matthias Schrade.
Matthias Schrade
Ja, vielen Dank für das Interesse. Wir haben heute unsere vorläufigen Zahlen gemeldet.
Es gibt dazu eine Präsentation auf der DEFAMA-Website. Ich werde immer wieder auf einzelne Folien verweisen beim Durchgehen, dass Sie sich das aufrufen und verfolgen können.
Kurz für die, die uns noch nicht so genau kennen. Unser Geschäftsmodell hat sich nicht verändert.
Wir kaufen bestehende Fachmärkte und Einkaufszentren mit bonitätsstarken Filialisten im Bereich der Nahversorgung als Ankermieter. Typischerweise Objekte mit wenig Leerstand oder Investitionsbedarf, typischerweise in einer Größe von 1 bis 5 Millionen, und wir landen meistens aufgrund unserer Kriterien in kleinen bis mittelgroßen Städten.
Wir kaufen die Objekte, sie zu behalten und zweistellige Renditen zu erwirtschaften. Im vergangenen Geschäftsjahr waren die Highlights: Wir haben den FFO 8% auf 10,8 Millionen bzw.
€2,25 je Aktie gesteigert. Wir haben drei Objekte verkauft mit einem gesamten positiven Einmaleffekt von rund 3 Millionen vor Steuern und gut 4 Millionen Liquiditätszufluss.
Wir haben insgesamt eine ganze Reihe von langen neuen Mietverträgen geschlossen. In der Regel gehen die einher mit Umbau- oder Modernisierungsmaßnahmen.
Wir haben 19 weitere Objekte, das ist eine neue Rekordzahl, mit künftigen Mieten von gut 2,6 Millionen dazu gekauft. Und wir haben insgesamt damit zum 31.12.
94 Objekte im Bestand. Bei den Kennzahlen hat sich alles grundsätzlich in die richtige Richtung entwickelt.
Das Portfolio ist zum Stichtag mit einem Wert von 352 Millionen angekommen. Der Umsatz ist im letzten Jahr 16% gestiegen.
Das Nettoergebnis, bedingt durch höhere Verkaufsgewinne, das ist auf der Folie 4 der hellblaue Teil der Säule, 22% gestiegen. Bitte beachten, das ist das Nettoergebnis nach Abschreibungen, also nicht vergleichbar mit einem IFRS-Ergebnis, wir bilanzieren ja nach HGB.
Der FFO, also das ist bei uns das Nettoergebnis zuzüglich Abschreibungen, bereinigt Verkaufsgewinne, ist 8% gestiegen. Bei den Kennzahlen je Aktie im Prinzip das gleiche Bild.
Das Ergebnis je Aktie ist 22% auf €1,17 gestiegen, der FFO auf €2,25. Und wir schlagen vor, die Dividende zum elften Mal in Folge auf 63 Cent zu erhöhen.
Unsere Hauptversammlung findet am 13. Juli statt.
Wir haben damit seit der Firmengründung jedes Jahr die Dividende erhöht. Die Finanzierungsstruktur hat sich nicht wirklich groß verändert.
Wir haben zum Stichtag 43 Finanzierungspartner und nur eine einzige Bank macht etwas über 10% an der Gesamtverschuldung aus. Im Durchschnitt eine Zinsbindung von knapp 7 1/2 Jahren und tilgen auch recht fleißig.
Wir haben keine Klumpenrisiken à la Anleihen oder Schuldscheindarlehen, die irgendwo zurückzuzahlen sind. Es sind grundsätzlich in der Regel lokale, regionale Banken, Sparkassen, die auch die Standorte gut einschätzen können.
Wir haben in der Regel Annuitätendarlehen bzw. dann eben variable Darlehen, die mit einem Swap langfristig gesichert sind.
Wir haben keine Schulden wie Anleihen oder ähnliches, die en bloc dann zurückzuzahlen wären. Die Portfoliolandkarte auf der Folie 7 hat sich ja weiter verdichtet.
Sie sehen die neuen Objekte mit grünen Punkten und die Verkäufe sind rot markiert. Wir haben zum Stichtag, da gehe ich nachher noch drauf ein, eine für unsere Verhältnisse ungewöhnlich niedrige Vermietungsquote von 93%.
Die übrigen Kennzahlen haben sich wenig verändert. Die Nettokaltmieten liegen jetzt bei 28 Millionen zum Stichtag 31.12.
Die durchschnittliche Restlaufzeit bei, ähnlich wie im Vorjahr, 4,6 Jahren. Auch hier macht nur ein einziger Mietvertrag über 3% der Erträge aus und die größten Verträge zusammen nur 17%.
Die Branchenverteilung oder größten Mieter hat sich auch wenig verschoben. Gegenüber dem letzten Jahr ist glaube ich die größte Veränderung, dass beide großen Drogeriemarktketten jetzt bei uns in der Top 10 auftauchen.
Ansonsten sind es die üblichen Verdächtigen im Bereich Nahversorgung, Lebensmittel, Takko, KiK, Jysk, TEDi und ähnliche. Auch die Branchenstruktur hat sich ganz wenig bewegt.
Der Block Heimwerker ist kleiner geworden, umgekehrt der Bereich konjunkturunabhängige Filialisten ein Stück größer. Mode, Schuhe, also ausschließlich die Preiseinsteiger, haben sich wenig verändert.
Das sind aber ausschließlich dann eben Discounter wie beispielsweise Takko oder KiK oder Deichmann oder ähnliche. Zu den Käufen, die meisten verfolgen uns wahrscheinlich schon, deswegen gehe ich da nur ganz schnell drüber: Havelberg, ein Edeka-Markt im Norden von Sachsen-Anhalt; Wienhausen, ein Penny-Markt, Vorort von Celle; das große Portfolio sicherlich das größte Highlight des letzten Jahres, dass wir im Juni gekauft haben mit insgesamt 11 Objekten, davon acht Drogeriemärkte.
Sehen Sie selber, auffällig war hier, dass die meisten der Objekte relativ modern sind, also Baujahr 2020 oder noch neuer, für uns sehr ungewöhnlich und auch mehrere Großstädte mit vertreten sind. In Löbau haben wir im September gekauft, einen einzelnen AWG gegenüber dem Kaufland.
In Riesa einen einzelnen Action direkt neben dem neugebauten Netto-Markt. In Bayreuth schließlich den Rewe mit neuer langer Laufzeit, der gerade modernisiert hat.
Und zwischen den Jahren bzw. Weihnachten herum die einzige Transaktion, die nicht in früheren Veranstaltungen und Konferenzen schon besprochen wurde, in Vöhringen-Ochsenhausen zwei Fachmärkte in Ochsenhausen.
Also beide Objekte sind südlich von Ulm in der Nähe von Biberach, das eine gerade so auf der baden-württembergischen Seite, das andere gerade so auf der bayerischen Seite, mit Hauptmietern Takko, NKD, Schuhgeschäft und TEDi. In beiden Fällen sind große Lebensmittel direkt nebenan oder mit im Areal vertreten.
Und schließlich dann zum krönenden Abschluss des Jahres noch ein Fachmarktzentrum in Elsenfeld mit Takko und Fressnapf sowie einer PV-Anlage auf dem Dach. Auch hier sind eine ganze Reihe von weiteren Händlern direkt nebenan oder mit in diesem Gesamtareal vertreten.
Auf der Verkaufsseite, Folie 17 in der Präsentation, die drei schon erwähnten Objekte: das Objekt in Waltershausen, wo uns der tegut abhandengekommen ist, also zum Stichtag dann größtenteils leer, eine unserer größten Leerflächen überhaupt, ist per 31.12. bei uns abgegangen.
Zuvor ist schon das Objekt in Templin im Sommer aus dem Portfolio raus. Das war der einzige Hellweg-Baumarkt im Portfolio.
Es ist ja in der Fachpresse bekannt, dass Hellweg auch anscheinend gewisse Probleme hat, auch einige Standorte schließen musste. Und dieses Objekt hatten wir bereits 2024 beurkundet, aber jetzt erst im letzten Jahr abgewickelt.
Und im Herbst haben wir in Brand-Erbisdorf eines unserer dienstältesten Objekte, das Objekt mit dem ehemaligen Deichmann, inzwischen ist ein Getränke Hoffmann, KiK und der an TEDi untervermieteten ALDI-Fläche verkauft. Alle drei Objekte wurden jeweils von namhaften Lebensmittlern gekauft.
Wir haben damit insgesamt 8,25 Millionen Kaufpreise erzielt bei abgehenden Mieten jeweils zum Abgangsstichtag von €836.000 und einen Zufluss von rund 4 Millionen erreicht. Ja, wir hatten letztes Jahr, man würde wohl sagen mixed signals im Bereich des Portfolios.
Wir haben einerseits einige schöne Erfolge gehabt, unter anderem in Apolda und unserem neueren Objekt in Schneeberg, wir haben ja zwei Standorte in Schneeberg, die Verträge mit Netto bzw. ALDI jeweils langjährig verlängert.
In beiden Fällen investieren die Mieter selber und vergrößern auf eigene Kosten. Wir müssen lediglich in Schneeberg den Parkplatz noch sanieren, alles andere investieren die Mieter selbst.
Das ist aus unserer Sicht ein wirklich großer Erfolg, weil üblicherweise solche neuen langfristigen Verträge auch mit großen Investitionen durch uns einhergehen. In Melsungen haben wir es geschafft den Baumarkt mit Reika Delta, das ist eine Vertriebslinie von Edeka, viele Jahre zu verlängern.
In Celle haben wir Rossmann als zusätzlichen Ankermieter neben Rewe gewonnen. Das ist auch aus unserer Sicht eine starke Aufwertung des Objekts.
Und sind bei mehreren weiteren Mietverträgen über mindestens 10 Jahre auch mit Ankermietern jeweils kurz vor Abschluss. Umgekehrt hatten wir allerdings auch die Situation, dass Hammer, mit denen wir drei Standorte haben, insolvent geworden ist, in Klammern die Auffanggesellschaft dann Anfang des Jahres erneut insolvent geworden ist, und der B1-Baumarkt ausgezogen ist.
Alle vier Objekte wären für uns jeder für sich betrachtet die größte Einzelfläche, die bei uns leer läuft in der Firmengeschichte und der größte Mietausfall oder Wegfall von Mieten der Firmengeschichte. Das ist alles quasi gleichzeitig jetzt zum Jahreswechsel oder Jahresanfang passiert.
Wir verlieren hier über 1 Million an jährlichen Nettokaltmieten, hatten zusätzlich auch einige Forderungsausfälle durch die Hammer-Insolvenz und haben damit ja auch jetzt ordentlich Aufgaben, uns diese Themen zu kümmern. Wir hatten im Bestand bei Projekten, die Sie teilweise auch schon kennen, einige Verzögerungen.
In Sternberg hatten wir schon vor einem Jahr eigentlich gedacht losbauen zu können oder kurz davor zu stehen, haben wir jetzt erst im Januar die Baugenehmigung erhalten. Demzufolge werden wir hier von Edeka TEDi dann frühestens irgendwann im Sommer die ersten Mieten bekommen.
In Ruderbach gab es dann auch Verzögerungen, da ist dann die Übergabe jetzt im Januar an Rossmann erfolgt. Die Eröffnung des Rossmann, das ist die ehemalige Norma-Fläche, soll voraussichtlich noch vor Ostern erfolgen.
Wir haben aber in der Gesamtstruktur zunächst eine mietfreie Zeit vereinbart und dadurch etwas weniger investieren müssen. Und wir haben schließlich in Freudenstadt zwei Mieter verloren.
ATU ist rausgegangen. Die wollten eigentlich mit uns eine Projektentwicklung machen, allerdings als sie dann ihren Mitarbeitern formal korrekt dann mitgeteilt haben, dass eine Kündigung des Vertrages erfolgt ist, sind plötzlich die Mitarbeiter weg gewesen, dann mussten sie wirklich den Standort aufgeben.
Hier gehen wir davon aus, dass wir das Objekt neu aufstellen im Jahresverlauf. Das war aber so vor einem Jahr auch nicht erwartet gewesen, dass das sich so entwickeln würde.
Da fehlen uns dann diesem Jahr auch Mieten. Konsequenz ist: Zum Stichtag haben wir in Anführungszeichen nur 93% Vermietungsstand und wir verlieren eben auch Erträge, die sich kurzfristig schlichtweg nicht kompensieren lassen, die wir einfach dann erstmal wieder neu erarbeiten müssen.
Beispiele für Investitionen neben den gerade schon erwähnten im Bestand sind, dass wir in Höhn gerade einen Umbau durchführen für TEDi. Wir gehen davon aus, dass wir auch noch mit einem Fitnessstudio in Bastheim weitere Flächen belegen und wir planen den Bäcker als Pavillon auf den Parkplatz zu verlegen, dadurch auch vergrößern zu können.
In Ruderbach der Umbau für Rossmann, da sind wir so gut wie durch. Schneeberg hatte ich schon erwähnt, dass wir mit ALDI zusammen wahrscheinlich ab dem zweiten Quartal die Modernisierung, wir den Parkplatz, ALDI das Gebäude, durchführen.
In Sternberg, der Rückbau war bereits abgeschlossen, jetzt läuft endlich der Umbau für die Nachvermietung. In Zeitz haben wir eine große Dachsanierung abgeschlossen und planen eine große Modernisierung mit Umbau voraussichtlich im nächsten Jahr mit Kaufland.
Das war das auch euromäßig größte Investment, das wir letztes Jahr getätigt haben. Wir hatten ja hier schon einen langfristigen Vertrag mit toom geschlossen und sind jetzt auch in weit fortgeschrittenen Gesprächen mit Kaufland, auch das Objekt dann insgesamt optimal aufzustellen.
Nachhaltigkeit auf der Folie 20: Wir haben als wesentliche Entwicklung, alle anderen Punkte kennen Sie schon, möchte ich darauf hinweisen, wir haben eine ganze Reihe von Wärmepumpen im letzten Jahr eingebaut. Und wir werden auch wenn jetzt die Regierung gerade ganz stolz darauf ist, das sogenannte Heizungsgesetz gekippt zu haben, wir werden auch weiterhin unsere Objekte hier modern aufstellen.
Wir werden auch im laufenden Jahr wieder sicherlich einige Objekte dann auch Wärmepumpen umrüsten. Das ist aus unserer Sicht die zukunftsfähige Technologie.
Vereinzelt kann es sein, dass es doch mal Sinn ergibt das nicht zu tun, aber ansonsten ist das bei uns der Weg der Wahl, selbst dann wenn es ein bisschen teurer ist als noch mal eine Gasheizung oder gar eine Ölheizung einzubauen. Zukäufe: Wir haben im laufenden Jahr ein Blitzstart könnte man sagen hingelegt.
Wir haben schon jetzt fünf Objekte in diesem Jahr gekauft. Das ist das erste Mal in der Firmengeschichte, dass wir überhaupt in einem traditionell sehr ereignisarmen ersten Quartal überhaupt mehr als ein Objekt kaufen konnten.
Zunächst in einem Dreierportfolio drei Objekte zwei davon in Bayern, konkret den ALDI-Markt in der Nähe von Nürnberg und einen ehemaligen Discounter, einen ehemaligen Netto-Markt, der jetzt an einen E-Bike-Händler vermietet ist, und ein Objekt in Freiberg mit einem Würth als Generalmieter. Das war ein Portfolio mit über €300.000 Jahresnettomiete und einem Kaufpreis von 3 Millionen.
Und zwei Netto-Märkte in Osnabrück, lustigerweise schräg gegenüber unserem bereits bestehenden Objekt, und in Düren in Nordrhein-Westfalen. Diese beiden Objekte konnten wir kaufen für 5,5 Millionen, haben damit auch was das Ankaufvolumen angeht im ersten Quartal schon jetzt einen neuen Rekord aufgestellt.
Kleines Detail am Rande: Der Osnabrücker Netto steht ja schräg gegenüber dem Standort mit dem leeren Hammer, wo wir an der Nachvermietung arbeiten. Wir wissen deswegen, weil wir dann auch natürlich Netto gefragt haben, ob nicht zu uns rüberziehen möchte.
Das wollte nicht, möchte lieber an dem Standort bleiben. Also das bedeutet dann, der ist offensichtlich dort, selbst wenn eine Altbaufläche hat, dann sehr zufrieden.
Ein gutes Zeichen, sonst hätten wir dieses Objekt natürlich nicht gekauft. Die Ziele für das laufende Jahr: Wir wollen den Jahresüberschuss erneut auf mindestens 5 Millionen steigern.
Falls dieses Jahr mehr Verkäufe stattfinden sollten, als wir bisher absehen können, dann könnte es natürlich auch mehr werden, aber das ist zunächst mal die Größe, die wir jetzt aus heutiger Sicht sehen. Weil Sie wissen, dass wir grundsätzlich Verkäufe, normalerweise die noch nicht ganz konkret absehbar sind, auch in die Guidance nicht aufnehmen, weil wir wollen uns da nicht selber unter Druck nehmen.
In den letzten 5 Jahren ist aber in jedem einzelnen Jahr Verkaufserlöse drin gewesen. Beim FFO erwarten wir oder wollen wir mindestens die 10,8 Millionen erneut erreichen.
Das bedeutet aber schon, dass wir 1 Million oder sogar etwas mehr als 1 Million durch die erwähnten Hammer- und B1-Situationen ausgleichen müssen. Wir wollen im gesamten Jahr auch alle vier Situationen lösen.
Wir sind auch optimistisch, dass wir das hinkriegen und damit auch die Vermietungsquote wieder auf über 96% steigern und die Dividende, wie gewohnt von uns, auch für das laufende Jahr weiter erhöhen. Ja, damit bin ich am Ende meines Vortrags und freue mich auf Ihre Fragen.
Operator
Herzlich willkommen zur Telefonkonferenz der DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG. Aufgrund der technischen Probleme haben wir heute morgen nach der Präsentation abbrechen müssen, deshalb starten wir jetzt direkt in die Fragerunde.
Wenn Sie eine Frage stellen möchten, dann drücken Sie bitte die 9 und Stern. Die Aufzeichnung der Präsentation von heute morgen finden Sie bereits auf der DEFAMA-Homepage zum Download.
Bitte drücken Sie jetzt 9 und Stern, wenn Sie eine Frage stellen möchten. Mit 9 und Stern auf Ihrem Telefon können Sie eine Frage einreichen.
Mit 3 und Stern können Sie eine Frage wieder zurückziehen. Die Fragen sind jetzt freigeschaltet, also drücken Sie jetzt gerne 9 und Stern auf Ihrem Telefon, eine Frage einzureichen.
Bis jetzt liegen noch keine Fragemeldungen vor. 9 und Stern [unclear]
Matthias Schrade
Ich möchte diejenigen, die außerhalb der Telefonkonferenz mit mir kurz gesprochen hatten, anregen, gerne die dort gestellten Fragen auch hier in der großen Runde zu stellen, dass es dann auch für alle dann die möglicherweise interessanten Antworten gegeben werden können.
Operator
Mit 9 und Stern können Sie eine Frage anmelden.
Matthias Schrade
Ja.
Operator
Wir haben einen Fragesteller. Der Dieter Hein von Fair-Search.
Sie sind jetzt freigeschaltet.
Dieter Hein
Ja, vielen Dank. Guten Tag, ich habe eine Frage noch zu der Insolvenz von Hämmer Fachmarkt.
Da schreiben Sie ja auf Seite 18, dass es zu erheblichen Forderungsausfällen kommt. Können Sie vielleicht die Höhe ein bisschen quantifizieren und ob's 'ne Chance gibt, dass diese Forderungen in den nächsten Jahren eingetrieben werden, wie Sie da die Chance einschätzen, und eben auch den Wegfall von über 1 Million an jährlichen Nettokaltmieten, wie da die Pläne sind, das wieder neu zu vermieten und in welchem Zeitraum?
Vielen Dank.
Matthias Schrade
Ja, wir gehen davon aus, dass es ein niedrig sechsstelliger Betrag ist. Hammer hatte ja zunächst im Spätsommer letzten Jahres Insolvenz angemeldet.
Dann in dem Zuge dann auch gab es dann entsprechende Mietausfälle jetzt größtenteils oder fast ausschließlich aus dem vierten Quartal. Zwei der drei Standorte sind aufgegeben worden ohnehin schon zum Jahreswechsel.
Der dritte Standort ist jetzt ja durch die zweite Insolvenz der Auffanggesellschaft dann ebenfalls in Aufgabe nach unserem Kenntnisstand. Die Kommunikation war eigentlich eine etwas andere.
Offiziell soll es weitergehen, offiziell wurde auch gesagt, das sei nur wegen Anlaufproblemen. Wir gehen aber zunächst mal nicht davon aus aufgrund der Erfahrung, die wir jetzt hier die letzten Monate gemacht haben, dass hier noch irgendwo was kommt.
Von daher betrifft es dann im Wesentlichen Forderungen des vierten Quartals im niedrig sechsstelligen Bereich. Das schmerzhafte oder Hauptthema ist ja dann, dass wir in diesem Jahr dann de facto dann eben drei große Leerflächen daraus haben, wo dann im ersten Jahresverlauf wohl dann eine Lösung erfolgt, die aber aller Voraussicht nach im laufenden Jahr nicht wieder zu Zuflüssen führt oder jedenfalls nicht zu größeren durch Stichwort Baugenehmigung, Umbauzeit, möglicherweise auch mietfreie Zeit.
Dieter Hein
Das heißt, die Forderungen werden jetzt im 2026 auf null abgeschrieben oder wurden die schon im vierten Quartal letzten Jahres abgeschrieben?
Matthias Schrade
Die werden wir im Jahresabschluss, das ist mit ein Grund, weshalb wir unsere Ziele beim FFO nicht ganz erreicht haben, oder ein wesentlicher Grund, werden wir komplett wertberichtigen. Nach unserem Kenntnisstand droht hier Masseunzulänglichkeit oder so.
Es ist ein bisschen kompliziert, weil es ja auch mehrere Gesellschaften bei Hammer gibt. Aber es ist nicht zu erwarten, dass dann am Ende irgendwie die Hälfte oder selbst 20% dieser Forderung kommt.
Wenn irgendwann im Zuge des Insolvenzverfahrens dann doch noch das ein oder andere Prozent an Forderungen dann doch noch bedient werden kann, dann freuen wir uns drüber. Das ist aber nichts, wo man jetzt ernsthaft dann irgendwo mit rechnen darf.
Dieter Hein
Jawohl, danke schön.
Operator
Vielen Dank. Wenn noch jemand eine Frage stellen möchte, dann drücken Sie gerne 9 und Stern auf Ihrem Telefon, eine weitere Frage anzumelden.
Matthias Schrade
Ja, also wenn partout keiner mehr Informationsbedarf hat, das überrascht mich jetzt tatsächlich angesichts der Thematik. Wobei, jetzt kommt doch noch eine Fragestellung.
Herr von Stumpfeldt.
Operator
Sie können jetzt sprechen.
Herr von Stumpfeldt
Guten Tag, vielen Dank. Ich würde mich gerne erkundigen, ob die jüngsten Zukäufe nach Finanzierungskosten und geplanten Capex noch genauso attraktiv sind wie in den Vorjahren.
Deswegen im Allgemeinen, wie Sie den Markt aktuell einschätzen, auch wie Sie die Zukunftschancen einsehen, dass es wieder mehr Fachmärkte gekauft werden durch die DEFAMA. Genau, vielleicht können Sie zu einer aktuelle Einschätzung geben.
Nach meinem Gefühl war ja bis vor einigen Jahren das Wachstum doch ein bisschen stärker als jetzt in den letzten 2-3 Jahren, wenn ich das so ausdrücken darf. Und genau, vielleicht können Sie eine Einschätzung geben.
Matthias Schrade
Ja, vielen Dank. Also wir haben letztes Jahr eine Rekordzahl von 19 Objekten gekauft und haben im ersten Quartal diesen Jahres einen Quartalsrekord, also für ein erstes Quartal, aufgestellt.
Wir hatten noch nie mehr als ein Objekt in einem ersten Quartal, jetzt waren es schon fünf. Selbst wenn man berücksichtigt, dass es im Schnitt etwas kleinere Objekte waren.
Letztes Jahr zum Beispiel hatten wir im ersten Quartal nur ein einziges Objekt mit gut €100.000 Miete. Dieses Jahr diese fünf Objekte zusammen machen deutlich über €800.000 Miete aus.
Also schon durchaus ein Vorsprung quasi gegenüber dem letzten Jahr und das erste Quartal ist ja auch noch nicht ganz rum, nicht ausgeschlossen, dass da vielleicht auch noch irgendwas anderes passiert. Also von der Seite her sehen wir nach wie vor sehr gute Möglichkeiten im Einkauf auch ja entsprechend dann zu wachsen.
Dass wir im letzten Jahr gefühlt nicht so stark gewachsen sind, das liegt teilweise daran, dass eben die Mieten weggebrochen sind von mehr als 1 Million. Wenn man die oben drauf rechnen würde auf die zuletzt kommunizierten Größen, dann hätten wir eine ähnliche Zuwachsrate gehabt wie im Vorjahr.
Und man darf bitte auch nicht vergessen, wir hatten ein paar kleine Verkäufe. Das ist jetzt nicht eine riesige Größe, aber die ist natürlich dann an Mieten auch abgegangen.
In einem Fall ein Objekt, wo dann bevor wir es verkauft haben noch ein größerer Leerstand entstanden ist. Das muss ja dann auch erstmal überkompensiert werden durch die Zukäufe.
Von den Erträgen her: Wir haben im Schnitt im letzten Jahr ziemlich genau zur zehnfachen Jahresnettomiete zukaufen können und auch nach Finanzierungskosten rechnen sich die Objekte damit alle. Grundsätzlich ist es so, dass der FFO, also der FFO relativ zum eingesetzten Eigenkapital hat sich im Gesamtpaket gegenüber Käufen zu höheren Faktoren, aber niedrigeren Zinsen sogar verbessert, weil wir relativ gesehen weniger Eigenkapital einsetzen müssen für diese Zukäufe als in der Spitzenphase des Marktes, wo dann eben eine Voll- oder annähernde Vollfinanzierung irgendwann nicht mehr möglich war.
Insofern hat sich für uns im Gesamtpaket durch die reduzierten Kaufpreise einerseits und damit auch gestiegene Finanzierungsquote andererseits trotz erhöhter Zinsen im Gesamtpaket wenig verändert.
Herr von Stumpfeldt
Vielen Dank. Wenn ich noch eine Anschlussfrage stellen dürfte, dann würde mich interessieren, inwiefern Sie bei Zinsbindungsauslauf
Matthias Schrade
Ja.
Herr von Stumpfeldt
im Fälligkeitenspiegel davon ausgehen, dass danach Nachbeleihungen möglich sein werden im signifikantem also neu, wie heißt das, Revalutierung
Matthias Schrade
Ja.
Herr von Stumpfeldt
oder sogar darüber hinaus im signifikanten Maßstab?
Matthias Schrade
Ja, Revalutierung ist tatsächlich ein Thema, wo wir ja in großem Umfang auch in Gesprächen sind. Wir haben letztes Jahr relativ wenig an der Stelle umsetzen können.
Das lag teilweise auch daran, dass die Banken auch im Zuge der Zinswende wohl jetzt noch sehr viel mehr Bürokratie und dergleichen mit sich bringen. Da lag aber auch bei uns intern der Fokus tendenziell mehr auf den sehr, sehr zahlreichen Transaktionen.
Das, was Sie sehen im Abschluss, ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Wir arbeiten im Hintergrund noch an viel mehr Transaktionen, wo dann teilweise von uns aus aktiv dann abgebrochen wird, wenn wir dann die Risiken oder die Preise für zu hoch halten oder möglicherweise hier und dort auch mal überboten werden.
Wir haben dieses Jahr bereits erste Revalutierungen abgeschlossen. Wir gehen davon aus, dass hier in diesem Jahr noch einiges passiert.
An einem unserer größten Objekte in Gardelegen haben wir ja schon mehr als 4 Millionen alleine mit Eigenkapital investiert, hatten ohnehin nur eine relativ niedrige Ankauffinanzierung, die dann wiederum noch getilgt wurde, und haben nun eine eher, ich nenn's mal alibimäßige Dispolinie, die dann Teil der Baukosten abdeckt. Aber alleine hier schlummert ein hoher einstelliger Millionenbetrag als potenzielle Valutierungssumme.
Und bei einigen Objekten, Sie haben's erwähnt, die aus der Zinsbindung auslaufen, sind wir auch in Gesprächen mit Banken, haben teilweise auch konkrete Angebote vorliegen, wo dann eine neue langfristige Zinsbindung verbunden mit einer höheren Valutierung auch enthalten ist. Das ist aber bei uns, wenn Sie auch im Geschäftsbericht das lesen, das haben wir schon seit Jahren immer wieder betrieben.
Das wird auch in Zukunft ein wesentlicher Faktor sein für die Refinanzierung des Wachstums.
Herr von Stumpfeldt
Vielen Dank.
Operator
Vielen Dank. Wenn noch jemand eine Frage stellen möchte, dann drücken Sie gerne 9 und Stern auf Ihrem Telefon.
Aktuell liegen keine weiteren Wortmeldungen vor.
Matthias Schrade
Ja, also wenn keine weiteren Fragen bestehen, dann bedanke ich mich für das Interesse. Ich warte jetzt noch 3 Sekunden.
3, 2, 1, 9 Stern zu drücken. Dann bedanke ich mich also für das Interesse.
Herr Stumpfeldt noch mal?
Operator
Herr Stumpfeldt, Sie können noch mal sprechen, ich habe Sie freigeschaltet.
Herr von Stumpfeldt
Wenn Sie noch einen Moment haben, dann würde ich doch noch mal die Frage stellen,
Matthias Schrade
Gerne.
Herr von Stumpfeldt
ob Sie was zum aktuellen Verhältnis der Marktkapitalisierung zum Net Asset Value sagen können und welches Sie da auch als marktüblich ansehen.
Matthias Schrade
Wir haben zuletzt den NAV zum 30.09. kommuniziert.
Den habe ich jetzt auswendig nicht im Kopf. Ich meine, der lag leicht über dem aktuellen Börsenkurs.
Ich glaube, irgendwas mit 28,x vor dem Komma. Für den Stand 31.12.
haben wir ihn noch nicht ermittelt. Das ist auch deswegen nicht möglich, weil die finalen Bewertungen für die Objekte noch nicht vorliegen.
Ich gehe davon aus, dass sich möglicherweise oder wahrscheinlich im vierten Quartal nochmals leicht erhöht hat. Insofern dürfte die Aktie nach wie vor leicht unterhalb des NAV notieren.
Eine Einschätzung oder eine Aussage, was marktüblich ist, das halte ich deswegen für schwierig, weil wer sich mit Immobilienaktien beschäftigt, weiß, dass die meisten Immobilienaktien teilweise sehr erheblich unter dem NAV notieren. Auch offene Immobilienfonds werden ja teilweise dann unterhalb ihres NAV dann ja am Zweitmarkt gehandelt.
Ist aber deswegen glaube ich schwierig, das so zu bewerten, weil man muss sich aus unserer Sicht immer die Qualität und auch zum Beispiel die Finanzierungsstruktur des Portfolios anschauen, wenn eben man ohne allzu großes Analysieren bei dem ein oder anderen Unternehmen auf die Idee kommen könnte, dass der innere Wert, der ausgewiesen wird, möglicherweise nicht ganz so 100% valide ist. Dann ist der Abschlag relativ leicht erklärt oder wenn dann auch die Gesellschaft keinen positiven Cashflow respektive dann keinen nachhaltigen FFO aufweist oder kurze Finanzierung.
Bei uns ist die durchschnittliche Zinsbindung bei 7 1/2 Jahre. Das heißt, wir können auch hier nicht unter Druck kommen, dann irgendwie Notverkäufe zu machen.
Das war ja bei anderen Gesellschaften am Markt durchaus hier und dort mal der Fall. Also ich glaube, das sind Dinge, das nackte Gucken auf das direkte Verhältnis von Börsenkurs zu NAV hat in der Vergangenheit historisch nicht unbedingt dazu geführt, wenn man die Aktien gekauft hat mit großem Abschlag zum NAV, dass das dann zwingend gute Investments waren oder umgekehrt.
Genauso aber auch, dass man sagt, gut, Gesellschaften, die nah am NAV notieren, sind unbedingt dann bessere Investments. Ich glaube, das sollte man sich doch wesentlich breiter dann aufstellen.
Einen fairen Wert oder so der eigenen Aktie als Vorstand zu nennen, verbietet sich.
Herr von Stumpfeldt
Vielen Dank.
Matthias Schrade
Gut, es liegen weiterhin keine Fragen vor. Letzte Chance noch mal mit 9 Stern, wenn jemand etwas fragen möchte.
Ansonsten stehen wir natürlich auch gerne außerhalb immer per Mail oder Telefon für Fragen zur Verfügung. Mir ist allerdings gerade eingefallen, ich hatte noch eine Frage per Mail bekommen, die möchte ich hier mit beantworten.
Und zwar fragte jemand zum einen nach dem Thema PV-Anlagen, inwieweit das eine Thematik ist, wo wir auch möglicherweise aktiv werden wollen. Das haben wir in der Tat vor.
Wir haben drei konkrete Objekte identifiziert als Pilotstandorte, wo wir Anlagen in Verbindung mit Mieterstrom, also mit Lieferung des Stroms an den Mieter, gar nicht über Einspeisevergütung, das Ganze gestalten wollen. In einem Fall will der Mieter das sogar unbedingt als Voraussetzung für einen neuen langfristigen Mietvertrag, ist ein großer Lebensmittelmarkt.
Wir haben allerdings zunächst Anfragen stellen müssen bei den lokalen Versorgern, die also uns das erstmal gestatten müssen. Und letzte Information ist, dass wir tatsächlich an dem gerade erwähnten Standort eine Teilzusage bereits erhalten haben, aber noch ein Teil fehlt.
Das ist etwas, wo im laufenden Jahr möglicherweise dann zum allerersten Mal eine Anlage von uns installiert mit Mieterstrom auf dem Dach kommt. Wir wollen es idealerweise übers Gesamtportfolio auch ausrollen.
Das hängt aber auch ein wenig davon ab, wie dann die Finanzierung aussieht. Momentan ist uns noch nicht bekannt, dass es irgendeine Bank gibt, die eine PV-Anlage mit Mieterstrom schon finanziert hat.
Es liegt uns noch kein konkretes Angebot dazu vor. Für erste Objekte haben wir gesagt, machen wir die Pionierarbeit gegebenenfalls mit Eigenkapital, aber flächendeckend würde es nur Sinn ergeben, wenn man das tatsächlich dann auch mit einem oder wenigen Partnern finanzieren kann.
Ja, das andere Thema war dann auch das Thema mit der Nachbeleihung von dem gleichen Herrn, der das gefragt hat. Da haben wir ja schon drüber gesprochen.
Operator
Aktuell liegen keine weiteren Wortmeldungen vor.
Matthias Schrade
Ja, dann bedanke ich mich jetzt wirklich endgültig für das Interesse. Möchte mich noch mal ausdrücklich entschuldigen für die technischen Probleme heute Morgen, aber zumindest mal die Möglichkeit der Fragestellung war ja heute auch noch da.
Wenn es noch Informationsbedarf gibt, sprechen Sie uns außerhalb per Mail oder per Telefon an, dass wir dann auch die eventuell noch verbliebenen Fragen dann im kleinen Kreis klären können. Herzlichen Dank und schönen Tag.
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